Viktorsberg

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Viktorsberg
Wappen von Viktorsberg
Viktorsberg (Österreich)
Viktorsberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Feldkirch
Kfz-Kennzeichen: FK
Fläche: 12,49 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 9° 40′ O47.2997222222229.6666666666667879Koordinaten: 47° 17′ 59″ N, 9° 40′ 0″ O
Höhe: 879 m ü. A.
Einwohner: 383 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 31 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6836
Vorwahl: 05523
Gemeindekennziffer: 8 04 22
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 36
6836 Viktorsberg
Website: www.viktorsberg.at
Politik
Bürgermeister: Philibert Ellensohn
Gemeindevertretung: (2010)
(9 Mitglieder)
Mehrheitswahl
Lage der Gemeinde Viktorsberg im Bezirk Feldkirch
Altach Düns Dünserberg Feldkirch Frastanz Fraxern Göfis Götzis Klaus Koblach Laterns Mäder Meiningen Rankweil Röns Röthis Satteins Schlins Schnifis Sulz Übersaxen Viktorsberg Weiler Zwischenwasser VorarlbergLage der Gemeinde Viktorsberg im Bezirk Feldkirch (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick von Fraxern auf den Viktorsberg
Blick von Fraxern auf den Viktorsberg
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Viktorsberg ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Feldkirch mit 383 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014)

Geografie[Bearbeiten]

Viktorsberg liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Feldkirch auf 879 Metern Höhe. 73,0 % der Fläche sind bewaldet, 15,2 % der Fläche Alpen. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Viktorsberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Viktorsberg besitzt eine gemeinsame Gemeindegrenze mit fünf anderen vorarlberger Gemeinden. Dies sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, die Stadt Dornbirn im gleichnamigen Bezirk Dornbirn sowie die Gemeinden Zwischenwasser, Röthis, Weiler und Fraxern im Bezirk Feldkirch.

Geschichte[Bearbeiten]

Viktorsberg wurde nach dem Papst und Märtyrer St. Viktor († ca. 202) benannt, dessen Schädel wohl schon seit dem 8. Jahrhundert in der Viktorsberger Kirche aufbewahrt wird. Die erstmalige urkundliche Erwähnung findet sich im rätischen Güterverzeichnis von 842. Zu den wunderlichsten und gleichzeitig interessantesten Gestalten der Vorarlberger Heiligen zählt zweifellos der irische Einsiedler Eusebius. Eusebius verließ Mitte des 9. Jahrhunderts – vertrieben durch kriegerische Einfälle der Dänen und Norweger – seine Heimatinsel und fand in Viktorsberg Zuflucht. Er stand in enger Verbindung mit dem Kloster St. Gallen und soll sogar dem Karolinger-Kaiser Karl III. († 888) Rat erteilt haben. Aus Dankbarkeit ermöglichte der Kaiser durch eine Schenkung den Unterhalt des kleinen Konvents und stellte Viktorsberg unter Schutz und Eigentum des Klosters St. Gallen. Ein St. Galler Totenbuch meldet das Ableben des Eusebius unter dem 31. Januar 884.

Die Jahrhunderte nach seinem Tod schienen Eusebius vergessen zu haben. Kein einziger Geschichtsschreiber berichtet über den seltsamen irischen Reklusen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erzählt jedoch der Überlinger Volks- und Erbauungsschriftsteller Johann Georg Tibianus, dass Eusebius auf den Feldern von Brederis sonntagsschändende Bauern gescholten habe und deshalb von ihnen mit einer Sense enthauptet worden sein soll. Eusebius habe aber gleich nach seiner Ermordung zum Erstaunen seiner Mörder sein abgeschlagenes Haupt aufgenommen und damit den Tatort verlassen. Schließlich soll er sein Haupt auf dem Altar der Viktorsberger Kirche zur Ruhe niedergelegt haben. 1730 wurde Eusebius von der römischen Ritenkongregation sogar seliggesprochen. Das Kleeblatt im Wappen deutet auf die Irische (früher neu schottische) Verbindung hin.

Über die Entwicklungen und Schicksale des Klosters ist nur wenig bekannt, da es zweimal abbrannte und dabei sehr viele alte Schriften zugrunde gegangen sind. Bekannt ist nur, dass später die Grafen von Montfort im Besitze des Viktorsbergs waren. Im Jahr 1370 begann Graf Rudolf III von Montfort, die Kirche und das Klostergebäude in einen besseren Zustand zu versetzen. Am 13. September 1383 vergab er den neu errichteten Klosterbau an die Minoriten. 1398 erwarb das Haus Österreich die Vogtei über das Minoritenkloster. Im Jahre 1642 brannte das Kloster nach einem Blitzeinschlag vollständig nieder. Im Jänner 1785 wurde das Minoritenkloster durch Joseph II. aufgehoben.

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Viktorsberg seit der Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 6,5 %.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 9 Mitgliedern. Die Wahl erfolgte bei der Gemeindevertretungswahl 2010 nicht per Parteienlisten, sondern per Mehrheitswahl. Bürgermeister ist Philibert Ellensohn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Viktorsberg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 4 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 9 Beschäftigten und 8 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 181. Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 20 Schüler. In Viktorsberg gibt es zudem einen Kindergarten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Viktorsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien