Vietnam (Fernsehserie, 2017)

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Seriendaten
Deutscher TitelVietnam
OriginaltitelThe Vietnam War
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Jahr2017
Episoden10 in 1 Staffel (Liste)
GenreDokumentation,
Krieg
RegieKen Burns,
Lynn Novick
DrehbuchGeoffrey C. Ward
ProduktionSarah Botstein,
Ken Burns,
Lynn Novick
MusikTrent Reznor,
Atticus Ross
KameraBuddy Squires
Erstveröffentlichung17. Sept. 2017 auf PBS
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
19. Sept. 2017 auf Arte
Synchronisation

Sprecher: Joachim Król

Die neunteilige Fernsehserie Vietnam von Ken Burns[1] und Lynn Novick ist eine 2017 erschienene umfassende Dokumentation des Vietnamkriegs und in Teilen seiner Nachbarstaaten gegen die französische Kolonialherrschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere nach 1946 (Indochinakrieg), und des amerikanischen Vietnamkriegs. Der amerikanische Originaltitel lautet The Vietnam War. Darin werden die Rollen der verschiedenen politischen Teile des vietnamesischen Volkes ausführlich dargestellt und die Sichtweise der europäischen und amerikanischen Eliten über die Befreiungsbewegung in Vietnam und im Kalten Krieg „gegen den Kommunismus“ in Asien, z. B. der als Bedrohung wahrgenommenen Politik der Volksrepublik China in der gesamten Region analysiert. Dagegen werden jeweils Aussagen zur Sicht derselben Zeitabschnitte von Vietnamesen gestellt.

Im amerikanischen Original handelt es sich um eine zehnteilige Filmserie mit einer Gesamtlänge von 18 Stunden. Die von Arte ausgestrahlte deutsche Fassung umfasst 9 Teile mit einer Gesamtlänge von 8,25 Stunden, die an drei eng auf einander folgenden Sendeterminen ausgestrahlt wurden.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Serie werden die Rollen der verschiedenen politischen Teile des vietnamesischen Volkes ausführlich dargestellt und die Sichtweise der europäischen und amerikanischen Eliten gegen die Befreiungsbewegung in Vietnam und im Kalten Krieg „gegen den Kommunismus“ in Asien, z. B. der als Bedrohung wahrgenommenen Politik der Volksrepublik China in der gesamten Region, analysiert. Dagegen werden dann Aussagen zur Sicht derselben Zeitabschnitte in Vietnam selbst gestellt.

Der Historiker Stephen Ambrose beschreibt den Einfluss Burns etwa so: „Von niemandem anderen als ihm bekommen viele Amerikaner ihr Geschichtswissen“.[2] Das Real Screen Magazine kam bereits 2002 nach einer Umfrage zu der Aussage, dass Burns und Robert J. Flaherty (mit seinem Nanuk, der Eskimo von 1922), die Dokumentarfilmer mit dem größten Einfluss („of all time“) seien.[3]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

US-Originalfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amerikanische Originalfassung The Vietnam War ist ein 10-teiliger, 18-stündiger Dokumentarfilm. Die Premiere strahlte Public Broadcasting Service am 17. September 2017 aus. Neben umfangreichem historischem Filmmaterial werden zahlreiche in der sechsjährigen Dreh- und Schnittzeit des Films aufgenommene Interviews mit Zeit- und zum Teil Augenzeugen eingearbeitet (bzw. Teile davon). Von genau diesen Zeitzeugen werden in Verbindung damit oft zeitgenössische Bilder bzw. Filmaufnahmen aus den Kriegsjahren, insbesondere bei Handlungen, die geschildert werden, gezeigt. Das wirkt so, als wenn sie heute ihre damalige Handlungsweise selbst direkt kommentieren.

Nr. Titel Länge Erstausstrahlung
1 Déjà Vu (1858–1961) 85 Min. 17. Sept. 2017
2 Riding the Tiger (1961–1963) 86 Min. 18. Sept. 2017
3 The River Styx (January 1964 – December 1965) 118 Min. 19. Sept. 2017
4 Resolve (January 1966 – June 1967) 117 Min. 20. Sept. 2017
5 This Is What We Do (July 1967 – December 1967) 88 Min. 21. Sept. 2017
6 Things Fall Apart (January 1968 – July 1968) 88 Min. 24. Sept. 2017
7 The Veneer of Civilization (June 1968 – May 1969) 111 Min. 25. Sept. 2017
8 The History of the World (April 1969 – May 1970) 112 Min. 26. Sept. 2017
9 A Disrespectful Loyalty (May 1970 – March 1973) 112 Min. 27. Sept. 2017
10 The Weight of Memory (March 1973 – Onward) 111 Min. 28. Sept. 2017

Deutsche Fassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine stark gekürzte deutsche Fassung, bestehend aus neun Teilen, wurde von arte vom 19. bis 21. September 2017 an drei aufeinanderfolgenden Abenden ausgestrahlt. Die Lieder des Soundtracks können als Ausschnitt aus der Musikgeschichte der amerikanischen Protestsongs gehört werden. Sie werden auch als CD separat vermarktet.

Nr. Titel Länge Erstausstrahlung
1 Déjà vu! oder: Alles schon mal da gewesen! (1858–1961) 55 Min. 19. Sept. 2017
2 Der Ritt auf dem Tiger (1961–1963) 53 Min. 19. Sept. 2017
3 Die Hölle auf Erden (Januar 1964 – Dezember 1965) 56 Min. 19. Sept. 2017
4 Zweifel (Januar 1966 – Dezember 1967) 58 Min. 20. Sept. 2017
5 Das Alte stürzt (Januar – Juli 1968) 51 Min. 20. Sept. 2017
6 Gespensterjagd (Juni 1968 – Mai 1969) 54 Min. 20. Sept. 2017
7 Feuermeer (April 1969 – Mai 1970) 55 Min. 21. Sept. 2017
8 Respektlose Treue (Mai 1970 – März 1973) 55 Min. 21. Sept. 2017
9 Was bleibt? (März 1973 bis heute) 56 Min. 21. Sept. 2017

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begleitbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezensionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englisch:

Deutsch:

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit Full transcript: Filmmaker Ken Burns on His latest documentary, “The Vietnam War,” 17. September 2017, engl.
  2. Peter Lee Wright: The Documentary Handbook. Routledge, 2009, ISBN 978-1-135-27014-8, S. 141
  3. Für beide Sätze: How Vietnam War sowed the seeds of a divided America in der brit. Zeitung The Guardian vom 16. September 2017 (Originalzitat: „More Americans get their history from Ken Burns than any other source.“ A 2002 poll by Real Screen Magazine ranked him and Robert Flaherty, of Nanook of the North fame, as the „most influential documentary makers of all time“. He has won dozens of awards including 15 Emmys.)