Victor von Hase

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Karl Victor von Hase

Karl Victor von Hase (* 3. November 1834 in Jena; † 30. April 1860) war ein deutscher Jurist. Auf ihn geht die Redensart „Mein Name ist Hase“ zurück.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des evangelischen Kirchenhistorikers Karl von Hase und Bruder des Theologen Karl Alfred von Hase wurde am 23. November getauft. Durch anfängliche Ausbildung eines Privatlehrers gefördert, hatte er die Grundschule in Jena besucht. Am 3. Juni 1849 würde er Schüler des Gymnasiums in Eisenach und begann Ostern 1853 an der Universität Jena ein Studium der Rechtswissenschaften. Hier wurde er Mitglied der Burschenschaft, trat aber bald wieder aus und wechselte Ostern 1854 an die Universität Leipzig wo er ein Schüler von Karl Georg von Wächter wurde. Während eines Aufenthaltes bei seinem Onkel in Oschatz Franz Gustav Hase (* 25. März 1802 in Niedersteinbach; † 19. Juli 1885 in Oschatz), hatte er einem Geistlichen gegenüber eine entgegengesetzte Meinung geäußert und musste sich in Leipzig dafür mit einer sechstägigen Haftstrafe verantworten.

Im Herbst gestatte ihm der Vater an die Universität Heidelberg zu wechseln. In Heidelberg kam er mit einem Studenten in Kontakt, welcher im Duell einen anderen erschossen hatte. Später reiste dieser über die Universität Straßburg und ließ sich in der Fremdenlegion anwerben. Dazu benötigte er aber Ausweispapiere. So verlor Victor "zufällig" seine Studentenkarte. Nachdem der Duellist die Karte nach Überquerung der Grenzen wegwarf, wurde diese gefunden und nach Heidelberg zurückgesendet. Bei der Untersuchung äußerte der junge Jurist "Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts". Aus dieser Aussage, die damals in Heidelberg schnell bekannt wurde und bald die Runde durch andere deutsche und niederländische Universitäten machte, ist die Redensart "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" geworden. Der gleichnamige Schlager von Chris Roberts war 1971 mehrere Monate in den deutschen Single-Charts platziert. Im Juni 1857 bestand er vor dem Appellationsgericht in Eisenach sein erstes Staatsexamen und promovierte am 27. Juli 1857 in Jena zum Doktor der Rechte.

Danach arbeitete er in Eisenach. 1859 meldete er sich als Freiwilliger in der Armee des Großherzogs von Sachsen-Weimar und avancierte schnell zum Unteroffizier. Zudem absolvierte er während seiner Zeit am 24. Juni 1860 das zweite juristische Examen, kehrte in seine Kaserne nach Weimar zurück und wurde zum Portepeefähnrich befördert. Einige Wochen später am 15. Oktober schied er aus dem Militärdienst als Leutnant a.D.. Danach wurde er Auditor in Eisenach und erkrankte im März 1860 an einem Nervenfieber. Diesem gesellte sich noch eine Lungenentzündung hinzu und eine Kopfrose beendete sein noch junges Leben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcel Grauls: Mijn naam is Haas: hoe historische figuren in het woordenboek belandden. Van Halewyck, Leuven [u.a.] 2001, ISBN 90-5617-327-8.
  • Karl Alfred von Hase: Unsere Hauschronik: Geschichte der Familie Hase in 4 Jahrhunderten. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1898.
  • Christoph Gutknecht: Von Treppenwitz bis Sauregurkenzeit: die verrücktesten Wörter im Deutschen. C.H. Beck 2008, ISBN 9783406568336, S. 12-14.
  • Karl Alfred von Hase: Unsere Hauschronik: Geschichte der Familie Hase in 4 Jahrhunderten; Leipzig: Breitkopf & Härtel 1898 (Online mit Bild)
  • Christoph Gutknecht: Von Treppenwitz bis Sauregurkenzeit: die verrücktesten Wörter im Deutschen. C.H. Beck 2008, ISBN 9783406568336, S. 12-14

Weblinks[Bearbeiten]