Vettelschoß

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Vettelschoß
Vettelschoß
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Vettelschoß hervorgehoben
Koordinaten: 50° 37′ N, 7° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Linz am Rhein
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 6,91 km2
Einwohner: 3480 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 504 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53560
Vorwahl: 02645
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 075
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Schoppbüchel 5
53545 Linz am Rhein
Webpräsenz: www.vettelschoss.de
Ortsbürgermeister: Heinrich Freidel (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Vettelschoß im Landkreis Neuwied
Neuwied Buchholz (Westerwald) Asbach (Westerwald) Windhagen Neustadt (Wied) Rheinbreitbach Unkel Bruchhausen (Landkreis Neuwied) Erpel Vettelschoß Linz am Rhein Kasbach-Ohlenberg Ockenfels Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied) Dattenberg Leubsdorf (am Rhein) Bad Hönningen Rheinbrohl Hammerstein (am Rhein) Leutesdorf Isenburg (Westerwald) Kleinmaischeid Großmaischeid Stebach Marienhausen Dierdorf Oberdreis Woldert Rodenbach bei Puderbach Ratzert Niederwambach Steimel Döttesfeld Puderbach Dürrholz Hanroth Raubach Harschbach Niederhofen Dernbach (Landkreis Neuwied) Urbach (Westerwald) Linkenbach Breitscheid (Westerwald) Waldbreitbach Roßbach (Wied) Hausen (Wied) Datzeroth Niederbreitbach Hümmerich Oberhonnefeld-Gierend Oberraden Straßenhaus Kurtscheid Bonefeld Ehlscheid Rengsdorf Melsbach Hardert Anhausen Rüscheid Thalhausen Meinborn Nordrhein-Westfalen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Ahrweiler Landkreis Mayen-Koblenz Koblenz Marienhausen WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild
Bernhardskapelle in Willscheid aus dem Jahr 1683, das älteste Gebäude in Vettelschoß
Der See im Willscheider Berg war ursprünglich ein Basaltsteinbruch

Vettelschoß ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Linz am Rhein an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Linz am Rhein hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vettelschoß liegt auf einer Höhe von 280 m ü. NHN, 7 km nordöstlich der Stadt Linz am Rhein sowie 9 km südöstlich der Stadt Bad Honnef und erstreckt sich am Rand der Asbacher Hochfläche in den westlichen Ausläufern des Westerwalds. Westlich erhebt sich der Willscheider Berg (360 m ü. NHN) mit seinem Basaltsee. Das Vettelschoßer Gemeindegebiet umfasst ein von Westen nach Osten abfallendes Gelände und liegt zwischen 190 und 365 m über NN. Der höchste Bodenpunkt wird auf dem Rheinwesterwälder Vulkanrücken oberhalb von Kalenborn erreicht, der niedrigste im Tal des Seelbachs bei Oberelsaff. Innerhalb der waldreichen und stark reliefierten Landschaft des Gemeindegebiets, das im Naturpark Rhein-Westerwald liegt, verlaufen 25 km Wanderwege. Über zwei mit gelbem Symbol gekennzeichnete Wanderwege in Richtung Rheinbreitbach und in Richtung Erpel erreicht man den Rheinsteig.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Vettelschoß gehören die Ortsteile Kalenborn, Kau, Willscheid und Oberwillscheid sowie die Wohnplätze Klaushof, Seiferhof und Willscheiderberg. Außerdem gehört ein südöstlicher Teil von Kretzhaus (Stadt Linz am Rhein) als Gemeindeteil zu Vettelschoß. Des Weiteren befinden sich in der Nähe des Seelbachs, bei dem zu Neustadt (Wied) gehörenden Ortsteil Oberelsaff, noch zwei Häuser und eine Kapelle, die ebenfalls als Gemeindeteil Oberelsaff zum Gemeindegebiet von Vettelschoß gehören.[2]

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen verläuft die Gemeindegrenze weitgehend an der Landesstraße 254. Größtenteils natürliche Grenzen bilden im Norden von Vettelschoß die Bäche Erpeler Bach und Hallerbach sowie im Süden der Seelbach. 1974 bzw. 1993 kam es zu Gebietskorrekturen, die dazu führten, dass ein ehemals zur Ortsgemeinde Erpel gehörender Teil der Flur Reifstein (nahe dem gleichnamigen Forsthaus) heute zu Vettelschoß gehört.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden grenzt die Gemeinde Sankt Katharinen mit ihren Ortsteilen Notscheid und Homscheid an Vettelschoß. Im Westen teilt sich die Ortsgemeinde die Grenze mit der Stadt Linz am Rhein, auf deren Gemarkung das dem Vettelschoßer Ortsteil Kalenborn benachbarte Kretzhaus liegt. Weitere Nachbargemeinden sind Erpel im Nordwesten, Windhagen im Norden und Osten sowie Neustadt (Wied) im Südosten, wobei zu letzterer nur eine sehr kurze Grenze besteht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräberfunde im Flurbezirk Walhelde zwischen Vettelschoß und Oberelsaff belegen eine bereits vorchristliche Besiedelung des Vettelschoßer Gemeindegebietes. Auf den in der Nähe des Ortes liegenden Bergen Hummelsberg und Asberg wurden in den 1930er Jahren von der rheinischen Provinzialverwaltung in Bonn Ringwälle untersucht, die der Hunsrück-Eifel-Kultur zuzuordnen sind und in der Zeit von 600 bis 400 v. Chr. errichtet wurden. Die Ringwälle wurden durch den Basaltabbau zerstört.

Der Ortsname stammt vermutlich aus der Zeit des späten Frühmittelalters. Die letzte Silbe lautete im 9. Jahrhundert wohl Sciotz, 960 Scoz, das im Althochdeutschen die Giebelseite eines Gebäudes bezeichnet, eigentlich einen schutzgewährenden Vorsprung. Vettel hängt zusammen mit dem gotischen fatha, mittelhochdeutsch vade oder fade für Zaun oder Scheidewand. Demnach könnte Vettelschoß so viel wie „Einhegung, die an der geschützten Seite des Willscheider Berges liegt“, bedeuten.[4] Nach einer anderen Namensdeutung ist Vettel hergeleitet aus dem althochdeutschen Personennamen Wetilo, der gleichbedeutend ist mit Vogteipächter oder Pfandvertrag.[5] In den Kirchenbüchern von Neustadt an der Wied finden sich für Vettelschoß auch die Schreibweisen Feddelschoß, Fettelschoß und Vetelschoß.

Die Flurnamen Beielsberg und Beielswiese, auch Bilsberg, Bilswiese, Bilsteinwiese geschrieben, könnten auf Kunigunde von Bilstein hinweisen. Deren Tochter Hedwig von Gudensberg vermachte um 1100 ihre rheinischen Besitzungen ihrem Gatten Ludwig, unter anderem auch die im späteren Amt Altenwied zu dem Vettelschoß gehörte. Die genannten Flurnamen könnten demnach auf eine Besiedlung um 1100 hinweisen.

Die erstmalige urkundliche Nennung des Ortes stammt aus einem Testament vom 25. Mai 1344, in dem eine Cristina de Vertilschos (= Christine von Vettelschoß) – Inklusin in Dattenberg – ihre Besitztümer verschiedenen Personen und Klöstern vermachte.[6]

Weitere Urkunden, in denen Personen aus Vettelschoß genannt werden, stammen aus den Jahren 1418, 1434 und 1540.

Diesellok von 1940 für den Basalttransport vom Willscheider Berg
Die Kapelle auf dem alten Friedhof in Vettelschoß hat Grundmauern aus Basalt

17. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert gehörte Vettelschoß zum Kirchspiel Neustadt im Amt Altenwied, das Amt Altenwied gehörte zum Kurfürstentum Köln. Vettelschoß bildete den sog. zweiten Teil der Honnschaft Lorscheid. Auf Anordnung des Erzbischofs Maximilian Heinrich von Bayern wurde im Jahr 1660 eine Inventur aller Honnschaften im Amt Altenwied durchgeführt. Hierbei wurden für die Vettelschosser Honschaft aufgezählt:

In Seiffen (Seiferhof) eins, in Calenborn (Kalenborn) und Hambscheid (Homscheid) je zwei, in Stroeth (Strödt) fünf und in Vettelschoß elf Häuser von denen eins nicht bewohnt war. In Wilscheid (Willscheid) gab es drei Häuser, in Oberwilscheid den Obristhof und den Untersten Hof, in Mittelwilscheid einen Hof. Lorscheidt (Lorscheid) zählte fünf Häuser, in Hinterlorscheidt gab es nur ein Haus. In Noscheid (Notscheid) und in Hilkerscheid waren alle Häuser verschwunden, es gab dort nur noch Wiesen. Einige der hier genannten Orte und Wohnplätze gehören heute zur Ortsgemeinde St. Katharinen.

Die Herrschaft Kurkölns endete 1803 nach über 500 Jahren mit dem Reichsdeputationshauptschluss. Das kurkölnische Gebiet in dieser Region wurde zunächst dem Fürstentum Wied-Runkel zugeordnet und kam 1806 aufgrund der Rheinbundakte zum Herzogtum Nassau. Die Honnschaft Lohrscheid II unterstand anschließend der Verwaltung des nassauischen Amtes Altenwied. Nach den auf dem Wiener Kongress geschlossenen Verträgen wurde das Gebiet 1815 an das Königreich Preußen abgetreten.[7]

Vettelschoß wurde eine Gemeinde im damals neu gebildeten Standesherrlichen Kreis Neuwied (ab 1848 Kreis Neuwied) im Regierungsbezirk Koblenz und zunächst von 1817 bis 1823 von der Bürgermeisterei Altenwied, anschließend von der Bürgermeisterei Neustadt (Wied) (ab 1927 Amt Neustadt) verwaltet. Die Gemeinde Vettelschoß entsprach der vormaligen Honnschaft Lohrscheid II ohne Notscheid. 1892 erhielt Vettelschoß eine eigene Postagentur, zu deren Zustellbereich auch die Ortschaften der damaligen Gemeinde Rederscheid und ein Großteil der Gemeinde Elsaffthal gehörten.[8]

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In wirtschaftlicher Hinsicht bedeutend waren früher Basaltabbau und -verarbeitung. 1921 verkaufte Vettelschoß das Grundstück im Ortsteil Kalenborn zum Bau des Schmelzbasaltwerkes an die Schmelz-Basalt-Aktien-Gesellschaft (heute Kalenborn Kalprotect) in Linz am Rhein. Durch dieses Geld konnte sich die Gemeinde in den Jahren 1922 und 1923 den Anschluss an das Stromnetz finanzieren.

Am 7. November 1970 wurde die Ortsgemeinde im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungs- und Gebietsreform aus der aufgelösten Verbandsgemeinde (bis 1. Oktober 1968 Amt) Neustadt (Wied) der Verbandsgemeinde Linz am Rhein zugeordnet.

In den 1970er Jahren war Vettelschoß Sitz der Unternehmensgruppe Streif Haus, die mit 4.000 Beschäftigten in 8 Werken auch Neckermann-Fertighäuser herstellte. Heute liegt der Firmensitz der Streif GmbH in Weinsheim.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Vettelschoß, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][9]

Jahr Einwohner
1815 352
1835 472
1871 541
1905 655
1939 1.131
1950 1.171
Jahr Einwohner
1961 1.582
1970 2.285
1987 2.671
1997 3.435
2005 3.400
2015 3.480

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1975 in Bau gegangene und 1977 eingeweihte Michaelskirche in Vettelschoß sowie die Filialkirche in Kalenborn gehören zur Katholischen Pfarrgemeinde St. Michael Vettelschoß. Die Evangelische Kirche ist mit der Johanneskirche vertreten, die 1967 zusammen mit dem Gemeinde- und Pfarrhaus erbaut wurde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 20 gewählten Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem vorsitzenden Ortsbürgermeister.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[10]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 5 9 6 20 Sitze
2009 5 11 4 20 Sitze
2004 5 12 3 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Vettelschoß/Kalenborn e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtlicher Ortsbürgermeister ist Heinrich Freidel (CDU), er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 67,5 Prozent der Stimmen direkt gewählt und löste Falk Schneider in diesem Amt ab.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vettelschoßer Wappen ist seit 1983 im amtlichen Gebrauch. Das Flammschwert steht für den Erzengel Michael, das Hufeisen symbolisiert die frühere Bedeutung der Landwirtschaft für den Ort und die Basaltsäulen symbolisieren den Bergbau und die Nachfolgeindustrie.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aussichtsturm am Willscheider Berg erlaubte einen Blick in den See.
Grenzstein aus dem Jahr 1680

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blauer See
    Der Blaue See ist aus einem der drei Basaltsteinbrüche im Ortsgebiet entstanden. Bis etwa 1940 wurde hier Basalt abgebaut, heute ist er als Natursee mit Campingplatz und einem Gastronomiebetrieb ein beliebtes Reiseziel.
  • Willscheider Berg
    Westlich vom Ortskern von Vettelschoß erhebt sich der Willscheider Berg mit einer Höhe von heute 360 m ü. NN, ursprünglich 370 m. Hier wurde bis 1974 Basalt abgebaut. Das Gebiet um den Willscheider Berg ist als Biotopkomplex sowie seit 1999 als Ausgleichs- bzw. Kompensationsfläche für ein südlich entstandenes Gewerbegebiet ausgewiesen.
  • Willscheider Bergsee
    Aus dem Basaltbruch ist nach der Stilllegung ein See entstanden, der etwa 50 m unterhalb des heutigen Plateaus liegt. Der See ist aufgrund der fast senkrecht abfallenden Felswände nicht zugänglich und damit ein Rückzugs- und Entwicklungsgebiet für die Tier- und Pflanzenwelt.
  • Aussichtsturm auf dem Willscheider Berg
    Ein in den 1990er Jahren errichteter Holzturm ermöglichte sowohl einen guten Einblick auf den ehemaligen Basaltbruch und den See, wie auch einen weiten Blick in den Westerwald bis hin zum Puderbacher Land. Wegen starker Schäden an den Holzbalken wurde der Turm im Januar 2016 abgerissen.[12]
  • Grenzstein von 1680
    Im Ortsteil Kalenborn befindet sich ein Grenzstein aus dem Jahr 1680, der die Grenze zwischen den Ämtern bzw. Kirchspielen Linz, Neustadt und Erpel markierte. Heute berühren sich hier die Stadt Linz am Rhein und die Ortsgemeinden Vettelschoß und Erpel.
  • Bernarduskapelle
    Die Bernarduskapelle aus dem Jahr 1683 steht wahrscheinlich an der Stelle einer älteren Kapelle, da in einer Urkunde aus dem Jahr 1570 bereits eine Kapelle für den Ort genannt wurde. Sie ist die einzige Fachwerkkapelle innerhalb der Verbandsgemeinde Linz am Rhein und einziges Kulturdenkmal der Ortsgemeinde Vettelschoß.
Antoniuskapelle bei Oberelsaff
Dorfmuseum im aktuellen Zustand
  • Antoniuskapelle
    Die Antoniuskapelle liegt oberhalb des zu Neustadt (Wied) gehörenden Ortes Oberelsaff auf dem Gemeindegebiet von Vettelschoß. Das innere birgt einen neugotischen Altar, der aus dem Remagener Anna-Stift stammt.
  • Schmitzhof
    Das älteste erhaltene Fachwerkhaus in Vettelschoß wurde um 1640 gebaut und war bis 1803 Besitz des Klosters St. Katharinen. Den Namen hat er von den früheren Besitzern. Die Gemeinde hat das Haus gekauft und nutzt es seit 2010 als Dorfmuseum. Um das Museum attraktiver zu gestalten, wurde in dem Gebäude auch eine Weinstube eröffnet.
  • Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Vettelschoß

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirmes in Vettelschoß: am ersten Wochenende im Oktober
  • Kirmes in Kalenborn: am letzten Wochenende im Mai
  • Karnevalsumzug: am Karnevalssonntag

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Kalenborn ist der Sitz des im Jahr 1921 zur Herstellung von Schmelzbasalt gegründeten Unternehmens Kalenborn Kalprotect, heute einer der weltweit führenden Hersteller im Bereich des universellen Verschleißschutzes.

Das Gewerbegebiet Willscheider Berg ist ein Standort des Schuhherstellers Birkenstock. Das Unternehmen hatte im Jahr 1998 seinen Sitz von Bad Honnef nach Vettelschoß verlegt, nachdem es hier bereits 1997 ein neugebautes Auslieferungslager in Betrieb genommen hatte. Anfang 2014 wurde die Verwaltung von Vettelschoß nach Neustadt (Wied) verlegt, während Vettelschoß weiterhin als Logistikzentrum des Unternehmens dient.[13]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Feuerwehrhaus in Vettelschoß
  • Das Gemeindebüro mit Ratssaal im Erlenweg 3 ist Sitz der Ortsgemeinde.
  • Im Bildungsbereich verfügt Vettelschoß sowohl über eine Grundschule als auch über einen Kindergarten und eine Kindertagesstätte.
  • Das gemeindeeigene Vereinshaus Willscheider Berg liegt nahe dem Kratersee und kann wie das Gemeindehaus Kalenborn für Veranstaltungen aller Art angemietet werden.
  • Die am 1. Mai 1899 gegründete Freiwillige Feuerwehr besteht aus etwa 30 Mitgliedern und hat 2002 ein neues Feuerwehrhaus bezogen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 42, die von Koblenz nach Bonn führt. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind Bad Honnef/Linz am Rhein und Neustadt/Wied an der Bundesautobahn 3.

1912 wurde die Bahnstrecke Linz (Rhein)–Flammersfeld eröffnet, die zwei Bahnhöfe im Gebiet der Gemeinde hatte (Kalenborn und Vettelschoß). Heute existiert nur noch das Teilstück zwischen Linz und Kalenborn, auf dem touristischer Verkehr stattfindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 33 (PDF; 2,3 MB)
  3. H. H. Mohr: Flurnamen sind Wegweiser in die Heimatgeschichte (Vettelschoß)
  4. Elli Lind, Geschichts-Chronik von Vettelschoß und seinen Ortsteilen, 1988, S. 9; dort auf „Josef Hoffmann, Land an der Wied, 1930, S. 185“ verwiesen
  5. Elli Lind, Geschichts-Chronik von Vettelschoß und seinen Ortsteilen, 1988; dort auf „Gerhard Mürkens, Die Ortsnamen des Kreises Ahrweiler, 1959, S. 55“ verwiesen
  6. Elli Lind, Geschichts-Chronik von Vettelschoß und seinen Ortsteilen, 1988, S. 10; dort Wiedergabe der Urkunde aus dem Landeshauptarchiv Koblenz
  7. Nassauische Annalen: Jahrbuch des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Band 9–10, 1868, Seite 305
  8. Theo Winterscheid: Aus der Geschichte der Post im Windhagener Raum. In: Windhagen – Ein Heimatbuch, Economica Verlag, Bonn 1994, S. 112.
  9. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Wahl der ehrenamtlichen Orts- und Stadtbürgermeister
  12. Auskunft des Gemeindebüros der Ortsgemeinde Vettelschoß vom 16. Februar 2016
  13. Von einem losen Verbund zur Gruppe, Bonner Rundschau, 15. Oktober 2013