Vincenzo Vela

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Vincenzo Vela (* 3. Mai 1820 in Ligornetto, Kanton Tessin; † 3. Oktober 1891) war ein Schweizer Bildhauer des 19. Jahrhunderts und ein Hauptvertreter des Verismo.

Leben[Bearbeiten]

Vela wurde als Sohn eines Kleinbauern und einer Wirtin im Mendrisiotto geboren. Nach einer Grundausbildung in das Steinmetzhandwerk bildete er sich 1834 an der Dombauhütte in Mailand weiter. Ein Jahr später immatrikulierte er sich an der dortigen Academia Brera, die er bis 1844 besuchte. Nach Studienabschluss erhielt er erste öffentliche und private Aufträge. Vela war überzeugter Republikaner. Beim Sonderbundskrieg von 1847 beteiligte er sich freiwillig auf der Seite der eidgenössischen Truppen unter Guillaume-Henri Dufour. 1848 kämpfte er unter Antonio Arcioni auf der republikanischen Seite im ersten italienischen Unabhängigkeitskrieg. Er flüchtete aus dem österreichischen Mailand und blieb von 1852 bis 1866 im unabhängigen Turin, wo er eigene Ateliers betrieb und als Professor an der königlichen Kunstakademie (Accademia albertina delle belle arti) den Verismo lehrte, der die Kunst Italiens nachhaltig beeinflusste.

1867 kehrt er nach Ligornetto zurück, wo er einen Palazzo erbauen liess, den er 1868 als Museum dem Publikum öffnete. Neben Kunstfreunden kamen Patrioten aus dem 1871 geeinten Italien, um ihr Nationaldenkmal, den Ruhmestempel des Risorgimento, zu besuchen. Als politisch interessierter Mensch war Vela Mitglied des Tessiner Grossen Rats und beteiligte sich 1890 an der Revolution in Lugano.

Werk[Bearbeiten]

Vela schuf viele Statuen von Patrioten, Königen und Philosophen für italienische und französische Städte. Sein für die damalige Zeit aussergewöhnliches soziales Engagement kommt in vielen Werken zum Ausdruck. Ein wichtiges Beispiel ist sein Denkmal für die beim Gotthard-Eisenbahntunnel verunglückten Vittime del lavoro, das er aus eigenem Antrieb und ohne Bezahlung schuf.

Denkmal für die Opfer des Gotthardtunnelbaus von Vincenzo Vela am Bahnhof von Airolo

Denkmal[Bearbeiten]

Auf dem Friedhof von Ligornetto steht das 1893 von Augusto Guidini gebaute Mausoleum. Es zeigt Vela auf einem Trauerbett und wird von oben von einer Figur des leidenden Jesu betrauert. Daneben zeigt ein Stillleben in Bronze Karabiner, Hammer, Meißel und Orden, die Attribute des gefeierten Republikaners und Bildhauers.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Kreis: Unten und oben. Vincenzo Velas "Vittime del lavoro" von 1882/83, in: Bernard Degen et al. (Hrsg.): Fenster zur Geschichte. 20 Quellen – 20 Interpretationen. Festschrift für Markus Mattmüller, Basel/Frankfurt a.M. 1992, S. 163–182.
  • Gianna A. Mina Zeni (Hrsg.), Museo Vela. Le collezioni. Scultura, pittura, grafica, fotografia, Lugano 2002
  • Nancy J. Scott: Vincenzo Vela 1820-1891, New York / London 1979 (Diss. New York University, 1978)
  • Marc-Joachim Wasmer: Il Museo Vela a Ligornetto. La casa-museo dello scultore ticinese Vincenzo Vela, Bern 2003

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vincenzo Vela – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien