Vettweiß

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Vettweiß
Vettweiß
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Vettweiß hervorgehoben

Koordinaten: 50° 44′ N, 6° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 158 m ü. NHN
Fläche: 83,15 km2
Einwohner: 9397 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km2
Postleitzahl: 52391
Vorwahlen: 02424, 02425, 02252
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL, MON, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 060
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gereonstraße 14
52391 Vettweiß
Website: www.vettweiss.de
Bürgermeister: Joachim Kunth (CDU)
Lage der Gemeinde Vettweiß im Kreis Düren
Kreis DürenNordrhein-WestfalenRhein-Erft-KreisKreis EuskirchenRhein-Kreis NeussKreis HeinsbergStadt AachenStädteregion AachenBelgienHeimbachKreuzauNideggenVettweißDürenJülichLangerweheTitzMerzenichAldenhovenHürtgenwaldNörvenichIndenNiederzierLinnichKarte
Über dieses Bild

Vettweiß ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Düren.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Vettweiß liegt im Südosten des Kreises Düren und grenzt mit einem kleinen Stück an den Rhein-Erft-Kreis mit der Stadt Erftstadt sowie an den Kreis Euskirchen mit der Stadt Zülpich im Osten, im Südwesten und Westen an die Gemeinden Nideggen und Kreuzau, im Norden an die Gemeinde Nörvenich.

Vettweiß liegt in der Zülpicher Börde und grenzt an die Nordeifel. Mitten durch die Gemeinde fließt der Neffelbach, den ein Landschaftsschutzgebiet an beiden Ufern umrahmt.

Der höchste Punkt der Gemeinde liegt am Wasserturm Ginnick bei 231 m ü. NHN, der tiefste am Neffelbach bei Gladbach bei 120 m ü. NHN. Ihre Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 11 km, in Ost-West-Richtung 12,8 km.

Im Westen liegt, noch zu großen Teilen auf Vettweißer Gemeindegebiet, die Drover Heide. Diese gehört seit 2020 zum Naturpark Hohes Venn-Eifel[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Vettweiß besteht aus den elf Ortsteilen

Neugliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1932 wurden die Bürgermeistereien Froitzheim, Kelz, Sievernich und Füssenich zum Bürgermeisteramt Vettweiß zusammengeschlossen. Von der Bürgermeisterei Drove kamen Jakobwüllesheim und Soller dazu. Gleichzeitig wurde Kettenheim nach Vettweiß eingemeindet.[3] Im Jahr 1947 kamen Juntersdorf zum jetzigen Amt Vettweiß hinzu.

Am 1. Juli 1969 entstanden aus den 13 Orten die drei Gemeinden Vettweiß, Müddersheim und Füssenich. Zum Amt Füssenich kommt Geich hinzu.[4] Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Füssenich in die Stadt Zülpich eingegliedert. Die Gemeinde Vettweiß wurde um die Gemeinde Müddersheim vergrößert.[5] Der eigentliche Ort Vettweiß hatte am 30. Juni 2020 insgesamt 2749 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Gemeinderat nach den Kommunalwahlen seit 2009 zigt die Tabelle.

Kommunalwahl 2020
Wahlbeteiligung: 62,82 % (2014: 55,97 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,75 %
16,31 %
21,31 %
10,63 %
n. k. %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
−1,65 %p
−8,39 %p
+6,41 %p
+6,63 %p
−3,1 %p
2020[6] 2014[7] 2009[8]
CDU 15 15 16
BI 4 5 6
SPD 6 6 3
GRÜNE 3 2 2
FDP 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2015 wurde Joachim Kunth mit 52,9 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. 2020 wurde er mit 67,9 % der Stimmen im Amt bestätigt.[9]

Wappen und Banner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde Vettweiß ist mit Urkunde des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 24. Mai 1967 das Recht zur Führung eines Wappens, Banners und Siegels verliehen worden.

Blasonierung: „In grün ein goldener (gelber) Schild mit einem schwarzen Löwen, darüber wachsend eine blau gekleidete Muttergottes mit Kind in goldenem (gelbem) Strahlenkranz.“ Das Wappen zeigt den Jülicher Löwen (Herzogtum Jülich) im kleinen Schild und die Mutter Gottes mit dem Kinde, Schutzpatronin des Ortes. Das Wappen ist einem Schöffensiegel des Jahres 1550 nachgebildet.

Beschreibung des Banners: „Grün mit dem Inhalt des Gemeindewappens im oberen Drittel.“[10]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besiedelt wurde das Gebiet bereits um 3000 v. Chr. Danach siedelten hier die Kelten, die Römer und später die Franken.

Vettweiß wird erstmals in einer wahrscheinlich gefälschten Urkunde aus dem Jahre 989 erwähnt, in der Erzbischof Everger dem Kloster Groß St. Martin in Köln unter anderem die Kirche in Wisse schenkt.[11] Um 1215 bewohnte Ritter Otto von Wyss eine mitten im Ort gelegene Burg.

Der Ortsname entstand aus „vihsse“ (Dorf, Flecken, Weichbild) und dem vorangestellten Wort „Veseuniahenis“. Veseuniahenis, verkürzt zu Vett, war die Matronen-Schutzgöttin des Dorfes, von der fünf Weihesteine in der Gegend gefunden wurden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde gibt es etwa 110 denkmalgeschützte Bauwerke. Alte Vierseitenhöfe, Backsteinbauten und Fachwerkhäuser, aber auch die Burgen sind sehenswerte Bauten. Die alten Wassermühlen am Neffelbach werden heute nicht mehr betrieben.

Bei Vettweiß wurde ein Hemmoorer Eimer am Matronenstein gefunden.

Sehenswert sind:

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es mehrere alte jüdische Friedhöfe:

Ebenfalls gibt es zwischen Vettweiß und Jakobwüllesheim einen alten Friedhof, der noch vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat ein gut ausgebautes Straßennetz. Durch das Gemeindegebiet verlaufen die B 56 und die B 477. Schnell erreichbar ist die A 1 bei Zülpich und die A 61 bei Erftstadt.

Von Nord nach Süd durchquert die Bahnstrecke Düren–Euskirchen die Gemeinde. Es verkehren Züge der Linie RB 28 „Eifel-Bördebahn“. Betreiber für regelmäßigen Güterverkehr von Düren nach Zülpich ist die Rurtalbahn, Personenverkehr bis nach Euskirchen an Wochenenden wurde zunächst von einer Bürgerinitiative mit Fahrzeugen der Rurtalbahn betrieben. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Vettweiß ist in Privatbesitz. Die Eifel-Bördebahn verkehrt seit dem 15. Dezember 2019 täglich.

Linie Linienverlauf Takt
RB 28 Eifel-Bördebahn:
Euskirchen – Nemmenich – Zülpich – Vettweiß – Vettweiß-Jakobwüllesheim – Nörvenich-Rommelsheim – Nörvenich-Binsfeld – Düren
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2019
120 min (wochentags)
180 min (Wochenenden und Feiertage)

Im Busverkehr wird der Ort von Rurtalbus mit den AVV-Linien 230, 292, 298 und SB 15 bedient. Zusätzlich verkehrt am Wochenende ein Nachtbus. Bis zum 31. Dezember 2019 wurde der Busverkehr vom BVR Busverkehr Rheinland erbracht.

Linie Verlauf
230 Düren Bf/ZOB – StadtCenter – Gneisenaustraße – Binsfeld (→ Rommelsheim) – Frauwüllesheim – Isweiler – Kelz – (Vettweiß –) Gladbach – Poll – Dorweiler – Pingsheim
292 Kreuzau Bf – Niederau Am Sandberg – Stockheim (– Jakobwüllesheim – Vettweiß)
298 Düren Bf/ZOB – StadtCenter – Gneisenaustraße – Binsfeld – Rommelsheim – Bubenheim – Jakobwüllesheim – Vettweiß – Froitzheim – (Ginnick ← Embken ← Juntersdorf ←) Füssenich – Geich – Zülpich Frankengraben – (Adenauerpl./Schulzentr. –) (Nemmenich –) Ülpenich – (Enzen –) Dürscheven – Elsig – Euenheim – Euskirchen Berufskolleg – Euskirchen Bf
SB15 Schnellbus:
Froitzheim – Vettweiß – Gladbach – Lüxheim – Eggersheim – Hochkirchen – Nörvenich Hommelsh. Weg – Nörvenich Alter Bf – Eschweiler über Feld – Golzheim – Buir
N2 Nachtbus: nur in den Nächten Fr/Sa und Sa/So
Düren Bf/ZOB → Kaiserplatz → Merzenich → Nörvenich → Vettweiß → Stockheim → Binsfeld

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es zwei Grundschulen, je eine in Vettweiß und Kelz. Die Hauptschule befand sich bis 2018 im Zentralort. Weiterführende Schulen gibt es in Düren, Kreuzau, Erftstadt und Zülpich. Sie sind durch den öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen.

Kindergärten gibt es in Vettweiß, Froitzheim, Gladbach, Disternich, Kelz und Jakobwüllesheim.

Telefonvorwahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vettweiß hat die Vorwahl 02424. Abweichend hiervon gelten in Ginnick die 02425 sowie in Disternich und Sievernich die 02252.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Jakob Scheuffgen (1842–1907), Dompropst in Trier
  • Engelbert Groß (1937–2020), römisch-katholischer Priester, Theologe, Hochschullehrer und Autor sowie Professor und Dekan der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
  • Henning John von Freyend (* 1941), bildender Künstler, lebt in Sievernich
  • Linda Pfeiffer (* 1948), Schriftstellerin, lebt in Sievernich
  • Sandra Lück (* 1974), Bundesvorsitzende der Tierschutzpartei, wohnt seit März 2018 im Ort.
  • Martin Rehmann (* 1983), deutscher Koch, aufgewachsen in Jakobwüllesheim
  • Frank Fussbroich, der Sohn aus der Dokumentarserie Die Fussbroichs, wohnt in Vettweiß.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2019 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 17. Juni 2020. (Hilfe dazu)
  2. Der Naturpark Nordeifel reicht nun bis in die Börde. In: Aachener Zeitung. 13. Januar 2020, abgerufen am 25. Januar 2020.
  3. Adressbuch Kreis Düren 1954, Kap. Amt Vettweiß
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 97 f.
  5. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  6. Ratswahl - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Vettweiß - Gesamtergebnis. Abgerufen am 15. Oktober 2020.
  7. Ratswahl - Europawahl / Kommunalwahlen 2014 in der Gemeinde Vettweiß - Gesamtergebnis. Abgerufen am 15. Oktober 2020.
  8. Ratswahl - Kommunalwahlen 2009 in der Gemeinde Vettweiß - Gesamtergebnis. Abgerufen am 15. Oktober 2020.
  9. Bürgermeisterwahl - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Vettweiß - Gesamtergebnis. Abgerufen am 15. Oktober 2020.
  10. Hauptsatzung der Gemeinde Vettweiß, § 2. (PDF; 38 kB) Abgerufen am 23. Dezember 2012.
  11. Findbuch Stadtarchiv Köln

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Vettweiß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien