Villa Wesendonck

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Villa Wesendonck
Die Villa Wesendonck 2008

Die Villa Wesendonck 2008

Daten
Ort Quartier Enge, Zürich
Architekt Leonhard Zeugheer
Bauzeit 1853–1857
Grundfläche 1'543[1] m²
Nutzfläche 3'556[1] m²

Die Villa Wesendonck ist eine 1853–1857[2] für den Industriellen Otto Wesendonck und seine Frau Mathilde Wesendonck erbaute herrschaftliche Villa am linken Seeufer im Quartier Enge in Zürich.

Architektur und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villa Wesendonk und «Asyl» auf dem grünen Hügel in Enge bei Zürich.
Heute Museum Rietberg

Das Gebäude im Stil der italienischen Renaissance gilt als eines der reifsten Werke des Architekten Leonhard Zeugheer. Südlich des Hauses breitet sich ein von Leopold Karl Theodor Fröbel angelegter Landschaftsgarten aus, der heutige Rieterpark.[2]

Als die deutschen Seidenhändler Wesendocks aus politischen Gründen Zürich während des Deutsch-Französischen Krieges verliessen, erwarb 1871 Adolf Rieter-Rothpletz (1817–1882), ein Winterthurer Baumwollindustrieller, die Villa Wesendonck.[3][4]

1944 kaufte die Stadt Zürich die Liegenschaft für drei Millionen Franken und unterzog sie im Innern einem durchgreifendem Umbau.[3] Das Gebäude beherbergt seit 1952 das Museum Rietberg, ein Museum für Kunst aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Schweizer Masken.

Eingangsbereich (links die Remise, rechts der «Smaragd»)

Ein unterirdischer Erweiterungsbau des Museums wurde im Zeitraum Mai 2004 bis Dezember 2006 errichtet[1] und Mitte Februar 2007 eröffnet. Der Neubau geht mit mehr als 12 Metern in die Tiefe und erstreckt sich auf zwei unterirdische Geschosse.[1] Die Grundfläche beläuft auf rund 1'600 Quadratmetern und übertrifft bei weitem die des Altbaus der Villa mit rund 800 Quadratmetern.[1]

Das Projekt mit dem Namen «Baldachine von Smaragd» spielt auf ein Gedicht von Mathilde Wesendonck, das von Richard Wagner als drittes der Wesendonck-Lieder vertont wurde, an.[5] Das mit 46 Millionen Franken Erstellungskosten bezifferte Projekt[6] wurde von der Architektengementschaft des Wiener Architekten Adolf Krischanitz und des Schweizer Alfred Grazioli mit Bürositz in Berlin realisiert.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Baukultur in Zürich: Enge, Wollishofen, Leimbach (= Schutzwürdige Bauten und gute Architektur der letzten Jahre [ohne Bandnummer]). Hrsg. von Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau. Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2006, S. 52.
  • Christine Barraud Wiener, Regula Crottet, Karl Grunder, Verena Rothenbühler: Die Stadt Zürich V. Die «Ausgemeinden» der Stadt Zürich bis 1860 (= Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe Band V). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. GSK, Bern 2012, S. 173–178.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Villa Wesendonck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Museum Rietberg. Zürich-Enge. (pdf) Erweiterung. Dezember 2006. Stadt Zürich. Amt für Hochbauten, Dezember 2006, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  2. a b Baukultur in Zürich: Enge, Wollishofen, Leimbach (= Schutzwürdige Bauten und gute Architektur der letzten Jahre [ohne Bandnummer]). Hrsg. von Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau. Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2006, S. 52; Christine Barraud Wiener, Regula Crottet, Karl Grunder, Verena Rothenbühler: Die Stadt Zürich V. Die «Ausgemeinden» der Stadt Zürich bis 1860 (= Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe Band V). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. GSK, Bern 2012, S. 173–178.
  3. a b Christine Barraud Wiener, Regula Crottet, Karl Grunder, Verena Rothenbühler: Die Stadt Zürich V. Die «Ausgemeinden» der Stadt Zürich bis 1860 (= Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe Band V). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. GSK, Bern 2012, S. 173–178.
  4. Philipp Meier: Ein Zürcher Landhaus mit Geschichte. Einst Sommersitz der Familie Rieter, wurde das Landhaus Farenweid auf dem Hirzel nach umfassender Restaurierung am vergangenen Samstag der Öffentlichkeit übergeben. NZZ, 8. Juni 2015, abgerufen am 9. Dezember 2021.
  5. David Nice: 10 houses belonging to famous composers to visit. In: Classical Music. BBC Music Magazine. 14. Mai 2021, abgerufen am 9. Dezember 2021 (englisch).
  6. Erweiterung Museum Rietberg. Erst auf den zweiten Blick fällt die Erweiterung ins Auge. Das Museum Rietberg mit seiner aussergewöhnlichen Sammlung aussereuropäischer Kunst ist um ein Mehrfaches grösser geworden. Der präzis gesetzte und edel ausgestattete Neubau von Grazioli Krischanitz Architekten verbirgt sich im Untergrund und tritt der alten Villa Wesendonck nur mit dem smaragdgrünen Glasvorbau seines Foyers gegenüber. Abgerufen am 9. Dezember 2021.


Koordinaten: 47° 21′ 32,3″ N, 8° 31′ 48,9″ O; CH1903: 682466 / 245919