Vincent will Meer

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Filmdaten
OriginaltitelVincent will Meer
Vincent Will Meer.jpg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2010
Länge96 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
JMK 10[2]
Stab
RegieRalf Huettner
DrehbuchFlorian David Fitz
ProduktionViola Jäger,
Harald Kügler
MusikRalf Hildenbeutel,
Stevie B-Zet
KameraAndreas Berger
SchnittKai Schröter
Besetzung

Vincent will Meer ist ein deutscher Spielfilm von Ralf Huettner aus dem Jahr 2010. Das Originaldrehbuch des Films stammt von Florian David Fitz, der zudem auch die männliche Hauptrolle übernahm. Die Tragikomödie handelt von dem jungen tourettekranken Vincent, der nach dem Tod seiner Mutter in einer Klinik den Zwangsneurotiker Alexander und die magersüchtige Marie kennenlernt und mit den beiden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf eigene Faust in Richtung Italien entflieht. In weiteren Rollen sind neben Fitz auch Karoline Herfurth, Johannes Allmayer, Heino Ferch und Katharina Müller-Elmau zu sehen.

Das Road Movie wurde von Olga Films, einer Tochter der Constantin Film, produziert und von Ende Juli bis September 2009 in Deutschland, Österreich und Italien gedreht. In Deutschland wurde die Komödie am 22. April 2010 zur öffentlichen Vorführung freigegeben, wo der Film auf vorwiegend positive Kritiken stieß. Mit allein über eine Million Besuchern avancierte Vincent will Meer zur vierterfolgreichsten deutschen Filmproduktion des Kinojahres 2010.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am Tourette-Syndrom erkrankte Vincent wird nach dem Tod seiner Mutter von seinem Vater, einem Politiker, in eine Fachklinik eingeliefert. Dort trifft er auf die magersüchtige Marie und seinen zwangsneurotischen Zimmergenossen Alexander. Da Vincent den letzten Wunsch seiner Mutter erfüllen möchte, noch einmal das Meer zu sehen, fliehen die drei aus der Klinik. Sie stehlen das Auto der Therapeutin Dr. Rose und fahren in Richtung Italien. Die Asche seiner Mutter hat Vincent in einer Bonbondose dabei. Vincents Vater macht sich zusammen mit Dr. Rose auf die Suche nach den dreien. Zuerst ist er nur darauf aus, seinen Sohn, den er lieblos behandelt, wieder zurück in die Klinik zu bringen, doch während der Zeit, die er mit der Ärztin verbringt, entwickelt er neue Gefühle für ihn.

Vincent, Marie und Alex gelangen über Umwege und nach einem Konflikt zwischen Vincent und Alex – Alex warnt Vincent vor Marie, in die dieser sich verliebt hat, weil er sie nicht für liebesfähig hält – ans Meer. Marie bricht wegen ihrer durch die Magersucht bedingten Herzschwäche zusammen und kommt ins Krankenhaus.

Nachdem Vincent sich von der suizidgefährdeten Marie gelöst hat, fahren er und Alex zusammen mit Dr. Rose und Vincents Vater in deren Autos wieder Richtung Deutschland. Unterwegs bittet Vincent seinen Vater, ihn aussteigen zu lassen, und geht zurück nach Triest, wo Marie nach ihrem Herzanfall noch immer im Krankenhaus liegt. Alex folgt ihm.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

José García vom Online-Portal Textezumfilm.de befand: „Obwohl Vincent will Meer gewiss nicht ganz klischeefrei bleibt, stellt er unter Beweis, dass selbst bei einem schwierigen Thema eine Komödie gelingen kann – und dies ohne Klamauk, ohne Brachialhumor und ohne grobschlächtige Witze“.[3]

Jan Oberländer vom Tagesspiegel urteilte, dass es dem Film nicht gut tue, dass er versuche, „zugleich ernsthaft und komödiantisch zu sein. Fitz spielt den Tourette-Kranken beeindruckend, aber seine Figur wirkt wie am Reißbrett entworfen. 27 Jahre alt, Zuckungen seit der Kindheit – und noch nie in Behandlung? Ein verständnisloser Vater, der sich ausgerechnet von der attraktiven Ärztin seines Sohnes den eigenen Irrweg aufzeigen lassen muss? Auch Sauberkeitsfreak Alex (Johannes Allmayer) scheint nie zu leiden, sondern bleibt stets der liebenswerte Freak aus der Klapse“.[4]

Moritz Holfelder von NDR Kultur schrieb in seiner Rezension: „Vincent will Meer fehlt es bei allen verständlichen Bemühungen um Witz und Leichtigkeit vor allem an Tempo und Rhythmus. So positiv es überhaupt ist, einmal einen Spielfilm über ein paar gehandikapte junge Menschen zu drehen, so beklagenswert ist es dann, wenn das Werk sich als recht bieder entpuppt. Allein Florian David Fitz und Karoline Herfurth als Vincent und Marie machen die launig konventionelle Komödie zum Erlebnis: Ihr Versuch, eine ziemlich durchgeknallte Beziehung zu leben, besitzt allein die verstörende Kraft, die Vincent will meer dann doch kinotauglich macht“.[5]

Vincent will Meer erhielt von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) das Prädikat Besonders wertvoll.[6]

Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Kinostart am 22. April 2010 erreichte der Film in Deutschland mehr als eine Million Besucher.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bambi 2010 in der Kategorie Schauspieler national an Florian David Fitz
  • Bayerischer Filmpreis 2010 in den Kategorien Publikumspreis und Drehbuch
  • Deutscher Filmpreis 2011 in den Kategorien Bester Film und Bester Hauptdarsteller (Florian David Fitz), Nominierungen: Bester Nebendarsteller – Heino Ferch, Beste Nebendarstellerin – Katharina Müller-Elmau, Bestes Drehbuch – Florian David Fitz[8]
  • Jupiter Award 2011 in der Kategorie Bester Film Deutschland

Neuverfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde 2013 unter dem Titel The Road Within in den USA neu verfilmt und kam am 18. Juni 2014 in die amerikanischen Kinos. Im Remake sind Robert Sheehan, Zoë Kravitz und Dev Patel in den Hauptrollen zu sehen.[9]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Titel Interpret
1. Hey, Soul Sister Train
2. Dancing In The Streetlights Clooney
3. Citylights Dania König
4. If This Is It Newton Faulkner
5. Point Of View Cargo City
6. Breakeven The Script
7. Spinner Revolverheld
8. Walk On My Own Cargo City
9. Autopilot Amanda Jenssen
10. Keinen Zentimeter Clueso
11. Belly Up Maria Mena
12. Hiding Under Blankets Cargo City
13. Rette Mich Später 2raumwohnung
14. Mouthful Of Wasps Kashmir
15. Back Up Cargo City

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Vincent will Meer. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, März 2010 (PDF; Prüf­nummer: 121 983 K).
  2. Alterskennzeichnung für Vincent will Meer. Jugendmedien­kommission.
  3. Kritik auf textezumfilm.de, abgerufen am 29. April 2010.
  4. Kritik auf tagesspiegel.de, abgerufen am 29. April 2010.
  5. Moritz Holfelder: Vincent will meer. Kinostart: 22. April 2010. ndrkultur.de, 21. April 2010, archiviert vom Original am 26. April 2010; abgerufen am 26. Januar 2013.
  6. Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW): Vincent will Meer, abgerufen am 27. April 2010
  7. Blickpunkt:Film: Vincent will Meer, abgerufen am 15. Januar 2010
  8. Deutscher Filmpreis: "Vincent will Meer" räumt bei Lola-Verleihung ab, Spiegel online, 8. April 2011, abgerufen am 26. Januar 2013
  9. Eintrag in der Internet Movie Database, abgerufen am 17. Oktober 2014