Vine (Videoportal)

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Vine
Logo
Entwickler Twitter Inc.
Erscheinungsjahr 2013
Aktuelle Version 5.43 (iOS)
16. Dezember 2016[1]

Variiert je nach Gerät bei Android,[2]
Windows 10 Mobile
und Windows 10[3]

Betriebssystem Android, iOS, Windows 10 Mobile, Windows 10
Kategorie Videobearbeitung
Lizenz Freeware
deutschsprachig ja
Sonstiges Existiert nur noch als Archiv.Vorlage:Infobox Software/Wartung/Sonstiges
vine.co

Vine war ein Videoportal zum Austausch sehr kurzer Filmaufnahmen. Registrierte Benutzer konnten auf das Portal 6 Sekunden lange Videoclips hochladen und sie damit – im Sinne eines sozialen Netzwerks – mit anderen „teilen“. Der Online-Dienst wurde im Herbst 2012 von Twitter Inc. übernommen. Es standen kostenlose Apps für Android, iOS, Windows 10 Mobile und Windows 10 zur Verfügung.

Am 27. Oktober 2016 gaben Twitter und Vine bekannt, in den kommenden Monaten den Dienst und die Video-App Vine hierzu einzustellen. Die Nutzer wurden hierüber allerdings im Vorfeld frühzeitig informiert.[4] Die endgültige Schließung Vines erfolgte am 17. Januar 2017. Seitdem können dem Netzwerk keine neuen Videos mehr hinzugefügt werden, sondern nur noch alte heruntergeladen werden.[5]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Vine konnten Videos mit einer maximalen Länge von sieben Sekunden aufgenommen und veröffentlicht werden. Der Nutzer hatte die Möglichkeit, auf zwei Weisen mit seinem Smartphone oder Tabletcomputer zu filmen: kontinuierlich oder mit Zwischenstopps. Gerade wegen Letzterem erinnern viele Vine-Filme an animierte GIFs, eine Technik, die in den 1990er-Jahren populär war, damals jedoch ohne Ton.[6] Ist das Video vorbei, fängt es wieder von vorne an (Loop). Von der Ästhetik her lehnen sich viele Clips an die Idee des Stopptricks an. Twitter war an Vine unter anderem interessiert, weil es zu den kurzen Textnachrichten passte.

Wie bei anderen „Sharing“-Plattformen musste der Nutzer ein eigenes Profil anlegen, um Videos hochladen zu können. Sein Gefallen konnte der Rezipient, der das Video sieht, durch ein Tippen auf die Schaltfläche Gefällt Mir zum Ausdruck bringen, hier in Form eines Smileys. Außerdem gibt es das Follower-System und die Hashtags wie bei Twitter.

Updates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Veröffentlichung von Vine gab es mehrere Updates, die dem Verlangen der Benutzer nach mehr Funktionen gerecht werden sollten. Ende März 2013 wurde es möglich gemacht, Vines auf Webseiten, wie z. B. eigenen Blogs, einzubetten.[7]

Ende April 2013 führte Vine die Möglichkeit ein, Aufnahmen auch mit der Frontkamera zu machen. Seitdem war es einfacher, von sich selbst Videos zu drehen.[8] Das bisher größte Update erfolgte Anfang Juli 2013. Es beinhaltete die Einführung der Revine-Funktion, mit der Vines von anderen Nutzern innerhalb der Community geteilt werden konnten. Hierbei handelt es sich um einen typischen Bestandteil sozialer Netzwerke, den es auch bei Twitter in Form der Retweets gibt. Dieses Update beinhaltete des Weiteren die Möglichkeit, einen Account auf „privat“ zu setzen und die Clips damit nur seinen Followern zugänglich zu machen. Außerdem wurden 15 Kanäle mit Themen eingeführt, auf welche der Nutzer seine Clips stellen kann.[9]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vine wurde im Juni 2012 von Dominik Hofmann und Rus Jussupow gegründet. Im Juli 2012 stieg Colin Kroll als CTO ein. Im Oktober 2012 wurde Vine von Twitter Inc. für rund 30 Millionen US-Dollar übernommen. Deren CEO Dick Costolo nannte es „The next big thing“.[10] Am 24. Januar 2013 wurde Vine im App Store für iOS veröffentlicht. Am 3. Juni 2013 folgte die Version für Android im Google Play.[11]

Anfang April 2013 erreichte Vine in den USA den ersten Platz der kostenlosen Apps im App Store.[12] Anfang Juni 2013, unmittelbar vor der Veröffentlichung für Android, hatte Vine 13 Millionen Benutzer zu verzeichnen.[13] Bis Ende August stieg die Nutzerzahl auf 40 Millionen an.[14]

Seit dem 12. November 2013 war Vine auch für Microsoft Windows Phone 8 kostenlos erhältlich.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oftmals wurden die langen Ladezeiten für die Videos bemängelt.[15][16] Twitter Inc. versuchte diesen Mangel mit Updates zu beheben.

Nicht lange nach der Veröffentlichung wurden erste pornografische Videos hochgeladen. Dies widersprach den Richtlinien des iOS-App-Stores. Unmittelbar nach Auftauchen der Videos änderte Twitter Inc. das Mindestalter für die Nutzung des Videoportals von 12 auf 17 Jahre.[17]

Vine und Instagram[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Anfang an wurden Vergleiche zum Foto-Sharing-Dienst Instagram aufgestellt, welcher zur Facebook Inc. gehört.[18][19] Der Machtkampf der beiden Internetkonzerne Facebook und Twitter spiegelte sich, seit der Veröffentlichung von Vine, in der Entwicklung der beiden Anwendungen wider.

So entschied sich Facebook bereits wenige Stunden, nachdem Vine auf dem Markt war, den Benutzern dieser App zu verbieten, nach Facebook-Freunden zu suchen. Gleiches hatte Twitter im Juli 2012 veranlasst, als Benutzer von Instagram nicht mehr nach ihren Twitter-Kontakten suchen durften.[20]

Vine wurde im Laufe der ersten Hälfte 2013 zunehmend populärer. So wurden Anfang Juni mehr Vine-Videos als Instagram-Fotos auf Twitter gepostet[21] und die Benutzerzahlen von Vine stiegen schneller als die von Instagram in den Monaten nach dessen Veröffentlichung.[22]

Ende Juni 2013 führte Facebook Videos auf Instagram ein, die Ähnlichkeiten mit den Vine-Filmchen haben und in den Medien als Antwort Facebooks auf Vine aufgenommen wurden.[23][24] Die Videos von Instagram unterscheiden sich durch die Länge von maximal 15 Sekunden, die Filterfunktion und dadurch dass die Videos nicht in einer Endlosschleife laufen. Die Grundidee, dass die Aufnahme angehalten werden und der Benutzer später weiter filmen kann, ist die Gleiche. Vine wurden daraufhin Probleme prophezeit, da das Monopol auf Kurzvideos gebrochen wurde. Tatsächlich ging in den Wochen nach der Einführung der Instagram-Videos die Benutzung von Vine zurück.[25]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorschauseite für iOS bei itunes.apple.com, abgerufen am 20. Dezember 2016.
  2. Installationsseite für Android bei play.google.com, abgerufen am 20. Dezember 2016.
  3. Installationsseite für Windows 10 (Mobile) microsoft.com, abgerufen am 20. Dezember 2016.
  4. Mitteilung von Twitter und Vine bei medium.com, abgerufen am 27. Oktober 2016.
  5. Maurice Ballein: Vine: Alles Wissenswerte zum Ende des Video-Portals von Twitter. In: netzwelt. netzwelt GmbH, Hamburg 18. Januar 2017 (netzwelt.de).
  6. Wackelkandidat: Twitter startet Video-App Vine. In: Spiegel Online. 25. Januar 2013, abgerufen am 10. Juni 2013.
  7. Francis Bea: Vine’s Silent Update Adds Video Embedding Function. 29. März 2013, abgerufen am 7. November 2013 (englisch).
  8. Lex Friedman: Vine update adds front camera, Twitter-Style mentions. 30. April 2013, abgerufen am 11. Juli 2013 (englisch).
  9. Oliver Schwuchow: Vine für iOS erhält größeres Update. 4. Juli 2013, abgerufen am 7. November 2013.
  10. Seth Fiegerman: The Vine Effect: How Twitter’s App Is Impacting Social Video Startups. In: mashable.com. 9. Februar 2013, abgerufen am 21. Februar 2016 (englisch).
  11. Vine für Android veröffentlicht – Endlich! In: Bitpage. 3. Juni 2013, abgerufen am 10. Juni 2013.
  12. Bryan M. Wolfe: Twitter’s Vine Is Now The Most Popular App In The App Store. In: AppAdvice. 9. April 2013, abgerufen am 10. Juni 2013 (englisch).
  13. On Twitter, Vine Surpasses Instagram. In: ABC News. Abgerufen am 11. Juni 2013 (englisch).
  14. Panagiotis Kolokythas: Vine hat bereits 40 Millionen Nutzer. In: pcwelt.de. 21. August 2013, abgerufen am 14. Januar 2015.
  15. Vine iPhone-App. In: ChipOnline. Abgerufen am 11. Juli 2013.
  16. Vine für Android: Update bringt Facebook-Sharing & bessere Performance. In: pctreiber.net. 22. Juni 2013, abgerufen am 11. Juni 2013.
  17. Joanna Stern: Twitter’s Vine Changes App Store Rating to +17, Adds Social Sharing Features. In: ABC News. 6. Februar 2013, abgerufen am 11. Juni 2013 (englisch).
  18. Eli Langer: Six Things to Know About the Vine Video-Sharing App from Twitter. In: www.cnbc.com. 28. Januar 2013, abgerufen am 7. November 2013 (englisch).
  19. Dirk von Gehlen: Vine:Instagram für sechs Sekunden. In: jetzt.de (Süddeutsche Zeitung). 25. Januar 2013, abgerufen am 7. November 2013.
  20. Christina Warren: Facebook Explains Why Vine Can’t Access Your Friends. In: Mashable. 25. Januar 2013, abgerufen am 11. Juli 2013 (englisch).
  21. Jacob Kastrenakes: Vine becomes more popular than Instagram for media sharing on Twitter. In: theverge.com. 8. Juni 2013, abgerufen am 7. November 2013 (englisch).
  22. Vine is getting all up in Instagram’s grill. In: www.itworld.com. 19. Juni 2013, abgerufen am 11. Juli 2013 (englisch).
  23. Eike Kühl: Social Video: Instagram bekommt Videofunktion. In: Zeit Online. 20. Juni 2013, abgerufen am 11. Juli 2013.
  24. dpa: Facebook macht Videos auf Instagram möglich. In: FAZ.net. 20. Juni 2013, abgerufen am 11. Juli 2013.
  25. Michael Kroker: Instagram: Erfolgreicher Konter gegen Twitter-Videodienst Vine. In: Wirtschaftswoche. 11. Juli 2013, abgerufen am 11. Juli 2013.