Viðreisn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Viðreisn
Reform
Partei­vorsitzende Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir
General­sekretär Birna Þórarinsdóttir
Stell­vertretende Vorsitzende Jóna Sólveig Elínardóttir
Gründung 24. Mai 2016[1]
Haupt­sitz Reykjavík
Aus­richtung Liberalismus
Wirtschaftsliberalismus
Parlamentssitze
4/63
Althing
Website www.vidreisn.is

Viðreisn ist eine isländische politische Partei mit liberaler und EU-freundlicher Ausrichtung. Der Name der Partei wird meist als Reform übersetzt,[2] andere Übersetzungen sind Umbau,[3] Regeneration,[4] Wiederherstellung oder Genugtuung.[5] Die Partei wurde 2016 gegründet und erhielt bei der Parlamentswahl in Island 2016 10,5 % der Stimmen, womit sie mit 7 Sitzen ins isländische Parlament Althing einziehen konnte. Ihr Parteibuchstabe ist C.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Juni 2014 wurde eine Versammlung durchgeführt, um die Gründung einer neuen Partei vorzubereiten,[6] der offizielle Gründungsakt fand jedoch erst am 24. Mai 2016 statt.[1] Mit der früheren Unabhängigkeitspartei-Vizevorsitzenden Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir und dem früheren Premierminister Þorsteinn Pálsson haben prominente Exponenten der liberal-konservativen Unabhängigkeitspartei zu Viðreisn gewechselt[7] und die Partei wurde in den Medien als Abspaltung der Unabhängigkeitspartei beschrieben,[8] wobei diese Wahrnehmung vom Parteipräsidenten Benedikt Jóhannesson anlässlich der Gründung jedoch zurückgewiesen wurde.[1] Als Motivation für die Entstehung von Viðreisn gilt die Rücknahme des Antrages auf einen Beitritt Islands zur Europäischen Union,[9] welche von der isländischen Regierung bereits 2013 angekündigt und im März 2015 umgesetzt wurde, ohne dazu wie früher versprochen eine Volksabstimmung durchgeführt zu haben.[10]

Da in der Parlamentswahl vom 29. Oktober 2016 weder die regierende Koalition aus Unabhängigkeitspartei und Fortschrittspartei noch das Mitte-links-Bündnis der vier Oppositionsparteien Links-Grüne Bewegung, Píratar, Björt framtíð und Allianz eine Regierungsmehrheit erzielen konnte, galt Viðreisn, die sieben Sitze erringen konnte, als mögliches Zünglein an der Waage bzw. „Königsmacher“.[8] Seit dem 11. Januar 2017 war sie an einer Koalitionsregierung aus Unabhängigkeitspartei, Viðreisn und Björt framtíð beteiligt. Dem Kabinett Bjarni Benediktsson (2017) gehörten mit Benedikt Jóhannesson (Finanzen), Þorsteinn Víglundsson (Soziales und Gleichberechtigung) sowie Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir (Fischerei und Landwirtschaft) drei Vertreter von Viðreisn an.[11] Am 11. Oktober 2017 löste Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir den bisherigen Parteivorsitzenden Benedikt Jóhannesson ab.[12]

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl vom 28. Oktober 2017 erhielt die Partei 6,69 % der Stimmen und damit noch vier Sitze im Althing.[13]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem Parteiprogramm[14][15] spricht sich die Partei für soziale Gerechtigkeit, verantwortungsvolle Nutzung natürlicher Ressourcen und die Kooperation mit der westlichen Welt aus. Sie fordert eine unverzügliche Volksabstimmung über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU. Danach soll im Falle erfolgreicher Verhandlungen erneut über den Beitritt abgestimmt werden. Viðreisn fordert auch, die Reform der isländischen Verfassung abzuschließen und der Bevölkerung damit Instrumente direkter Demokratie in die Hand zu geben. Die Regierung müsse ihren Informationspflichten nachkommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Vala Hafstað: New Political Party Established in Iceland (Englisch) In: Iceland Review Online. 25. Mai 2016. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  2. Silke Bigalke: Patt auf Island. In: Süddeutsche Zeitung. 30. Oktober 2016. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  3. Peter Mühlbauer: Volksabstimmungsbefürworter wird neuer isländischer Präsident. In: Telepolis. 27. Juni 2016. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  4. Rudolf Hermann: Regierungsbildung in der Sackgasse: Greift Island nach einem Konkordanzmodell?. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. November 2016. Abgerufen am 25. November 2016.
  5. Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. 2., überarb. Auflage. Buske, Hamburg 2011, ISBN 978-3-87548-596-7, S. 283.
  6. Viðreisn undirbýr framboð (Isländisch) In: mbl.is. Morgunblaðið. 13. Juni 2014. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  7. Paul Fontaine: Decision ‘16: Iceland’s Looming Political Shitstorm (Englisch) In: The Reykjavík Grapevine. 28. September 2016. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  8. a b Jon Henley: Iceland elections leave ruling centre-right party in driving seat (Englisch) In: The Guardian. 30. Oktober 2016. Abgerufen am 14. Januar 2017.
  9. Who is the new kid on the block in Icelandic politics? (Englisch) In: Iceland Monitor. 7. September 2016. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  10. Benedikt Jóhannesson: Thousands Protest Government’s EU Application Withdrawal (Englisch) In: Iceland Review. 15. März 2015. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  11. Brynjólfur Þór Guðmundsson: Þetta eru ráðherrarnir í nýrri ríkisstjórn (Isländisch) RÚV. 10. Januar 2017. Abgerufen am 14. Januar 2017.
  12. Þorgerður Katrín nýr formaður Viðreisnar. 11. Oktober 2017, abgerufen am 11. Oktober 2017 (isländisch).
  13. Kosningavakan 2017 (Isländisch) In: ruv.is. Ríkisútvarpið. 29. Oktober 2017. Abgerufen am 29. Oktober 2017.
  14. Grunnstefna Viðreisnar (Isländisch) Viðreisn. 24. September 2016. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  15. Our core manifesto (Englisch) Viðreisn. 24. September 2016. Abgerufen am 30. Oktober 2016.