Vidar

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Dieser Artikel beschreibt den Sohn des Gottes Odin in der nordischen Mythologie. Zum gleichnamigen Schiff, siehe Vidar (Schiff)
Widar – Zeichnung von Lorenz Frølich (1820 – 1908), Erstveröffentlichung 1895

Vidar (auch Widar anord. Víðarr - „der weithin Herrschende“, oder zusammengesetzt aus den anord. Wörtern víðr = Wald und arr = Krieger; also „Krieger des Waldes“) ist in der nordischen Mythologie ein Sohn des Gottes Odin und der Riesin Grid und trägt in der Dichtung den Beinamen Der schweigsame Ase.

Mythen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vidar ist den Asen stets eine gute Stütze und der einzige, der von Lokis hetzenden Reden in der Halle Ägirs verschont blieb. Nach Thor ist Vidar der stärkste Ase. In der Endzeitschlacht Ragnarök rächt er seinen Vater Odin, indem er dem Fenriswolf mit einem besonderen Lederschuh in den Rachen tritt und ihm das Maul entzweireißt.

Alsbald kehrt sich Widar gegen den Wolf und setzt ihm den Fuß in den Unterkiefer.
An diesem Fuß hat er den Schuh, zu dem man alle Zeiten hindurch sammelt,
die Lederstreifen nämlich, welche die Menschen von ihren Schuhen schneiden, wo die Zehen und Fersen sitzen.
Darum soll diese Streifen ein jeder wegwerfen, der darauf bedacht ist, den Asen zu Hilfe zu kommen.
Mit der Hand greift Widar dem Wolf nach dem Oberkiefer und reißt ihm den Rachen entzwei und das wird des Wolfes Tod.
Aus Gylfaginning 51. (Snorra-Edda)

Er ist einer der wenigen Überlebenden des Ragnaröks.

Sein Wohnsitz heißt Landvidi („Weites Land“) oder auch nur Vidi („Weite“) und ist von hohem Gras und Gesträuch überwachsen.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Beschreibung Snorris geht ein möglicher Brauch hervor, dass man Vidar in früheren Zeiten die abgeschnittenen Lederstreifen von der Schuhe opferte. Eine Analogie dazu besteht in dem ebenfalls mit dem Ragnarök verbundenen Schiff Naglfar, das aus den Nägeln der Toten gemacht ist. Ansonsten ist über Vidar außerhalb der Edda nichts bekannt. Aufgrund von (vor allem namentlichen) Parallelen zum Heiligen Vitus ist ihm im germanischen Neuheidentum der mit den Bräuchen zur Sommersonnenwende in Verbindung stehende Veitstag am 15. Juni gewidmet.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Widar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Germanischer Volksglaube Hier wird u.a. die Meinung vertreten, der Name leite sich vom althochdeutschen vidu / vitu für "Holz" - "Wald" ab. Dabei scheidet ein vordergründiger Zusammenhang allerdings aus, da Veit bei all seinen zahlreichen volkstümlichen Patronaten nicht mit eigentlichen Holz- oder Waldarbeiten in Verbindung gebracht werden kann (Köhler, Holzfäller etc.), obgleich sich dies als Patron der holzabhängigen Schmiede anbieten würde - bleibt also allenfalls seine Verbindung mit dem Feuer-Brauchtum in den damit verbundenen Holz-Ritualen, die vor allem in den Liedern zum Veitfeuer deutlich werden, deren eventuell mythischen Hintertgründe allerdings hier nicht untersucht werden können. http://alte-kraft.de.ht/info_sommersonnwende.htm