Vierundsechzig Dörfer östlich des Flusses

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Das Gebiet der 64 Dörfer liegt gegenüber von Heihe (China) und Blagoweschtschensk (Russland); in der oberen Karte als 64 Villages Area rot markiert

Die Vierundsechzig Dörfer östlich des Flusses (chinesisch 江東六十四屯, Pinyin Jiāngdōng Liùshísì Tún) waren eine Gruppe von Exklaven, die nach der russischen Annexion der Äußeren Mandschurei 1858 auf Grundlage des Vertrags von Aigun territoriale Bestandteile des chinesischen Kaiserreichs blieben. Die Orte befanden sich in der Nähe von Blagoweschtschensk (chinesisch: Hailanbu) am östlichen Ufer der Seja, einem linken Nebenfluss des Heilong Jiang (Amur).[1]

Das insgesamt rund 3.600 Quadratkilometer umfassende Gebiet trug im Russischen Kaiserreich die Bezeichnungen Шестьдесят четыре деревни к востоку от реки Амур und Зазейский район (Sejaski Rajon; Trans-Seja-Distrikt, Der Distrikt jenseits des Seja). Während des Boxeraufstandes wurden die 64 Dörfer im Juli 1900 von der Zaristischen Armee besetzt und die chinesischen Einwohner gewaltsam vertrieben.[2]

Die Okkupation war lange Zeit ein Streitpunkt zwischen China und Russland beziehungsweise der Sowjetunion. Erst 1991 erkannte die Volksrepublik China die Abtretung der 64 Dörfer an. Dies wurde im chinesisch-russischen Freundschaftsvertrag von 2001 bestätigt, wonach die Volksrepublik China und die Russischen Föderation beiderseits keine Gebietsansprüche erheben. Hingegen erkennt die Republik China (Taiwan) keine von der Volksrepublik China mit anderen Ländern unterzeichneten Grenzabkommen an und hat offiziell nie auf die Souveränität der Gebiete verzichtet. [3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördliche Grenzen Chinas vor dem Vertrag von Aigun (Karte von 1851)
Marktplatz von Blagoweschtschensk (um 1900)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckten Forschungsreisende der Russisch Geographischen Gesellschaft am Amur (chin. Heilong Jiang) und Ussuri (chin. Wusuli) große Goldvorkommen. Dies löste einen Ansturm auf die Äußere Mandschurei aus, den Petermanns mit dem Kalifornischen Goldrausch gleichsetzte.[5] Mit Unterstützung der Zaristischen Armee entstanden an den Flüssen der Äußeren Mandschurei russische Goldgräbersiedlungen und an der chinesischen Pazifikküste Traktatshäfen verschiedener europäischer Großmächte.[6]

Im Sommer 1857 bot das Russische Reich der chinesischen Regierung eine finanzielle Entschädigung für die Umsiedlung der überwiegend von Mandschu besiedelten 64 Dörfer östlich des Flusses an. Das chinesische Kaiserhaus lehnte das Angebot ab.[7] Mit dem Vertrag von Aigun wurde China 1858 gezwungen, sein Territorium links des Heilong Jiangs, vom Argun bis zur Ozeanmündung, an Russland abzutreten. Diesem ungleichen Vertrag folgte am 18. Oktober 1860 die Pekinger Konvention, womit China sein Küstengebiet östlich vom Ussuri und unterem Amur vollständig verlor. In einem Passus des Vertrages war fixiert, dass die chinesische Bevölkerung, die nördlich des Amur lebte, „dauerhaft ihre Dörfer unter Souveränität der Mandschu-Regierung“ behalten könne.[8]

Die früheste bekannte russische Schätzung aus dem Jahr 1859 gibt die Anzahl der im Trans-Seja-Distrikt sesshaften Chinesen mit 3000 an, ohne genauere Aufschlüsselung der ethnischen Zugehörigkeit. 1870 ermittelten die russischen Behörden in den 64 Dörfern rund 11.000 chinesische Bewohner, davon 5400 Han, 4500 Mandschu und 1000 Daur.[9] Diese Anzahl stellte jedoch nur einen geringen Teil der zu dieser Zeit nördlich des Amur lebenden Chinesen dar. In einer Statistik aus dem Jahr 1898 hielten die russischen Behörden fest, dass zusätzlich der Trans-Seja-Dorfbewohner in der Oblast Amur 12.199 chinesische Wanderarbeiter, rund 5400 chinesische Bergleute und 4008 chinesische Einwohner in der Stadt Blagoweschtschensk existent waren.[10]

Die damaligen Grenzen der Oblast Amur entsprechen nicht den heutigen, aber der Bezirk umfasste das gleiche Kerngebiet in der Nähe des Zusammenflusses von Amur und Seja. Russische und chinesische Historiker schätzen die tatsächliche Anzahl der gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch in der Äußeren Mandschurei lebenden Chinesen deutlich höher, konkrete Angaben liegen jedoch nicht vor.[11] Für das Jahr 1900 wurde nach russischen Quellen die Einwohnerzahl der 64 Dörfer mit insgesamt 20.000 Mandschu angegeben, die in administrativer und sonstiger Beziehung vollständig China zugeordnet waren. Neben Ackerbau betrieben sie Viehzucht und versorgten mit ihren Erzeugnissen die Einwohner von Blagoweschtschensk. Sie galten als Untertanen der Qing und bezahlten an China ihre Steuern.[12]

Nach Ausbruch des Boxeraufstandes entsandte die russische Regierung zur vollständigen Besetzung der Mandschurei Truppen nach Fernost. Anfang Juli 1900 erreichte ein Infanterieregiment unter Führung des baltisch-russischen Generalmajors Paul von Rennenkampff das am rechten Ufer des Amur gelegene Aigun. Die Stadt befand sich rund 30 Kilometer südlich von Heihe, gegenüber dem am linken Ufer des Amur gelegenen Blagoweschtschensk. Mit Beginn der Belagerung Aiguns betrachtete die russische Regierung alle nördlich des Amur lebenden Chinesen als Fünfte Kolonne, womit deren endgültige Vertreibung aus der Äußeren Mandschurei als begründet erscheinen sollte. Unterstützung erhielten die regulären russischen Truppen von Kosaken; sie wurden für diese Dienste für das russische Vaterland belohnt und durften die Besitzungen der vertriebenen Chinesen für sich behalten.[13][14]

Massaker von Blagoweschtschensk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chinesisches Viertel in Blagoweschtschensk vor dem Pogrom (um 1900)
Russische Freiwillige, Blagoweschtschensk im Juli 1900
Mandschu vor seiner Hinrichtung, Blagoweschtschensk im Juli 1900
Szene des Massakers auf einem Wandgemälde im Aihui History Museum in Heihe
Einheit des Amur-Kosakenheers während des Massakers in einem Dorf östlich des Flusses im Juli 1900

Am 1. Julijul./ 14. Juli 1900greg. befahl der Militärgouverneur der Oblast Amur, Konstantin Nikolaevich Gribski, die Aufstellung von Freiwilligen Verbänden und unterteilte die Region in Militärdistrikte. Am gleichen Tag fragten Vertreter der Stadt Blagoweschtschensk bei einem Treffen mit dem Gouverneur, ob er es für nötig halte, Vorsichtsmaßnahmen gegenüber jenen Chinesen zu ergreifen, welche in großer Zahl in Blagoweschtschensk selbst und seiner Umgebung wohnten. Gribski erklärte, dass er alle außerordentlichen Maßnahmen für überflüssig und unangebracht halte, da der Krieg zwischen Russland und China nicht offiziell erklärt worden sei. Gegenüber Vertretern der ansässigen Chinesen sagte der Gouverneur: „Chinesische Untertanen dürfen ohne Sorge auf dem russischen Gebiet verbleiben, da sie sich in dem großen russischen Reiche befinden, dessen Regierung niemand erlauben werde, friedliche Ausländer zu belästigen“.[15]

Tatsächlich begann noch am Abend des gleichen Tages in Blagoweschtschensk eine Hatz auf Chinesen. Die Gejagten irrten hilfesuchend durch die Stadt, ihre Geschäfte wurden geplündert, Wohnhäuser in Brand gesteckt, erste Morde erfolgten auf offener Straße. Einige Russen versteckten bei ihnen arbeitende Chinesen in Kellern oder in Bodenspeichern. Die Ausschreitungen setzten sich am nächsten Tag fort. Am 3. Julijul./ 16. Juli 1900greg. befahl der Militärgouverneur die Deportation sämtlicher in Blagoweschtschensk und Umgebung lebender Chinesen. Zur Umsetzung des Befehls stellten Beamte der Gebietskommandatur die Frage, wie die chinesische Bevölkerung von der russischen Seite des Amur auf die chinesische Seite gebracht werden sollte. Der Polizeipräfekt von Blagoweschtschensk, Sergej Batarewitsch, schlug vor, die Deportierten östlich der Seja zu sammeln, wo sie versuchen könnten, Boote von den chinesischen Einwohnern des Trans-Seja-Distrikts zu erhalten. Der Plan wurde vom Gouverneur abgelehnt, da die chinesischen Bewohner der 64 Dörfer östlich des Flusses ebenfalls vertrieben werden sollten. Somit fiel der Entschluss, alle Chinesen in der Staniza Werchne Blagoweschtschenski zu sammeln und sie in den Amur zu treiben.[16] Kähne zur Überfahrt nach dem chinesischen Ufer gab es keine. Der Fluss war in der Nähe dieser Kosakensiedlung nur etwa 500 Meter breit, hatte dort jedoch eine starke Strömung.[17]

In den frühen Morgenstunden des 4. Julijul./ 17. Juli 1900greg. begann der Exodus. Noch vor Sonnenaufgang trieben Kosaken, Polizisten und Soldaten Tausende Chinesen, darunter alte Männer, Kranke, Frauen und Kinder, aus ihren Häusern. Augenzeugenberichten zufolge, bildete sich ein endloser Marschzug. Wer vor Krankheit oder Müdigkeit nicht weitergehen konnte, wurde gleich auf dem Wege nach Werchne Blagoweschtschenski niedergestochen oder erschossen. Am Ufer des Amur wurden die Deportierten gezwungen, ins Wasser zu gehen. Mütter fielen auf die Knie und flehten, zumindest das Leben ihrer Kinder zu verschonen. Andere erkannten das ihnen Bevorstehende noch nicht ganz und boten an, zum Christentum überzutreten oder russische Untertanen werden zu wollen. Sie wurden jedoch alle mit Gewehrkolben, Bajonetten und Säbeln in den Fluss getrieben. Jene, die sich niedersetzten oder zögerten, wurden auf der Stelle ermordet. Auf die wenigen, die schwimmen konnten, wurde geschossen, sodass nur sehr wenige Chinesen das andere Ufer erreichen konnten.

Augenzeugen, die dieser Massenersäufung beiwohnten, berichteten über unvorstellbar schreckliche Szenen. Ein Vollzieher der Befehle, der Polizist Schabanoff, gab später zu Protokoll:

„Es wurde zum Beispiel eine Mandschufamilie ins Wasser getrieben, ein Mann, eine Frau und zwei kleine Kinder. Die Eltern banden sich je ein Kind auf den Rücken und versuchten über den Amur zu schwimmen. Aber durch die starke Strömung gingen alle vier zusammen schnell unter. In einem anderen Fall flehte eine Mutter verzweifelt ihre Henker an, sie mögen ihr Kind am Leben lassen. Aber niemand erfüllte ihr die Bitte. Sie legte das Kind ans Ufer und ging ins Wasser. Nach einigen Schritten kehrte sie zurück, um das Kind in ihren Armen mit in den Fluss zu nehmen. Doch sie kehrte nach kurzer Zeit erneut um und legte das Kind wieder an Land. Ein Kosak machte ihren Qualen ein Ende, indem er die Mutter und das Kind erstach.[18]

Schabanoff betonte, dass er „es nicht mehr bis zum Ende dieser Mordszenen habe aushalten können.“[19] Ein anderer russischer Offizier gab später gegenüber einem US-amerikanischen Journalisten an: „Der Befehl zur Hinrichtung dieser Menschen machte mich fast krank, denn es schien, als hätte man den Fluss trockenen Fußes auf den Leichen überqueren können.“[20]

An dem Massaker waren russische Soldaten, Polizeikräfte, Einheiten der Amur-Kosaken und russische Siedler beteiligt, die auch keinerlei Hemmung besaßen, sich bei ihren Taten fotografieren zu lassen. Diese Bilder können nur mit offizieller Genehmigung der russischen Behörden und damals nur mit einer Großformatkamera (Planfilm mit Standobjektiv) aufgenommen worden sein.[21]

Selbst in Blagoweschtschensk ansässige Ärzte, Rechtsanwälte, Richter sowie Priester befürworteten die Vertreibung und gewährten hilfesuchenden Chinesen keine Unterstützung. Nur wenige Fälle sind bekannt, wo Russen versuchten, bei ihnen wohnende Chinesen zu verstecken. Nicht selten wurden diese von Nachbarn angezeigt und von der Polizei mit gezogenem Säbel zur Auslieferung der Verborgenen gezwungen. Einzelne Russen wandten sich an die Behörden, boten Geld oder eine persönliche Bürgschaft für die Rettung ihrer chinesischen Diener, Hausmädchen und Arbeiter an. Allerdings hatte der Militärgouverneur zeitgleich mit dem Deportationsbefehl am 17. Juli für das ganze Amurgebiet den Kriegszustand ausgerufen. Damit wagte die große Mehrzahl der russischen Bevölkerung keine Proteste, um nicht vor ein Standgericht gestellt zu werden.[22]

Über die Geschehnisse speziell in den 64 Dörfern östlich des Flusses berichtete Lew Grigorjewitsch Deitsch, der zu dieser Zeit in Verbannung in Blagoweschtschensk lebte, sich jedoch frei in Ostsibirien und Fernost bewegen durfte:

„Es unterliegt keinem Zweifel, dass das Chinesenpogrom nicht nur mit dem Vorwissen, sondern auf direkten, wenn auch mündlichen Befehl des Gouverneurs Gribski stattfand. Um den Verdacht von der Regierung und sich selbst abzulenken und zugleich eine Rechtfertigung vorzubereiten, ließ er über die Polizei das absolut falsche Gerücht verbreiten, dass in einigen chinesischen Häusern viele Waffen, Pulver und sogar Dynamit gefunden worden seien. Obwohl dieses Gerücht durch gar nichts bestätigt wurde, fanden sich genug Leichtgläubige, die die Gelegenheit für ihre Interessen nutzten. Die Sache ist nämlich die, dass bei den Massenertränkungen auch vielfach schnöde Habgier eine Rolle spielte. Da viele Russen bei den Chinesen in Schuld standen, so war die Beseitigung des Gläubigers die beste Liquidation. Auf dem Lande war die Situation eine andere. Hier wurde den Atamanen befohlen, die Chinesen zu vernichten. Gehorsam dem Willen der Obrigkeit, bewaffneten sich die russischen Bauern und Kosaken mit Äxten und begannen die Mandschu in den Dörfern an der Seja niederzumetzeln, ihre Häuser anzuzünden, ihr Vieh wegzutreiben und ihr Eigentum zu plündern. Sämtliche Dörfer wurden niedergebrannt, die Bewohner zum Teil ertränkt, zum Teil auf barbarische Weise erschlagen. In einem jener Dörfer, in Alim, versteckten sich Dutzende Mandschu, als sie die russischen Bauern kommen sahen, in einer Fandse [kleine chinesische Pagode, Gemeinschaftshaus]. Sofort ließ der russische Ataman, der den ganzen Zug leitete, diesen Bau anzünden. Rauch und Flammen zwangen die Unglücklichen, ihre Rettung in der Flucht zu suchen. Sie begannen einzeln aus dem Fenster zu springen. Aber die unten postierten Bauern töteten jeden Mandschu, der zum Vorschein kam. Der Ataman brüstete sich danach, dass er allein 60 ‚Kreaturen‘ zur Strecke gebracht habe. In einem anderen Dorf trieb eine Menge russischer Bauern die Mandschu an einen Abgrund und stießen die armen Menschen hinunter. Danach stiegen die Bauern selbst in den Abgrund und machten die noch Lebenden nieder. Indem sie auf Befehl der Obrigkeit oder aus eigener Initiative solche Brutalitäten an den friedlichen unbewaffneten chinesischen Nachbarn begingen, glaubten unsere Bauern ganz aufrichtig, dass sie damit ihre Untertanenpflicht erfüllten.“[23]

An vielen Orten, auf den Feldern und an den Ufern des Amur lagen lange Zeit verstümmelte Tote. Massenweise schwammen die Leichen der Ertränkten wochenlang den Amur hinab, sodass die Ereignisse nicht unbeachtet blieben. Noch im Frühjahr 1901 trieb die Schneeschmelze auf Sandbänke oder Böschungen angespülte verweste Leichenteile den Fluss hinunter. Den ersten Bericht über das Massaker veröffentlichte die Zeitung Amurgebiet am 13. Julijul./ 26. Juli 1900greg. mit der Überschrift: „Grausame Vernichtung friedlicher Chinesen“. Der Artikel wurde von ausländischen Zeitungen übernommen und stellte eine Anklage gegenüber den russischen Behörden dar. Gouverneur Gribski ließ daraufhin in anderen lokalen Zeitungen verbreiten, dass „die Chinesen, die auf russischem Gebiet wohnten, ausgewiesen wurden, indem man ihnen vorschlug, auf das gegenüber liegende Ufer des Amur hinüberzufahren, und dabei einige ertrunken wären.“ Die russische Telegraphenagentur in Sankt Petersburg übernahm diese Meldung und ergänzte, dass gemäß der „Angaben des Generalgouverneur des Amurgebiets an den Petersburger Generalstab, die Chinesen aufgrund der ausgebrochenen Kämpfe in der Mandschurei ihre Toten und Verwundeten in den Fluss warfen und solcher Leichen vierzig gezählt wurden.“[24]

Pro forma veranlasste Gribski eine gerichtliche Untersuchung. Als Begründung gab er „Gerüchte in der Stadt und ihrer Umgebung über vorgekommene Fälle der Vergewaltigung und Ermordung unbewaffneter chinesischer Untertanen“ an. In seinem Bericht an den Generalstab in Sankt Petersburg wälzte Gribski die gesamte Verantwortung über die Vorkommnisse auf seine Untergebenen, den Polizeipräfekt Batarewitsch und den Vorstand der Militärverwaltung Hauptmann Wolkowinski, ab. So habe er erst aus den ihm zugestellten Untersuchungsprotokollen entnommen, dass „Verbrechen von einigen Einwohnern der Stadt, den Bauern der umliegenden Dörfer und Kosaken begangen worden sind“. Das es soweit kommen konnte, sei auf die „ungenügende Einheitlichkeit in den Handlungen seiner untergebenen Vollzugsbeamten“ zurückzuführen. Er beendete seine Stellungnahmen mit den Worten: „Obwohl diese Vorfälle durch die Treulosigkeit der Chinesen hervorgerufen worden sind, die zuerst die Feindseligkeiten gegen die Russen eröffneten, so wird doch jede Gewalttätigkeit gegen Unbewaffnete streng verfolgt werden.“[25]

Nicht wenige Historiker übernahmen Gribskis Darstellung und kamen zu dem Ergebnis, dass nicht mehr ermittelt werden könne, ob das Massaker von vornherein geplant, oder auf die Unfähigkeit der Behörden zurückzuführen sei.[26][27] Tatsächlich waren in dem Untersuchungsbericht massenweise Einzelberichte von Bauern und Kosaken enthalten, die auf direkte schriftliche Anordnungen der Vernichtung der Chinesen im ganzen Amurgebiet verweisen konnten. Die Ermittler führten auf, dass allen voran der Kosakenoberst Wolkowinski, der Kreishauptmann Tuslukoff und der Landrat Wolkoff schriftliche Mordbefehle an ihre Untergebenen versandt hatten. Zu einem Gerichtsverfahren ist es jedoch nie gekommen. Niemand ist für das Massaker jemals zur Verantwortung gezogen worden: Gribski und alle seine Untergebenen blieben auf ihren Posten.[28][29]

Am 17. Augustjul./ 30. August 1900greg. gab der Generalgouverneur der Oblast Amur in der Amurzeitung offiziell die Eingliederung des Trans-Seja-Distriks ins Russische Reich bekannt. In der Erklärung führte er des Weiteren wörtlich auf, dass „das Land nunmehr ausschließlich russischen Siedlern zur Verfügung steht, da die chinesischen Untertanen, die unser Flussufer verlassen haben, nicht mehr in die Dörfer zurückkehren dürfen“.[30]

Wie viele Menschen bei den Ereignissen vom 1. Julijul./ 14. Juli 1900greg. bis 8. Julijul./ 21. Juli 1900greg. umkamen, ist umstritten. In chinesischen Berichten wurde die Opferzahl mit 5.000 beziffert. Andere Quellen geben 8.000 bis 15.000 unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder an. Vollkommen unklar ist, ob sich diese Schätzungen auf Blagoweschtschensk beziehen, oder ob darin die Opferzahlen der Bewohner der 64 Dörfer östlich des Flusses eingeschlossen sind. Fest steht, dass nach dem Massaker die 20.000 Bewohner im Trans-Seja-Distrikt nicht mehr in ihren Dörfern existent waren. Die Dörfer wurden vollständig zerstört und der Distrikt umgehend ins Russische Reich eingegliedert.[31][32][33]

Aus russischen Quellen geht hervor, dass nach der Vertreibung der Chinesen die Wirtschaft in der Region nahezu vollständig zum Erliegen kam. Unter anderem soll es in der zweiten Hälfte des Jahres 1900 in Blagoweschtschensk fast unmöglich gewesen sein, frische Lebensmittel zu kaufen. Im Winter 1900/1901 kosteten in der Stadt zehn Eier ein Rubel, während vor den Ereignissen im Juli zehn Eier für rund 12 Kopeken gekauft werden konnten.[34]

Nachwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Honghuzi während der Schlacht bei Mukden (1905)
Haupteingang des Aihui History Museum in Heihe (2017)

Die Auswirkungen des Massakers von Blagoweschtschensk waren nachhaltig. Viele Chinesen in der Mandschurei schlossen sich Guerillakämpfern wie den Honghuzi an, führten Krieg gegen die russischen Besatzer, sabotierten den Bau der Transmandschurischen Eisenbahn, überfielen russische Siedlungen, und unterstützten im Russisch-Japanischen Krieg die Japaner. Louis Livingston Seaman, der 1904 als Mitglied der Royal Geographical Society in der Mandschurei verweilte, hielt über den Hass der Chinesen gegenüber den Russen fest:

„Der Chinese, egal ob Honghuzi oder einfacher Bauer, hat in diesem Konflikt mit Japan bezüglich der Russen die schrecklichen Behandlungen seit der Besetzung der Mandschurei nicht vergessen. Er erinnert sich noch an das Massaker von Blagoweschtschensk, als fast 8000 unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder an der Spitze des Bajonetts in den tobenden Amur getrieben wurden. Nicht ein Chinese ist entkommen. Lediglich 40 Chinesen in Blagoweschtschensk, die bei einem führenden ausländischen Händler angestellt waren, konnten überleben, aber nur, weil der Händler ihr Leben zu je eintausend Rubel freikaufte. Diese und noch viele schlimme Gräueltaten in anderen Gegenden werden in Erinnerung bleiben. Und jetzt ist ihr Moment der Rache gekommen. Für die Japaner ist es also leicht, die Sympathie dieser Männer zu gewinnen. Es wird angenommen, dass mehr als 10.000 Honghuzi, die in Gruppen von je 200 bis 300 aufgeteilt sind und von japanischen Offizieren geführt werden, jetzt im Sold Japans stehen.“[35]

Viele Honghuzi schlossen sich später den Truppen des mandschurischen Warlords Zhang Zuolin an.[36] Die Okkupation der Vierundsechzig Dörfer östlich des Flusses wurde bis zum Ende des 20. Jahrhunderts offiziell von keiner chinesischen Regierung anerkannt. Sowohl die Qing-Regierung, die Beiyang-Regierung und die Kuomintang-Regierung erhoben Ansprüche auf das Territorium. Nach Gründung der Sowjetunion (UdSSR) setzten sich die Auseinandersetzungen fort. Der Grenzverlauf im Amurgebiet war eine der Ursachen, die 1929 zum Sowjetisch-Chinesischen Grenzkrieg und 1969 zum einem bewaffneten Grenzkonflikt zwischen der UdSSR und der Volksrepublik China führten.[37]

Dementsprechend beschränkte sich das chinesisch-sowjetisches Zerwürfnis nicht allein auf ideologische Fragen. Bei diesem Streit ging es der Regierung der Volksrepublik China auch um die „ungleichen Verträge“ und die an Russland „verlorenen Gebiete“.[38]

Im Jahr 1975 ließ die Propagandaabteilung der Kommunistischen Partei Chinas gegenüber von Blagoweschtschensk in Heihe ein 8.000 Quadratmeter großes Mahnmal und Museum über die Vertreibung der Chinesen aus der Äußeren Mandschurei errichten. Auf dem Gelände sind unter anderem Häuser und Pagoden nachgebaut, in denen Menschen aus den 64 Dörfern ermordet wurden. In einer Ausstellungshalle werden neben Bildern und Briefen der Opfer mehrere Fundstücke der während des Pogroms verwendeten Gewehre, Spieße, Äxte, Messer und Patronenhülsen gezeigt. In der Eingangshalle befindet sich ein rund 19 Meter hohes und 69 Meter breites Wandgemälde mit Szenen des Massakers. Die Anlage wurde im Jahr 2008 vollständig renoviert. Nach Angabe der Museumsleitung wird das Gelände täglich von sehr vielen Touristen besucht, darunter Russen und Auslandschinesen.[39]

Abtretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jiang Zemin und Wladimir Putin am 16. Juli 2001 in Moskau

Erst im chinesisch-sowjetischen Grenzabkommen von 1991 erkannte die Volksrepublik China, vertreten durch Jiang Zemin, gegenüber der UdSSR, vertreten durch Michail Gorbatschow, die Abtretung der 64 Dörfer ausdrücklich an.[40]

Dies wurde in Artikel 6 des chinesisch-russischen Freundschaftsvertrags von 2001 bestätigt, wonach die Volksrepublik China und die Russischen Föderation beiderseits keine Gebietsansprüche erheben. Die Unterzeichnung des Vertrags erfolgte von chinesischer Seite durch Jiang Zemin und von russischer Seite durch Wladimir Putin am 16. Juli 2001 in Moskau.[41]

Der exakte Grenzverlauf wurde 2004 im „Ergänzungsabkommen über den östlichen Teil der chinesisch-russischen Grenze zwischen der Volksrepublik China und der Russischen Föderation“ fixiert. Die Ratifikation des Vertrags erfolgte durch die Außenminister der beiden Staaten, Sergej Lawrow und Yang Jiechi, am 23. Juli 2008 in Peking.[42]

Die Republik China (Taiwan) hat formal nie auf die Souveränität der Gebiete verzichtet und erkennt auf Grundlage der Verfassung der Republik China (Artikel 4 Absatz 5) keine von der Volksrepublik China mit anderen Ländern unterzeichneten Grenzabkommen an. Respektive ist das Gebiet auf verschiedenen Karten der Republik China unverändert als chinesisches Territorium markiert.[43][44]

Blagoweschtschensk und Heihe sind heute gemeinsam Teil einer Freihandelszone. Im Sommer 2016 begann der Bau einer 20 Kilometer langen Brücke, die ab 2019 die beiden Städte direkt verbinden soll. In Blagoweschtschensk lebt seit Beginn des 21. Jahrhunderts wieder eine große chinesische Gemeinschaft.[45][46]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Dietz Verlag 1903/1922.
  • Sarah C.M. Paine: Imperial Rivals: China, Russia and Their Disputed Frontier. Sharpe, 1996.
  • Jiaqi Yan: Twenty-First Century. Ten facts about the Sino-Russian border problem. Chinese University of Hong Kong, 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Willy Beer: Die Politische Meinung. Ausgaben 86-90. Verlag Staat und Gesellschaft, 1963, S. 188.
  2. Michael Strupp: Chinas Grenzen mit Birma und mit der Sowjetunion. Völkerrechtliche Theorie und Praxis der Volksrepublik China. Institut für Asienkunde Hamburg, 1987, S. 366–369.
  3. Neville Maxwell: How the Sino-Russian Boundary Conflict Was Finally Settled: From Nerchinsk 1689 to Vladivostok 2005 via Zhenbao Island 1969. in Akihiro Iwashita: 21st Century COE Program Slavic Eurasian Studies. Hokkaido University, 2007, S. 47–72.
  4. Peter Dittmar: Lange Grenze zwischen Russland und China in: Die Welt vom 23. Juli 2008, abgerufen am 19. September 2018
  5. Claudia Weiss: Wie Sibirien ‚unser‘ wurde. Die Russische Geographische Gesellschaft und ihr Einfluss auf die Bilder und Vorstellungen von Sibirien im 19. Jahrhundert. Vandenhoeck & Ruprecht, 2007, S. 90.
  6. Peter Hopkirk: The Great Game. On Secret Service in High Asia. Oxford University Press, 2001, S. 66 f.
  7. Sarah C. Paine: Imperial Rivals. China, Russia, and Their Disputed Frontier. M. E. Sharpe, 1996, S. 68.
  8. Sarah C. Paine: Imperial Rivals. China, Russia, and Their Disputed Frontier. M. E. Sharpe, 1996, S. 213–214.
  9. Oleg Anatoljewitsch Timofejew: Russian-Chinese relations in the Amur region, mid-19th - early 20th centuries in: Institute for humanities an political studies, abgerufen am 16. September 2018
  10. Oleg Anatoljewitsch Timofejew: Russian-Chinese relations in the Amur region, mid-19th - early 20th centuries in: Institute for humanities an political studies, abgerufen am 16. September 2018
  11. Sarah C. Paine: Imperial Rivals. China, Russia, and Their Disputed Frontier. M. E. Sharpe, 1996, S. 68 f.
  12. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  13. Hugo Portisch: So sah ich Sibirien. Europa hinter dem Ural. Rowohlt, 1967, S. 149.
  14. Neville Maxwell: How the Sino-Russian Boundary Conflict Was Finally Settled: From Nerchinsk 1689 to Vladivostok 2005 via Zhenbao Island 1969. in Akihiro Iwashita: 21st Century COE Program Slavic Eurasian Studies. Hokkaido University, 2007, S. 56 f.
  15. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  16. Sarah C. Paine: Imperial Rivals. China, Russia, and Their Disputed Frontier. M. E. Sharpe, 1996, S. 213–214.
  17. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  18. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  19. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  20. Louis Livingston Seaman: From Tokio through Manchuria with the Japanese. Appleton Press, 1904, S. 170.
  21. Neville Maxwell: How the Sino-Russian Boundary Conflict Was Finally Settled: From Nerchinsk 1689 to Vladivostok 2005 via Zhenbao Island 1969. in Akihiro Iwashita: 21st Century COE Program Slavic Eurasian Studies. Hokkaido University, 2007, S. 56.
  22. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  23. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  24. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  25. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  26. Lothar Deeg: Kunst & Albers Wladiwostok. Verlag Klartext, 1996, S. 150 f.
  27. James Flath, Norman Smith: Beyond Suffering. Recounting War in Modern China. UBC Press, 2011, S. 110.
  28. Lev Grigorievich Deutsch: Sechzehn Jahre in Sibirien. Kapitel 37. Dietz Verlag 1903/1922. in: Projekt Gutenberg-DE, abgerufen am 18. September 2018
  29. Neville Maxwell: How the Sino-Russian Boundary Conflict Was Finally Settled: From Nerchinsk 1689 to Vladivostok 2005 via Zhenbao Island 1969. in Akihiro Iwashita: 21st Century COE Program Slavic Eurasian Studies. Hokkaido University, 2007, S. 56.
  30. Amurzeitung, Blagoweschtschensk, 17. August 1900.
  31. Hugo Portisch: So sah ich Sibirien. Europa hinter dem Ural. Rowohlt, 1967, S. 149.
  32. Louis Livingston Seaman: From Tokio through Manchuria with the Japanese. Appleton Press, 1904, S. 170.
  33. Neville Maxwell: How the Sino-Russian Boundary Conflict Was Finally Settled: From Nerchinsk 1689 to Vladivostok 2005 via Zhenbao Island 1969. in Akihiro Iwashita: 21st Century COE Program Slavic Eurasian Studies. Hokkaido University, 2007, S. 56.
  34. Oleg Anatoljewitsch Timofejew: Russian-Chinese relations in the Amur region, mid-19th - early 20th centuries in: Institute for humanities an political studies, abgerufen am 16. September 2018
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  39. Webseite des Aihui History Museum (chin.) in: www.aihuihistorymuseum.com, abgerufen am 21. September 2018
  40. Neville Maxwell: How the Sino-Russian Boundary Conflict Was Finally Settled: From Nerchinsk 1689 to Vladivostok 2005 via Zhenbao Island 1969. in Akihiro Iwashita: 21st Century COE Program Slavic Eurasian Studies. Hokkaido University, 2007, S. 47–72.
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  42. Peter Dittmar: Lange Grenze zwischen Russland und China in: Die Welt vom 23. Juli 2008, abgerufen am 19. September 2018
  43. Jiaqi Yan: Ten facts about the Sino-Russian border problem. A reply to the essays of Russian Minister-Counselor to China Sergey Goncharov and other people. Chinese University of Hong Kong, 2005, S. 35.
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