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VfL Bochum

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VfL Bochum
Vereinswappen des VfL Bochum
Verein
Name Verein für Leibesübungen Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e. V.
Sitz Bochum, Nordrhein-Westfalen
Gründung 14. April 1938
Farben Blau-Weiß
Mitglieder 9.251 (April 2017)
Vorstand Wilken Engelbracht
Christian Hochstätter
Website vfl-bochum.de
Erste Mannschaft
Trainer Ismail Atalan
Stadion Vonovia Ruhrstadion
Plätze 27.599
Liga 2. Bundesliga
2016/17 9. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Der Verein für Leibesübungen Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e. V. (kurz: VfL Bochum) ist ein 1938 entstandener Sportverein aus Bochum, dessen Ursprünge bis auf das Jahr 1848 zurückreichen. Dem Gesamtverein gehören gut 9000 Mitglieder an.[1] Davon sind rund 2300 Fußballer, die als VfL Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e. V. offiziell inzwischen in einem eigenen Verein organisiert sind.

Die erste Herrenmannschaft im Fußball spielt in der 2. Bundesliga. Neben Fußball werden beim VfL Bochum noch die Sportarten Badminton, Basketball, Fechten, Handball, Hockey, Leichtathletik, Schwimmen, Tanzsport, Tennis, Tischtennis, Turnen und Volleyball betrieben.

Vereinsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VfL Bochum besteht in seiner heutigen Form seit dem 14. April 1938. Damals wurden im Zuge der Gleichschaltung auf Anordnung des nationalsozialistischen Fachamtes Fußball in etlichen Städten des Deutschen Reichs die konkurrierenden Vereine in einem zentralen Großverein konzentriert. So wurden auch in Bochum der Turnverein 1848, der TuS Bochum 08 und Germania Bochum zum VfL Bochum 1848 zusammengeschlossen. Die Jahreszahl 1848 hat der VfL vom TV 1848 übernommen.

SV Germania 1906 Bochum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Germania Bochum

Der Verein wurde 1906 als FC 1906 Bochum gegründet und später in Sportverein Germania 1906 Bochum umbenannt.[2] Der Verein zählte zu den ältesten Fußballvereinen Bochums. Von der Ligagründung 1933 an bis zur Fusion gehörte der SV Germania der Gauliga Westfalen an, wo er 1936 hinter dem FC Schalke 04 Vizemeister wurde. Das Fusionsprodukt VfL Bochum 1848 übernahm das Ligamandat des SV Germania.

TuS Bochum 1908[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: TuS Bochum 08

Der Verein wurde 1908 als Spiel- und Sportverein 1908 Bochum gegründet. Am 1. April 1919 fusionierten der SuS Bochum 1908 und der Turnverein zu Bochum von 1848 zum Turn und Sportverein Bochum 1848. Der Fusionsverein spaltete sich jedoch am 1. Februar 1924 im Zuge des Konflikts zwischen Turn- und Spielverbänden per Reinliche Scheidung in den Turnverein zu Bochum von 1848 und den Turn und Sportverein Bochum 1908. Letzterer stieg zur Saison 1935/36 in die Gauliga Westfalen auf und 1937 als Tabellenletzter wieder ab.

Turnverein zu Bochum von 1848[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abweichend von der Jahreszahl im Namen wurde der Bochumer Turnverein erst am 18. Februar 1849 gegründet. Im Dezember 1852 wurde der Verein verboten und 1860 unter demselben Namen erneut gegründet. Erst im Mai 1904 wurde die Zahl 1848 in den Vereinsnamen übernommen. Sie bezieht sich auf einen am 26. Juli 1848 im „Märkischen Sprecher – Kreisblatt für den Kreis Bochum“ veröffentlichten Zeitungsartikel, der zur Vereinsgründung im folgenden Jahr führte.

Am 1. April 1919 fusionierten der SuS Bochum 1908 und der Turnverein zu Bochum von 1848 zum Turn- und Sportverein Bochum 1848. Der Fusionsverein spaltete sich jedoch am 1. Februar 1924 im Zuge des Konflikts zwischen Turn- und Spielverbänden per reinlicher Scheidung in den Turnverein zu Bochum von 1848 und den Turn- und Sportverein Bochum 1908. 1925 qualifizierte sich der TV Bochum 1848 für die erstmals ausgespielte deutsche Fußballmeisterschaft der Deutschen Turnerschaft. Die Mannschaft schied in der Vorrunde mit einem 1:3 gegen den Harburger TB 1865 aus.[3]

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Level Platz
1938/39 Gauliga Westfalen I 2
1939/40 Gauliga Westfalen I 3
1940/41 Gauliga Westfalen I 8
1941/42 Gauliga Westfalen I 3
1942/43 Gauliga Westfalen I 4
1943/44 Gauliga Westfalen I 6
1944/45 Gauliga Westfalen I 4
1945/46 Landesliga Westfalen I 7
1946/47 Landesliga Westfalen I 7
1947/48 Landesliga Westfalen II 6
1948/49 Landesliga Westfalen II 3
1949/50 2. Oberliga West II 12
1950/51 2. Oberliga West II 7
1951/52 2. Oberliga West II 5
1952/53 2. Oberliga West II 1
1953/54 Oberliga West I 8
1954/55 Oberliga West I 16
1955/56 2. Oberliga West II 1
1956/57 Oberliga West I 10
1957/58 Oberliga West I 14
1958/59 Oberliga West I 4
1959/60 Oberliga West I 11
1960/61 Oberliga West I 16
1961/62 2. Oberliga West II 3
1962/63 2. Oberliga West II 14
1963/64 Verbandsliga Westfalen III 2
1964/65 Verbandsliga Westfalen III 1
1965/66 Regionalliga West II 12
1966/67 Regionalliga West II 4
1967/68 Regionalliga West II 5
1968/69 Regionalliga West II 2
1969/70 Regionalliga West II 1
1970/71 Regionalliga West II 1
1971/72 Bundesliga I 9
1972/73 Bundesliga I 12
1973/74 Bundesliga I 14
1974/75 Bundesliga I 11
1975/76 Bundesliga I 14
1976/77 Bundesliga I 15
1977/78 Bundesliga I 14
1978/79 Bundesliga I 8
1979/80 Bundesliga I 10
1980/81 Bundesliga I 9
1981/82 Bundesliga I 10
1982/83 Bundesliga I 13
1983/84 Bundesliga I 15
1984/85 Bundesliga I 9
1985/86 Bundesliga I 9
1986/87 Bundesliga I 11
1987/88 Bundesliga I 12
1988/89 Bundesliga I 15
1989/90 Bundesliga I 16
1990/91 Bundesliga I 14
1991/92 Bundesliga I 15
1992/93 Bundesliga I 16
1993/94 2. Bundesliga II 1
1994/95 Bundesliga I 16
1995/96 2. Bundesliga II 1
1996/97 Bundesliga I 5
1997/98 Bundesliga I 12
1998/99 Bundesliga I 17
1999/00 2. Bundesliga II 2
2000/01 Bundesliga I 18
2001/02 2. Bundesliga II 3
2002/03 Bundesliga I 9
2003/04 Bundesliga I 5
2004/05 Bundesliga I 16
2005/06 2. Bundesliga II 1
2006/07 Bundesliga I 8
2007/08 Bundesliga I 12
2008/09 Bundesliga I 14
2009/10 Bundesliga I 17
2010/11 2. Bundesliga II 3
2011/12 2. Bundesliga II 11
2012/13 2. Bundesliga II 14
2013/14 2. Bundesliga II 15
2014/15 2. Bundesliga II 11
2015/16 2. Bundesliga II 5
2016/17 2. Bundesliga II 9

Sportliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1938–1945: Gauliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportlich war der geschaffene Großverein zunächst ein Gewinn. Der VfL blieb bis zur kriegsbedingten Einstellung des Spielbetriebs Gauligist, wurde in der Saison 1938/39 erneut Vizemeister Westfalens und belegte 1939/40 und 1941/42 den dritten Platz. Ab 1943 bildete der VfL mit Preußen 07 Bochum eine so genannte Kriegsspielgemeinschaft (KSG), die 1944/45 aber nur noch zwei Spiele austrug.

1945–1965: Nachkriegsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als die meisten 1938 durch Fusion entstandenen Vereine wurde der VfL Bochum nach dem Krieg nicht wieder getrennt. In den ersten Nachkriegsjahren spielte der Verein kaum eine Rolle. Erst nach acht Jahren in der Landesliga Westfalen und der 2. Oberliga West gelang 1953 der Aufstieg in die erstklassige Oberliga West. Meist beendete er die Saison in der unteren Tabellenhälfte, 1955 und 1961 stieg er jeweils als Tabellenletzter ab. 1956 stiegen die Bochumer direkt wieder auf, zwei Jahre nach dem zweiten Abstieg mussten sie in die drittklassige Verbandsliga Westfalen.

1965 stiegen die Bochumer in die zwei Jahre zuvor gegründete zweitklassige Regionalliga West auf. In den Spielen um die Westfalenmeisterschaft zwischen den beiden Staffelsiegern der Verbandsliga Westfalen gab es gegen die SpVgg Erkenschwick ein 4:1 in Bochum und ein 2:3 in Erkenschwick. Das Entscheidungsspiel in Recklinghausen endete nach Verlängerung 1:1. Die Statuten sahen zu diesem Zeitpunkt einen Losentscheid durch Münzwurf vor. Ein solcher entschied zugunsten des VfL Bochum.

1965–1971: Regionalliga West[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der VfL Bochum im ersten Jahr nur auf Rang zwölf gelandet war, gehörte die Mannschaft ab 1966 zur Spitzengruppe der Regionalliga West. 1968 stand der VfL im Endspiel um den DFB-Pokal, das er im Südweststadion zu Ludwigshafen gegen den 1. FC Köln mit 1:4 verlor. 1971 schaffte das Team unter Trainer Hermann Eppenhoff nach der zweiten Regionalliga-Meisterschaft in Folge durch eine souveräne Aufstiegsrunde mit sieben Siegen aus acht Spielen den Sprung in die Bundesliga.

1971–1993: Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den folgenden 22 Jahren hielt sich der Verein im Oberhaus, wo er keine bessere Platzierung als den achten Tabellenplatz (1978/79) erreichen konnte. Zumeist war der VfL im Mittelfeld platziert und musste sich aus finanziellen Gründen am Saisonende oft von seinen Leistungsträgern trennen. Häufig fand sich die Mannschaft auch im Abstiegskampf wieder.

1990 schloss der VfL die Saison als 16. ab. Er durfte aber in der Bundesliga bleiben, da er sich in zwei Relegationsspielen gegen den 1. FC Saarbrücken durchsetzte. Der VfL gewann das Hinspiel in Saarbrücken durch ein Elfmetertor von Thorsten Legat mit 1:0, im Rückspiel reichte dann ein 1:1, Bochums Torschütze war Uwe Leifeld.

1993–2010: Ab- und Aufstiege und UEFA-Pokal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Saison 1992/93 begannen die Fans des VfL, ihre Mannschaft als die „Die Unabsteigbaren“ zu bezeichnen.[4] Im Sommer stieg der VfL nach 22 Spielzeiten erstmals aus der Bundesliga ab. Hatte man sich im Sommer 1990 noch in den Relegationsspielen retten können, gab nun ein einziger Punkt, den die Mannschaft weniger verbuchte als Dynamo Dresden, den Ausschlag. Nach nur acht Punkten in der Hinrunde wurde die Aufholjagd der Rückserie unter Trainer Jürgen Gelsdorf am Ende nicht mehr belohnt. Da der Kontrollausschuss des DFB die Lizenzvergehen des 1. FC Dynamo Dresden erst zur nächsten Spielzeit mit Punktabzug bestrafte, hielt der Abstieg auch am Grünen Tisch stand.

Es begann ein Auf und Ab, ein Pendeln des VfL in den folgenden vier Jahren zwischen Bundesliga und Zweiter Liga. In ihrer ersten Zweitligasaison feierten die Bochumer einen souveränen Start-Ziel-Sieg, ab dem zweiten Spieltag führte das Team die Tabelle an und gab den ersten Platz bis zum Ende der Spielzeit nicht mehr aus der Hand. Doch 1995 stand bereits der zweite Abstieg fest. Jürgen Gelsdorf trat während der Saison zurück und Klaus Toppmöller wurde als neuer Trainer verpflichtet. Am drittletzten Spieltag verlor der VfL das vorentscheidende Spiel in Uerdingen mit 1:2. Unter Toppmöller gelang erneut der direkte Wiederaufstieg, mit 17 Punkten Vorsprung vor einem Nichtaufstiegsplatz und 12 Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierten Bielefelder wurde auch nach dem Umbruch in der Mannschaft abermals die Zweitligameisterschaft gefeiert.

Sogar eine Konsolidierung im Oberhaus gelang Toppmöller, der das Team als Aufsteiger in der Saison 1996/97 zu einem ersten großen Erfolg führte. Zum ersten Mal in seiner Geschichte erreichte der VfL Bochum mit dem 5. Platz in der Abschlusstabelle 1997 einen UEFA-Pokal-Platz.[5] Im folgenden Wettbewerb erreichte die Mannschaft trotz der Hinspielniederlagen bei Trabzonspor und dem FC Brügge durch hohe Heimsiege in den Rückspielen das Achtelfinale. Dann setzte sich der Favorit Ajax Amsterdam durch, obwohl der VfL im Hinspiel in Amsterdam mit 2:0 hatte in Führung gehen können.

In der Bundesliga folgte schon ab 1999 eine erneute Phase der Auf- und Abstiege, an deren Ende im Sommer 2002 der vierte direkte Wiederaufstieg des VfL in die Bundesliga stand. Dieser wurde erst am letzten Spieltag durch einen 3:1-Sieg in Aachen gesichert.

Unter Trainer Peter Neururer spielte die Mannschaft in der Saison 2002/03 zunächst sehr erfolgreich und stand zwischenzeitlich an der Tabellenspitze. Am Ende schloss das Team auf dem neunten Tabellenplatz ab.

Am 22. Mai 2004 beendete der VfL Bochum die für ihn erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte auf Platz 5 vor Borussia Dortmund und FC Schalke 04. Damit durfte der Verein zum zweiten Mal am UEFA-Pokal teilnehmen. Die Mannschaft holte insgesamt 56 Punkte, so viele wie nie zuvor, und stellte mehrere Rekorde auf. In 13 Heimspielen blieb der VfL ohne Gegentor und sein Torwart Rein van Duijnhoven blieb in Heimspielen 911 Minuten lang ohne Gegentreffer – bis heute Bundesliga-Rekord.

Neururers Dienstzeit endete mit dem 34. Spieltag der Saison 2004/05, als der VfL trotz eines 1:0-Sieges beim Hamburger SV erneut absteigen musste. In dieser Saison hatte der VfL Bochum im UEFA-Pokal durch ein 0:0 und ein 1:1 gegen Standard Lüttich den Einzug in die Gruppenphase nur knapp verpasst.

Neuer Cheftrainer wurde der Schweizer Marcel Koller; zum 1. April 2006 wurde Stefan Kuntz Sportdirektor. Mit Abschluss der Saison 2005/06 schaffte Bochum als Zweitligameister erneut den Wiederaufstieg. Mit fünf direkten Wiederaufstiegen ist der VfL damit „Rekordwiederaufsteiger“ der Bundesliga.

Verpflichtet wurden im Sommer 2006 der Rechtsverteidiger Benjamin Lense vom 1. FC Nürnberg, Christoph Dabrowski von Hannover 96, Oliver Schröder von Hertha BSC, Ivo Iličević vom Regionalligisten Darmstadt 98 sowie Torhüter Alexander Bade vom 1. FC Köln und Stürmer Benjamin Auer vom 1. FSV Mainz 05. Nach Saisonbeginn wurde noch als Ersatz für Edu der griechische Nationalspieler Theofanis Gekas für ein Jahr auf Leihbasis (mit Kaufoption bei Klassenerhalt) geholt. In der Winterpause wurde der Kader durch den tschechischen Torhüter Jaroslav Drobný, den algerischen Verteidiger Anthar Yahia sowie den Kameruner Offensivspieler Joël Epalle verstärkt.

Zum Jahreswechsel 2007 konnte der VfL auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern. Mit einem Sieg in Mönchengladbach schloss Bochum die Saison 2006/07 auf dem 8. Platz ab. Mit vier aufeinanderfolgenden Auswärtssiegen wurde in dieser Saison ein neuer Vereinsrekord aufgestellt. Theofanis Gekas wurde mit 20 Treffern Torschützenkönig 2007, wechselte aber anschließend zu Bayer 04 Leverkusen.

In den beiden folgenden Spielzeiten musste der VfL – wie fast schon üblich – gegen den Abstieg kämpfen. Mit einem zwölften Platz in der Saison 2007/08 und Rang 14 in der Spielzeit 2008/09 konnte der Klassenerhalt jeweils sichergestellt werden. Als jedoch auch die Saison 2009/10 mit nur vier Punkten aus sechs Spielen unbefriedigend begann, wurde Trainer Koller entlassen und zunächst durch seinen Co-Trainer Frank Heinemann ersetzt. Am 28. Oktober 2009 präsentierte der VfL als neuen Trainer Heiko Herrlich, der mit einem Vertrag bis 2012 ausgestattet wurde. Nach einer Serie von zehn sieglosen Spielen und dem Abrutschen auf den Relegationsplatz wurde Herrlich Ende April 2010 wieder entlassen.[6] Dennoch stieg der Verein am 8. Mai 2010 unter Interimstrainer Dariusz Wosz als Tabellenvorletzter ab.[7]

Seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2010/11 übernahm Friedhelm Funkel den VfL und erreichte nach einem schwachen ersten Saisondrittel immerhin noch Platz 3 (zwischenzeitlich gelangen 15 Ligaspiele in Serie ohne Niederlage); in der Relegation mussten sich die Bochumer dann Borussia Mönchengladbach knapp geschlagen geben (0:1 und 1:1) und verpassten erstmals den direkten Wiederaufstieg.

Nach vier Niederlagen in Folge und dem 17. Tabellenplatz am siebten Spieltag der Saison 2011/12 wurde der 57-jährige Funkel am 14. September 2011 entlassen.[8] Für ihn übernahm am 15. September der ehemalige Trainer von Hannover 96 und dem FC St. Pauli, Andreas Bergmann, die Leitung.

Nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg in der Saison 2012/13 der 2. Fußball-Bundesliga wurde Bergmann am 28. Oktober 2012 beurlaubt.[9] Der bisherige Co-Trainer Karsten Neitzel, für ein Pokal- und ein Ligaspiel Interimstrainer, wurde am 6. November 2012 neuer Chefcoach des VfL.[10] Doch auch unter Neitzel wollte sich kein dauerhafter sportlicher Erfolg einstellen; der VfL festigte seine Platzierung in der Abstiegsregion der 2. Bundesliga. Am 8. April 2013 entband der Verein Trainer Neitzel und Sportvorstand Jens Todt von ihren Aufgaben. Todts Funktionen übernahm am 9. April 2013 Heinz Knüwe.[11] Zuvor hatte die Mannschaft das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue mit 0:3 verloren und war auf Tabellenplatz 16 abgerutscht. Nachfolger von Neitzel wurde der frühere Trainer des VfL, Peter Neururer. Er erhielt zunächst einen Vertrag bis Saisonende.[12] Zu Beginn der Saison 2013/14 wurde Christian Hochstätter neuer Vorstand, verantwortlich für den Bereich Sport. Am vorletzten Spieltag sicherte sich der VfL Bochum trotz einer 0:2-Auswärtsniederlage beim TSV 1860 München den Klassenerhalt, weil gleichzeitig die Tabellennachbarn Dynamo Dresden (16.) und Arminia Bielefeld (17.) Punkte liegen ließen; Dresden verlor in Kaiserslautern mit 0:4, Bielefeld und FSV Frankfurt trennten sich 0:0. Nachdem Neururer der Klassenerhalt gelungen war, verlängerten er und der VfL seinen Kontrakt bis 2015. Im Dezember 2014 wurde Neururer allerdings wegen vereinsschädigenden Verhaltens entlassen, weil er den Torhüter und Kapitän Andreas Luthe im Konflikt mit dem Vorstand unterstützt hatte.[13] Sein Nachfolger wurde Gertjan Verbeek,[14] dessen Vertrag im Februar 2016 um zwei Jahre bis zum Ende der Saison 2017/2018 verlängert wurde.[15] In der Saison 2014/15 erreichte der VfL Bochum den 11., in der Saison 2015/16 den 5. und 2016/17 den 9. Platz in der 2. Bundesliga.

Am 11. Juli 2017 teilte VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter die sofortige Freistellung von Trainer Gertjan Verbeek mit und erläuterte: „Der Zeitpunkt der Freistellung kommt für viele sicherlich überraschend. Die fachlichen Qualitäten von Gertjan Verbeek sind unbestritten. Dennoch sind wir nach intensiven Gesprächen in Aufsichtsrat und Vorstand zum Entschluss gekommen, dass wir fortan mit einem anderen Trainer versuchen werden, unsere Ziele zu erreichen. In der jetzigen Konstellation gab es zu große Differenzen bei unseren Vorstellungen darüber.“[16] Nachfolger von Verbeek wurde der 37-jährige Ismail Atalan.[17]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ausnahme von zwei Meistertiteln in der Regionalliga West (1970 und 1971) sowie drei Zweitliga-Meisterschaften (1994, 1996 und 2006) konnte der VfL Bochum noch keine nationalen oder gar internationalen Titel gewinnen. Neben insgesamt 34 Jahren Zugehörigkeit zur Fußball-Bundesliga (von 1971 bis 2010 mit fünf jeweils einjährigen Unterbrechungen) und zwei Teilnahmen am UEFA-Pokal (1997 und 2004) stehen zwei Endspielteilnahmen im DFB-Pokal zu Buche (1968 und 1988). Der VfL Bochum stellte in drei Spielzeiten den Torschützenkönig der Bundesliga. In der Saison 1985/86 erzielte Stefan Kuntz 22 Tore, 2002/03 war Thomas Christiansen 21 Mal erfolgreich und in der Saison 2006/07 gewann Theofanis Gekas mit 20 Treffern die Torjägerkanone. Holger Aden schoss 1992/93 die meisten Tore (28) im Profifußball, davon neun für den VfL.

Bundesliga, DFB-Pokal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison 1997/98 (UEFA-Pokal)

Saison 2004/05 (UEFA-Pokal)

Personalien und bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. April 2003 wird das operative Geschäft des VfL von einem hauptamtlichen Vorstand geführt, ab 2003 war Ansgar Schwenken (kaufmännischer Bereich, Organisation) Mitglied. Schwenken wurde am 1. Juli 2014 von Wilken Engelbracht abgelöst. Dieter Meinhold (Marketing, Öffentlichkeitsarbeit) trat am 30. Juni 2006 aus dem Vorstand zurück. Vorstandsmitglied mit sportlichem Schwerpunkt waren nacheinander Stefan Kuntz, Thomas Ernst, Jens Todt und Heinz Knüwe; seit dem 8. Juni 2013 besetzt Christian Hochstätter diesen Posten.

Aufsichtsratsvorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name von bis Bemerkung Quelle
Georg Hochgesang 14. April 1938 nicht bekannt [20]
Erwin Schneider 1945 1946 Spielertrainer
Robert Imhäuser 1946 1948
Paul Timpert 1948 1949
Willi Schäfer um 1949 um 1949
Georg Hochgesang nicht bekannt 1950 [21]
Elmar Rösch 1950 nicht bekannt [21]
Karl um 1951 um 1951
Ewald Hoffmann 1951 1952
Rudolf Prokoph nicht bekannt Frühjahr 1953 [20][22]
Emil Melcher Frühjahr 1953 nicht bekannt [20][22]
Harald Reinhardt um 1954 um 1954 [23]
Emil Melcher nicht bekannt 1956 [20][22][24]
Herbert Widmayer 1956 1960 [22][25][24]
Fritz Silken 1960 1961 [25][24]
Hermann Lindemann 1961 1963 [25][24]
Hubert Schieth 1. Juli 1963 30. Juni 1967 [24][26]
Hermann Eppenhoff 1. Juli 1967 30. Juni 1972 [24][26]
Heinz Höher 1. Juli 1972 30. Juni 1979 [24][26]
Helmuth Johannsen 1. Juli 1979 30. Juni 1981 [24][26]
Rolf Schafstall 1. Juli 1981 30. Juni 1986 [24][26]
Hermann Gerland 1. Juli 1986 30. Juni 1988 [24][26]
Franz-Josef Tenhagen 1. Juli 1988 30. Juni 1989 [24][26]
Reinhard Saftig 1. Juli 1989 22. April 1991 [24][26]
Rolf Schafstall 22. April 1991 30. Juni 1991 Interimstrainer [24][26]
Holger Osieck 1. Juli 1991 2. November 1992 [24][26]
Jürgen Gelsdorf 6. November 1992 6. November 1994 [24][26]
Klaus Toppmöller 9. November 1994 30. Juni 1999 [24][26]
Ernst Middendorp 1. Juli 1999 24. Oktober 1999 [24][26]
Bernard Dietz 25. Oktober 1999 31. Dezember 1999 Interimstrainer [24][26]
Ralf Zumdick 1. Januar 2000 13. Februar 2001 [24][26]
Rolf Schafstall 13. Februar 2001 30. Juni 2001 Interimstrainer [24][26]
Bernard Dietz 1. Juli 2001 3. Dezember 2001 Interimstrainer [24][26]
Peter Neururer 4. Dezember 2001 30. Juni 2005 [24][26]
Marcel Koller 1. Juli 2005 20. September 2009 [24][26]
Frank Heinemann 21. September 2009 27. Oktober 2009 Interimstrainer [24][26]
Heiko Herrlich 28. Oktober 2009 29. April 2010 [24][26]
Dariusz Wosz 29. April 2010 30. Juni 2010 Interimstrainer [24][26]
Friedhelm Funkel 1. Juli 2010 14. September 2011 [24][26]
Andreas Bergmann 15. September 2011 27. Oktober 2012 [24][26]
Karsten Neitzel 29. Oktober 2012 7. April 2013 Interimstrainer [24][26]
Peter Neururer 8. April 2013 9. Dezember 2014 [24][26]
Frank Heinemann 9. Dezember 2014 31. Dezember 2014 Interimstrainer [24][26]
Gertjan Verbeek 1. Januar 2015 11. Juli 2017 [24][26]
Ismail Atalan 11. Juli 2017 [24][26]

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bochumer Talentschmiede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VfL Bochum hat sich bundesweit einen Namen als „Talentschmiede“ gemacht. Die Bundesligakarrieren einiger bekannter Fußballer begannen in Bochum:

Name beim VfL Spiele Tore Karriere
Hermann Gerland 1972–1984 204 4 Der gebürtige Bochumer spielte seine gesamte Profikarriere beim VfL Bochum und war von 1986 bis 1988 Trainer des Vereins.
Christian Schreier 1981–1984 98 35 Ging vom VfL Bochum zu Bayer 04 Leverkusen, wo er 1988 den UEFA Pokal gewann. Schreier ist bis heute Rekordnationalspieler der deutschen Fußballolympiamannschaft und gewann 1988 Bronze in Seoul. Bestritt 1984 ein A-Länderspiel für die deutsche Fußballnationalmannschaft.
Stefan Kuntz 1983–1986, 1998–1999 120 47 Wurde 1986 erster Bochumer Torschützenkönig. Bestritt 25 A-Länderspiele (u. a. Europameister 1996) für die deutsche Fußballnationalmannschaft. Von 2006 bis 2008 Vorstandsmitglied für den Bereich Sport beim VfL Bochum.
Martin Kree 1983–1989 164 28 Gewann später mit Borussia Dortmund zwei deutsche Meistertitel (1995 und 1996), 1997 die Champions-League und den Weltpokal. Aktuell Mitglied des Aufsichtsrates des VfL Bochum.
Uwe Wegmann 1985–1987, 1989–1995 214 52 „Der Alpenbomber“ wurde in der Saison 1993/94 mit 22 Toren Torschützenkönig der 2. Bundesliga.
Thorsten Legat 1986–1991 107 9 Kam aus der eigenen Jugend; spielte danach bei Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart und FC Schalke 04.
Joel Matip 1997–2000 (Jugend) 0 0 Gebürtiger Bochumer, aktueller kamerunischer Nationalspieler; zweifacher WM-Teilnehmer (2010 und 2014).
Yıldıray Baştürk 1997–2001 74 6 Langjähriger türkischer Nationalspieler mit 49 Einsätzen (2 Tore) und dem dritten Platz bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 als größtem Erfolg; bestritt 2002 mit Bayer Leverkusen als erster türkischer Spieler ein Champions-League-Finale.
Paul Freier 1997–2004, 2008–2014 239 24 Kam aus der eigenen Jugend, wurde beim VfL Bochum zum Nationalspieler und bestritt 17 A-Länderspiele; beendete 2014 seine Karriere beim VfL Bochum.
İlkay Gündoğan 2008–2009 0 0 Spielte von 2005 bis 2009 in der Jugend des VfL und gehörte bis zum 31. Januar 2009 zum Kader der Profimannschaft; lehnte während des Wintertrainigslagers der Profis in Alicante ein Vertragsangebot der Bochumer ab und wechselte im Februar 2009 zum 1. FC Nürnberg; spielte in der Saison 2008/09 nur zweimal für die Bochumer Amateure. Gündoğan ist aktueller deutscher Nationalspieler.
Christoph Kramer 2011–2013 61 4 Wurde von Bayer 04 Leverkusen für zwei Jahre an den VfL Bochum ausgeliehen, für den er in der Zweiten Liga seine ersten Profispiele bestritt; wurde 2014 Fußball-Weltmeister.
Leon Goretzka 2012–2013 32 4 Spielte von 2001 bis 2012 in der Jugend des VfL und debütierte dann in der Zweiten Liga; wurde 2012 mit der Fritz-Walter-Medaille für Nachwuchsspieler in Gold ausgezeichnet; ist seit 2014 Nationalspieler und gewann 2017 den Confed-Cup.
Bundesliga-Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Name Spiele Tore Jahre
Michael Lameck 518 37 1972–1988
Lothar Woelk 385 26 1977–1989
Walter Oswald 353 24 1978–1991
Franz-Josef Tenhagen 306 20 1973–1981, 1984–1988
Ralf Zumdick 282 1 1981–1995
Rekordtorjäger des VfL in der Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Name Tore Jahre
Hans-Joachim Abel 60 1977–1982
Hans Walitza 53 1971–1974
Uwe Wegmann 52 1985–1995
Josef Kaczor 51 1974–1981
Stefan Kuntz 47 1983–1986, 1998–1999
Uwe Leifeld 46 1985–1991
Torschützenkönige der Bundesliga und der 2. Bundesliga des VfL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Liga Name Tore Jahr
Bundesliga Stefan Kuntz 22 1986
2. Bundesliga Uwe Wegmann 22 1994
Bundesliga Thomas Christiansen 21 2003
Bundesliga Theofanis Gekas 20 2007
2. Bundesliga Simon Terodde 25 2016
Nationalspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Nationalmannschaft

Der VfL hatte im Laufe der Vereinsgeschichte Nationalspieler verschiedener Nationen im Kader. Der deutschen Fußballnationalmannschaft gehörten zu ihrer Bochumer Zeit nur Paul Freier, Franz-Josef Tenhagen und Dariusz Wosz an.

Bekannte Nationalspieler anderer Nationen

  • Sunday Oliseh wurde nach den Stationen Ajax Amsterdam und Juventus Turin 2002 aus Dortmund ausgeliehen. Der Nigerianer spielte in 32 BL-Spielen für Bochum (1 Tor) und in 62 Länderspielen für Nigeria. Wegen einer Tätlichkeit gegen seinen Mitspieler Wahid Haschemian musste er 2004 den VfL verlassen.
  • Eric Wynalda absolvierte 107 Länderspiele für die USA (34 Tore) und nahm 1990, 1994 und 1998 jeweils an der WM teil. Beim VfL stand er von 1994 bis 1996 unter Vertrag.
  • Kim Joo-sung, lief 34-mal für Bochum auf und schoss 4 Tore, war dreimal Asiens Fußballer des Jahres und dreimal WM-Teilnehmer (mit Südkorea). Bei der Wahl zu Asiens Fußballer des Jahrhunderts belegte er 1998 den 2. Platz. Er spielte 1992 bis 1994 für Bochum.
  • Fábio Júnior Pereira, wurde 1999 für ca. 15 Millionen US-Dollar vom brasilianischen Verein Cruzeiro Belo Horizonte an den AS Rom verkauft. Er kam ablösefrei zum VfL und absolvierte 2006/07 31 BL-Spiele und erzielte dabei 3 Tore. Er spielte außerdem in Portugal, Japan und den Vereinigten Arabischen Emiraten und bestritt 3 A- und 12 U-23-Länderspiele für Brasilien.

Trikotsponsoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VfL Bochum spielte erstmals im März 1976 mit einem Werbeaufdruck auf dem vereinseigenen Trikot. Zunächst befand sich ein stilisierter Osborne-Stier, das Zeichen des Spirituosenherstellers Osborne, auf den Bochumer Trikots. Darstellung und Größe dieser Werbung verstießen gegen die damals strengen DFB-Regularien, weshalb ab 1977 nur noch mit dem Schriftzug „Osborne“ geworben werden durfte.

In den folgenden Jahren schloss der VfL bis zum heutigen Tag mit zehn weiteren Firmen Verträge als Trikot- und Hauptsponsor. Der Discounter Plus (Sponsor 1979/80) gehört seit 2009 zum späteren Sponsor Netto Marken-Discount. Der aktuelle Sponsor ist die Hotelsuchmaschine trivago.

Die Trikotsponsoren des VfL Bochum im Überblick:

Spielstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Vonovia Ruhrstadion

Bereits seit 1911 spielen Germania Bochum und SuS Bochum als Vorläufervereine des heutigen VfL Bochum auf einem Gelände an der Castroper Straße nordöstlich der Innenstadt. Damit verfügt der VfL über eine der traditionsreichsten Heimstätten des deutschen Profifußballs. Das erste dokumentierte Fußballspiel an der Castroper Straße fand am 8. Oktober 1911 zwischen SuS Bochum und dem VfB Hamm statt. In den 20er Jahren baute der Verein das Gelände zu einem der modernsten Stadien in Westdeutschland aus. Bei einem Fassungsvermögen von rund 50.000 Zuschauern fanden hier jährliche Leichtathletikfestivals statt, bei denen unter anderem Jesse Owens und Paavo Nurmi nach Bochum kamen. Am 2. Juli 1922 fand in Bochum erstmals ein Fußball-Länderspiel statt: Deutschland und Ungarn trennten sich 0:0-Unentschieden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das „Stadion an der Castroper Straße“, wie es nun offiziell hieß, in städtischen Besitz über. Der VfL trug hier weiter seine Heimspiele aus, bis Mitte der 70er Jahre durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen ein Neubau finanziert werden konnte. Während der Bauarbeiten an der Castroper Straße zog der VfL für sechs Bundesliga-Heimspiele ins benachbarte Herne um. Im Stadion am Schloss Strünkede von Westfalia Herne siegte Bochum fünfmal und rettete sich damit im Abstiegskampf.

Ruhrstadion Bochum (2004)

Seit der offiziellen Einweihung am 30. Juli 1979 bis 2006 spielte der VfL im „Ruhrstadion Bochum“. Dann wurde es für zehn Jahre bis 2016 nach einem Sponsor „RewirpowerSTADION“ genannt. Seit dem 7. Juli 2016 heißt es nun nach dem Bochumer Wohnungsunternehmen Vonovia SE offiziell „Vonovia Ruhrstadion“. Ursprünglich geplant und gebaut für 42.000 Zuschauer, verfügt das Stadion heute aufgrund der Umwandlung von Steh- in Sitzplätze und des Einbaus großer Videoleinwände aktuell über ein Fassungsvermögen von 29.299 überdachten Zuschauerplätzen; davon sind 16.174 Sitzplätze. Obwohl das mittlerweile fast 40 Jahre alte Stadion eines der ältesten im deutschen Profifußball ist, erfreut es sich bei den Zuschauern aufgrund seiner Kompaktheit und geringer Distanz zwischen Spielfeld und Rängen großer Beliebtheit. Bei einer Umfrage des Fanmagazins Stadionwelt wurde das Ruhrstadion im Jahr 2004 als beliebtestes Ziel für Auswärtsfahrten in der Bundesliga gewählt. In den 80er- und 90er-Jahren war das Ruhrstadion Schauplatz einiger Länderspiele der A-Nationalmannschaft, und zwar gegen Finnland (7:1 am 23. Sep. 1981 im Rahmen der Qualifikation zur WM 1982), Jugoslawien (1:1 am 11. Mai 1986) und Ghana (6:1 am 14. Apr. 1993).

Direkt neben dem Stadion befindet sich seit Mitte 2003 das VfL-Stadioncenter. In ihm sind neben einem Fanshop und einer Fangastronomie auch die Geschäftsstelle und VIP-Räume des Klubs untergebracht. Über eine Brücke sind die VIP-Räume und die Haupttribüne des Ruhrstadions direkt miteinander verbunden. Nach dem Verkauf der Namensrechte an seinem Stadioncenter entschloss sich der VfL Bochum im Sommer 2006 auch für den Verkauf der Namensrechte am Ruhrstadion. Beide Rechte hatte für zehn Jahre die Stadtwerke Bochum erworben, weshalb der VfL Bochum ab der Saison 2006/07 bis Mitte 2016 im „rewirpowerSTADION“ spielte. Nachdem das Wohnungsunternehmen Vonovia SE die Namensrechte erwarb[27][28] und ihm seinen traditionellen Namen wieder zurückgab, heißt es nun „Vonovia Ruhrstadion“. In direkter Nachbarschaft zum Stadion liegt die Starlighthalle, in dem das Musical Starlight Express gezeigt wird, und die RuhrCongress-Halle. Der Komplex ist mit den Straßenbahnlinien 308 und 318 der BOGESTRA zu erreichen oder per Kfz über die Autobahnausfahrt (A 40) „Bochum-Stadion“.

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Nummernschild, wie es sich VfL-Fans wünschen.

Der älteste eingetragene Fanclub des VfL Bochum, die Bochumer Jungen, wurde am 15. Mai 1972 gegründet. Mitglieder der Ultrà-Bewegung gründeten 1999 die übergreifende Gruppierung Ultras Bochum 1999 (UB'99). Seit einigen Jahren existiert eine zweite Ultragruppe im Stadion, die Melting Pott Ultras VfL. Die Fans des VfL stehen bei Heimspielen in der Ostkurve des Ruhrstadions oder sitzen im angrenzenden Block A. Gästefans stehen gegenüber in der Westkurve.

Im Allgemeinen besteht eine Fanfreundschaft zu den Fans des FC Bayern München („Schickeria“ und "Red Fanatic München"). Auf Ultraebene besteht eine Freundschaft zu Fans des italienischen Verein FC Bologna („Ultras Bologna – Ultrà Rossoblù“, „Freak Boys“). Außerdem besteht eine Fanfreundschaft mit dem englischen Premier-League-Club Leicester City.[29] Zu den niederländischen Vereinen Helmond Sport und FC Utrecht, sowie dem FC Barnet aus London, bestehen aufgrund gegenseitiger Besuche ebenfalls Sympathien. Rivalitäten herrschen gegenüber den Lokalrivalen aus Dortmund und Schalke sowie Arminia Bielefeld. In den 1990er Jahren herrschte eine besondere Rivalität gegenüber der SG Wattenscheid 09, was mit der lokalen Geschichte – der Eingliederung Wattenscheids in die Stadt Bochum – zu erklären ist.

Prominente Fans des VfL Bochum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere bekannte Sympathisanten des VfL neben dem Schauspieler und Musiker Herbert Grönemeyer, der Vereinsmitglied ist, sind der Politiker Wolfgang Clement, der Schriftsteller Frank Goosen, der Journalist Christoph Biermann, die Schauspieler Hans Werner Olm, Uwe Fellensiek, Joachim Hermann Luger und Armin Rohde, die Fernsehmoderatorin Daniela Fuß sowie der Autor und Filmemacher Ben Redelings und die Fernsehpolizisten Toto & Harry.

Maskottchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit mehr als zehn Jahren besitzt der VfL ein eigenes Maskottchen. In Anspielung an sein speziell noch zu Erstliga-Zeiten erworbenes Image als „Graue Maus der Liga“[30] wählte der VfL dafür nicht ohne Humor und einen Schuss Selbstironie eine Maus, aber selbstverständlich keine graue, sondern, in Anlehnung an die Vereinsfarben und die Farben der Stadt Bochum, eine blaue Maus. Sie heißt Bobbi Bolzer, wobei ihr Nachname der im Ruhrgebiet gebräuchliche Ausdruck für einen „wilden“ zumeist kindlichen oder jugendlichen Fußballspieler ist, der auf einem Bolzplatz spielt. Wie die ersten beiden Buchstaben des Vornamens spiegeln auch die ersten beiden Buchstaben des Nachnamens von Bobbi Bolzer die Anfangsbuchstaben von Bochum und zugleich das Autonummernschild BO wieder. Das Maskottchen ist Teil der Fankultur des Vereins und speziell für Kinder und Jugendliche ein beliebter Sportskamerad.[31]

Bemerkenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. September 1976 verlor der VfL Bochum sein Heimspiel gegen Bayern München nach 4:0-Führung noch mit 5:6. In Reihen der Münchner standen mit Sepp Maier, Georg Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und Gerd Müller fünf Spieler, die 1974 Weltmeister geworden waren. Nicht nur deshalb war schon die 3:0-Führung zur Halbzeit eine Überraschung. Vor weniger als 20.000 Zuschauern erzielte Hoeneß schließlich in der 89. Minute den 6:5-Siegtreffer für die Bayern. Wegen der Dramatik und der Menge der erzielten Tore wurde das Spiel in Bochumer Kreisen oft als Jahrhundertspiel bezeichnet.

In der Saison 1995/96 ließen sich die Spieler Peter Peschel, Thomas Ernst, Thomas Reis und Peter Közle eine Glatze schneiden. Eine weitere Rasur erfolgte nach dem Erreichen des UEFA-Pokals am Ende der Saison 2003/04. Trainer Peter Neururer wurde der Schnauzbart nach dem entscheidenden Spiel gegen Hannover 96 noch im Ruhrstadion abrasiert.

Theofanis Gekas war der dritte Torschützenkönig im Trikot des VfL Bochum. Alle drei Torschützenkönige verließen nach dem Gewinn dieses Titels den VfL.

Im Februar 2013 wurde durch die Bogestra eine VfL-Straßenbahn präsentiert, die komplett in den Vereinsfarben gehalten ist und mit entsprechenden Logos als Imageträger unterwegs ist.[32]

Die längste Vereinszugehörigkeit hatte Helmut Niedringhaus (1922–2015), der 82 Jahre lang Mitglied des VfL war.[33]

Aktueller Kader 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Rückennr. Nationalität Geboren Im Verein seit Letzter Verein BL-Spiele BL-Tore
Tor
Manuel Riemann 1 Deutscher 09.09.1988 01.07.2015 SV Sandhausen 0 0
Martin Kompalla 30 Pole Deutscher 26.08.1992 01.07.2016 Borussia Mönchengladbach 0 0
Felix Dornebusch 32 Deutscher 12.07.1994 01.07.2011 FC Schalke 04 0 0
Florian Kraft 38 Deutscher 04.08.1998 01.07.2014 Rot-Weiss Essen 0 0
Abwehr
Tim Hoogland 2 Deutscher 11.06.1985 01.07.2015 FC Fulham 59 6
Danilo Soares 3 Brasilianer 29.10.1991 01.07.2017 TSG 1899 Hoffenheim 1 0
Felix Bastians 5 Deutscher 09.05.1988 01.01.2015 Hertha BSC 92 1
Jan Gyamerah 18 Tscheche 18.06.1995 01.07.2011 Arminia Bielefeld 0 0
Patrick Fabian (C)Kapitän der Mannschaft 19 Deutscher 11.10.1987 01.07.2000 SF Oestrich-Iserlohn 6 0
Stefano Celozzi 21 Deutscher Italiener 02.11.1988 14.07.2014 Eintracht Frankfurt 95 0
Timo Perthel 24 Deutscher 11.02.1989 01.07.2014 Eintracht Braunschweig 12 0
Nico Rieble 27 Deutscher 22.08.1995 01.07.2016 TSG 1899 Hoffenheim 0 0
Maxim Leitsch 29 Deutscher 18.05.1998 01.07.2008 SG Wattenscheid 09 0 0
Tom Baack 31 Deutscher 13.03.1999 01.07.2006 SV Leithe 0 0
Mittelfeld
Russell Canouse 4 US-Amerikaner 11.06.1995 06.07.2016 TSG 1899 Hoffenheim 1 0
Anthony Losilla 8 Franzose 10.03.1986 01.07.2014 Dynamo Dresden 0 0
Thomas Eisfeld 10 Deutscher 18.01.1993 21.08.2015 FC Fulham 0 0
Alexander Merkel 15 Kasache Deutscher 22.02.1992 15.08.2016 AC Pisa 0 0
Vitaly Janelt 20 Deutscher 10.05.1998 09.01.2017 RB Leipzig 0 0
Görkem Sağlam 26 Deutscher Türke 11.04.1998 01.07.2006 SG Wattenscheid 09 0 0
Julian Tomas 37 Deutscher 28.07.1999 01.07.2017 TSG 1899 Hoffenheim 0 0
Marco Stiepermann 39 Deutscher 09.02.1991 01.07.2016 SpVgg Greuther Fürth 7 1
Sturm
Selim Gündüz 7 Deutscher Türke 16.05.1994 01.07.2009 Sportfreunde Siegen 0 0
Johannes Wurtz 9 Deutscher 19.06.1992 01.07.2016 SpVgg Greuther Fürth 2 0
Dimitris Diamantakos 11 Grieche 05.03.1993 01.07.2017 Karlsruher SC 0 0
Peniel Mlapa 14 Togolese Deutscher 20.02.1991 07.08.2015 Borussia Mönchengladbach 79 8
Lukas Hinterseer 16 Österreicher 28.03.1991 01.07.2017 FC Ingolstadt 04 56 9
Robbie Kruse 17 Australier 05.10.1988 21.07.2017 Liaoning Hongyun 61 6
Kevin Stöger 22 Österreicher 27.08.1993 01.07.2016 SC Paderborn 07 0 0
Tom Weilandt 23 Deutscher 27.04.1992 01.07.2016 SpVgg Greuther Fürth 0 0
Jannik Bandowski 25 Deutscher 30.03.1994 31.08.2016 Borussia Dortmund 0 0
Ulrich Bapoh 28 Deutscher Kameruner 29.06.1999 01.08.2009 BW Grümerbaum 0 0
Evangelos Pavlidis 34 Grieche 21.11.1998 01.01.2015 Bebides 2000 FA Saloniki 0 0
Trainer
Ismail Atalan Deutscher 01.04.1980 11.07.2017 Sportfreunde Lotte 0 0
Co-Trainer
Joseph Laumann Deutscher 31.08.1983 18.07.2017 Sportfreunde Lotte 1 0
Heiko Butscher Deutscher 28.07.1980 01.07.2013 Eintracht Frankfurt 85 3
Jens Rasiejewski Deutscher 01.01.1975 01.08.2015 TSG 1899 Hoffenheim 33 0
Christian Mollocher Deutscher 07.12.1981 01.01.2017 Alemannia Aachen 0 0
Torwarttrainer
Peter Greiber Deutscher 28.10.1968 01.07.2005 1. FC Köln 0 0

Transfers zur Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 5. Juli 2017

Zugänge Abgänge
Sommer 2017
Winter 2016/17
1 ausgeliehen
2 war ausgeliehen

Zweite Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Fußballmannschaft des VfL Bochum belegte in der Saison 1999/2000 den 15. Platz in der Regionalliga West. Dies reichte nicht, um sich für einen Platz in den ab 2000 nur noch zwei Regionalligen zu qualifizieren. Von der Saison 2000/01 an spielte die zweite Mannschaft in der Oberliga Westfalen, seit 2008/09 in der Regionalliga West, welche nach der Drittligareform jedoch als gleichwertig angesehen werden konnte. Zwar ging das Finale des Westfalenpokals am 26. Juli 2005 mit 5:4 (n. E.) gegen die Sportfreunde Siegen verloren, doch durch den Aufstieg der Siegener reichte diese Finalteilnahme, um einen Startplatz im DFB-Pokal zu bekommen. Am 19. August 2005 ging das Pokalspiel gegen den Zweitligisten FC Erzgebirge Aue mit 2:3 verloren. Zum Saisonende der Fußball-Regionalliga West 2014/15 wurde der Spielbetrieb bei der zweiten Mannschaft eingestellt. Der VfL Bochum II beendete die Spielzeit auf Platz 16. Spielstätte war seit 2008 das Lohrheidestadion im Stadtteil Wattenscheid.

Nachwuchsabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leiter der Nachwuchsabteilung ist seit März 2011 Alexander Richter. Er ist bereits seit 2008 für die Nachwuchsabteilung des VfL Bochum 1848 tätig, zunächst als Cheftrainer und Ausbildungsleiter.[34]

Der VfL nimmt mit einer U21-Mannschaft an der internationalen E.T.T.-Nachwuchsrunde teil. Die A-Jugendmannschaft gewann 1969 die erste deutsche Jugendmeisterschaft und erreichte 2004 und 2005 jeweils das Endspiel um selbige. Die B-Jugendmannschaft wurde 1985 deutscher Jugendmeister.

Frauenfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: VfL Bochum (Frauenfußball)

Der VfL Bochum übernahm zum 1. Juli 2010 die Spielrechte der SG Wattenscheid 09 sowie die Frauen- und Mädchenfußballabteilung des TuS 1908/1911 Bochum-Harpen. Mit dem TuS Harpen bestand bereits seit 2008 eine Kooperation. Der ehemalige Zweitligist Wattenscheid sah sich nicht mehr in der Lage, die Abteilung aufrechtzuerhalten und trat zur Übernahme an den VfL heran.[35]

Die Mannschaft des VfL spielte mit der ersten Mannschaft in der Saison 2012/13 in der Frauen-Regionalliga West und konnte sich am Saisonende den Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd sichern.[36]

Zum Ende der Saison 2014/15 hat sich der VfL Bochum jedoch von seiner Frauenfußballabteilung getrennt.[37]

Weitere Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tanzsportabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die VfL Bochum 1848 e.V. Tanzsportabteilung (ehemals Ruhr-Casino Bochum e.V.) ist der ursprünglich älteste Tanzsportverein in Bochum. Der 1934 gegründete Verein ist eine selbständige Abteilung des VfL Bochum 1848 e. V. und ist seit seinem Wiederaufleben im Jahr 2004 erfolgreich im regionalen und bundesweiten Tanzsport vertreten. Zu den größten Erfolgen des Vereins zählt eine bisher vierjährige Präsenz in der 1. Bundesliga der Lateinformationen seit der Saison 2012/13.

Der Verein verfügt über ein breites Angebot im Turniertanzsport, vor allem in den Bereichen lateinamerikanische Tänze als Paar- sowie Formationstanzen, sowie über Angebote im Breitensportbereich. Auch im Kinder- und Jugendbereich ist der Verein tätig und bietet ein Angebot innerhalb der Sparten Hip Hop, Disco Dance und tänzerischer Früherziehung.

Der Verein ist lokal ansässig an der Berggate 69 in Bochum Hamme.[38]

Leichtathletik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange Zeit nahmen die Leichtathleten, noch vor der Fußballabteilung, eine Vorreiterrolle im Vereinsleben ein. In den 20er Jahren gehörte der TuS Bochum, einer der Vorläufervereine des VfL, zu den erfolgreichsten Leichtathletikvereinen im Westen Deutschlands. Bereits 1904 hatte der spätere 2. Vorsitzende des TuS, Paul Weinstein, an den Olympischen Spielen teilgenommen und die Bronzemedaille im Hochsprung gewonnen.

Seit ca. 1920 trug der Verein im Stadion an der Castroper Straße so genannte „Internationale Kampfspiele“ aus, zu denen Leichtathleten-Weltstars wie Jesse Owens oder Paavo Nurmi nach Bochum kamen. Der TuS selbst hatte mit Erich Borchmeyer und Arthur Jonath zwei der besten 100 m-Sprinter ihrer Zeit in seinen Reihen. Jonath lief am 5. Juni 1932 als erster Europäer die 100m in 10,3 Sekunden und stellte damit einen Weltrekord auf. Beide zusammen holten zwischen 1931 und 1934 sieben deutsche Meistertitel nach Bochum.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und der Gründung des VfL gehörten einige Leichtathleten des VfL noch lange Jahre zur nationalen Spitze: Josef Legge wurde Ende der 40er Jahre dreimal Deutscher Meister im Marathonlauf, Horst Gieseler startete bei den Olympischen Spielen 1964 über die 400m und Werner Trzmiel war als einer der besten deutschen 110m-Hürdenläufer seiner Zeit bei den Spielen 1964 und 1968 aktiv. Bärbel Sprywald gehörte in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre zu den besten deutschen Hochspringerinnen.

Durch die Eingemeindung Wattenscheids ins Stadtgebiet von Bochum verlor der VfL seine lokale Vorreiterrolle: die besten Athleten wanderten zum nationalen Olympiastützpunkt des TV Wattenscheid 01, aus dem bis heute zahlreiche erfolgreiche Leichtathleten hervorgegangen sind.

Die Leichtathletik-Abteilung des VfL entschloss sich deshalb Anfang der 1980er Jahre für einen formellen Zusammenschluss mit der Turnabteilung des VfL. Erst Anfang 2007 lösten die beiden Abteilungen ihre Partnerschaft, so dass die Leichtathleten des VfL fortan wieder als selbstständige Abteilung fungieren. Aktueller Vorsitzender ist Udo Höffken.

Die Leichtathletik-Abteilung des VfL trainiert auf dem Leichtathletik-Platz des VfL Bochum, einem Nebenplatz des rewirpower-Stadions an der Castroper Straße.

Basketball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: VfL AstroStars Bochum

Die Basketballgemeinschaft des VfL wurde 1957 als VfL Bochum BG gegründet und 1988 als eigenständiger Abteilungsverein eingetragen. Zu den größten Erfolgen der Basketballer gehören im Herrenbereich der Aufstieg in die 2. Bundesliga und der Gewinn des Westdeutschen Pokals 1996, der Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro B 2013 sowie im Damenbereich die Zweitligazugehörigkeit von 1987 bis 1993 und 1995 bis 1997, die Teilnahme am Spielbetrieb der 1. Bundesliga zwischen 1993 und 1995 sowie der Gewinn des WBV-Pokals 2005.[39] 2012 fusionierte die VfL BG mit der BG Südpark zum neuen VfL AstroStars Bochum, der mit der Saison 2012/13 die Lizenz der alten Basketballabteilung übernommen hat.[40] Durch diese Fusion ist der VfL Bochum der größte deutsche Basketballverein geworden.[41][42] In der ersten Saison als VfL AstroStars Bochum gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro B als Meister der 1. Regionalliga-West.[43]

Badminton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den größten Erfolg als Team feierte der VfL Bochum im Badminton 1964 mit dem Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft. Der Verein hatte mit Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff und Friedhelm Wulff zwei auch international außerordentlich erfolgreiche Badmintonspieler in seinen Reihen.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltung Saison Disziplin Gold
Deutsche Einzelmeisterschaft 1962/63 Herrendoppel Peter Birtel / Friedhelm Wulff (VfL 48 Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1963/64 Herrendoppel Peter Birtel / Friedhelm Wulff (VfL 48 Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1965/66 Mixed Friedhelm Wulff / Margarete Burkhardt (VfL 48 Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1965/66 Herrendoppel Wolfgang Bochow / Friedhelm Wulff (1. DBC Bonn / VfL 48 Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1966/67 Herrendoppel Wolfgang Bochow / Friedhelm Wulff (1. DBC Bonn / VfL 48 Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1969/70 Dameneinzel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1969/70 Damendoppel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff / Helga Schumacher (VfL Bochum / FC Langenfeld)
Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1969/70 Mixed Karl Weiland / Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (1. BC Beuel / VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1970/71 Dameneinzel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1970/71 Damendoppel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff / Helga Schumacher (VfL Bochum / FC Langenfeld)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1971/72 Dameneinzel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1972/73 Damendoppel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff / Marieluise Wackerow (VfL Bochum / 1. BC Beuel)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1973/74 Dameneinzel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1973/74 Damendoppel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff / Marieluise Wackerow (VfL Bochum / 1. BC Beuel)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1974/75 Damendoppel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff / Marieluise Wackerow (VfL Bochum / 1. BC Beuel)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1974/75 Mixed Roland Maywald / Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (1. BC Beuel / VfL Bochum)
Veranstaltung Saison Disziplin Silber
Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 1963/64 Mannschaft VfL 48 Bochum
Deutsche Einzelmeisterschaft 1963/64 Herreneinzel Friedhelm Wulff (VfL 48 Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1966/67 Dameneinzel Brigitte Potthoff-Steden / Christa Schulte-Wiese (VfL Bochum / TV Velmede-Bestwig)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1967/68 Herrendoppel Wolfgang Bochow / Friedhelm Wulff (1. DBC Bonn / VfL 48 Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1970/71 Damendoppel Irmgard Latz / Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (SC Bayer 05 Uerdingen / VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1970/71 Mixed Roland Maywald / Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (1. BC Beuel / VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1970/71 Dameneinzel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1970/71 Mixed Lutz Tupey / Brigitte Potthoff-Steden (1. BV Mülheim / VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1971/72 Damendoppel Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff / Gudrun Ziebold (VfL Bochum / Merscheider TV)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1971/72 Mixed Roland Maywald / Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff (1. BC Beuel / VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft 1972/73 Herrendoppel Horst Lösche / Friedhelm Wulff (1. BV Mülheim / VfL Bochum)
Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1978/79 Dameneinzel Gaby Splett (VfL Bochum)
Veranstaltung Saison Disziplin Bronze
Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1960/61 Herrendoppel Friedhelm Wulff / Grothmann (VfL Bochum)

Tennis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Damenmannschaft spielte in den Jahren 2005, 2007, 2008 und 2010 in der 1. Bundesliga und 2004, 2006, 2009 und 2011 in der 2. Bundesliga.

Tischtennis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrenmannschaft der Tischtennisabteilung wurde 1954 deutscher Vizemeister, nachdem sie im Jahr davor bereits den dritten Rang hatte erreichen können. Aktueller Trainer ist Reinhold Schnipper.[44]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Formann: Tief im Westen. Das Phänomen VfL Bochum. Klartext Verlag, Essen 1994, ISBN 3-88474-177-2.
  • Markus Franz: Die Jungs von der Castroper Straße. Die Geschichte des VfL Bochum. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-506-1.
  • Günther Pohl: 150 Jahre VfL Bochum. 1848–1998. Klartext Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-706-1.
  • Henry Wahlig: Anne Castroper. Ein Jahrhundert Fussball mitten in Bochum. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2011, ISBN 978-3-89533-779-6.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ben Redelings: Wer braucht schon ein Sektfrühstück bei Real Madrid. Ein Film über Fans des VfL Bochum. Baukau-Media 2004. EAN: 4260059650144.
  • Ben Redelings: Die 11 des VfL. Ein Film über Spieler des VfL Bochum. SCUDETTO 2007, ISBN 978-3-89533-592-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Category:VfL Bochum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 3 Elemente: VfL Bochum 1848 – Wir wollen dich. In: www.vfl-bochum.de. Abgerufen am 10. April 2017. „Nur noch 749 bis zu den 10.000“, also 9251 Mitglieder am 10. April 2017.
  2. Chronologie auf VfL-Bochum.de
  3. Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. AGON Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1, S. 90.
  4. Doch absteigbar: VfL verlässt nach 22 Jahren das Oberhaus (Memento vom 9. Mai 2013 im Internet Archive)
  5. Bundesliga-Abschlusstabelle Saison 1996/97
  6. VfL entlässt Herrlich! Mit Wosz ins Saisonfinale. kicker, 29. April 2010.
  7. reviersport.de: VfL – Hannover 0:3 – Abstieg! Ganz Bochum im Tal der Tränen
  8. Funkel nicht mehr VfL-Cheftrainer, Mitteilung auf der Webseite des VfL Bochum, 14. September 2011.
  9. Bergmann nicht mehr Cheftrainer auf vfl-bochum.de.
  10. Videotext Seite 218 auf WDR.de.
  11. Knüwe komplettiert Vorstand, Homepage des VfL, abgerufen am 9. April 2013.
  12. Abschied von Todt und Neitzel, Neururer übernimmt vfl-bochum.de, abgerufen am 8. April 2013.
  13. VfL Bochum feuert Peter NeururerTrainer fliegt wegen "vereinsschädigendem Verhalten", Focus, 29. Dezember 2014
  14. [1], Ruhrnachrichten, 21. Dezember 2014
  15. Verbeek: Verbeek bleibt weitere zwei Jahre beim VfL Bochum
  16. VfL stellt Gertjan Verbeek frei abgerufen am 11. Juli 2017.
  17. Schock in Bochum! Trainer Gertjan Verbeek völlig überraschend entlassen abgerufen am 11. Juli 2017.
  18. Ewige Tabelle der Bundesliga. In: fussballdaten.de. Abgerufen am 3. September 2013.
  19. Ewige Tabelle der 2. Bundesliga. In: fussballdaten.de. Abgerufen am 3. September 2013.
  20. a b c d Bochum endlich wieder erstklassig. Zeitgenössischer Zeitungsartikel zum Aufstieg 1953, eingescannt auf vfl-spielertrikots.de.
  21. a b Friedhelm Vilbusch: Fußball in Westdeutschland 1945-1952. Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken, 2011.
  22. a b c d Friedhelm Vilbusch: Fußball in Westdeutschland 1952-1958. Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken, 2012.
  23. VfL 48 startet mit Sieg. Zeitgenössischer Zeitungsartikel zum ersten Testspiel 1954/55, eingescannt auf vfl-spielertrikots.de.
  24. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag VfL Bochum » Trainerhistorie auf weltfussballe.de
  25. a b c Friedhelm Vilbusch: Fußball in Westdeutschland 1958-1963. Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken, 2013.
  26. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac VfL Bochum - Trainerhistorie auf kicker.de
  27. Konzernmeldung Vonovia Abgerufen: 8. Juli 2016
  28. Neuer Name im Revier: Vonovia Ruhrstadion Abgerufen: 8. Juli 2016
  29. http://www.westline.de/fussball/vfl-bochum/Fanfreundschaft-VfL-Bochum-und-Leicester-City-feiern-gemeinsam;art1997,2164434
  30. Die graue Maus grüßt von oben Abgerufen: 15. Dezember 2016.
  31. Paule und Bobbi Bolzer beim Street Soccer-Turnier Abgerufen: 15. Dezember 2016.
  32. Homepage der BoGeStra, 12. Februar 2013, abgerufen am 13. März 2013.
  33. Helmut Niedringhaus gestorben. Meldung auf der Homepage des VfL Bochum vom 19. August 2015. Abgerufen am 19. Juli 2015.
  34. Informationen zur Nachwuchsabteilung des VfL Bochum (Memento vom 14. Mai 2011 im Internet Archive)
  35. "VfL nimmt Fußball-Frauen der SG auf" Abgerufen am 4. Mai 2017.
  36. Perfekt: VfL steigt in die 2. Liga auf | WAZ.de vom 12. Mai 2013.
  37. VfL-Frauen blicken nach vorne | Derwesten.de vom 10. Oktober 2014
  38. VfL Bochum 1848 e.V. Tanzsportabteilung: Start - VfL Bochum 1848 e.V. Tanzsportabteilung. In: VfL Bochum 1848 e.V. Tanzsportabteilung. Abgerufen am 10. August 2016.
  39. http://www.vflbochumbg.de/index.php/chronik.html
  40. http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/bochum/sport/VfL-und-AstroStars-machen-ihre-Fusion-perfekt;art737,1485866
  41. http://www.lokalkompass.de/bochum/sport/vfl-astrostars-mit-visionen-fuer-spieler-und-sponsoren-groesster-basketballverein-in-deutschland-d127566.html
  42. http://www.basketball-bund.de/wp-content/uploads/TOP10012neu.pdf
  43. http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/bochum/letzter-festakt-zu-einer-astronomischen-saison-id7762132.html
  44. 75 Jahre Deutscher Tischtennis-Bund – Ein Spiel fürs Leben. ISBN 3-00-005890-7, S. 146.
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