Villach

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Statutarstadt
Villach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Villach
Villach (Österreich)
Villach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Statutarstadt
Kfz-Kennzeichen: VI
Fläche: 134,99 km²
Koordinaten: 46° 37′ N, 13° 51′ OKoordinaten: 46° 36′ 48″ N, 13° 50′ 46″ O
Höhe: 501 m ü. A.
Einwohner: 62.882 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 466 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 9500, 9504, 9523, 9524, 9580, 9585, 9586, 9587
Vorwahl: 04242
Gemeindekennziffer: 2 02 01
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Rathausplatz 1
9500 Villach
Website: www.villach.at
Politik
Bürgermeister: Günther Albel (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(45 Mitglieder)
22
9
7
3
1
1
2
22 
Insgesamt 45 Sitze
Lage von Villach
Bezirk FeldkirchenBezirk HermagorKlagenfurt am WörtherseeBezirk Klagenfurt-LandBezirk Sankt Veit an der GlanBezirk Spittal an der DrauVillachBezirk Villach-LandBezirk VölkermarktBezirk WolfsbergLage des Bezirks Villach im Bundesland Kärnten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Villach Panoramablick
Villach Panoramablick
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Villach [ˈfɪlax] (slowenisch Beljak, italienisch Villaco, furlanisch Vilac) ist die siebtgrößte Stadt Österreichs und nach Klagenfurt am Wörthersee die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Kärnten. Sie stellt für den Süden Österreichs sowie den Alpen-Adria-Raum einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt dar. Die Statutarstadt ist mit ihren 62.882 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020)[1] die größte Stadt Österreichs, die nicht gleichzeitig Hauptstadt eines Bundeslandes ist.

Geographie und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet liegt am westlichen Rand des Klagenfurter Beckens am Zusammenfluss der Drau mit der Gail. Das Gemeindegebiet von Villach grenzt an bzw. umschließt mehrere Seen, darunter den Ossiacher See, Faaker See, Silbersee, Vassacher See, Grünsee, Magdalensee und Leonharder See.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der politische Bezirk Villach (Stadt) ist das Verwaltungsgebiet der Statutarstadt auf Bezirksebene. Er umfasst zahlreiche Orte im Umland, von denen nur einige eigentliche Stadtteile bilden (in Klammern die slowenischen Namen):

A–L:

M–R:

S–Z:

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 58 Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2020[2]):

  • Bogenfeld (185)
  • Dobrova (85)
  • Drautschen (365)
  • Drobollach am Faaker See (441)
  • Duel (26)
  • Egg am Faaker See (297)
  • Goritschach (604)
  • Graschitz (66)
  • Gratschach (190)
  • Greuth (153)
  • Gritschach (349)
  • Großsattel (130)
  • Großvassach (1035)
  • Heiligengeist (184)
  • Heiligen Gestade (89)
  • Kleinsattel (123)
  • Kleinvassach (672)
  • Kratschach (139)
  • Kumitz (254)
  • Landskron (4528)
  • Maria Gail (566)
  • Mittewald (91)
  • Mittewald ob Villach (43)
  • Neufellach (762)
  • Neulandskron (493)
  • Obere Fellach (812)
  • Oberfederaun (24)
  • Oberschütt (160)
  • Oberwollanig (232)
  • Pogöriach (107)
  • Prossowitsch (163)
  • Rennstein (139)
  • St. Andrä (766)
  • St. Georgen (995)
  • St. Leonhard (1983)
  • St. Magdalen (1416)
  • St. Michael (258)
  • St. Niklas an der Drau (264)
  • St. Ruprecht (484)
  • St. Ulrich (626)
  • Serai (135)
  • Tschinowitsch (352)
  • Turdanitsch (172)
  • Untere Fellach (3354)
  • Unterfederaun (23)
  • Unterschütt (211)
  • Unterwollanig (151)
  • Urlaken (113)
  • Villach-Auen (6747)
  • Villach-Innere Stadt (8207)
  • Villach-Lind (5137)
  • Villach-St. Agathen und Perau (3401)
  • Villach-St. Martin (24)
  • Villach-Seebach-Wasenboden (3969)
  • Villach-Völkendorf (5471)
  • Villach-Warmbad-Judendorf (2361)
  • Weißenbach (4)
  • Zauchen (338)
Die Burgruine Landskron
Blick über Villach in östliche Richtung (um 1898)
Blick auf die Draupromenade von der Bahnhofstraßenbrücke

Berge und Höhenzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dobratsch (2166 m ü. A.), Mittagskogel (2145 m ü. A.), Dobrova (612 m ü. A.), Genottehöhe (567 m ü. A.), Gerlitzen (1909 m ü. A.), Graschelitzen (728 m ü. A.), Kumberg (774 m ü. A.), Kumitzberg (658 m ü. A.), Landskron (676 m ü. A.), Nieschach (733 m ü. A.), Oswaldiberg (963 m ü. A.), Polana (660 m ü. A.), Tscheltschnigkogel (696 m ü. A.), Wollanigberg (1174 m ü. A.), Buchberg (779 m ü. A.).

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villach
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
47
 
1
-6
 
 
47
 
5
-5
 
 
66
 
11
-1
 
 
83
 
15
3
 
 
96
 
20
8
 
 
121
 
23
11
 
 
134
 
26
13
 
 
111
 
25
13
 
 
102
 
21
9
 
 
106
 
15
5
 
 
102
 
7
-1
 
 
61
 
2
-5
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: ZAMG
Klimatabelle für Villach 1971–2000
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,4 5,2 10,6 14,9 20,2 23,4 25,6 25,2 20,8 14,5 6,6 1,8 Ø 14,2
Min. Temperatur (°C) −6,4 −4,6 −0,8 3,1 7,9 11,1 12,9 12,8 9,2 4,6 −0,7 −4,8 Ø 3,7
Temperatur (°C) −3,2 −0,6 4,0 8,3 13,5 16,7 18,7 18,3 14,1 8,5 2,2 −2,1 Ø 8,2
Niederschlag (mm) 46,8 47,1 65,5 83,2 96,1 120,5 133,7 111,3 102,3 105,5 102,2 61,2 Σ 1.075,4
Sonnenstunden (h/d) 2,7 4,3 5,2 5,6 6,7 7,1 7,9 7,3 6,3 4,7 2,9 2,4 Ø 5,3
Regentage (d) 5,9 5,3 7,1 9,0 10,4 12,0 11,9 10,1 8,2 8,3 7,7 6,3 Σ 102,2
Wassertemperatur (°C) 5 7 12 18 24 26 28 28 24 20 12 7 Ø 17,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
1,4
−6,4
5,2
−4,6
10,6
−0,8
14,9
3,1
20,2
7,9
23,4
11,1
25,6
12,9
25,2
12,8
20,8
9,2
14,5
4,6
6,6
−0,7
1,8
−4,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
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s
c
h
l
a
g
46,8
47,1
65,5
83,2
96,1
120,5
133,7
111,3
102,3
105,5
102,2
61,2
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: ZAMG

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villach, Blick von der Burgruine Landskron
Thomas von Villach
100-Schilling-Silbermünze anlässlich 1100 Jahre Villach (1978)

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Funde von menschlichen Spuren im Raum Villach stammen aus der späten Jungsteinzeit. Vielfältige Funde stammen aus der Römerzeit (ab 15 v. Chr.), in der in der Nähe des heutigen Villach ein Ort namens Santicum bestand. Er wird nahe den Thermalquellen von Warmbad im Süden vermutet. Eine zeitweilig ebenfalls bei Villach vermutete römische Zollstation Bilachinium lag dagegen tatsächlich im Kanaltal/Val Canale bei Camporosso/Saifnitz. Um das Jahr 600 wanderten slawische Stämme ein und gründeten das slawische Fürstentum Karantanien.

Um das Jahr 740 wandte sich Borouth, Herzog von Karantanien, an Herzog Odilo von Bayern um Hilfe gegen die Awaren. Diese wurde ihm auch gewährt, allerdings nur gegen die Anerkennung der bayerischen bzw. fränkischen Oberhoheit in Karantanien. Der Karolinger König Karlmann schenkte im Jahr 878 dem bayerischen Kloster Öttingen den Königshof Treffen. Dabei wurden die Villacher Brücke und der gleichfalls aus vorrömischer Zeit stammende Name Villach erstmals als ad pontem Uillach urkundlich erwähnt.

Im Jahr 979 wurde der Königshof Villach von Kaiser Otto II. an Bischof Albuin von Säben/Brixen als Lehen vergeben. Von 1007 bis 1759 war Villach im Besitz des Hochstifts Bamberg.

Hochmittelalter und Frühere Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1060 erhielt Villach das Marktrecht, in der folgenden Zeit ist die Marktsiedlung zur voll entwickelten Stadt herangewachsen; als solche ist Villach mindestens seit dem Jahr 1240 urkundlich erwiesen. Bei Erdbeben am 25. Jänner 1348 und am 4. Dezember 1690 erlitt die Stadt schwere Schäden. Nachdem um das Jahr 1526 die Reformation Einzug in Kärnten gehalten hatte, wurde Villach zum Kärntner Zentrum des Protestantismus.[3] Während der Gegenreformation um das Jahr 1600 sind viele evangelische Villacher ausgewandert. Dies führte zu einem zeitweiligen wirtschaftlichen Niedergang der Stadt beitrug.[4]

Im Jahr 1759 wurde Villach von Kaiserin Maria Theresia von Österreich zusammen mit allen anderen bambergischen Besitzungen in Kärnten von Österreich gekauft. Die mit dem Fürstbistum Bamberg vereinbarte Kaufsumme betrug 1 Million Gulden. Entgegen einer verbreiteten Irrmeinung ist die Veranlagung und Zahlung des Kaufpreises genau erfolgt. Im Zuge der Theresianischen Reformen wurde Villach neben Klagenfurt und Völkermarkt zum Sitz einer Kreishauptmannschaft.

Während der napoleonischen Zeit (1809 bis 1813) war Villach Kreisstadt innerhalb der französischen Illyrischen Provinzen. Während dieser Zeit wurde die mittelalterliche Stadtbefestigung abgerissen. Die Stadt wurde im Sommer 1813 von Österreich zurückerobert, wobei es zu schweren Beschädigungen an Bauwerken der Stadt kam. Mit der Bürgergarde wurde im Jahr 1852 der Rest der ehemaligen städtischen Wehrorganisation aufgelöst.[5]

Im Jahr 1880 hatte die Stadtgemeinde Villach 6104 Einwohner. Davon waren 5475 deutsch- (90 %) und 30 slowenischsprachig (0,5 %).[6]

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Ersten Weltkrieges war Villach als Frontstadt zu Italien von 1915 bis 1917 der Sitz des Kommandos der 10. Armee.

Am 1. Jänner 1932 wurde Villach zur autonomen Stadt mit eigenem Statut. Gleichzeitig übernahm Villach die Aufgaben der Bezirksverwaltung.[7]

Nach dem „Anschluss Österreichs“ kam es in der Reichspogromnacht auch in Villach zu Zerstörungen jüdischen Eigentums, Enteignungen, Vertreibungen und tätlichen Angriffen gegen Juden. Die Villacher Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime Heinrich Brunner, Valentin Clementin, Rosa Eberhard, Milan Jelic, Margarete Jessernig, Maria Peskoller, Erich Ranacher und Josef Ribitsch wurden am 18. Dezember 1944 von Roland Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichtshofes, zum Tode verurteilt und am 23. Dezember 1944 in Graz mit dem Fallbeil hingerichtet.

Im Zweiten Weltkrieg flogen die Alliierten 37 Luftangriffe gegen Villach. Durch den Abwurf von ca. 42.500 Bomben wurden 85 % der Gebäude der Stadt beschädigt. Villach zählte nach Wiener Neustadt zu den meistbeschädigten Städten Österreichs.[8]

Im Rahmen der Alpenkonvention wurde Villach im Jahr 1997 zur ersten Alpenstadt des Jahres gekürt und erhielt im Jahr 2014 eine europaweite Auszeichnung für das Engagement in den Bereichen Umweltschutz und erneuerbare Energien.

Im Jahr 2014 wurde Villach der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[9]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1905 wurde ein Teil des Gemeindegebiets von St. Martin eingemeindet. Im Jahr 1973 vergrößerte sich das Stadtgebiet durch die Eingemeindung der Gemeinden Landskron, Maria Gail und Fellach aufs Neue und hat damit die derzeitige Größe erreicht.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahl und Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Bevölkerungszusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Jänner 2009 lebten in Villach 58.949 Personen, davon 6961 oder 11,8 % Ausländer.[10] Insgesamt 8898 Personen oder 15,1 % waren im Ausland geboren. Der Großteil der im Ausland geborenen Personen stammte aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien (3940 Personen oder 6,7 % der Gesamtbevölkerung), die nächstgrößte Gruppe waren Deutsche (1642 Personen oder 2,8 % der Gesamtbevölkerung).[11]

Die Einwohnerzahl der Stadt Villach wächst und erreichte am 1. Jänner 2014 eine Bevölkerungszahl von 60.004 Einwohnern. Rund 10.000 Personen oder rund 17 % der Villacher Bevölkerung verfügen per Stichtag 1. Jänner 2018 über keine österreichische Staatsbürgerschaft. Insgesamt wurden 12.648 Personen (das sind 20,4 % der Villacher Bevölkerung) nicht in Österreich geboren (Anmerkung: „Bevölkerung mit Migrationshintergrund“ ohne in Österreich geborene Kinder).[12]

Mit Stichtag 1. Jänner 2019 lebten 62.243 Personen in Villach, davon hatten 11.942 Bewohner keine österreichische Staatsbürgerschaft (das entspricht 19,2 %) und 13.050 Villacher wurden im Ausland geboren (das sind 21 % der Villacher Bevölkerung).[13]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Daten des Villacher Meldeamtes, ergaben sich per Stichtag 31. Dezember 2016 aufgrund freiwilliger Angaben durch 55.591 Einwohner und Einwohnerinnen (Bevölkerungsstand laut ZMR vom 31. Oktober 2016: 61.833) der Stadt folgende Zahlen zur Religionszugehörigkeit:[14]

Im Jänner 2017 waren, laut Kärntner Landesschulrat, 49 % der Pflichtschüler in Villach römisch-katholisch, 20 % muslimisch und 15,1 % evangelisch.[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Villach

Hauptplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenhof des Paracelsushauses in Villach, Hauptplatz

Er ist ein großzügig angelegter Straßenplatz im Verhältnis Eins zu Acht. Die Anlage datiert aus dem 12. Jahrhundert, mit leicht geschwungenen Baulinien und geschlossen wirkender Platzwand, unterbrochen durch schmale Gassen, letztere zum Teil mit Schwibbögen (Ankershofen- und Karlgasse). Zudem stehen zwei historisch wichtige Gebäude am Hauptplatz, einerseits das Haus, in dem der Arzt und Philosoph Paracelsus eine Zeit lang gewohnt hat, andererseits das Geburtshaus von Anton Ghon. Beide Gebäude befinden sich auf der Westseite des Platzes.

Pranger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptplatz mit Pranger im Vordergrund

Am unteren Hauptplatz ist vor dem damaligen Rathaus ein Steinpfahl aufgestellt. Bereits im 15. Jahrhundert stand der Pranger ungefähr an dieser Stelle, die so zentral gewählt wurde, dass beinahe jedermann daran vorbeigehen musste. Um das Jahr 1800 wurde er entfernt, in der Uferschutzmauer der Draulände eingemauert und galt rund 150 Jahre als verschollen. Erst beim Abbruch dieser Mauer am 12. Oktober 1959 gelangte die sechsseitige Bekrönung des ehemaligen Prangers wieder ans Tageslicht. Der heutige Villacher Pranger stellt eine Kopie dar, das Original steht im Hof des Museums in der Widmanngasse.

Einzigartig unter den vielen erhalten gebliebenen österreichischen Prangern ist die bildhafte Darstellung der möglichen Strafen bei bestimmten Vergehen. Am pyramidenförmigen Aufsatz sind vier drakonische Strafen als drastische Abschreckung in Stein gemeißelt: Stäupen (Auspeitschen), Hand abhacken, Augen ausstechen und das Abschneiden eines Ohres. Neben den vier Darstellungen der Körperstrafen zeigen zwei weitere Felder Rechtssymbole: die Waage als Sinnbild der Gerechtigkeit und der Schwertarm als Ausdruck der Marktgerechtigkeit und des Friedegebots.

Die mittelalterliche Bestrafung eines Delinquenten sollte seine Wirkung nicht verfehlen, stellte doch das Prangerstehen eine schlimme Strafe dar. Der an diesen Pfahl gebundene Täter sollte eine Tafel umgehängt bekommen, auf der sein Vergehen geschrieben stand, und wäre somit den Beschimpfungen und dem Spott der Vorbeigehenden schutzlos ausgesetzt gewesen. Besonders häufig mussten Ehebrecher und Diebe das Prangerstehen über sich ergehen lassen. Die Androhung der Strafen dürfte in Villach ihre abschreckende Wirkung nicht verfehlt haben, denn es gibt keine Aufzeichnungen oder Meldungen über den Vollzug einer solchen.[16]

Lederergasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Draulände und Lederergasse

Sie liegt im Nordwestteil an der ehemaligen Stadtmauer in der Villacher Innenstadt. Sie gehört zum Viertel westlich des Hauptplatzes. Die alte Gasse erhielt ihren Namen von den Handwerkern, die hier ihre Manufakturen hatten. Heute ist sie Teil der Fußgängerzone der Stadt.

Hochwassermarken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochwassermarke von 1567

Die drauseitig gelegenen Gebäude der Lederergasse wurden im Laufe von Jahrhunderten mehrere Male von Überflutungen in Mitleidenschaft gezogen. In der Gasse angebrachte Tafeln mit den jeweiligen Pegelständen des Hochwassers bezeugen dies auf eindrucksvolle Art und Weise. Im Speziellen ist die Hochwassermarke aus dem Jahr 1567 am Haus Nummer 12 besonders sehenswert. Die beiden letzten großen Wasserschwälle suchten Villach in den Jahren 1966 und 1967 heim. Allfälligen künftigen Hochwässern kann man jedoch mit Zuversicht entgegenblicken, denn durch den Bau des Flusskraftwerkes Villach hat man heute bessere Regulierungsmöglichkeiten als früher.

Hegerhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hegerhaus

Das Hegerhaus ist als spätgotisches Handwerkerhaus neben dem oberen Tränktor unter Einbeziehung der ehemaligen Stadtmauer (Nordseite) errichtet worden. Nach schweren Kriegsbeschädigungen verfiel das Haus fast bis zur Abbruchsreife. In den Jahren 1977 bis 1978 wurde es von Hilda Heger durch Architekt DI Peter H. Kulterer vor dem Verfall gerettet, innen und außen in Stand gesetzt und revitalisiert.

Gerbergasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waren es die Lederer auf der Westseite, so waren es auf der Ostseite die Gerber, die für die Namensgebung der Gasse parallel zum Draufluss Pate standen.

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villach war Zentrum der Villacher Schule, einer Werkstatt für Malerei und Schnitzkunst, die im 15. und 16. Jahrhundert künstlerisch gestaltete Arbeiten, vorwiegend Sakralkunst (Flügelaltar, Fresko), im spätgotischen Stil produzierte. Ihre bedeutendsten Vertreter waren Friedrich von Villach und dessen Schüler Thomas von Villach.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtmuseum in der Widmanngasse
  • Stadtmuseum Villach; Das seit dem Jahr 1873 bestehende Stadtmuseum ist in einem historischen Bürgerhaus im Stadtzentrum untergebracht. Mit seinen Sammlungen dokumentiert es Geschichte, Kunst und Kultur des Raum Villach. Im Museumsjahrbuch „Neues aus Alt-Villach“ werden seit dem Jahr 1964 Forschungsergebnisse und Museumsaktivitäten veröffentlicht. Im Jahr 2017 wurde das Museum mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet.[17]
  • Relief von Kärnten im Schillerpark: Die größte derartige topographische Landschaftsplastik Europas zeigt auf 182 m² das Bundesland Kärnten und die angrenzenden Nachbargebiete.
  • Burg Villach mit Schauraum als Außenstelle des Stadtmuseums
  • Fahrzeugmuseum in Zauchen: Ca. 185 Fahrzeuge der Jahre 1927–1977 werden dort derzeit ausgestellt.
  • Puppenmuseum: Künstlerpuppen aus den Ateliers internationaler Künstler werden dort ausgestellt.
  • Pilzmuseum Treffen Es ist das einzige Museum seiner Art in Österreich
  • Ebners Hausmuseum Ein Museum über Bergbau, Landwirtschaft und Tourismus

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neue Bühne Villach
  • Kulturhofkeller Villach
  • Kremlhoftheater Villach als das kleinste Theater der Welt[18]
  • Kulturspektrum Maria Gail (KSMG)

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturpreis der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1985 wird von der Stadt Villach einmal pro Jahr für besondere schöpferische Leistungen auf kulturellem Gebiet, die geeignet sind, das Kultur- und Geistesleben in Villach nachhaltig zu bereichern, ein Kulturpreis vergeben. Die Auszeichnung kann an Personen, in Ausnahmefällen aber auch an Vereine, an andere Institutionen oder an Arbeitsgemeinschaften verliehen werden. Jeder Preisträger kann die Auszeichnung nur einmal erhalten.[19]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CCV, Congress Center Villach

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Villach befindet sich der Sitz der Evangelischen Superintendentur A. B. Kärnten und Osttirol.

Auch der gemeinnützige Brauchtumsverein der Villacher Bauerngman hat hier seinen Sitz. In Villach gibt es weitere sozial tätige Vereine wie Lions, Kiwanis, Round Table, Rotarys und Together.[20]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadt mit Stadtpfarrkirche von der Draubrücke aus
  • Altkatholische Burgkapelle St. Heinrich und Kunigunde (Burg Villach)

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burg Landskron mit Adlerarena und Affenberg
  • Congress Center Villach als Veranstaltungsort des Villacher Faschings
  • Historischer Stadtkern mit dem Hauptplatz, der Dreifaltigkeitssäule und Teilen der früheren Stadtmauer
  • Römerweg in Warmbad: Eine in den Kalkfels eingetiefte sog. Gleisstraße, die dem Volksmund nach in römischer Zeit angelegt wurde. Historisch nachweisbar ist allerdings nur ein Ausbau im Mittelalter. Der Römerweg ist oberhalb von Warmbad nahe der sogenannten Napoleonswiese nach Süden gegen Oberfederaun hin auf einigen hundert Metern Länge sichtbar und dient auch als Wanderweg.
  • Hügelgräber aus der Hallstattzeit nahe der Ruine Landskron
  • Paracelsushof: Das Haus Hauptplatz Nr. 18 und sein Renaissance-Arkadenhof gilt gemäß einer historisch unzutreffenden Erzähltradition als Wirkungsstätte des Paracelsus und seines Vaters Wilhelm v. Hohenheim; seit 1896 gibt es hierzu einen Gedenkstein an der Fassade und seit 1941 im Hof zwei Marmor-Porträts, geschaffen vom Bildhauer Josef Dobner Theophrast von Hohenheim (Paracelsus).
  • Stadthalle Villach: Hier trägt der EC VSV seine Heimspiele aus, unter anderem die Kärntner Eishockey-Derbys.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauer-Denkmal (Bahnhofstraße)
  • Denkmal der Namen; Das Denkmal in der Widmanngasse erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus in Villach. Initiiert vom Verein Erinnern, wurde es im Jahr 1999 erstmals enthüllt.[21] Nach zahlreichen Erweiterungen und Akten des Vandalismus, die zu Neugestaltungen führten, wurde es zuletzt im Jahr 2008 erneut eingeweiht.[22][23]
  • Standbild des Kaisers Joseph II. mit dem Toleranzpatent in der Rechten auf dem Kaiser-Josef-Platz
  • Standbild des Malers Hanns Gasser auf dem Hanns-Gasser-Platz[24]

Naturdenkmäler und weitere Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe dazu die Übersicht auf den Webseiten der Stadt Villach.[25]

Maibachl
  • Maibachl: Diese natürlichen Quellbecken mitten im Grünen liegen 10 bis 15 m höher als die Thermalquellen des Warmbades Villach, die eine ständige Wasserführung aufweisen. Es braucht daher den Druck von Schmelzwasser, um die höher gelegenen Quellen sprudeln zu lassen. Selbst bei länger anhaltenden, intensiven Niederschlägen kommen Badegäste in den Genuss des Maibachls. Im Jahr 2003 wurde es zum Naturdenkmal erklärt.
  • Hungerbach: Ein sehr selten fließender, dann gleichfalls von Thermalquellen gespeister Bachlauf in der Nähe des Maibachls.
  • Warmbach/Zillerbach: Der Warmbach bei Villach ist der Abfluss der Thermalanlage Warmbad und liegt ständig bei einer Temperatur um die 24 °C. Er ist mittlerweile der Lebensraum von zahlreichen Fischen aus den Tropen und aus den Subtropen, die dort unerlaubt seit einigen Jahrzehnten ausgesetzt werden. Die Universität für Bodenkultur konnte im Jahr 2015 im Zuge von Untersuchungen im Rahmen einer Masterarbeit rund 50 verschiedene Fischarten, die derzeit im Fluss leben, dort dokumentieren, darunter mehr als zehn Arten des Buntbarschen.[26]
  • Außerdem tritt an mehreren Stellen des Warmbad Villach Kaltwasser zu Tage. Dies geschieht in Form von sogenannten perennierenden Quellen (Römerquelle) und in Form von sogenannten periodischen Quellen (Studenzaquelle).
  • Drobollacher Moor: Verlandungsmoor am Westufer des Faaker Sees in einer Moränenlandschaft.
  • Bösenmoos: Flachmoor in Gratschach.
  • Buchenloch (Helenengrotte) bei Warmbad.
  • Eggerloch: Es ist eine der größten Höhlen im Kalkfels der Villacher Alpe (Dobratsch bzw. hier Tscheltschnigkogel) und befindet sich nahe beim Warmbad Villach.
  • Villachs Naturschächte am Dobratsch.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtpark
  • Schillerpark
  • Walther von der Vogelweide-Park
  • Dinzlpark
  • Hafnerpark
  • Kurpark Warmbad (Privatbesitz)
  • Auenpark

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Sportverein in Villach ist die ÖAV Sektion Villach.

In Villach gibt es rund 80 Sportvereine. Durch diese können über 60 Sportarten ausgeübt werden können.[27][28] Als Sportstätten stehen in Villach unter anderem die Stadthalle Villach, das Sportzentrum Landskron, das Stadion Lind, die Sporthalle St. Martin, die Ballspielhalle Lind, die Kletterhalle Villach und sieben weitere Sport- und Spezialhallen zur Verfügung. Zudem gibt es derzeit vier weitere Sport- und Fußballplätze, neun Trendsportanlagen und 21 Tennisplätze.[29]

Bundesligavereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EC VSV in der Villacher Stadthalle

Das sportliche Aushängeschild der Stadt ist der Eishockeyclub EC VSV, der seit dem Jahr 1977 in der höchsten österreichischen Liga, der multinationalen EBEL spielt und bisher sechs Mal den Titel des Österreichischen Meisters gewann, zuletzt im Jahr 2006. Das Kärntner Eishockey-Derby mit dem EC KAC aus Klagenfurt gilt als das älteste und als das bekannteste Duell im österreichischen Eishockey. Seine Heimspiele trägt der VSV in der Stadthalle Villach aus.

Weitere Sportclubs, die derzeit in der jeweiligen Bundesliga vertreten sind, sind der Tischtennisclub TTC CarinthiaWinds (1. Bundesliga), der Basketballclub der Panaceo Raiders (2. Bundesliga) sowie der Floorballklub VSV Unihockey (1. Bundesliga).

Nordischer Skisport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villacher Alpenarena, eine Skisprungschanze und Langlaufloipe am Fuß des Dobratschs, ist ein Sportzentrum, das zur Ausübung nordische Schisportarten errichtet wurde. Neben dem Langlauf können die Nordische Kombination und das Spezialspringen dort aktiv betrieben werden. Bereits siebenmal war die Alpenarena Austragungsort eines Weltcup-Skisprung-Bewerbes. Zudem wird dort im Skisprung-Continental-Cup ein Springen ausgetragen. Die Schanzenanlage umfasst vier Schanzen von K15-K90.

Internationale Sportereignisse in Villach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Straßen-Radweltmeisterschaften im Jahr 1987
  • Wasserski-Weltmeisterschaft im Jahr 1991 (Silbersee)
  • Kickbox-Weltmeisterschaft im Jahr 2009 (WAKO, Stadthalle)
  • XVI. Feuerwehrolympiade im Jahr 2017, die alle vier Jahre vom Weltfeuerwehrverband CTIF jeweils in einer Stadt veranstaltet wird (Sportstadion Lind, Park des Alten Parkhotels).
  • Die Radstrecke des jährlich ausgetragenen Ironman Austria führt durch das Stadtgebiet Villachs.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft Villachs dargestellt in Zahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand 15. Mai 2001 beschäftigten in Villach 3234 Unternehmen 32.133 Mitarbeiter. 15 Betriebe mit mehr als je 200 Mitarbeitern sind Großunternehmen.

Die Registerzählung der Statistik Austria vom 31. Oktober 2011 weist eine kräftige Zunahme bei der Anzahl der Unternehmen und Beschäftigten in Villach auf. Demnach gab es per Stichtag 31. Oktober 2011 in der Stadt Villach 4687 Arbeitsstätten (Unternehmen) mit insgesamt 36.884 Beschäftigten (davon sind 33.831 unselbständig Beschäftigte).[30]

8825 Villacher pendeln zur Arbeit aus. Im Gegenzug kommen täglich 18.225 Erwerbspendler von außerhalb zur Arbeit nach Villach.[31]

Wirtschaftliche Schwerpunkte und Villacher Leitbetriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villach ist traditionell der wichtigste Industriestandort Kärntens und verfügt über eine Reihe von großen Industrieunternehmen.[32]

Im Jahr 1970 startete die Siemens AG mit einer Diodenproduktion in Villach. Im Jahr 1979 wurde die erste Waferfertigung begonnen und das Entwicklungszentrum für Mikroelektronik gegründet. Es folgte ein stetiger Ausbau des Standortes in Villach, so dass Siemens zu einem der größten Arbeitgeber in Villach geworden ist. Seit dem Jahr 2000 führt die aus dem Siemens-Halbleiterbereich hervorgegangene Infineon Technologies AG den Standort Villach als Kompetenzzentrum für Automobil- und Industrieelektronik und als Hauptstandort der Infineon Technologies Austria AG. Infineon gab im Jahr 2018 bekannt, mit einem weiteren Werk um 1,6 Milliarden Euro, das im Jahr 2021 in Betrieb gehen soll, den Standort weiter aufwerten zu wollen.[33]

Der Niedergang des Zellstoffwerkes Magdalen Ende der Achtzigerjahre wurde von einem Skandal begleitet, der die Kärntner Landespolitik seinerzeit tief erschütterte.[34][35][36][37]

Der tpv Technologiepark Villach gilt als eine Art Drehscheibe im Alpen-Adria-Raum im Bereich High-Tech. Die Ansiedelung erfolgte mit der strategischen Zielsetzung Lehre, Forschung und Entwicklung an einem Standort zu bündeln. Die inhaltliche Schwerpunktsetzung des Parks umfasst die Bereiche (Mikro-)Elektronik, erneuerbare Energie, Geoinformation, Informations- und Kommunikationstechnologie. Zentrale Institutionen des Parks sind u.a. die Fachhochschule Kärnten, das außeruniversitäre Forschungs- und Kompetenzzentrum Carinthian Tech Research (CTR) sowie die Micronas Villach Halbleiterentwicklungs GmbH.

Mit der Übernahme des Unternehmens SEZ durch den amerikanischen Konzern Lam Research verfügt Villach auch über eine Niederlassung eines amerikanischen High-Tech-Konzerns.[38]

Mit der Vereinigten Kärntner Brauereien AG, die Biermarken wie „Villacher Bier“ und die Klagenfurter Traditionsmarke „Schleppe Bier“ vertreibt, ist ein über Kärnten hinaus bekanntes Traditionsunternehmen in Villach ansässig.

Weitere größere Industriebetriebe in Villach sind:

  • Imerys Fused Minerals Villach (ehemals Treibacher Schleifmittel), Erzeugung von synthetischem Korund, inklusive separatem Forschungszentrum in Villach
  • 3M Villach (ehemals Rappold Winterthur), Erzeugung von Schleif- und Trennscheiben
  • Flowserve Villach, Herstellung von Regelventilen für Pipelines und sonstige Rohrleitungen
  • Henelit, Herstellung von Lacken
  • ABC Auftragsfertigung, Auftragsfertiger in den Bereichen Zerspanung, Kunststoff, Mechatronik, Montage und Textil
  • Ressmann Fahrzeugbau
  • Sto Villach, Herstellung von Armierungs- und Spachtelmasse, sowie Fassadenkleber
  • Ortner Reinraumtechnik, Einrichtung und Ausstattung von Reinräumen

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villach gehört zu 24 Gemeinden in Österreich (Stand März 2019), die mit der höchsten Auszeichnung des e5-Gemeinden-Energieprojekts ausgezeichnet wurden. Das e5-Gemeinde-Projekt soll die Umsetzung einer modernen Energie- und Klimapolitik auf kommunaler Ebene fördern.[39]

Prostitution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der geografischen Nähe Villachs zu Italien, wo staatlich kontrollierte Bordelle verboten sind, war die Prostitution in Villach lange Zeit ein lukrativer Wirtschaftszweig. Zwischenzeitlich arbeiteten bis zu 200 Frauen in einem Dutzend Bordellen in der Stadt. Um dies unterbinden zu können, wurde im April 2014 durch die Stadtverwaltung die sogenannte Prostitutionsbeschränkungs-Verordnung beschlossen. Sie sieht eine 300-Meter-Schutzzone rund um Kindergärten, Schulen, Kirchen und Friedhöfen für Bordelle in der Altstadt vor. In diesen Zonen wurden die bereits erteilten Gewerbeberechtigungen von Bordellen auch nicht mehr verlängert. Vom Jahr 2014 bis zum Jänner 2019 reduzierte sich durch diese Maßnahme der Stadtverwaltung die Zahl der Etablissements in Villach von zwölf auf zwei.[40][41]

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Villach stellt seit ihren Anfängen einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt sowohl im Schienenverkehr als auch im Straßenverkehr in Kärnten dar. Dies beweisen auch die gut erhaltenen Überreste des sogenannten Römerweges im Stadtteil Warmbad.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof
Villach Westbahnhof
Bahnhof Villach Warmbad mit Kärnten Therme im Hintergrund

Villach ist einer der wichtigsten Bahnknotenpunkte Österreichs. Hier laufen mehrere Eisenbahnlinien zusammen: Die Drautalbahn von San Candido-Innichen in Südtirol über Lienz, Spittal, Villach Hauptbahnhof, Klagenfurt Hauptbahnhof nach Marburg an der Drau (Maribor) in Slowenien, die Rudolfsbahn von Amstetten bzw. Sankt Valentin und Bruck an der Mur über Sankt Veit an der Glan, Feldkirchen in Kärnten nach Tarvis (Italien) sowie die Karawankenbahn nach Jesenice (Aßling) in Slowenien.

Im Nahverkehr ist Villach im Rahmen der S-Bahn Kärnten ein zentraler Knotenpunkt. Seit dem 12. Dezember 2010 bietet die Linie S1 wochentags einen Halbstundentakt nach Klagenfurt und einen Stundentakt nach Spittal an der Drau. Seit Dezember 2011 wird Villach von der Linie S2, die von Feldkirchen über Villach nach Rosenbach führt, stündlich bedient.[42]

Im Stadtgebiet gibt es folgende Bahnhöfe und Haltestellen:

  • Villach Hauptbahnhof S-Bahn Kärnten S-Bahn Kärnten S-Bahn Kärnten
  • Villach Westbahnhof S-Bahn Kärnten S-Bahn Kärnten
  • Villach Hauptbahnhof-Ostbahnhof-Autoverladestelle (für Autoreisezüge nach Südosteuropa und Deutschland)
  • Villach Warmbad S-Bahn Kärnten S-Bahn Kärnten
  • Villach Seebach S-Bahn Kärnten
  • Villach St. Ruprecht S-Bahn Kärnten
  • Villach Landskron S-Bahn Kärnten [43]
  • Villach St. Magdalen (in Planung)

Am meisten frequentiert wird der Villacher Hauptbahnhof, die anderen Bahnhöfe und Haltestellen sind wichtige Stationen für den Nahverkehr. Von der Autoverladestelle am Ostbahnhof gehen vor allem Verbindungen nach Südosteuropa (etwa der Optima Express nach Edirne in der Türkei oder Autoreisezüge[44] ins europäische Ausland, vor allem nach Deutschland).

Im Bereich Fürnitz liegt der Großverschiebebahnhof Villach-Süd. Dieser ist nach dem Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering der zweitgrößte Verschiebebahnhof Österreichs. Traditionellerweise ist ein nicht unerheblicher Anteil der Villacher Bevölkerung bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) beschäftigt. In Villach befindet sich das zentrale Bahnbüro für Südösterreich.

Außerdem befindet sich die neue Betriebsführungszentrale für Kärnten und die Steiermark, die seit dem Frühjahr 2012 in Betrieb ist, in Villach. Über diese erfolgt die Fernsteuerung des ÖBB-Hauptnetzes in beiden Bundesländern (rund 870 Schienenkilometer).

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

A2-Autobahnknoten Villach, aus Klagenfurt kommend

Am Autobahnknoten Villach kreuzt die Süd Autobahn A2, die von Wien über Graz und Klagenfurt nach Italien führt, die Tauern Autobahn A10 und die Karawanken Autobahn A11. Die Tauern Autobahn stellt die Verbindung Villachs mit Salzburg und Deutschland dar. Die Karawanken Autobahn verbindet Villach mit Slowenien.

Autobahnabfahrten

  • Villach Ossiacher See (Nord) – führt auf die Nordumfahrung bzw. in die Ossiacherzeile
  • Villach West – führt über die Drautal Straße (B 100) auf die Nordumfahrung
  • Villach Faaker See (Süd Ost) – führt über die Mariagailer Straße in die Ossiacher Zeile
  • Villach Warmbad (Süd) – führt über die Kärntner Straße (B 83) ins Zentrum bzw. auf die Westumfahrung

Die Kärntner Straße (B 83), die von Klagenfurt nach Italien führt, verläuft südöstlich außerhalb des Stadtzentrums durch Villach und ist eine der Haupteinfahrtsstraßen nach Villach. Im östlichen Teil der Stadt zweigt die Ossiacher Straße (B 94) von der B 83 ab und führt weiter in den Bezirk Sankt Veit zur Friesacher Straße (B 317). Im Norden zweigt die Drautal Straße (B 100) von der Ossiacher Straße ab, die dann in Richtung Westen zur Villacher Straße (B 86) verläuft. In weiterer Folge führt die B 100 nach Spittal an der Drau, Osttirol und weiter nach Italien. Die Villacher Straße verbindet als Westumfahrung die Drautal Straße B 100 und die Kärntner Straße B 83. Die B 86 und B 83 kreuzen sich in einem gut ausgebauten planfreien Knoten. Diese Straßen stellen einen Straßenring um das Villacher Zentrum her. Die Faakersee Straße (B 84) verbindet schließlich den Faaker See mit Villach.

Parkmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Villach gibt es derzeit ca. 4480 Parkplätze, davon 2490 private, gebührenpflichtige Parkplätze und 840 gebührenfreie öffentliche Parkplätze, 790 gebührenpflichtige öffentliche Parkplätze in Kurzparkzonen und 360 gebührenfreie Parkplätze in Kurzparkzonen. In der gesamten Innenstadt gilt eine Parkzeit von zwanzig Minuten, die kostenfrei genutzt werden darf. Seit dem Jänner 2019 darf in den gebührenpflichtigen Kurzparkzonen der Innenstadt Samstags ab 09:00 Uhr gratis geparkt werden. Zudem können ab 10:00 Uhr auch die Ladezonen als Parkplätze genutzt werden.

Als Ergänzung zu den 45 im Kurzparkzonenbereich aufgestellten Parkscheinautomaten ist es seit dem Jahr 2011 möglich, Parkscheine mit dem Handy zu lösen (Handy-Parken). Eine weitere Möglichkeit ist das CityBonus-System. In rund 100 Shops der Innenstadt können nach jedem Einkauf Punkte auf einen Schlüsselanhänger oder auf eine Karte geladen und an jedem Parkscheinautomaten in der Innenstadt in Parkzeit umgewandelt werden. Das System wurde 2018 von 15.000 Personen genutzt.[45]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Linienbusverkehr im Stadtgebiet wird von der Villacher Verkehrsgesellschaft Kowatsch betrieben. Die Stadtbusse verbinden auch die Innenstadt und den Hauptbahnhof mit den Randbezirken von Villach. Der Hauptbahnhof ist Knotenpunkt der Schnellbahnlinien S1, S2 sowie S4 und der regionalen Buslinien nach Oberkärnten, zum Wörthersee, in die Umgebung Villachs und nach Italien. Die S1 verkehrt alle 30 Minuten über Klagenfurt nach Sankt Veit an der Glan und stündlich weiter bis Friesach sowie alle 60 Minuten nach Spittal an der Drau. Die S2 verkehrt stündlich über Faak am See nach Rosenbach sowie stündlich über Feldkirchen in Kärnten nach St. Veit an der Glan. Die S4 verkehrt über Arnoldstein nach Hermagor.

Die Buslinien der Firma Kowatsch bedienen folgende Linien:

  • Linie 01: Hauptbahnhof – Therme Warmbad – Einkaufszentrum Süd (ATRIO)
  • Linie 02: Hauptbahnhof – Völkendorf
  • Linie 03: 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof – St. Magdalen – St. Ulrich
  • Linie 04: Hauptbahnhof – Auen – Hauptbahnhof
  • Linie 05: 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof – Annenheim am Ossiachersee
  • Linie 5A: 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof – St. Andrä – Lido
  • Linie 06: 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof – Landeskrankenhaus – Tafernerstraße – Trattengasse
  • Linie 07: 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof – LindVassacher See – Neue Heimat
  • Linie 7A: 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof – Lind – Neue Heimat – Vassacher See
  • Linie 08/11: Hauptbahnhof – Westbahnhof – Karawankenweg – Siemensstraße – Perau – 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof
  • Linie 09: Hauptbahnhof – Judendorf – Möltschach – Bergsiedlung
  • Linie 10: Hauptbahnhof – Einkaufszentrum Süd (ATRIO) – Therme Warmbad
  • Linie 11/8: Hauptbahnhof – Perau – Burgenlandstraße – Siemensstraße – Tschinowitsch – Karawankenweg – 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof
  • Linie 12: Hauptbahnhof – Therme Warmbad – Völkendorf
  • Linie 18: Hauptbahnhof – Federaun – Unterschütt – Oberschütt
  • Linie 30: 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof – Seebacher Allee – St. Magdalen – St. Ulrich
  • Linie 50: 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof – AnnenheimSattendorf am Ossiachersee
  • Linie 70: 10. Oktober Straße – Hauptbahnhof – Lind – Neue Heimat

Busse der Postbus GmbH übernehmen ebenfalls Aufgaben im Stadtverkehr

Linie 5175: Hauptbahnhof – Hans-Gasser-Platz – St. Martin – Untere Fellach – Obere Fellach – St. Georgen – Neue Fellach

Fahrradverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Villach ist das Radfahren in der ganzen Stadt, auch in den Fußgängerzonen der Altstadt, möglich. Das Radwegenetz der Stadt umfasst bereits über 120 km und schließt mehrere überregionale Radwege mit ein. So führt zum Beispiel der Drauradweg R1 mit einer Länge von rund zwölf Kilometern durch das Stadtgebiet, der Radweg R2 von Seebach bis Heiligengestade mit rund acht Kilometern sowie der Karnische Radweg R3 beginnend beim R1 an der Seebachmündung bis nach Unterschütt.[46] Im Jahr 2016 wurde am Kumitzberg das Mountainbike-Übungsgelände „areaone“ eröffnet. Dort stehen Mountain-Bikern sechs verschiedene Mountainbike-Übungstrails und eine Übungsfläche für Fahrtechnikkurse mit unterschiedlichen Hindernissen und mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zur Auswahl.[47]

Die Stadt unterhält seit dem Jahr 2017 einen Fahrradkoordinator, zu dessen Aufgaben das Finden von Lösungen für größere Radlerfreundlichkeit und das Optimieren des Radwegenetzes gehören.[48] Bis zum April 2018 wurden bereits 800 Abstellplätze mit Anlehnbügel für Fahrräder geschaffen.[49]

E-Mobilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergänzend zu der bereits bestehenden Förderung von Elektromobilität wie zum Beispiel dem Gratisparken, unterstützt die Stadt seit dem September 2016 auch die Anschaffung von Elektrofahrzeugen, Elektrorollern und E-Bikes. In der Maria-Gailer-Straße wurde im Jahr 2015 von der Tesla Motors Austria GmbH und der Kelag die größte E-Tankstelle Österreichs eröffnet.[50]

Seit 15. Juni 2019 gibt es in Villach auch ein E-Scooter-Verleihsystem des Anbieters TIER, der Villach als erste Nicht-Landeshauptstadt für sein Verleihsystem auserkoren hat. Derzeit stehen 90 Elektro-Scooter zwischen 07:00 Uhr und 22:00 Uhr an 30 Plätzen in Villach. Nach einer einmaligen Anmeldung mit der App des Anbieters, können die Standorte der Scooter gegen Zahlung einer Gebühr genutzt werden. Nachts werden die Scooter eingesammelt und wieder aufgeladen.[51]

Brückenbauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedensbrücke

Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt hatte Villach bereits während der Römerzeit eine steinerne Brücke über die Drau und wurde im Jahr 878 erstmals urkundlich als Brückenort ausgewiesen. Während des Hochmittelalters führte der sogenannte „schräge Durchgang“ von Wien nach Venedig, als einer der wichtigsten Transitwege in Mitteleuropa, durch Villach. Die Villacher Draubrücke wurde auch im Jahr 1649 in der Topographia Germaniae von Matthäus Merian topografiert.[52]

Im Verantwortungsbereich der Stadt Villach befinden sich 127 Brückenbauwerke mit einer Gesamtfläche von 26 km², die zusammen etwa 3,3 km überspannen.

Die Brückenmeisterei Villach (BMV) betreut das einzige Lager an Behelfsbrückengeräten für den Katastrophenschutz in Kärnten. Sämtliches Behelfsbrückenmaterial befindet sich im Eigentum des Landes Kärnten und wird gegebenenfalls durch das Bundesheer, oder dem Personal der Brückenmeisterei Villach an den Einsatzorten montiert.[53]

Die rote Friedensbrücke gilt als eines der Wahrzeichen Villachs und wurde im Jahr 2004 im Zuge der Gewerbegebiets- und Industrieaufschließung Villach (GAV) errichtet. Sie verbindet den Stadtteil St. Magdalen mit der Süd Autobahn und wurde im Jahr 2005 mit dem Landesbaupreis ausgezeichnet.

Wasserversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasserwerk Villach ist ein städtisches Unternehmen und gewinnt das Trinkwasser zu etwa 80 % aus dem Karststock des Dobratsch, bei dem das Wasser mit mehr als 400 Liter pro Sekunde über die Union- und Thomasquelle an die Oberfläche tritt. Die restlichen rund 20 Prozent stammen aus dem Grundwasserfeld Urlaken, dem schottrigen Grundwasserleiter des Gegendtales. Mit dem Grundwasserbrunnen im Stadtteil St. Magdalen stehen zudem ausreichend Reserven für die Notwasserversorgung zur Verfügung. Darüber hinaus werden zur Badewasser-Qualitätserhaltung im Vassacher See und im St. Leonharder See alljährlich rund 450.000  Trinkwasser eingespeist.

Das städtische Leitungsnetz besteht aus rund 315 km Rohrleitungen und zusätzlich etwa 177 km Anschlussleitungen. Für den Ausgleich zwischen dem sogenannten Wasserdargebot und dem Wasserbedarf sorgen 14 Hochbehälter mit gesamt rund 24.000 m³ Inhalt. Zudem stehen über 800 Hydranten für Löschwasserzwecke zur Verfügung. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Villach beträgt rund 130 Liter Wasser (Haushalt und Gewerbe). Zur Erfassung des Wasserverbrauchs in den Haushalten sind rund 10.000 Wasserzähler eingebaut. Alle Trinkwasserversorgungsanlagen werden zentral von der Leitwarte im Betriebsgebäude des Wasserwerkes automatisch überwacht.

Eine Nachbehandlung des Trinkwassers der Stadt ist aufgrund dessen hohen Qualität nicht notwendig. Grundsätzlich könnte es ohne chemische Behandlung an seine Abnehmer abgegeben werden. Jedoch erfolgt aus Gründen der Prävention seit dem Jahr 1992 eine Desinfektion durch eine UV-Anlage im Quellgebiet "Obere Fellach". Durch dieses seit dem 1989 behördlich anerkannte physikalische Desinfektionsverfahren für Trinkwasser wurde seinerzeit die Stadt Villach Vorreiter in Österreich hinsichtlich dieser umweltschonenden Methode zur Aufbereitung von Trinkwasser.

Außerdem wurde Im Rahmen der Umsetzung des Trinkwassernotversorgungskonzeptes für die Stadt Villach eine mobile Trinkwasser-Paketieranlage, zwei mobile Trinkwasserbehälter mit je 400 Liter Fassungsvermögen, zwei Gruppenzapfstellen und zwei Stromerzeugungsaggregate angekauft. Angesichts der Tatsache, dass es österreichweit nur vier gleichgeartete Trinkwasser-Paketiermaschinen gibt, hat diese neben der sogenannten Bevorratungsunterstützung für die Villacher Bevölkerung auch überregionale Bedeutung im Sinne des Katastrophenschutzes.[54][55][56]

Geschichte der Wasserversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historische Wasserversorgung Villachs beruhte durch viele Jahrhunderte auf der Nutzung des Grundwassers der Stadt. Neben zahlreichen öffentlichen Brunnen und Hausbrunnen, existierte ein erstmals im Jahr 1452 bezeugtes Leitungsnetz aus unterirdischen Holzröhren, die Wasser von einer Quelle in die Stadt führten. Diese Anlage bestand bis ins 19. Jahrhundert bis das Leitungsnetz durch Rohre aus Blei und später aus Gusseisen ersetzt wurde. Im Jahr 1874 wurde eine Druckleitung mit einem Rohrnetz in den Gassen der Stadt und vermehrte Ausläufe mit Hydranten geschaffen.

Durch den stark steigenden Wasserverbrauch wurden ab dem Jahr 1909 die Quellen des Fellacher Baches zur Wasserversorgung erschlossen. Die älteren Versorgungsstränge und Quellen im Stadtteil St. Martin wurden jedoch noch bis ins Jahr 1990 genutzt. Wegen des gestiegenen Wasserbedarfs im Stadtteil St. Leonhard wurden Tiefbrunnen gebaut, die im Jahr 1942 an das Versorgungsnetz angeschlossen wurden.

Seit dem Jahr 1964 besteht die wasserrechtliche Bewilligung zur Nutzung der gesamten Quellspende der Union- und Thomasquelle in Villach. Es wurden jedoch in einem Gebiet um die Quellen herum Schutzgebiete festgelegt. Die Thomasquelle wurde mit mehreren Bohrbrunnen gefasst und in die Quellstube der Unionquelle eingeleitet. Ab dem Dezember 1966 wurde das Wasser der Unionquelle in das Versorgungsnetz eingespeist. Die Versorgung der Stadtteile Landskron und Fellach mit Wasser wurde im Zuge der Zusammenlegung von Gemeinden in Kärnten ab dem Jahr 1973 von der Stadt Villach übernommen. Im Zeitraum von 1989 bis 1992 wurde im Stadtteil Urlaken ein neuer Brunnen errichtet und im Jahr 1993 die Kern-, Esel- und Schlossbrunnenquellen aufgelassen.

Im Jahr 1997 wurde die Reßmannquelle und die Oswaldibergquellen aus dem Netz der Trinkwasserversorgung der Stadt genommen. Die Wasserversorgung des Stadtteils Wollanig wurde vom Wasserwerk der Stadt im Jahr 1997 übernommen. In den darauffolgenden Jahren wurde der Ortsteil Wollanig in den Versorgungsbereich der Union- und Thomasquelle eingebunden. Seit diesem Zeitpunkt werden die sogenannten Wasserdargebote der ehemaligen Wassergenossenschaft Ober- und Unterwollanig (Maduschen-, Dorf-, Anger-, Zertitz-, Kapritzl- und Holzwandlquelle) nicht mehr für die ständige Trinkwasserversorgung herangezogen. Auch die Wasserversorgung der Ortschaft Mittewald, mit der Quellstube der Barbaraquelle, ging im Jahr 1998 an das Wasserwerk.[57]

Energieversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Bauzeit von 15 Monaten wurde im September 2018 die 16 km lange Fernwärmetransportleitung von der Müllverbrennungsanlage in Arnoldstein nach Villach in Betrieb genommen. Diese Leitung transportiert pro Jahr rund 100 Millionen kWh an Wärme nach Villach, das entspricht etwa der Hälfte des Fernwärmebedarfes der Stadt. Damit können inzwischen rund 90 % des Wärmebedarfes in Villach aus regenerativen Energiequellen gedeckt werden. Konventionelle Energieträger wie zum Beispiel Erdgas werden nur noch zur sogenannten Spitzenabdeckung sowie als Ausfallsreserve eingesetzt. Die Kelag hat rund 16 Millionen Euro in die Fernwärmetransportleitung, in die Wärmeübergabestation im Stadtteil Warmbad und in Netzanpassungen investiert. Weitere Primärenergiequellen für die Fernwärme in Villach sind das Biomasseheizwerk der Kelag im Stadtteil St. Agathen, die Abwärme von der Omya in Weißenstein, die Abwärme aus einem privaten Biomassekraftwerk im Stadtteil Untere Fellach und in einem geringeren Ausmaß Deponiegas aus Finkenstein sowie Solarenergie.[58][59][60]

Kanalisation und Abwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als 99 % der Bauobjekte Villachs sind an das rund 400 km lange Abwasserkanalnetz der Stadt angeschlossen, das die Abwässer in die Bio-Kläranlage im Stadtteil St. Agathen transportiert. Der Kanalisationsbereich wird von der Stadt Villach (Innere Stadt, Fellach), sowie den Wasserverbänden Faaker See (Maria Gail) und Ossiacher See (Landskron) betrieben.[61]

Für die Erweiterung, die Generalsanierung und die Instandhaltung der Kanalisation ist die Abteilung Tiefbau des Magistrats Villach verantwortlich. 2018/19 erfolgte die Erstellung eines flächendeckenden Zustandsberichts des Kanals und von tausender Schächte. Dies erfolgte zuletzt 1996/97. Von 1998 bis 2018 wurden rund 15 Millionen Euro in Sanierungen des Kanalnetzes investiert.[62]

In der seit dem Jahr 1997 in Betrieb befindlichen vollbiologischen Kläranlage im Stadtteil St. Agathen, die über einen Reinigungsgrad von mehr als 95 Prozent verfügt, werden neben den Abwässern aus der Stadt Villach auch die Abwässer aus dem Gebiet des Abwasserverbandes Faaker See sowie zum Teil jene des Abwasserverbandes Ossiacher See sowie jeweils jene der Gemeinden Hohenthurn, Afritz, Arnoldstein, Bleiberg und Arriach gereinigt.[63] Mit dem durch die Reinigung erzielten Reinigungsgrad kann das gereinigte Abwasser bedenkenlos in die Drau eingeleitet werden.[64] Mit einer Ausbaugröße von 200.000 EW bzw. einer durchschnittlichen jährlichen Reinigungsleistung von ca. 13 Millionen Kubikmeter Abwasser, zählt die Kläranlage Villach zu den zehn größten kommunalen Abwasserreinigungsanlagen Österreichs.[65]

Sicherheit und medizinische Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polizeikommissariat Villach in der Trattengasse

In der Trattengasse in Villach befindet sich das Polizeikommissariat Villach als Außenstelle der Landespolizeidirektion Kärnten. Diese fungiert in der Stadt Villach als Sicherheitsbehörde. Neben einer Polizeiinspektion, einem Polizeianhaltezentrum, dem Stadtpolizeikommando und der Verkehrsinspektion ist dort auch ein operativer Kriminaldienst untergebracht. Darüber hinaus gibt es im Stadtgebiet fünf weitere Polizeiinspektionen am Hauptplatz, im Hauptbahnhof (Grenz- und Fremdenpolizei) und im Einkaufszentrum Atrio, sowie in den Stadtteilen Landskron und Neufellach. In Landskron befindet sich zudem eine Autobahnpolizeiinspektion. Als Sondereinheit fungiert im Stadtgebiet die VIPER (Villacher Polizei Einsatz Reserve). Stadtpolizeikommandant ist seit dem Jahr 2005 Oberst Erich Londer.

Die Stadt Villach setzt zur Erhaltung der Sicherheit auf kürzere Intervalle der Polizeistreifen und örtlich begrenzte Videoüberwachung in Verbindung mit der Bereitstellung von Notrufsäulen. Um die zunehmende Verbreitung von Graffiti zu bekämpfen, werden von der Stadt Flächen zum legalen Sprayen sowie dafür auch finanzielle Mittel aus dem Etat zur Förderung von Kunst in der Stadt zur Verfügung gestellt.

Bundesheer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschütztes Gebäude der Hensel-Kaserne

In Villach gibt es drei Kasernen des Österreichischen Bundesheeres, in denen derzeit zwei vollständige Bataillone stationiert sind. In der Rohr-Kaserne im Stadtteil Villach-Seebach und in der Hensel-Kaserne im Stadtteil Villach-Obere Fellach, befindet sich das Pionierbataillon 1, dessen Angehörige als "Villacher Pioniere" bezeichnet werden. Sie können bereits auf eine lange, traditionsreiche Geschichte zurückblicken. Die "Villacher Pioniere" werden oft zur Unterstützung bei Katastropheneinsätzen im Bundesland Kärnten, im Fall von größeren Katastrophen, im sogar im gesamten Bundesgebiet Österreichs eingesetzt. Außerdem verfügt das Bataillon über sogenannte Kaderpräsenzkräfte für Auslandseinsätze.

In der Lutschounig-Kaserne in der Italienerstraße befindet sich das Führungsunterstützungsbataillon 1 (Fernmeldeeinheit), das direkt dem Streitkräfteführungskommando unterstellt ist. Der Verband kann "geschlossen" oder auch in Form von "Modulen" eingesetzt werden. Je nach den Erfordernissen des jeweiligen Einsatzes kann der Verband durch eine Truppe von Soldaten durch ihr Know-how im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie unterstützt werden.

Kriminalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der Kriminalstatistik aus dem Jahr 2017 lag die Aufklärungsquote aller Delikte in Villach bei 52 Prozent (2016: 46 Prozent). Zudem gab es keinen einzigen Drogen- oder Verkehrstoten zu beklagen. Zu jenen Delikten, die am stärksten zunahmen, zählten Kellereinbrüche, Suchtgiftdelikte mit sogenannten leichten Drogen und die sogenannte Internetkriminalität.[66]

Feuerwehr und Rettungsdienste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FF Maria Gail

In der Kasernengasse in Villach befindet sich das Bezirksfeuerwehrkommando Villach-Stadt, in dem auch die Freiwillige Hauptfeuerwache Villach sowie eine Ortsstelle des Bergrettungsdienstes und der Wasserrettung untergebracht ist. Ebenso befindet sich in Villach eine Einsatzstelle der Kärntner Höhlenrettung.

Insgesamt gibt es in Villach 21 Freiwillige Feuerwehren sowie die Betriebsfeuerwehr der Infineon. Im Jahr 2013 hatten die Wehren eine Stärke von 874 aktiven Mitgliedern mit 48 Fahrzeugen, die zu 719 Einsätzen ausrückten, darunter 96 Bränden. 322 weitere Personen waren nicht aktive Mitglieder, Reservisten und Angehörige der Feuerwehrjugend.

In der Dreschnigstraße befindet sich die Bezirksstelle des Österreichischen Roten Kreuzes und in der Seebacher Allee die Rettungszentrale des Arbeiter-Samariter-Bundes.

Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landeskrankenhaus in der Nikolaigasse

Das am 4. Oktober 1891 eröffnete Landeskrankenhaus Villach verfügt über elf Abteilungen und vier Institute, mit mehr als 1700 Mitarbeitern. Im Dezember 2003 wurde das LKH Villach als erstes allgemeines Akutkrankenhaus in Österreich von der Joint Commission International akkreditiert und entspricht somit höchsten internationalen Ansprüchen der Qualitätssicherung und Patientenorientierung. Mit jährlich über 32.000 Patienten, davon über 5300 stationär behandelten, ist die Unfallchirurgie Villach die größte Versorgungseinheit in Kärnten. Außerdem verfügt das LKH, mit der seit dem Jahr 1992 angegliederten Sonderkrankenanstalt im Stadtteil Villach-Warmbad, über die größte Orthopädie-Abteilung Kärntens.

Darüber hinaus gibt es noch eine Privatklinik im Stadtteil Villach-Warmbad.

Bestattung und Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrengrab für Josef und Ludwig Willroider am Zentralfriedhof

In Villach gibt es drei städtische Friedhöfe.[67] Der Zentralfriedhof ist der größte unter ihnen und verfügt auch über zahlreiche Ehrengräber und über einen Soldatenfriedhof. Weitere Friedhöfe sind der Friedhof im Stadtteil St. Martin und der Waldfriedhof, der auch der Standort des einzigen Krematoriums im Bundesland Kärnten ist. Es wurde zwischen 1952 und 1953 nach Plänen des Architekten Erich Boltenstern errichtet.[68] Es wird derzeit von der Bestattung Kärnten GmbH betrieben, die aus der Fusion von Bestattungsunternehmungen aus den Städten Villach und Klagenfurt entstand.[69] Im Jänner 2016 fand die 50.000-ste Einäscherung statt.[70]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berufsbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CHS Villach
  • Centrum Humanberuflicher Schulen (HBLA für wirtschaftliche Berufe, künstlerische Gestaltung, Mode und Design, Kommunikation und Mediendesign)
  • HTL Villach, Höhere technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt Villach für Hoch- und Tiefbau, Innenarchitektur, Informatik
  • Kärntner Tourismusschule (KTS)
  • Berufskolleg für Kommunikation und Mediendesign im CHS-Villach
  • Handelsakademie Villach
  • 3 Berufsschulen
  • Polytechnikum

Hochschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachhochschule Villach

Weitere Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
22
3
1
1
9
7
2
22 
Insgesamt 45 Sitze
Gemeinderatswahl 2015
Wahlbeteiligung: 60,72 %
 %
50
40
30
20
10
0
48,74 %
(+4,12 %p)
1,39 %
(−24,52 %p)
20,5 %
(+1,6 %p)
7,94 %
(+2,58 %p)
14,48 %
(+13,21 %p)
3,60 %
(n. k. %p)
2,39 %
(n. k. %p)
0,95 %
(−0,99 %p)
2009

2015


Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Villacher Bürgermeisterwahl fand im Jahr 1588 statt und wurde von Michael Grundtner gewonnen. Im Amt des Bürgermeisters wechselten sich häufig einzelne Ratsbürger ab, so dass öfters die selbe Person mehrmals zum Bürgermeister gewählt wurde. Die Bürgermeister gehörten im Mittelalter dem Stadtpatriziat und im folgenden 16. und 17. Jahrhundert fast durchwegs dem Handels- und Gewerbestand an.[74]

Der Bürgermeister bekleidet das höchste städtische Amt und wird alle sechs Jahre direkt vom Wahlvolk gewählt. Seit dem Jahr 2015 ist Günther Albel der 91. Bürgermeister von Villach. Sein Vorgänger Helmut Manzenreiter war seit dem Jahr 1987 im Amt und ist damit der am längsten regierende Bürgermeister in der Geschichte der Stadt.[75]

Bürgermeister seit dem Jahr 1945

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberstes Organ der Stadt ist der Gemeinderat von Villach, der alle sechs Jahre direkt von der Bevölkerung gewählt wird und aus 45 Mitgliedern besteht. Sofern das Stadtrecht nichts anderes bestimmt, ist er beschlussfähig, wenn der Bürgermeister und mindestens die Hälfte der Mitglieder (23 Mitglieder) des Gemeinderates anwesend sind. Für bestimmte Beschlüsse ist eine Zweidrittelmehrheit (30 Mitglieder) erforderlich.[76]

Aktuell setzt er sich wie folgt zusammen;

Stadtsenat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Villacher Stadtsenat besteht aus dem Bürgermeister als Vorsitzendem sowie aus zwei Vizebürgermeisterinnen bzw. aus zwei Vizebürgermeistern und aus vier Stadträtinnen bzw. aus vier Stadträten, die vom Gemeinderat gewählt wurden. Der Stadtsenat berät grundsätzlich über alle Angelegenheiten, die dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorzulegen sind. Die Sitzungen finden im Beisein des Magistratsdirektors statt und sind nicht öffentlich. Die Anzahl der Mitglieder des Stadtsenates wurde im Jahr 1997 von 9 auf 5 gesenkt und im Jahr 2003 wieder auf 7 erhöht.[77]

Am 10. April 2015 wurde der Stadtsenat der Stadt Villach auf Grundlage des Wahlergebnisses vom 1. März 2015 angelobt. Dieser setzt sich wie folgt zusammen;[78]

  • Bürgermeister Günther Albel (SPÖ)
  • 1. Vizebürgermeisterin Irene Hochstetter-Lackner (SPÖ)
  • 2. Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser (SPÖ)
  • Stadtrat Christian Pober (ÖVP)
  • Stadtrat Harald Sobe (SPÖ)
  • Stadtrat Katharina Spanring (ÖVP)
  • Stadtrat Erwin Baumann (FPÖ)

Wappen und Fahne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Stadt Villach
Blasonierung: „Das Stadtwappen zeigt im Dreiecksschild im gelben Feld einen nach unten gerichteten schwarzen Adlerfang; der oben abgerundete Schenkel ist heraldisch nach links gefiedert, und die kräftigen Krallen sitzen auf einem aus der Schildspitze aufragenden schwarzen Felsen auf.“[79]
Wappenbegründung: Aus der Wappengeschichte: Die Führung eines Siegels in Villach kann bis ins Jahr 1240 nachgewiesen werden. Damit handelt es sich bei dem erhaltenen Fragment einer Urkunde 12. April 1240 um den ältesten Nachweis eines Stadtsiegels in Österreich und darüber hinaus auch das früheste Beispiel für die Führung eines kommunalen Wappenschildes. Aufgrund der Verwendung des Schildes wird vermutet, dass Villach hier das Wappen eines Stadtrichters oder einer anderen Person des Hochstifts verwendet hat, dafür spricht auch die Ähnlichkeit des Wappens mit dem der Herren von Finkenstein.

Um 1270 wurde ein neues Typar (Siegelstempel) angefertigt, dessen Abdruck erstmals an einer Urkunde vom 5. März 1282 dokumentiert ist, und das bis ins 18. Jahrhundert verwendet wurde. Der vierkrallige Adlerfang wurde hier nun auf einem Felsen sitzend dargestellt. Details am Motiv wurden immer wieder abgewandelt. Im Jahr 1926 wurde die Darstellung nach dem Vorbild des großen Typars im Stadtmuseum reformiert, der Felsen aber dabei weggelassen. Im Stadtrecht von 1965 kehrte man zur heraldisch strengen Form von 1270 mit dem Felsen in Schildfuß zurück.[52] Die Tinkturen Gold (Heraldik) und Schwarz sind in der Bamberger Vasallentafel von 1603 und im Wappenbuch A (1747) des Kärntner Landesarchivs überliefert.

Die Fahne ist Gelb-Schwarz mit eingearbeitetem Wappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villach unterhält mit fünf europäischen Städten Städtepartnerschaften:[80]

  • DeutschlandDeutschland Bamberg (Deutschland), seit 1973
  • ItalienItalien Udine (Italien), seit 1979
  • FrankreichFrankreich Suresnes (Frankreich), seit 1992
  • UngarnUngarn Kaposvár (Ungarn), seit 1994 (Städtefreundschaft)
  • SlowenienSlowenien Bled (Slowenien), seit 2002 (Städtefreundschaft)
  • SlowenienSlowenien Kranj (Slowenien), seit 2008
  • SlowenienSlowenien Tolmin (Slowenien), seit 2014[81]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 900 Jahre Villach. Neue Beiträge zur Stadtgeschichte. Geleitet von Wilhelm Neumann. Herausgegeben von der Stadt Villach, Villach 1960, OCLC 31415894.
  • Ilse Spielvogel-Bodo: Villach und Umgebung mit Therme Warmbad. Ein Führer durch Geschichte und Gegenwart. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1995, ISBN 3-85366-764-3.
  • Gernot Rader: Villach Geschichten. Hrsg. von Santicum Medien. Villach 2009.
  • Wilhelm Baum: Die Freisler-Prozesse in Kärnten. Zeugnisse des Widerstandes gegen das NS-Regime in Österreich (= Kitab Zeitgeschichte). Kitab, Klagenfurt 2011, ISBN 978-3-902585-77-6.
  • Ulrich Gäbler: Marodierende Soldaten und rebellierende Bauern. Der englische Diplomat Thomas Cranmer berichtet um 1532 aus Villach. In: Neues aus Alt-Villach. Beiträge zur Stadtgeschichte. 50. Jahrbuch 2013, ISSN 0258-8382, S. 133–151.
  • Vinzenz Jobst, Lojze Wieser (Hrsg.): Villach/Beljak (= Europa erlesen). Wieser Verlag, Klagenfurt 2015, ISBN 978-3-99029-074-3.
  • Harald Krainer: Warmbad Villach. Ein historisch-naturkundlicher Führer. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2017, ISBN 978-3-9503973-0-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Villach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Portal:Villach – in den Nachrichten
Wiktionary: Villach – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikivoyage: Villach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002–2020 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2020)
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  3. Wilhelm Neumann: Die Reformation in Villach. In: 900 Jahre Villach. Neue Beiträge zur Stadtgeschichte. Geleitet von Wilhelm Neumann. Herausgegeben von der Stadt Villach, Villach 1960, OCLC 31415894, S. 411–446; Nachdruck des Aufsatzes: [Stadt Villach], [Villach] [1968?], OCLC 40333531.
  4. https://r2017.org/europaeischer-stationenweg/ (Memento vom 29. Juni 2019)
  5. Stadtgeschichte. In: villach.at, abgerufen am 19. Dezember 2019.
  6. K.K. Statistische Central-Commission: Special-Orts-Repertorien der im Oesterreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Band V: Kärnten. Hölder, Wien 1883, OCLC 255403995, S. 73 (anderer Titel: Obširen imenik krajev na Koroško).
  7. Stadtgeschichte (Memento vom 7. Dezember 2011 im Internet Archive). In: villach.at, abgerufen am 3. Jänner 2017.
  8. Martin Rosenkranz: Luftkrieg „Ostmark“ – Statistik. In: airpower.at. Abgerufen am 1. März 2015.
  9. Andreas Jandl: Auszeichnung. Villach im elitären Kreis der Reformationsstätte [sic!] Europas. Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen Europas vergab den Titel „Reformationsstadt Europas“ an Villach. Anlass ist das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation. In: kleinezeitung.at. 15. November 2014, abgerufen am 3. Jänner 2017. – Zur Bedeutung Villachs in der Reformationsgeschichte siehe auch das Stadtporträt des Projekts „Reformationsstädte Europas“: Reformationsstadt Villach. Österreich. In: reformation-cities.org/cities, abgerufen am 3. Jänner 2017, sowie das Stadtporträt des Projekts „Europäischer Stationenweg“: https://r2017.org/europaeischer-stationenweg/ (Memento vom 29. Juni 2019)
  10. Statistik Austria und Österreichischer Städtebund (Hrsg.): Österreichs Städte in Zahlen 2009. Statistik Austria, Wien 2009, ISBN 978-3-902703-25-5, S. 117.
  11. Statistik Austria und Österreichischer Städtebund (Hrsg.): Österreichs Städte in Zahlen 2009. Statistik Austria, Wien 2009, ISBN 978-3-902703-25-5, S. 123 f.
  12. Statistik Austria: Bevölkerungsstand und -struktur (Memento vom 27. Oktober 2014 im Internet Archive). (PDF; 9 kB) 1. Jänner 2014. In: statistik.at, abgerufen am 5. Jänner 2017.
  13. 20201 – Villach. (PDF; 9 kB). In: statistik.at, abgerufen am 21. Februar 2020.
  14. Wie viele Muslime gibt es in Villach. In: 5min.at, 14. April 2017, abgerufen am 3. Jänner 2019.
  15. Karin Hautzenberger: Jeder fünfte Pflichtschüler in Villach ist Moslem. In: kleinezeitung.at, 20. Jänner 2017, abgerufen am 3. Jänner 2019.
  16. Gernot Rader: Villach Geschichten. Santicum Medien, Villach 2009, S. 24 f.
  17. Georg Lux: Stadtmuseum macht es weiter spannend. In: kleinezeitung.at. Kleine Zeitung, 9. Dezember 2017, abgerufen am 13. Dezember 2017.
  18. Eintrag im Guinness Book of World Records. Kleinstes Theater bezogen auf die Anzahl der Sitzplätze. In: guinnessworldrecords.com, abgerufen am 5. Jänner 2017 (Smallest regularly operated theatre – seat capacity).
  19. Stadtgemeinde Villach: Kulturpreis der Stadt Villach (Memento vom 26. April 2016 im Internet Archive). In: villach.at, abgerufen am 5. Jänner 2017.
  20. Together Point Villach NEUeröffnung (Memento vom 30. April 2015 im Internet Archive). In: act2gether.at, abgerufen am 5. Jänner 2017.
  21. Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt. In: erinnern-villach.at. Verein Erinnern Villach, abgerufen am 27. August 2014.
  22. Elena Moser: Denkmal erinnert an die Opfer der Nazis (Memento vom 23. März 2014 im Internet Archive). In: kleinezeitung.at, abgerufen am 3. Jänner 2017.
  23. Das Denkmal auf 252 Namen erweitert: Schuldlose wurden zu Schuldigen gemacht. In: Villach: Stadtzeitung. Mitteilungsblatt der Stadt Villach. Nr. 22, 2. Dezember 2008.
  24. Gernot Rader: Villach Geschichten. Hrsg. von Santicum Medien GmbH. Villach 2009, S. 54 f.
  25. Naturhöhlen, Landschafts- und Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler in Villach. In: villach.at, abgerufen am 8. Februar 2021.
  26. Warmbach: Tropenparadies für Fisch-Exoten. In: kaernten.orf.at, 27. Januar 2015, abgerufen am 8. Februar 2021.
  27. Sportvereine der Stadt Villach
  28. Sportarten in Villach.
  29. Sportstätten in Villach
  30. Registerzählung-Arbeitsstätten und Beschäftigte nach Abschnitten der ÖNACE 2008 und groben Beschäftigtengrößengruppen. (PDF; 21 kB) In: statistik.at, 31. Oktober 2011. In: statistik.at, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  31. Registerzählung der Statistik Austria – Erwerbspendler/-innen nach Pendelziel vom 31. Oktober 2011. (PDF; 45 kB) In: statistik.at, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  32. Villach ist Industrie-Hauptstadt (Memento vom 27. März 2016 im Internet Archive). In: kleinezeitung.at. 14. November 2010, abgerufen am 5. Jänner 2017.
  33. Infineon: Milliardeninvestition in Villach. In: ORF, 18. Mai 2018, abgerufen am 19. Mai 2018.
  34. PressReader.com – Zeitungen aus der ganzen Welt. In: PressReader. Abgerufen am 23. September 2017.
  35. Übervater und Ziehsohn – Politische Sommerfrische – derStandard.at › Inland. In: derstandard.at. Abgerufen am 23. September 2017.
  36. Wolfgang Fürweger: Hans Peter Haselsteiner – Biografie. Carl Ueberreuter Verlag, 2014, ISBN 978-3-8000-7923-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  37. Fritz Kimeswenger: Magdalen-Skandal. Wilhelm Papst: „So flüchtete ich aus der Haft!“ (Nicht mehr online verfügbar.) In: krone.at. Kärntner Krone, 19. Juni 2010, archiviert vom Original am 23. September 2017; abgerufen am 14. Dezember 2017.
  38. Villach boomt: Jobmotor Lam Research investiert 47 Millionen Euro in den Standort! (Memento vom 28. Oktober 2014 im Internet Archive) In: villach.at. Presseaussendungen – Archiv 2012, 9. Mai 2012, abgerufen am 3. Jänner 2017.
  39. e5-Gemeinden in Österreich. Stand März 2019.
  40. Erfolg für Schutzzone: Bordelle rückläufig. In: villach.at, 17. November 2017, abgerufen am 3. Jänner 2019.
  41. In Villach geht das Rotlicht aus. Nachfrage bei Gewerbereferent Pober. In: villach.at, 22. August 2018, abgerufen am 3. Jänner 2019.
  42. S-Bahn. Nahverkehrsoffensive S-Bahn Kärnten (Memento vom 5. Juni 2012 im Internet Archive). In: oebb.at, abgerufen am 3. Jänner 2017.
  43. 11 45 Uhr, 24. Februar 2019: Villach: Haltestelle in Landskron auf Schiene. 24. Februar 2019, abgerufen am 21. August 2019.
  44. Terminalbeschreibung ÖBB Autoreisezug Autoverladestelle Villach Hauptbahnhof. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 5. Januar 2017 (keine Mementos).@1@2Vorlage:Toter Link/www.oebb.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) .
  45. Parkgebühren in Villach
  46. Radsport, Stadt Villach.
  47. „Areaone“ eröffnet am 2. Juli.
  48. Fahrradkoordinator ab sofort im Einsatz
  49. Villach: 700.000 Euro für Fahrrad-Infrastruktur.
  50. E-Autos, Villach.
  51. E-Scooter Verleih in Villach
  52. a b Villacher Stadtgeschichte. In: villach.at, abgerufen am 3. Jänner 2019.
  53. Brückenmeisterei Villach. In: ktn.gv.at, abgerufen am 3. Jänner 2019.
  54. Wasserwerk der Stadt Villach – Umfeld. In: wasserwerk.at, abgerufen am 21. Februar 2020.
  55. Trinkwasser und Wasserqualität in Villach. In: villach.at, abgerufen am 21. Februar 2020.
  56. Wasserwerk Villach. In: wasserwerk.at, abgerufen am 21. Februar 2020.
  57. Wasserwerk Villach – Geschichte. In: wasserwerk.at, abgerufen am 21. Februar 2020.
  58. Energiestadt Villach.
  59. Wir drehen auf! – Kelag.
  60. Biomasse und Fernwärme in Villach.
  61. Kanalnetz der Stadt Villach. In: villach.at, abgerufen am 3. Jänner 2019.
  62. Videodreh in der Kanalisation. In: villach.at, 24. August 2018, abgerufen am 3. Jänner 2019.
  63. Abwasser und Kläranlage
  64. Die Kläranlage Villach
  65. Die Kläranlage Villach - Technische Daten
  66. Eva Maria Scharf: Immer mehr Villacher greifen zur Droge. In: kleinezeitung.at, 29. März 2018, abgerufen am 3. Jänner 2019.
  67. Bestattung und Friedhöfe in Villach. In: villach.at, abgerufen am 19. Dezember 2019.
  68. Bestattung Kärnten GmbH – Villach. Feuerbestattung. (Nicht mehr online verfügbar.) In: bestattung-kaernten.at. Archiviert vom Original am 16. Januar 2020; abgerufen am 27. August 2014.
  69. Eintrag zu Boltenstern, Erich im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon).
  70. 50.000-ste Einäscherung im Krematorium Villach. (Nicht mehr online verfügbar.) In: bestattung-kaernten.at. 21. Januar 2016, archiviert vom Original am 29. Juni 2016; abgerufen am 19. Dezember 2019.
  71. Neue Mittelschulen und Gymnasien in Villach
  72. Volksschulen in Villach
  73. Kindergärten der Stadt Villach
  74. Villachs Jahrbuch 2014.
  75. Langzeit-Bürgermeister Manzenreiter tritt ab. In: kaernten.orf.at, 12. Juni 2014, abgerufen am 3. Juli 2019.
  76. Villachs Gemeinderat. In: villach.at, abgerufen am 3. Juli 2019.
  77. Villacher Stadtsenat.
  78. Stadtgemeinde Villach: Villachs Gemeinderat. In: villach.at, abgerufen am 9. Jänner 2018.
  79. Zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Vom Siegel privilegierter Bürgergemeinden zum demokratischen Gemeinschaftssymbol. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 288.
  80. Städtepartnerschaften. In: villach.at, abgerufen am 5. Jänner 2017.
  81. Wir haben neue Freunde in Tolmin! (PDF; 70 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) 13. Juni 2014, archiviert vom Original am 5. August 2014; abgerufen am 27. August 2014.