Victoria Claflin Woodhull Martin

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Victoria Claflin Woodhull Martin, um 1880

Victoria Claflin Woodhull Martin (* 23. September 1838 in Homer, Ohio; † 9. Juni 1927 in Tewkesbury, England) war eine US-amerikanische Journalistin, Finanzmaklerin, Spiritistin und eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen des 19. Jahrhunderts. Sie war zudem die erste Frau, die für die US-Präsidentschaft kandidierte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Victoria Claflin war eines von zehn Kindern mittelloser Eltern und arbeitete schon im Kindesalter als Spiritistin und Hellseherin. Sie heiratete 1853 als 15-Jährige den Arzt Canning Woodhull. Da ihr Mann Alkoholiker war, sorgte sie weiterhin für den Unterhalt ihrer Familie als Schauspielerin. 1864 ließ sie sich von Woodhull scheiden und begab sich mit James H. Blood auf Reisen, den sie vermutlich 1866 heiratete.

1868 zog sie mit ihrer Schwester, Tennessee Celeste Claflin, nach New York. Dort lernten die beiden Schwestern Cornelius Vanderbilt kennen, der ihnen half, das erste von Frauen geführte Maklerbüro an der Wall Street zu eröffnen. Sie waren damit sehr erfolgreich und erwirtschafteten beträchtliche Gewinne. Parallel begründeten sie die Zeitschrift „Woodhull and Claflin’s Weekly“, in der Fragen zur Gleichberechtigung der Frauen, Abtreibung, Prostitution und der Freien Liebe – ein damaliges Novum – publiziert wurden. Neben ihrer publizistischen Tätigkeit hielt Woodhull sogar öffentliche Vorträge zu diesen Themen.

1872 wurde sie von der Equal Rights Party als Kandidatin für die Präsidentschaft nominiert, dies, obwohl sie damals das für die Präsidentschaft erforderliche Mindestalter von 35 Jahren noch nicht erreicht hatte und Frauen als Kandidaten ohnehin ausgeschlossen waren. Frauen besaßen damals noch nicht einmal das aktive Wahlrecht. Von ihren Gegnern wurde sie angesichts dieses „skandalösen“ Vorhabens „Mrs. Satan“ genannt. In einer Karikatur von 1872 stellte sie der Zeichner Thomas Nast als Mrs. Satan dar. Ihr Running Mate für die Vizepräsidentschaft war der afroamerikanische Abolitionist Frederick Douglass.

1876 starb ihr Mann James H. Blood und ein Jahr später ihr Mentor Cornelius Vanderbilt. 1877 siedelte sie nach England über. Von 1892 an gab sie dort gemeinsam mit ihrer Tochter Zulu Maud Woodhull die Zeitschrift „Humanitarian“ heraus. 1883 heiratete sie in dritter Ehe den Banker Martin. Nach Martins Tod lebte sie auf dessen Landgut, wo sie eine Art Frauenzentrum eröffnete.

Andenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kenotaph von Victoria Woodhull-Martin befindet sich in Tewkesbury Abbey.[1]

Das Broadway-Musical Onward Victoria (1980) war von Woodhull's Leben inspiriert[2]

The Woodhull Institute for Ethical Leadership wurde von Naomi Wolf und Margot Magowan 1997 gegründet.[3]

2001 wurde Victoria Woodhull in die National Women's Hall of Fame aufgenommen.[4]

Die Woodhull Sexual Freedom Alliance wurde 2003 gegründet und nach Victoria Woodhull benannt. Sie setzt sich für Aufklärung und Frauenrechte ein.

Das Büro des Manhattan Borough President ehrte sie im Jahre 2008[5]

Victoria Bond komponierte die Oper Mrs. President über Woodhull.[6] It premiered in 2012 in Anchorage, Alaska.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Photo taken by RobertFrost1960 on September 21, 2010, accessed 9. Juni 2011.
  2. The Performing Arts: A Guide to the Reference Literature.. Libraries Unlimited, .
  3. Woodhull Institute; Retrieved 3. April 2013
  4. National Women's Hall of Fame. Greatwomen.org. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  5. Women's Rights, Historic Sites Location List. Office of Manhattan Borough President Scott M. Stringer.
  6. a b Mike Dunham: ANCHORAGE: Review: Opera about first woman to run for president debuts in Anchorage | Arts and Culture. ADN.com. Abgerufen am 17. Februar 2013.