Vettonen

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Siedlungsgebiet der Vettonen
Präkeltische, keltische und keltiberische Völker auf der Iberischen Halbinsel

Die Vettonen (lateinisch Vettones, griechisch Οὐέττονες) waren ein antikes Volk präkeltischen Ursprungs auf der Iberischen Halbinsel,[1] das auf dem Hochland zwischen den Flüssen Duero (Durius) und Tajo (Tagus) (heute südwestliches Kastilien und León und nördliche Extremadura) lebte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sei dem 6. Jahrhundert v. Chr. sind befestigte Siedlungen auf dem Gebiet der Vettonen nachweisbar, die sich im 4. Jahrhundert v. Chr. zu oppida entwickelten. Im Keltiberischen Krieg und im Hispanischen Krieg standen die Vettonen auf der Seite ihrer westlich angrenzenden Nachbarn, der mit ihnen eng verwandten Lusitaner. Um das Jahr 206 v. Chr. schüttelten sie das ihnen zeitweise aufgezwungene karthagische Joch ab, doch nach einer Niederlage gegen ein römisches Heer unter der Führung des Prätors Marcus Fulvius Nobilior im Jahr 193 v. Chr. gerieten sie unter römische Herrschaft[2] und wurden in die römische Provinz Hispania ulterior integriert. Nach deren Teilung unter Augustus gehörten sie zur Provinz Lusitania; in einigen Inschriften war die Provinz auch nach den Vettonen benannt.[3] Ihr Siedlungsgebiet war jener östliche Teil Lusitaniens, der heute nicht zu Portugal, sondern zu Spanien gehört.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vettonen besaßen zahlreiche Herden (Schafe, Ziegen, Rinder); möglicherweise betrieben sie auch die Zucht von Schweinen. Auch die meisterliche Verarbeitung von Eisen wird ihnen zugetraut. Eine im Siedlungsgebiet der Vettonen vorkommende Heilpflanze erwähnte Plinius der Ältere in der Naturalis historia unter der Bezeichnung herba Vettonica als Mittel gegen Schlangengift.[4]

Kunst und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mächtigen Stier- und Eberfiguren (Verracos) im Westen Spaniens und im Norden Portugals werden häufig mit den Vettonen in Verbindung gebracht. Auch die mächtige, teilweise aus dem Fels herausgehauene Bergfestung des Castro de Ulaca mit ihrer 3 km langen Mauer bei Solosancho in der Provinz Ávila wird dem Volksstamm der Vettonen zugerechnet. Die Höhenbefestigungen Castro del Raso, Las Cogotas, Castro de la Mesa de Miranda und Castro de los Castillejos sind weniger gut erhalten, aber immer noch eindrucksvoll.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruth Stepper: Vettones. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 12/2, Metzler, Stuttgart 2002, ISBN 3-476-01487-8, Sp. 152.
  • Jesús R. Álvarez-Sanchís: Los Vettones (= Bibliotheca archaeologica Hispana. 1). 2a edición. Real Academia de la Historia, Madrid 2003, ISBN 84-95983-16-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vettonen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jesús R. Álvarez-Sanchís: Oppida and Celtic society in western Spain. Auf e-Keltoi, vol. 6.
  2. Titus Livius 35, 7, 8.
  3. Bsp.: CIL 2, 485: provinc(iae) Lusitan/iae et Vettoniae.
  4. Plinius: Naturalis historia 25, 84.