Villefranche-de-Rouergue

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Villefranche-de-Rouergue
Wappen von Villefranche-de-Rouergue
Villefranche-de-Rouergue (Frankreich)
Villefranche-de-Rouergue
Region Midi-Pyrénées
Département Aveyron
Arrondissement Villefranche-de-Rouergue
Kanton Villefranche-de-Rouergue
Gemeindeverband Communauté de communes du Villefranchois
Koordinaten 44° 21′ N, 2° 2′ OKoordinaten: 44° 21′ N, 2° 2′ O
Höhe 237–544 m
Fläche 45,85 km²
Einwohner 11.909 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 260 Einw./km²
Postleitzahl 12200
INSEE-Code

Villefranche-de-Rouergue (okzitanisch Vilafranca de Roergue) ist eine französische Gemeinde mit 11.909 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Aveyron in der Region Midi-Pyrénées; sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Villefranche-de-Rouergue und des Kantons Villefranche-de-Rouergue.

Blick auf Villefranche vom Calvaire St Jean d'Aigremont

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villefranche-de-Rouergue liegt im Tal des Aveyron auf der Verwerfung, die Causse (Weizenanbau) vom Ségala (Roggenanbau) trennt. Es gibt Kupfer-, Blei-, Zinn-, Eisen- und Silberminen, Phosphatabbau und Steinbrüche.

Hier mündet der rechte Nebenfluss Alzou in den Aveyron.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Gründung bis zum Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Kapetinger die Grafschaft Toulouse erbten, blieb Najac, das alte Verwaltungszentrum des Rouergue, im Besitz von Angehörigen der alten Dynastie. Alfons von Poitiers gründete daher 1252 eine neue Stadt einige Kilometer entfernt, die er zu seinem Verwaltungssitz machte, Villefranche-de-Rouergue, die er, um den Erfolg der Gründung sicherzustellen, mit steuerlichen Vorteilen ausstattete, wodurch einerseits der Name und andererseits die schachbrettartige Anlage der Stadt erklärt ist. Die Gründung Villefranches, die zugleich mit der Anlegung von vier weiteren Bastiden im Aveyron-Tal erfolgte, diente auch der Grenzsicherung zur vom Haus Plantagenet regierten Gascogne. 1256 wurde eine Gemeindeverfassung erlassen. Die Stadtverwaltung leiteten Konsuln. Seit 1269 residierte hier ein Bailli.

Ab 1347 wurde Villefranche mit Stadtmauern versehen. Bald danach fiel es in die Hände Eduards, des Schwarzen Prinzen, blieb nun ab 1360 ein Jahrzehnt lang unter englischer Kontrolle. erhob sich jedoch als erste Stadt in Guyenne gegen die Engländer. Neue Privilegien wurden der Stadt 1370 durch den französischen König Karl V. verliehen, aber von König Ludwig XI. wieder aufgehoben. 1497 wütete in Villefranche ein Großbrand, zwei Jahre später brachen hier wegen der Steuerlastverteilung Unruhen aus.

1588 vertrieben die Einwohner die Truppen der Heiligen Liga und ermordeten später einen von Heinrich IV. gesandten Statthalter. 1348-49, 1463, 1558 und 1628 wurde die Stadt von der Pest heimgesucht. 1643 kam es hier zu einem Bauernaufstand aufgrund der hohen Geldforderungen der Intendanten, doch wurde dieser Aufruhr grausam niedergeschlagen. 1779 wurde Villefranche die Hauptstadt der neuen Provinz Haute-Guyenne. Mit der Französischen Revolution und der Schaffung des Départements Aveyron musste Villefranche diesen Status an Rodez abgeben, was einen wirtschaftlichen Niedergang nach sich zog.

Aufstand gegen die Zwangsrekrutierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosniaken der 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“. Propagandafoto der SS

Am 17. September 1943 erhob sich das mehrheitlich aus zwangsrekrutierten Bosniaken und zu einem Viertel aus zwangrekrutierten katholischen Kroaten bestehende 13. Pionierbataillon der 13. SS-Waffen-Gebirgs-Division gegen die deutsche Kommandantur. Nachdem sie die deutschen Offiziere getötet hatten, übernahmen sie für einen Tag die Kontrolle über die Stadt.

Die Aufständischen wurden von zahlen- und ausrüstungsmäßig überlegenen benachbarten Garnisonen nach Straßenkämpfen überwältigt, die Überlebenden zum Tode verurteilt, hingerichtet und auf dem heute Champs des martyrs croates genannten Platz begraben, sofern sie nicht fliehen konnten. Die Anführer des Aufstands waren Ferid Džanić, Eduard Matutinović, Nikola Vukelić und Božo Jelinek. Džanić und Vukelić fielen, Jelinek und Matutinović gelang die Flucht in den Maquis; Jelinek wurde später in die Ehrenlegion aufgenommen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1954 8.676
1962 9.540
1968 10.709
1975 12.284
1982 12.693
1990 12.291
1999 11.919

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle der Pénitents Noirs
  • Die Kirche Notre-Dame (13.-16. Jahrhundert) mit einem 58 Meter hohen Turm
  • Die Place des Couverts mit mittelalterlichen Arkaden.
  • Die alte Bastide (13. Jahrhundert),
  • Die vom wohlhabenden Kaufmann Vézian Valette gegründete ehemalige Kartause Saint-Sauveur (15. Jahrhundert)
  • Die Kapelle der Pénitents Noirs (17. Jahrhundert),
  • Das Château de Graves (16. Jahrhundert).
  • Die Zisterzienserabtei Loc-Dieu (12.-15. Jahrhundert) 10 km westlich.
  • Die Champs des martyrs croates
  • In der Mediathek der Stadt befindet sich der Nachlass des französischen „Jazz-Papstes“ Hugues Panassié.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Villefranche-de-Rouergue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien