Vinadi

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Vinadi
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Innw
Kreis: Kreis Ramosch
Politische Gemeinde: Valsoti2w1
Postleitzahl: 7560
Koordinaten: 831964 / 201574Koordinaten: 46° 55′ 29″ N, 10° 29′ 6″ O; CH1903: 831964 / 201574
Höhe: 1086 m ü. M.
Karte
Vinadi (Schweiz)
Vinadi
wwww

Vinadi (Audio-Datei / Hörbeispiel [viˈnaːdi]?/i), deutsch Weinberg (bei Finstermünz), ist die östlichste Ortschaft des Schweizer Kantons Graubünden und die tiefstgelegene des Engadins. Sie gehört zur Fraktion Martina der Gemeinde Valsot.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name «Vinadi» ist eine neu geprägte romanische Übersetzung von «Weinberg», unter welchem Namen der Hof früher allein bekannt war.[1][2] «Weinberg» wiederum rührt nicht von einer tatsächlichen früheren oder aktuellen Rebpflanzung her, sondern ist laut C. Täuber eine volksetymologische Umdeutung von wimberg, was seinerseits auf althochdeutsch wimî mit der Bedeutung «sprudelndes Wasser, Quelle» zurückgehe.[3]

Siedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vinadi, Januar 2012

Vinadi besteht lediglich aus drei Häusern: einem Restaurant, einem ehemaligen Zollhaus, das heute bewohnt ist, und einer kleinen Hütte, die als Lager für das Restaurant dient.

Die im Ort gesprochene Sprache ist Bündnerromanisch im Idiom Vallader.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vinadi liegt an der Strasse von Tschlin via Martina Richtung Tirol (Österreich).

In Vinadi ist die Abzweigung der ausschliesslich über Schweizer Gebiet ins Zollausschlussgebiet Samnaun führenden Samnaunerstrasse. Vinadi ist ca. 6 km von Martina und ebenfalls etwa 6 km von Pfunds (Österreich) entfernt.

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwert von Tschlin-Vinadi

1997 wurde 300–400 m nördlich von Vinadi in einem Steilhang ein hoch- bis spätmittelalterliches Eisenschwert gefunden. Das Schwert trägt die Inschrift +NRFNIATEDNIATEDIATEDI+. Diese wird zwar bislang nicht verstanden, ist jedoch aus dem Vergleich mit anderen Schwertinschriften dieser Zeit als Zauberspruch interpretierbar.[4][5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrea Schorta: Wie der Berg zu seinem Namen kam. Kleines Rätisches Namenbuch mit zweieinhalbtausend geographischen Namen Graubündens. Terra Grischuna, Chur/Bottmingen 1988, S. 150.
  2. C. Täuber: Zwei kürzlich erschlossene Bündner Täler (Avers und Samnaun), 1912.
  3. Zur Bedeutung «sprudelndes Wasser» siehe auch Jochen Splett: Althochdeutsches Wörterbuch. Band I,2. De Gruyter, Berlin / New York 1993, S. 1091.
  4. Jürg Rageth: Ein mittelalterliches Schwert mit Zauberspruch von Tschlin-Vinadi GR. In: Archäologie der Schweiz 23 (2000), S. 128–130. doi:10.5169/seals-18420.
  5. Das Schwert von Tschlin-Vinadi