Vidnava

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Vidnava
Wappen von Vidnava
Vidnava (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Olomoucký kraj
Bezirk: Jeseník
Fläche: 425 ha
Geographische Lage: 50° 22′ N, 17° 11′ OKoordinaten: 50° 22′ 20″ N, 17° 11′ 9″ O
Höhe: 233 m n.m.
Einwohner: 1.283 (1. Jan. 2016)[1]
Postleitzahl: 790 55
Kfz-Kennzeichen: M
Verkehr
Straße: MikuloviceJavorník
Bahnanschluss: ehem. Velká Kraš–Vidnava
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Eva Pavličíková (Stand: 2007)
Adresse: Mírové náměstí 80
790 55 Vidnava
Gemeindenummer: 541303
Website: www.vidnava.cz

Vidnava (deutsch Weidenau ) ist eine Stadt mit 1.283 Einwohnern im Okres Jeseník (Bezirk Freiwaldau) des tschechischen Olomoucký kraj.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in den Sudeten am Weidenauer Wasser im Vorland des Altvatergebirges an der polnischen Grenze, etwa 16 Kilometer nördlich von Jeseník und 87 Kilometer nördlich von Olmütz.

Weidenau südlich von Breslau, nordwestlich von Leobschütz und östlich von Habelschwerdt auf einer Landkarte von 1909

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weidenau wurde vermutlich 1264 auf den Fluren des der Kastellanei Ottmachau gehörigen Dorfes Krosse gegründet und gehörte zum Neisser Bistumsland. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1291. 1428 erhielt der Ort Stadtrecht und wurde im gleichen Jahr von den Hussiten niedergebrannt. Der Stadtbrand von 1574 zerstörte die Stadt fast vollständig. Im Dreißigjährigen Krieg fielen die Schweden 1633 ein und es folgte eine Dezimierung der Bevölkerung durch Seuchen.

Einen wesentlichen Einschnitt in die Stadtentwicklung brachte die infolge der Schlesischen Kriege zwischen 1741 und 1745 im Breslauer Frieden ausgehandelte Grenzziehung zwischen Preußen und Österreich nördlich und östlich der Stadt. Dabei wurden die anliegenden Ortschaften Schubertskrosse und Vogtei zu preußischen Exklaven.

Rathaus und Rathausplatz
Partie im Stadtzentrum

1897 erhielt die Stadt mit der Lokalbahnstrecke Haugsdorf-Weidenau einen Bahnanschluss. 1912 wurde die Strecke durch die Neisser Kreisbahn AG bis Neisse fortgeführt. Im Jahre 1924 wurde Neu Kleinkrosse, das bis dahin zu Alt Rothwasser gehört hatte, eingemeindet. Die Stadt Weidenau hatte im Jahr 1939 2158 Einwohner.

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs liegt Weidenau zusammen mit dem Sudetenland in der Tschechoslowakei. Die überwiegend deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Der Bahnverkehr über die nunmehr polnische Grenze wurde eingestellt.

Im Jahre 1948 erfolgte die Konfiszierung des Besitzes der Domänengüter des Bistums Breslau, deren Direktion Freiwaldau (Jesenik) genau 200 Jahre auf Schloss Johannesberg in der Nachbarstadt Jauernig ihren Sitz hatte. In diesem Zusammenhang erfolgte auch die Umbenennung der Stadt.

Im Rahmen von Grenzbereinigungen mit Polen wurde im Jahre 1959 der Ort Krasov mit Vidnavské Fojtství an die Tschechoslowakei übergeben und später nach Vidnava eingemeindet. 1961 erfolgte die Umgemeindung von Fojtova Kraš und von 1976 bis 1990 war auch Velká Kraš eingemeindet.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1834 1.802 deutsche, meist katholische Einwohner, darunter 51 Juden und sechs Evangelische[2]
1900 1.881 deutsche Einwohner[3]
1910 1.945 davon 1.927 Katholiken, elf Evangelische und sechs Israeliten (15 Tschechen/Slowaken, 18 Polen)[4]
1930 2.186 [5]
1939 2.158 [5]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Stadt Vidnava sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Vidnava gehören die Ansiedlungen Krasov (Schubertskrosse), Nová Malá Kraš (Neu Kleinkrosse), Stachlovice (Stachlowitz) und Vidnavské Fojtství (Vogtei)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Faustin Ens: Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten. Band 4: Ortsbeschreibungen der Fürstenthümer Jägerndorf und Neisse österreichischen Antheils und der Mährischen Enclaven im Troppauer Kreise. Gerold, Wien 1837, S. 297–300.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vidnava – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  2. Faustin Ens: Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten. Band 4: Ortsbeschreibungen der Fürstenthümer Jägerndorf und Neisse österreichischen Antheils und der Mährischen Enclaven im Troppauer Kreise. Gerold, Wien 1837, S. 297–298.
  3. Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 20: Veda bis Zz. 6., gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage, neuer Abdruck. Bibliographisches Institut, Leipzig u. a. 1909, S. 472–473.
  4. Ludwig Patryn (Hrsg.): Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in Schlesien, Troppau 1912, S. 32–33, Ziffer 6E.
  5. a b verwaltungsgeschichte.de/sud_freiwaldau.html#ew39frwaweidenau