Villa Merkel

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Ansicht von Südost
Wintergarten auf der Westseite
Gärtnerhaus
Bahnwärterhaus

Die Villa Merkel in Esslingen am Neckar wurde 1872/73 als Unternehmer-Villa errichtet und dient seit 1973 als Galerie der Stadt Esslingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villa wurde von dem Stuttgarter Architekten Otto Tafel (1838–1914) für den Industriellen Oskar Merkel in einem Landschaftsgarten unmittelbar neben der Filstalbahn (Bahnstrecke StuttgartUlm) erbaut, was im technikgläubigen 19. Jahrhundert weder störte noch unüblich war. Die Villa wurde in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Firmengebäudes errichtet.[1]

Die Anlage ist heute ein Kulturdenkmal aufgrund des Gesetzes zum Schutz der Kulturdenkmale des Landes Baden-Württemberg.

Derzeit werden 15 Räume der Villa mit insgesamt etwa 500 m² für Ausstellungen genutzt. Neben der Villa Merkel nutzt die Stadt Esslingen auch das benachbarte Bahnwärterhaus. Hier werden vier Räume verwendet, um die Werke vorwiegend junger, unbekannter Künstler zu präsentieren. Außerdem wird hier eine Wohnung für Stipendiaten vorgehalten.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umfassungsmauern der Villa und deren Kellerdecke bestehen aus Stampfbeton. Sie ist damit eines der frühen, im Wesentlichen aus Beton errichteten Wohnhäuser in Deutschland. Die Tatsache war vergessen gegangen und wurde erst bei Voruntersuchungen für eine Instandsetzung 2002 wieder entdeckt. Die Innenwände sind dagegen in Fachwerk ausgeführt, die Decken der aufgehenden Stockwerke Holzbalkendecken.[2] Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte 2006 die Instandsetzung der Südfassade mit 50.000 Euro.

Dem Geschmack der Gründerzeit entsprechend, wurde das Haus im Stil der Neorenaissance gestaltet. Der Eingang liegt auf der Nordseite und ist damit Stadt und Bahnstrecke zugewandt. Er wurde als eingestellter Portikus gestaltet. Die Park und Neckar zugewandte Südseite hat einen Standerker. Auf der Westseite besitzt die Villa einen zweigeschossigen Wintergarten, der in seinem unteren Teil aus Kellergewölben besteht. Die Fenster des oberen Teils sind nur bereichsweise verglast. Ebenfalls über zwei Geschosse erstreckt sich das mit einem Mosaikfußboden versehene Vestibül mit umlaufender Galerie im ersten Stock. Deren Säulen sind der ionischen und korinthischen Ordnung nachempfunden. Das Vestibül wird durch von oben einfallendes Tageslicht beleuchtet.

Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Park der Villa liegt zwischen der Bahnlinie und dem Neckar. Hier steht das alte Gärtnerhaus, das die Graphische Sammlung der Stadt Esslingen sowie die Verwaltung der Städtischen Galerien aufnehmen soll. Im Park werden plastische Werke sowie ein Bogen der alten Pliensaubrücke ausgestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Fekete: Die Villa Merkel in Esslingen. Ein Fabrikantenwohnhaus der Gründerzeit, in: Esslinger Studien 21, 1982, S. 119–138
  • Ferdinand Werner: Der lange Weg zum neuen Bauen. Band 1: Beton: 43 Männer erfinden die Zukunft. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2016. ISBN 978-3-88462-372-5, S. 130ff.
  • Katharina Worst: Die Merkel-Villa von Esslingen. Stuttgart 2011

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner, S. 130.
  2. Werner, S. 135.


Koordinaten: 48° 44′ 3″ N, 9° 18′ 36″ O