VfL Wolfsburg (Frauenfußball)

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VfL Wolfsburg
Logo-VfL-Wolfsburg
Fußballunternehmen
Name VfL Wolfsburg-Fußball GmbH
Sitz Wolfsburg, Niedersachsen
Gründung 12. September 1945
(VfL Wolfsburg e. V.)
16. Januar 2001
(VfL Wolfsburg-Fußball GmbH)
01. Juli 2003
(VfL Wolfsburg-Frauenfußballabteilung)
Farben Grün-Weiß
Gesellschafterin 100 %: Volkswagen AG
(über die Volkswagen Group Services GmbH)
Geschäftsführung Wolfgang Hotze (Sprecher)
Jörg Schmadtke
Tim Schumacher
Website Homepage
Erste Mannschaft
Cheftrainer Stephan Lerch
Spielstätte AOK Stadion
Plätze 5.000
Liga Bundesliga
2018/19 1. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Die Frauenfußballabteilung des VfL Wolfsburg ist Teil der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH, einem Fußballunternehmen aus Wolfsburg. Die Gesellschaft wurde am 23. Mai 2001 gegründet.[1] Die Frauenfußballabteilung besteht seit dem 1. Juli 2003.[1] Die erste Mannschaft spielt in der Bundesliga. In der Saison 2012/13 gewann sie das Triple aus Deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1973 gründete der VfR Eintracht Wolfsburg eine Frauenfußballabteilung. Der größte Erfolg dieser Mannschaft war der Einzug in das Pokalfinale 1984, das mit 0:2 gegen die SSG 09 Bergisch Gladbach verloren wurde. 1990 gehörte der VfR Eintracht zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga und spielte in den folgenden Jahren in der Staffel Nord. 1997 wurde die Qualifikation zur eingleisigen Bundesliga verpasst. Da der Verein vor dem Konkurs stand, wechselten die Fußballerinnen zum Wendschotter SV und traten als WSV Wolfsburg in der Regionalliga an. Mit 21 Siegen und nur einer Niederlage sowie einem überragenden Torverhältnis von 121:1 – das einzige Gegentor bedeutete zugleich die einzige Saisonniederlage – wurde die Mannschaft bereits in der ersten Saison überlegen Meister der Nord-Staffel und setzte sich schließlich auch souverän in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga durch.

2003 wechselte die Abteilung geschlossen zum VfL Wolfsburg. Im Jahre 2005 musste die Mannschaft als Tabellenletzter den Gang in die 2. Bundesliga Nord antreten. Der sofortige Wiederaufstieg wurde geschafft – nicht zuletzt dank Martina Müller, die mit 36 Saisontoren einen bis heute gültigen Ligarekord aufstellte.

In der Saison 2012/13 erreichte der VfL Wolfsburg ein Triple – die Mannschaft gewann die deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal (nach einem 3:2-Sieg im Finale gegen 1. FFC Turbine Potsdam) sowie die UEFA Women’s Champions League (durch ein 1:0 gegen Vorjahressieger Olympique Lyon).

Eine Saison später (2013/14) verteidigte der VfL als erste deutsche Mannschaft seinen Champions-League-Titel (durch ein 4:3 im Finale gegen Tyresö FF). Auch die Meisterschaft konnte verteidigt werden. In derselben Saison wurden mit insgesamt 32.261 Zuschauern sowie durchschnittlich 2933 Zuschauern pro Spiel zwei neue Liga-Bestmarken erreicht. Auch das entscheidende Spiel um die deutsche Meisterschaft am letzten Spieltag gegen den 1. FFC Frankfurt war mit 12.464 Zuschauern das bestbesuchte Spiel der Geschichte der Liga.[2]

Am 1. Mai 2015 gewann der VfL zum zweiten Mal den DFB-Pokal. Im Endspiel besiegte man den 1. FFC Turbine Potsdam mit 3:0. Diesen Erfolg wiederholte man im darauf folgenden Jahr mit einem 2:1-Sieg gegen den SC Sand. Mit demselben Ergebnis gegen denselben Finalgegner gelang den Frauen 2017 das Double, wobei die Saison jedoch mit einem Missklang endete, da der Frauenmannschaft von der Vereinsführung wegen der prekären Lage der Bundesliga-Herren, die sich gleichzeitig in der Relegation befanden, der traditionelle Empfang im Rathaus verweigert wurde.[3]

Spielort war bis Ende 2014 das VfL-Stadion am Elsterweg. Seit 2015 ist das AOK Stadion die neue Spielstätte der „Wölfinnen“.[4] Neben der Bundesligamannschaft gibt es zwei weitere Frauenmannschaften. Im Nachwuchsbereich hat der VfL zwei Mädchenmannschaften, die beide in Jungenligen der jeweils nächstjüngeren Altersstufe antreten. Am 3. April 2017 kündigte Trainer Ralf Kellermann seinen Rücktritt zum Saisonende 2016/17 an, um mit Beginn der neuen Saison Sportdirektor des Vereins zu werden. Sein Nachfolger als Trainer wurde sein bisheriger Co-Trainer Stephan Lerch.[5]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader Saison 2018/19[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 16. September 2018[6]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
01 Almuth Schult DeutschlandDeutschland
12 Jana Burmeister DeutschlandDeutschland
27 Mary Earps EnglandEngland
33 Melina Loeck DeutschlandDeutschland
04 Nilla Fischer SchwedenSchweden
06 Katharina Baunach DeutschlandDeutschland
08 Babett Peter DeutschlandDeutschland
14 Meret Wittje DeutschlandDeutschland
16 Noëlle Maritz SchweizSchweizVereinigte StaatenVereinigte Staaten
23 Sara Doorsoun DeutschlandDeutschland
24 Joelle Wedemeyer DeutschlandDeutschland
02 Anna-Lena Stolze DeutschlandDeutschland
03 Zsanett Jakabfi UngarnUngarn
05 Cláudia Neto PortugalPortugal
07 Sara Björk Gunnarsdóttir IslandIsland
09 Anna Blässe DeutschlandDeutschland
19 Kristine Minde NorwegenNorwegen
20 Pia-Sophie Wolter DeutschlandDeutschland
21 Lara Dickenmann SchweizSchweiz
26 Caroline Graham Hansen NorwegenNorwegen
27 Isabel Kerschowski DeutschlandDeutschland
28 Lena Goeßling DeutschlandDeutschland
30 Ella Masar Vereinigte StaatenVereinigte StaatenKanadaKanada
11 Alexandra Popp DeutschlandDeutschland
17 Ewa Pajor PolenPolen
22 Pernille Harder DanemarkDänemark

Transfers zur Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 12. Juli 2017 (Alphabetische Sortierung)

Zugänge Abgänge
Katharina Baunach (FC Bayern München)
Franziska Fiebig (VfL Wolfsburg II)
Jasmin Sehan (VfL Wolfsburg II)
Agata Tarczyńska (VfL Wolfsburg II)
Madeleine Wojtecki (VfL Wolfsburg II)
Stephanie Bunte (Karriere-Ende)
Élise Bussaglia (FC Barcelona)
Jennifer Martens (Vereinslos)
Julia Simic (SC Freiburg)
Johanna Tietge (SC Sand)

Bekannte ehemalige Spielerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Nationalspielerinnen, die früher beim VfL Wolfsburg bzw. seinen Vorgängern spielten:

Darüber hinaus standen weitere ausländische Nationalspielerinnen in Wolfsburg unter Vertrag:

Weitere ehemalige Spielerinnen in Wolfsburg waren:

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Platz S U N Tore Punkte DFB-Pokal Europapokal erfolgreichste Torschützin
1986/87 Oberliga Nord 2. 12 2 4 32:15 26:10 nicht qualifiziert
1987/88 Oberliga Nord 4. 11 8 3 47:21 30:14 nicht qualifiziert
1988/89 Oberliga Nord 2. 15 3 2 56:15 33:7 Achtelfinale
1989/90 Oberliga Nord 1. 18 2 2 76:18 38:6 Achtelfinale
1990/91 Bundesliga Nord 7. 7 4 7 43:34 18:18 Halbfinale
1991/92 Bundesliga Nord 5. 9 4 7 36:28 22:18 Viertelfinale
1992/93 Bundesliga Nord 7. 7 1 10 27:42 15:21 Halbfinale
1993/94 Bundesliga Nord 6. 7 4 7 36:40 18:18 Achtelfinale
1994/95 Bundesliga Nord 7. 4 5 9 26:40 13:23 Achtelfinale
1995/96 Bundesliga Nord 8. 5 4 9 18:40 19 Achtelfinale
1996/97 Bundesliga Nord 8. 3 4 11 15:39 13 Achtelfinale
1997/98 Regionalliga Nord 1. 21 0 1 121:1 63 2. Runde
1998/99 Bundesliga 6. 7 6 9 39:48 27 Viertelfinale Bianca Mühe (11)
1999/00 Bundesliga 7. 10 5 7 41:28 35 Viertelfinale Claudia Müller (22)
2000/01 Bundesliga 10. 5 5 12 30:48 20 Viertelfinale Claudia Müller (18)
2001/02 Bundesliga 10. 5 2 15 26:52 17 Achtelfinale nicht qualifiziert Claudia Müller (8)
2002/03 Bundesliga 9. 6 6 10 31:49 24 Viertelfinale nicht qualifiziert Claudia Müller (10)
2003/04 Bundesliga 8. 8 3 11 35:55 27 Achtelfinale nicht qualifiziert Claudia Müller (16)
2004/05 Bundesliga 12. 5 2 15 26:58 17 Viertelfinale nicht qualifiziert Martina Müller (10)
2005/06 2. Bundesliga Nord 1. 17 4 1 80:21 55 Achtelfinale nicht qualifiziert Martina Müller (36)
2006/07 Bundesliga 8. 8 3 11 20:49 27 Viertelfinale nicht qualifiziert Martina Müller (11)
2007/08 Bundesliga 6. 10 4 8 42:48 34 2. Runde nicht qualifiziert Shelley Thompson (16)
2008/09 Bundesliga 8. 8 3 11 53:48 27 Halbfinale nicht qualifiziert Martina Müller (21)
2009/10 Bundesliga 5. 11 4 7 45:40 37 Viertelfinale nicht qualifiziert Martina Müller (14)
2010/11 Bundesliga 7. 10 2 10 52:46 32 Achtelfinale nicht qualifiziert Martina Müller (20)
2011/12 Bundesliga 2. 17 2 3 62:18 53 Achtelfinale nicht qualifiziert Conny Pohlers (20)
2012/13 Bundesliga 1. 17 2 3 71:16 53 Sieger Sieger Conny Pohlers (23)
2013/14 Bundesliga 1. 17 4 1 68:16 55 Achtelfinale Sieger Martina Müller (16)
2014/15 Bundesliga 2. 17 4 1 67:04 55 Sieger Halbfinale Alexandra Popp (13)
2015/16 Bundesliga 2. 15 2 7 56:22 47 Sieger Finale Alexandra Popp (6)
2016/17 Bundesliga 1. 17 3 2 56:14 54 Sieger Viertelfinale Alexandra Popp (8)
2017/18 Bundesliga 1. 18 2 2 56:08 56 Sieger Finale Pernille Harder (17)
2018/19 Bundesliga 1. 19 2 1 94.11 59 Sieger Viertelfinale Ewa Pajor (24)
Anmerkung: Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte Platzierungen einen Abstieg.

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
2012/13 UEFA Women’s Champions League Sechzehntelfinale PolenPolen RTP Unia Racibórz 11:20 5:1 (A) 6:1 (H)
Achtelfinale NorwegenNorwegen Røa IL 5:2 4:1 (H) 1:1 (A)
Viertelfinale RusslandRussland FK Rossijanka 4:1 2:1 (H) 2:0 (A)
Halbfinale EnglandEngland Arsenal LFC 4:1 2:0 (A) 2:1 (H)
Finale FrankreichFrankreich Olympique Lyon 1:0 in London
2013/14 UEFA Women’s Champions League Sechzehntelfinale EstlandEstland Pärnu JK 27:00 14:0 (A) 13:0 (H)
Achtelfinale SchwedenSchweden LdB FC Malmö 5:2 2:1 (A) 3:1 (H)
Viertelfinale SpanienSpanien FC Barcelona 5:0 3:0 (H) 2:0 (A)
Halbfinale DeutschlandDeutschland 1. FFC Turbine Potsdam 4:2 0:0 (A) 4:2 (H)
Finale SchwedenSchweden Tyresö FF 4:3 in Lissabon
2014/15 UEFA Women’s Champions League Sechzehntelfinale NorwegenNorwegen Stabæk Fotball 3:1 1:0 (A) 2:1 (H)
Achtelfinale OsterreichÖsterreich SV Neulengbach 11:00 4:0 (H) 7:0 (A)
Viertelfinale SchwedenSchweden FC Rosengård (a)4:4(a) 1:1 (H) 3:3 (A)
Halbfinale FrankreichFrankreich Paris Saint-Germain 2:3 0:2 (H) 2:1 (A)
2015/16 UEFA Women’s Champions League Sechzehntelfinale SerbienSerbien ŽFK Spartak Subotica 4:0 0:0 (A) 4:0 (H)
Achtelfinale EnglandEngland Chelsea LFC 4:1 2:1 (A) 2:0 (H)
Viertelfinale ItalienItalien ACF Brescia 6:0 3:0 (H) 3:0 (A)
Halbfinale DeutschlandDeutschland 1. FFC Frankfurt 4:1 4:0 (H) 0:1 (A)
Finale FrankreichFrankreich Olympique Lyon 1:1 n. V.
(3:4 i. E.)
in Reggio nell’Emilia
2016/17 UEFA Women’s Champions League Sechzehntelfinale EnglandEngland Chelsea LFC 4:1 3:0 (A) 1:1 (H)
Achtelfinale SchwedenSchweden Eskilstuna United 8:1 5:1 (A) 3:0 (H)
Viertelfinale FrankreichFrankreich Olympique Lyon 1:2 0:2 (H) 1:0 (A)
2017/18 UEFA Women’s Champions League Sechzehntelfinale SpanienSpanien Atlético Madrid 15:20 3:0 (A) 12:2 (H)
Achtelfinale ItalienItalien AC Florenz 7:3 4:0 (A) 3:3 (H)
Viertelfinale TschechienTschechien Slavia Prag 6:1 5:0 (H) 1:1 (A)
Halbfinale EnglandEngland Chelsea LFC 5:1 3:1 (A) 2:0 (H)
Finale FrankreichFrankreich Olympique Lyon 1:4 n. V. in Kiew
2018/19 UEFA Women’s Champions League Sechzehntelfinale IslandIsland Þór/KA 3:0 1:0 (A) 2:0 (H)
Achtelfinale SpanienSpanien Atlético Madrid 10:00 4:0 (H) 6:0 (A)
Viertelfinale FrankreichFrankreich Olympique Lyon 3:6 1:2 (A) 2:4 (H)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 54 Spiele, 39 Siege, 9 Unentschieden, 6 Niederlagen, 172:45 Tore (Tordifferenz +127)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: VfL Wolfsburg (women) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chronik des VfL Wolfsburg (Fußball) – siehe Eckdaten der Historie
  2. Bundesliga mit Zuschauerrekord vom 8. Juni 2014, soccerdonna.de
  3. VfL Wolfsburg erteilt Frauen ein Partyverbot vom 26. Mai 2017, Süddeutsche Zeitung
  4. AOK Stadion. VfL Wolfsburg, abgerufen am 30. Mai 2016.
  5. Meldung auf der Website des VfL Wolfsburg, abgerufen am 3. April 2017
  6. VfL Wolfsburg Kader