Victor Hensen (Schiff)

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Victor Hensen
Als Auflieger in Wilhelmshaven
Schiffsdaten
Flagge MaltaMalta (Handels- und Dienstflagge zur See) Malta
andere Schiffsnamen
  • La Cour
  • Victor Hensen
Schiffstyp Forschungsschiff
Rufzeichen 9HYZ7
Heimathafen Valletta
Eigner MV „VICTOR HENSEN“ GmbH & Co. KG
Bauwerft Schichau Unterweser AG, Bremerhaven
Baunummer 2257
Kiellegung 30. August 1974
Stapellauf 10. Februar 1975
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
39,22 m (Lüa)
34 m (Lpp)
Breite 9,4 m
Tiefgang max. 3,58 m
Vermessung 464 BRZ / 139 NRZ
 
Besatzung 7 Personen
Maschinenanlage
Maschine 2 × Dieselmotor, MTU Friedrichshafen
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
706 kW (960 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
12 kn (22 km/h)
Propeller 1 × Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 520 tdw
Zugelassene Passagierzahl 9–12 Wissenschaftler
Sonstiges
Klassifizierungen DNV GL
IMO-Nr. 7360655

Die Victor Hensen ist ein Forschungsschiff, das unter der Flagge Maltas fährt. Benannt ist es nach dem Meeresbiologen Victor Hensen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebaut wurde die Victor Hensen in den Jahren 1974/1975 unter der Baunummer 2257 auf der Werft Schichau Unterweser in Bremerhaven.[1] Die Kiellegung fand am 30. August 1974, der Stapellauf am 10. Februar 1975 statt. Die Fertigstellung des Schiffes erfolgte am 16. Mai 1975. Auftraggeber war die Freie Hansestadt Bremen, die es für das Institut für Meeresforschung bauen ließ.

Das Schiff, das bis Ende 1985 von der RF Reedereigemeinschaft Forschungsschiffahrt in Bremen bereedert wurde, kam unter deutscher Flagge mit Heimathafen Bremerhaven in Fahrt (Rufzeichen: DBAW).

1986 übernahm das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) das Schiff. Im Jahr 1999 musste sich das AWI aus Kostengründen von dem Schiff trennen, weil mit dem Zusammenschluss des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven mit der Biologischen Anstalt Helgoland auch das Forschungsschiff Heincke zum AWI kam, das Bundesministerium für Bildung und Forschung jedoch nicht zwei mittelgroße Forschungsschiffe gleichzeitig finanzieren wollte. Gekauft wurde es vom Direktor des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM), Professor Dr. Detlev Ellmers. Pläne, das Schiff durch Charterfahrten sowie der Gründung eines Fördervereins dem Museum zu erhalten, wo es als modernes Gegenstück zum 1867 erbauten Polarexpeditionsschiff Grönland im Museumshafen liegen sollte, scheiterten jedoch. So wurde das Schiff zunächst in Bremerhaven aufgelegt.

2001 wurde das Schiff von der Windkraftfirma Energiekontor in Bremen gekauft, die es für Untersuchungen im Zusammenhang mit der Planung und dem Bau von Windparks in der Nordsee in der Bremerhavener BREDO-Werft umbauen ließ. Es wurde in La Cour umbenannt (nach dem dänischen Meteorologen Poul La Cour, der sich bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts mit der Erzeugung von elektrischer Energie aus Windkraft beschäftigte) und kam unter die Flagge Luxemburgs. Die Bereederung übernahm das damalige Bremer Unternehmen RS Research Shipping (heute Jasmund Shipping).

Seit Ende 2004 heißt das Schiff wieder Victor Hensen und fährt nun unter der Flagge Maltas, Eigner ist eine zu Jasmund Shipping gehörende Einschiffsgesellschaft.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einsatzbereich sind in erster Linie die flachen Küstengewässer. Das Schiff verfügt über insgesamt drei Labore, z. B. für mikrobiologische und chemische Untersuchungen, und kann auch als Basis für Tauchgänge und für die Steuerung von Tauchrobotern und anderen ROVs genutzt werden.

Technische Daten und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angetrieben wird das Schiff über zwei Sechszylinder-Viertakt-Dieselmotoren des Herstellers MTU (Typ: 6 R 362 TB) mit jeweils 353 kW Leistung, die über ein Untersetzungsgetriebe auf einen Verstellpropeller wirken.[2] Das Schiff erreicht damit eine Geschwindigkeit von bis zu 12 kn. Als zusätzliche Manövrierhilfe verfügt es außerdem über ein Bugstrahlruder.

Das Schiff verfügt über einen schwenkbaren Heckgalgen mit einer Hebekapazität von 1 Tonne sowie zwei Kranen mit einer Hebekapazität von 2,5 bzw. 1,5 Tonnen. Die Arbeitsfläche auf dem Achterdeck ist 75 m² groß. Der Laderaum, der über eine 2 × 2 Meter große Luke zu erreichen ist, ist 15 m² groß.[2]

Im Rumpf des Schiffes ist ein Moonpool eingebaut.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: IMO 7360655 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Timm: Zwei Forschungsschiffe mit Namen Victor Hensen: Lebenswerk für die Meeresbiologie gewürdigt durch Schiffsnamengebung. In: Männer vom Morgenstern Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 832. Nordsee Zeitung GmbH, Bremerhaven April 2019, S. 1 (Digitalisat [PDF; 3,2 MB; abgerufen am 11. Mai 2019]).
  2. a b c MV Victor Hensen. Main and technical data. Jasmund Shipping GmbH & Co. KG, archiviert vom Original am 28. März 2017; abgerufen am 11. Mai 2019.