Vice (Magazin)

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VICE
Logo des Vice-Magazins
Beschreibung Internationales
Lifestylemagazin
Verlag VICE Media
Erstausgabe 1994
Erscheinungsweise monatlich, online
Verbreitete Auflage ([1]) 1.200.000 Exemplare
Reichweite ([1]) 130 Mio. Leser
Chefredakteur Ellis Jones
Weblink vice.com

VICE ist ein werbefinanziertes und ursprünglich kanadisches Lifestyle- und Jugendmagazin. Die mittlerweile in New York ansässige Online- und Print-Zeitschrift besitzt mehrere Ableger in verschiedenen Ländern. Herausgeber ist das Unternehmen Vice Media. Die deutsche Ausgabe erscheint seit August 2005, die österreichische und schweizerische Ausgabe seit 2007.

Heute steht VICE auch für das dahinter entstandene globale Medienunternehmen und Videoeigenproduktionen.

Inhalt und Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitschrift beschäftigt sich hauptsächlich mit zeitgenössischer Jugendkultur, dabei beinhaltet es auch kontroverse Themen wie Sex, Drogen und Gewalt sowie länderübergreifend wichtige Sozialprobleme oder politische Konflikte. Neben VICE gibt es online u. a. noch Noisey für Musik und Partykultur, Motherboard für Wissenschaft und Technik, VICE News für Nachrichten, i-D für Mode, Munchies für Themen rund um Essen und Ernährung, sowie das Frauenmagazin Broadly.

Die Zeitschrift ist anzeigenfinanziert und liegt kostenlos in u. a. Bekleidungs- und Musikgeschäften aus.

2013 gelang VICE ein Mediencoup, als es den ehemaligen Basketballspieler Dennis Rodman zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un in Pjöngjang begleitete.[2] Im August 2014 zeigte VICE als erstes Nachrichtenmedium eine Reportage über den Islamischen Staat.[3]

Heute erscheinen lokale Ausgaben der Zeitschrift für Australien/Neuseeland, Belgien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Mexiko, die Niederlande, Österreich/Schweiz, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Serbien, Spanien, Tschechien/Slowakei und die USA.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitschrift wurde 1994 im kanadischen Montreal von den drei damals arbeitslosen Freunden Suroosh Alvi, Shane Smith und Gavin McInnes gegründet. Sie begann als Fanzine für Subkulturen unter dem Namen Voice of Montreal und wurde anfangs von der Regierung als Teil eines Projektes, das Arbeitsplätze und Jobchancen schaffen sollte, finanziell unterstützt. Im Jahr 1996 wollten sich die Redakteure von ihrem ursprünglichen Herausgeber Alix Laurent unabhängig machen. Sie kauften ihm die Rechte ab und benannten das Magazin in VICE um. Um den Anzeigenverkauf an Streetwearfirmen zu verbessern, zog die Hauptredaktion 2002 nach New York um.

2009 gründete VICE gemeinsam mit Intel die Onlinesparte Creators Project zur Förderung und Verbreitung kreativer Ideen und Innovationen.[4] Ende 2013 startete VICE News mit etwa 100 Reportern und Redakteuren in 35 Büros rund um die Welt, unter anderem in New York, London, Berlin, Mexiko-Stadt, São Paulo, Los Angeles, Istanbul, Moskau, Peking und Kabul.[5][6] 2013 begann zudem die Ausstrahlung von VICE-Dokumentationen auf dem US-amerikanischen Privatsender HBO[7]. 2015 wurde die Zusammenarbeit mit HBO für vier weitere Jahre vertieft.[8] Dokumentationen von VICE wurden im deutschsprachigen Raum im ZDF, SRF und auf RTL 2 gezeigt. Medienkooperationen ging VICE zudem unter anderen mit CNN[9] MTV[10] Spiegel Online und Zeit Online ein. 2016 startete der TV-Sender Viceland. Mit VICE Records (Musiklabel), VICE Film (Filmproduktionsgesellschaft), Virtue (Marketing- und Designagentur), Advice Network (Werbenetzwerk) sowie VICE Books (Verlag) ist das Unternehmen mittlerweile in weiteren Medienbereichen tätig.

2012 betrug der Jahresumsatz von Vice Media etwa 175 Millionen Dollar und der Wert des Unternehmens wurde auf 1,4 Milliarden Dollar geschätzt. Das Magazin wurde in 27 Ländern mit einer Gesamtauflage von 1,1 Millionen vertrieben.[11] 2013 beteiligte sich Rupert Murdoch über 21st Century Fox mit 70 Millionen Dollar (rund 52 Millionen Euro) an VICE[12][11], 2014 das Investmentunternehmen TCV und der US-amerikanische Privatsender A&E Network mit jeweils 250 Millionen Dollar.[13] 2014 wurde der Jahresumsatz mit 500 Millionen Dollar und der Unternehmenswert mit 2,5 Milliarden Dollar beziffert.[13] 2017 wurde der Unternehmenswert nach dem Einstieg von TPG Capital auf 5,7 Milliarden Dollar geschätzt. [14] Der Hauptanteil am Unternehmen wird von den ursprünglichen Herausgebern gehalten.

VICE Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VICE Deutschland
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Verlag VICE Media (Deutschland)
Hauptsitz Berlin
Erstausgabe 2005
Erscheinungsweise monatlich, online
Verbreitete Auflage ([1]) 100.000 Exemplare
Chefredakteur Tom Littlewood
Herausgeber Benjamin Ruth
Weblink www.vice.com/de
ZDB 2473675-2

Die deutsche Redaktion fing 2005 mit fünf Mitarbeitern an[15] und wuchs bis 2015 auf 140 Mitarbeiter an.[1] Chefredakteur der deutschen Ausgabe ist der Cambridge-Absolvent Tom Littlewood.[15] Seit dem 1. Juni 2016 liegt die Chefredaktion der Online-Ausgabe von Vice in den Händen von Laura Himmelreich, die zudem als stellvertretende Chefredakteurin tätig ist.[16] Die Redakteure sind im Durchschnitt 28 Jahre alt, die Hälfte von ihnen ist weiblich.[15] 2015 lag die Auflage bei 100.000 Exemplaren.[17] Vice Deutschland produziert seit April 2017 neben Bild, Spiegel Online und Sky Inhalte für Snapchat Discover.[18]

Hannah Lühmann bemängelte 2014 in der Frankfurter Allgemeine Zeitung eine mangelnde redaktionelle Sorgfalt der Onlineausgabe von VICE Deutschland und kritisierte den Stil der thematischen Aufbereitung. Sie bedauerte, dass die erfolgreiche Website den Eindruck vermittele „dass die Welt von Idioten und Freaks wimmelt“ und so nacheifernden Weblogs als Vorbild diene.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: VICE Media – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Hernán D. Caro: Zehn Jahre Vice-Magazin. Reporter, keine Sozialarbeiter. FAZ.net. 30. Juni 2015, abgerufen am 14. Oktober 2016.
  2. Brian Stelter: Daredevil Media Outlet Behind Rodman’s Trip, in: New York Times, 3. März 2013.
  3. Felix Stephan: Ebola-Kannibalen in Liberia, in: zeit.de, 14. April 2015.
  4. Eliot van Buskirk: Intel and Vice Launch Creators Project: Selling Out or Boosting Creativity?, in: Wired, 17. Juni 2010.
  5. Vice News wants to take documentary-style storytelling to hot spots around the globe, Nieman Foundation for Journalism, 7. Januar 2014.
  6. A First Look at VICE News with Shane Smith, VICE, 8. Januar 2014
  7. Mariam Lau: Hipster im Krieg, in: zeit.de, 18. April 2013.
  8. Tom Huddleston, Jr.: HBO courts millennials by doubling down on Vice TV content, in: Fortune, 26. März 2015.
  9. Foster Kamer: What the VICE/CNN Partnership Means for Media, Hipsters, and News, in: Gawker, 24. Januar 2010.
  10. Alessandra Stanley: A Spoonful of Exotica Makes the Geography Go Down, in: New York Times, 5. Dezember 2010.
  11. a b Murdoch bewertet „Vice“ mit mehr als einer Milliarde Euro, in: derstandard.at. 19. August 2013.
  12. Pia Ratzesberger: Der alte Mann und die Hipster-Bibel, in: sueddeutsche.de. 17. August 2013, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  13. a b Emily Steel: Vice Lands 2nd Investment, to Fuel Expansion, in: New York Times, 4. September 2014.
  14. Michelle Castillo: Vice raises $450 million from TPG. 19. Juni 2017, abgerufen am 23. August 2017.
  15. a b c Fatma Aydemir: Das Magazin „Vice“ expandiert: Was junge Menschen bewegt. in: taz, 29. November 2014, abgerufen am 15. Januar 2017.
  16. Impressum. Abgerufen am 23. August 2017 (amerikanisches Englisch).
  17. Hernán D. Caro: Zehn Jahre Vice-Magazin: Reporter, keine Sozialarbeiter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 30. Juni 2015, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 8. März 2017]).
  18. Mit Bild, Spiegel Online, Vice und Sky: Snapchat startet Medienangebot Discover in Deutschland › Meedia. 24. April 2017, abgerufen am 23. August 2017.
  19. Hannah Lühmann: Vorbild „Vice-Magazin“: Die Ironie macht alle gleich. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 20. August 2014, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 3. Januar 2017]).