ViewMAX

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ViewMAX ist die grafische Benutzeroberfläche (GUI) von DR DOS, die auf GEM basiert und mit DR DOS 5.0 und 6.0 verteilt wurde. Mit ViewMAX können alle auf Kommandozeilenebene möglichen internen und externen Befehle sowie spezielle Dienstprogramme ausgeführt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Digital Research integrierte ViewMAX als grafische Bedienoberfläche erstmals 1990 in dessen hauseigenes DOS-Betriebssystem DR DOS 5.0 und 1992 in DR DOS 6.0. In etwa zeitgleich lieferte Microsoft mit DOS Shell ein ähnliches System mit dessen DOS-Betriebssystem MS-DOS aus. Nach dem Verkauf von DR DOS im Jahr 1993 ging auch ViewMAX zunächst von Digital Research an Novell über. Die geplante Integration von ViewMAX als Dateimanager in Novell DOS 7 wurde jedoch nicht vollzogen. Mit dem erneuten Verkauf von Novell DOS (vormals DR DOS) im Jahr 1996 an Caldera ging ViewMAX an Lineo, einem Caldera-Tochterunternehmen, welches 1998 unter dem Namen Caldera Thin Clients gegründet wurde. Wie schon Novell integrierte Caldera ViewMAX nicht in dessen Betriebssystem OpenDOS/DR-DOS (vormals Novell DOS). Lineo veröffentlichte 1999 den Quelltext der noch unfertigen Version ViewMAX/3 unter der GNU General Public License.[1]

Entwicklung[Bearbeiten]

ViewMAX basiert auf dem Kernel von GEM/4, der in einigen nur für GEM-Applikationen notwendigen Funktionen beschnitten, in anderen jedoch an die Erfordernisse des ViewMAX-Desktops erweitert wurde. Durch diese enge Verwandtschaft ist teils das Starten von GEM-Applikationen möglich. Der ViewMAX-Desktop selbst ist eigentlich auch eine GEM-Applikation und kann somit (wenn VIEWMAX.EXE in VIEWMAX.APP umbenannt wird) unter allen PC-GEM-Versionen, und damit auch auf GEM/1 von 1984, ausgeführt werden. Für das Gros der für GEM verfügbaren Applikationen ist jedoch eine zusätzliche Installation von PC-GEM Version 3 notwendig, wonach diese jedoch direkt aus ViewMAX heraus gestartet werden können.[2][3]

Neben den wenigen mit ViewMAX funktionierenden GEM-Applikationen (Dateinamenserweiterung .APP) können noch Programme mit der Dateinamenserweiterung .ACC ausgeführt werden. Dabei handelt es sich um “Desk Accessories” (wörtlich übersetzt etwa „Schreibtisch-Zubehör“), welche die Arbeitsweise des GEM-Desktop erweitern oder verändern können.[4]

Verbreitung[Bearbeiten]

ViewMAX teilt das gleiche Schicksal wie dessen Pendant DOS Shell: da Kommandozeilenparameter auf reiner DOS-Ebene (siehe auch →Kommandozeileninterpreter und →COMMAND.COM) einfacher zu übergeben waren als unter ViewMAX blieb eine breite Verwendung dieser Erweiterung aus. Auch gab es zu dieser Zeit bereits geeignete Produkte für diesen Zweck, beispielsweise den Norton Commander, die PC Shell oder Xtree.

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

Version Datum Beschreibung / Änderungen
ViewMAX/1 Mai 1990 (DR DOS 5.0) ViewMAX/1 weist große Ähnlichkeiten zu vorherigen GEM-Versionen auf. So gibt es zwei Fenster mit fixer Größe, die entweder Icons der Verzeichnisse und Dateien oder eine Darstellung der Verzeichnishierarchie enthalten.
ViewMAX/2 März 1992 (DR DOS 6.0) Neben rein optischen Verbesserungen, etwa die 3D-Darstellung von Desktop- und Fensterelementen sowie benutzerdefinierte Farbschemen, wurde auch die Unterstützung für den unter DR DOS 6.0 eingeführten Taskswitcher TaskMAX eingearbeitet.
ViewMAX/3 geplant (Novell DOS 7) ViewMAX/3 sollte eigentlich als Dateimanager in Novell DOS 7 integriert werden, wurde aber nicht mehr vollendet. Der Quelltext für eine unfertige Beta-Version wurde später von Caldera Thin Clients (später Lineo) unter der GPL veröffentlicht. Geplant waren Programmgruppen und skalierbare Fenster.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Elliott's homepage: The GEM GUI for the IBM PC (englisch)
  2. John Elliott's homepage: The GEM GUI for the IBM PC – A comparison between GEM and ViewMAX (englisch)
  3. ATARI Programmieren: Abschnitt 2; TOS / GEM (DR DOS-Teil, deutsch)
  4. John Elliott's homepage: The GEM GUI for the IBM PC – GEM file formats (englisch)