Vielleicht lieber morgen (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Vielleicht lieber morgen
Originaltitel The Perks of Being a Wallflower
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK 12[1]
Stab
Regie Stephen Chbosky
Drehbuch Stephen Chbosky
Produktion Lianne Halfon
John Malkovich
Russell Smith
Musik Michael Brook
Kamera Andrew Dunn
Schnitt Yana Gorskaya
Mary Jo Markey
Besetzung

Vielleicht lieber morgen (Originaltitel: The Perks of Being a Wallflower) ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2012, das auf dem gleichnamigen Roman von Stephen Chbosky basiert. Regie führte Chbosky selbst und die Hauptrollen übernahmen Logan Lerman, Emma Watson und Ezra Miller.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charlie ist in seinem ersten Jahr an der Highschool. Er ist verschlossen und braucht lange, um neue Freunde zu gewinnen. So kommt es am ganzen ersten Schultag nur zu einem einzigen Gespräch, nämlich zwischen ihm und seinem Englischlehrer Mr Anderson. Um seine Eltern nicht zu beunruhigen, erzählt er ihnen nichts von seinen wahren Gefühlen. Es wird angedeutet, dass er vor nicht allzu langer Zeit einen psychischen Zusammenbruch erlitten hat und Psychopharmaka nimmt.

Bei einem Footballspiel trifft er seinen Schulkameraden Patrick und dessen Stiefschwester Sam und freundet sich mit ihnen an. Später tanzt Charlie mit ihnen bei einer Schulveranstaltung und sie nehmen ihn auf eine Hausparty mit, wo er Mary Elizabeth kennenlernt. Dort isst er unwissentlich einen Haschbrownie und unterhält die Anwesenden mit seinen Beobachtungen. Sam holt ihn aus der Runde heraus und Charlie erzählt ihr, dass sich sein bester Freund vor einem Jahr das Leben genommen hat. Außerdem überrascht er Patrick mit dem beliebten Footballspieler Brad bei einem Kuss in einem abgelegenen Zimmer. Sam wird klar, dass Charlie keine Freunde hat, und sie beschließt gemeinsam mit Patrick, ihn in ihren Freundeskreis aufzunehmen. Charlie bietet Sam an, ihr bei den Vorbereitungen für ihren Studierfähigkeitstest zu helfen, damit sie das College besuchen kann. Auf dem Nachhauseweg steigt Sam in einem Tunnel aus der Fahrerkabine aus und genießt die Fahrt stehend auf der Ladefläche des Pickups, während ein Lied zu hören ist, das den Rest des Filmes als „Tunnelsong“ bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei um Heroes von David Bowie, was aber im Film nicht erwähnt wird.

Zu Weihnachten bekommt Charlie von Sam eine Schreibmaschine geschenkt. Die beiden reden über Beziehungen und es stellt sich heraus, dass Charlie noch nie ein Mädchen geküsst hat, geschweige denn eine Freundin hatte. Sam dagegen bekam ihren ersten Kuss mit elf Jahren vom Chef ihres Vaters. Auch sie hatte eine traumatische Kindheit und wurde von ihren Liebhabern stets schlecht behandelt. Obwohl sie jetzt einen Freund hat, küsst sie Charlie, da sie will, dass er seinen ersten Kuss von jemandem bekommt, der ihn liebt. Die beiden gestehen einander ihre Liebe, doch im weiteren Verlauf bleibt Sam weiter mit ihrem Freund zusammen.

Sam, Patrick und all ihre Freunde spielen an einem Theater die Rocky Horror Picture Show. Als zu einer Vorführung Sams Freund Craig verhindert ist, bitten sie kurzerhand Charlie, die Rolle zu übernehmen. Nach der Show fragt Mary Elizabeth, ob Charlie sie zum Sadie Hawkins Dance begleiten möchte, wozu er einwilligt. Nach dem Ball nimmt sie ihn mit zu sich nach Hause und sie küssen sich. Charlie geht widerwillig eine Beziehung mit ihr ein und trennt sich nicht von ihr, weil er ihre Gefühle nicht verletzen will.

In der Beziehung der beiden hat Mary Elisabeth die Zügel in der Hand und Charlie ist immer genervter und sichtlich unglücklich. Die Beziehung endet, als die Clique eines Abends Wahrheit oder Pflicht spielt. Patrick fordert Charlie auf, die schönste Frau im Raum zu küssen, woraufhin er spontan Sam küsst. Patrick fährt Charlie nach Hause und bittet ihn, der Gruppe fernzubleiben, bis sich alle wieder beruhigt haben. Charlie ist nun wieder auf sich gestellt und nicht bei den anderen willkommen. Sein psychischer Zustand verschlechtert sich. Erinnerungen an ein traumatisches Erlebnis blitzen bei ihm auf; er hat Flashbacks vom Tod seiner Tante Helen, die bei einem Autounfall ums Leben kam, als er sieben Jahre alt war.

Als Brads Vater seinen Sohn mit Patrick zusammen erwischt, schlägt er ihn zusammen. Brad distanziert sich danach von Patrick. Kurz darauf beschimpft er Patrick in der Schulcafeteria vor seinen Freunden als „Schwuchtel“. Patrick ist außer sich und fängt eine Schlägerei mit Brad an. Diese endet darin, dass drei von Brads Kumpeln ihm übel zusetzen, bis Charlie eingreift. Charlie hat einen Blackout und kann nur ahnen, was er getan hat, als er seine geschwollenen Knöchel betrachtet und Brads Kumpels am Boden liegen. Er hilft Patrick auf und warnt alle Anwesenden davor, noch einmal Hand an seine Freunde zu legen. Sam versöhnt sich wieder mit Charlie und auch Mary Elisabeth hat die Trennung überwunden und einen neuen Freund. Patrick verbringt nach der Trennung von Brad viel Zeit mit Charlie und lässt sich von ihm trösten.

Sam trennt sich von Craig, nachdem sie herausgefunden hat, dass er ihr die ganze Zeit untreu war. Sie erhält eine Zusage von ihrem bevorzugten College und macht sich bereit, dort an den Einführungsveranstaltungen teilzunehmen. Am Abend vor ihrer Abfahrt hilft Charlie ihr beim Packen, und Sam fragt ihn, warum er sie nie zu einem Date gebeten habe. Daraufhin küssen sich Charlie und Sam und als sie seinen Oberschenkel berührt, hat Charlie einen irritierenden Flashback von ihm und seiner Tante Helen, weshalb er den Kuss unterbricht. Nachdem Sam ihn fragt, was denn los wäre antwortet er mit "Nichts" und beginnt sie wieder zu küssen. Am nächsten Morgen verabschiedet sich Charlie von Sam und Patrick, als diese zum College aufbrechen. Sam und Charlie sind schließlich zusammen und küssen sich zum Abschied.

Auf dem Weg nach Hause ist Charlie aufgewühlt und hat schwere Flashbacks von seiner Tante Helen. Er ruft seine Schwester an und sagt ihr, dass er sich für den Tod seiner Tante verantwortlich fühle. Diese benachrichtigt sofort die Polizei, weil sie befürchtet, Charlie könne Selbstmord begehen. Charlie wird in eine Klinik eingeliefert und unterzieht sich einer Therapie. Es stellt sich heraus, dass seine Tante ihn als Kind sexuell missbraucht und er die Erinnerungen daran verdrängt hat. Charlies Eltern erfahren davon durch seine Ärztin.

Wieder zu Hause besuchen ihn Sam und Patrick in den Ferien. Die drei fahren wieder in das Restaurant, Sam erzählt von ihrem Leben am College, und dass sie den Tunnelsong gefunden hat. Sie fahren zum gleichen Tunnel und Charlie steht diesmal auf der Ladefläche.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film bekam überwiegend positive Kritiken, und bei Rotten Tomatoes erreichte „Vielleicht lieber morgen“ einen Wert von 85 %. Die Publikumsmeinung zeigt, dass 89 % der Besucher der Film gefiel. In der Internet Movie Database wurde „Vielleicht lieber morgen“ mit 8,1 bewertet. Bei Metacritic erreichte der Film 67/100. [2]

„Die Romanverfilmung entfaltet das charmante Porträt von Jugendlichen, die jenseits des Mainstream schwimmen, bewegt sich aber zu sehr in den gängigen Gewässern des Coming-of-Age-Dramas, um mit der behaupteten Aufmüpfigkeit der Figuren mitzuhalten.“

Lexikon des internationalen Films[3]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mr. Mudd Productions, die Produktionsfirma, versuchte Stephen Chbosky für die Verfilmung seines eigenen Buches zu gewinnen. Die Produzenten des Films, John Malkovich, Lianne Halfon, und Russell Smith, schafften es, Stephen Chbosky als Drehbuchautor und Regisseur zu engagieren. Im Mai 2010 wurde über die Besetzung von Logan Lerman und Emma Watson spekuliert,[4] die im Februar 2011 schlussendlich als Besetzungen für die Rollen Charlie und Sam bestätigt wurden,[5] nachdem im Monat zuvor Summit Entertainment die Filmrechte erwarb.[6] In den folgenden Monaten wurden Mae Whitman, Nina Dobrev und Paul Rudd (alle im April) für die Rollen der Marie-Elizabeth, Candace und Bill[7] sowie am 9. Mai Kate Walsh für die Rolle von Charlies Mutter bestätigt.[8]

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in der Pittsburgh Metropolitan Area vom 9. Mai bis 29. Juni 2011 hauptsächlich im Stadtteil Upper Hill gedreht, der Chboskys Wohnort und die im Film vorkommende High School enthält.[9][10][11] Szenen, in denen die Schauspieler in der Rocky Horror Picture Show vorkommen, wurden im Hollywood Theater in Dormont gedreht, dem Kino, in dem Chbosky als Jugendlicher selbst die Rocky Horror Picture Show gesehen hatte.[12] Als er von der Wiedereröffnung erfuhr, entschied er, die entsprechenden Filmszenen dort zu drehen.[13]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand bei RRP in Berlin. Dialogregie führte Matthias Müntefering, das Dialogbuch stammt von Stefan Kaiser.

Rolle Schauspieler Deutscher Synchronsprecher[14]
Charlie Logan Lerman Ozan Ünal
Sam Emma Watson Gabrielle Pietermann
Patrick Ezra Miller Christian Zeiger
Candace Nina Dobrev Tanya Kahana
Mary Elisabeth Mae Whitman Marie-Luise Schramm
Bill Anderson Paul Rudd Norman Matt
Charlies Mutter Kate Walsh Tanja Geke
Charlies Vater Dylan McDermott Peter Flechtner
Brad Johnny Simmons Ricardo Richter

Filmstart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vielleicht lieber morgen startete in Deutschland am 1. November 2012. Seine englisch-sprachigen Uraufführungen hatte der Film am 21. September 2012 in den USA und am 3. Oktober 2012 in Großbritannien.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ezra Miller gewann 2012 auf dem Hollywood Film Festival den Spotlight Award und wurde von der Boston Society of Film Critics als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Auch Emma Watson wurde 2012 als beste Nebendarstellerin, jedoch mit dem San Diego Film Critics Choice Award, ausgezeichnet. 2013 gewann der Film den People’s Choice Award als bestes Drama und Emma Watson selbigen Preis in der Kategorie Favorite Dramatic Movie Actress sowie den Independent Spirit Award als bester Debütfilm.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alterskennzeichnung für Vielleicht lieber morgen. Jugendmedien­kommission.
  2. Vielleicht lieber morgen bei Metacritic.com. Abgerufen am 26. April 2014.
  3. Vielleicht lieber morgen. zweitausendeins.de, abgerufen am 26. April 2014 (deutsch).
  4. Dave McNary: Watson, Lerman in talks for 'Perks'. In: Variety. May 19, 2010.
  5. Diana Lodderhose: Emma Watson to star in 'Wallflower'. In: Variety. February 9, 2011.
  6. Dave McNary: Summit circles 'Wallflower'. In: Variety. January 25, 2011.
  7. Nikki Finke: Nina Dobrev Goes From 'Vampire Diaries' To 'The Perks Of Being A Wallflower'. 15. April 2011, archiviert vom Original am 10. Januar 2014, abgerufen am 2. August 2012.
  8. Amy Wilkinson: Kate Walsh Signs On For 'Perks Of Being A Wallflower'. MTV, 10. Mai 2011, abgerufen am 2. August 2012.
  9. Movie Filming In Pittsburgh Wants To Make Your Car A Star. WPXI, 27. April 2011, abgerufen am 2. August 2012.
  10. Emmers Becky: Movie Begins Filming in Upper St. Clair. Upper St. Clair Patch, 9. Mai 2011, abgerufen am 2. August 2012.
  11. Becky Emmers: Kings Restaurant Closing for 'Perks' Movie Shoot. Peters Patch, 19. Mai 2011, abgerufen am 2. August 2012.
  12. Barbara Vancheri: Film Notes: Newly resurrected Hollywood Theater to appear in film. In: Pittsburgh Post-Gazette. 21. April 2011, abgerufen am 2. August 2012.
  13. USC Native to Film Scenes for Movie at Dormont's Hollywood Theater. Dormont-Brookline Patch, 25. April 2011, archiviert vom Original am 14. August 2011, abgerufen am 2. August 2012.
  14. Deutsche Synchronisation von Vielleicht lieber morgen (Deutsch) Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 23. April 2014.