Vinxtbach
| Vinxtbach | ||
|
Vinxtbach Mündung | ||
| Daten | ||
| Gewässerkennzahl | DE: 27174 | |
| Lage |
| |
| Flusssystem | Rhein | |
| Abfluss über | Rhein → Nordsee | |
| Quelle | Südsüdwestlich von Schalkenbach-Obervinxt und östlich vom Adert 50° 28′ 57″ N, 7° 7′ 9″ O | |
| Quellhöhe | ca. 398 m ü. NHN[1] | |
| Mündung | Bei Burg Rheineck zwischen Bad Breisig und Brohl-Lützing in den RheinKoordinaten: 50° 30′ 5″ N, 7° 18′ 42″ O 50° 30′ 5″ N, 7° 18′ 42″ O | |
| Mündungshöhe | ca. 52 m ü. NHN[1] | |
| Höhenunterschied | ca. 346 m | |
| Sohlgefälle | ca. 18 ‰ | |
| Länge | 19,1 km[2] | |
| Einzugsgebiet | 45,472 km²[2] | |
Der Vinxtbach ist ein gut 19 km langer, linker und westlicher Zufluss des Rheins im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler.
Der Vinxtbach ist ein grobmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach (Typ 5).[3]
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verlauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Vinxtbach entspringt südsüdwestlich von Schalkenbach-Obervinxt auf einer Höhe von etwa 398 m ü. NHN. Die Quelle liegt im Königsfelder Wald unterhalb und östlich vom Adert (487,8 m ü. NHN). Der Bach fließt vorwiegend in östliche Richtung. Er mündet bei Burg Rheineck zwischen Bad Breisig und Brohl-Lützing auf einer Höhe von etwa 52 m ü. NHN in den von Süden kommenden Rhein.
Einzugsgebiet und Zuflüsse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das gut 45 km² große Einzugsgebiet des Vinxtbachs erstreckt sich über das Tal südlich des Ahrgebirges und wird über den Rhein in die Nordsee entwässert.
Es grenzt
- im Norden an das Einzugsgebiet des Frankenbachs und seiner Zuflüsse
- im Nordwesten an das der Ahr und ihrer Zuflüsse
- im Süden an das des Brohlbachs und seiner Zuflüsse.
| Stat. in km |
Name | GKZ[Z 1] | Lage | Länge in km | EZG in km² | Mündung | Mündungshöhe[1] in m ü. NHN |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 18,0 | Oberer Bach | 27174-12 | links | 0,519 | 0,908 | 339 | |
| 16,9 | Schalker Waldbach | 27174-14 | links | 0,984 | 0,994 | Schalkenbach | 282 |
| 16,0 | Schalkenbach | 27174-2 | rechts | 4,138 | 5,783 | Schalkenbach | 265 |
| 13,8 | Königsfelder Bach, auch Königsbach | 27174-312 | links | 1,374 | 2,481 | Königsfeld | 224 |
| 12,5 | Rothgraben | 27174-314 | links | 0,585 | 0,461 | 209 | |
| 12,3 | Dedenbach | 27174-32 | rechts | 1,375 | 4,241 | bei Dedenbach | 204 |
| 11,5 | Graben am Layerhof | 27174-3912 | links | 0,448 | 0,458 | ||
| 10,8 | Graben von der dürren Lage | 27174-3914 | links | 0,219 | 0,213 | 178 | |
| 9,6 | Adamsmühlgraben | 27174-3918 | links | 0,641 | 0,278 | 162 | |
| 9,0 | Rodderbach, auch Mertenbach | 27174-392 | rechts | 3,648 | 3,176 | Waldorf | 159 |
| 9,0 | Bach vom Wellberg | 27174-394 | rechts | 1,478 | 2,539 | Waldorf | 154 |
| 7,8 | Raubbach | 27174-4 | rechts | 1,719 | 1,367 | Ockenfelsmühle | 142 |
| 5,4 | Gönnersdorfer Bach, auch Soterbach | 27174-92 | rechts | 1,139 | 2,526 | Gönnersdorf | 116 |
| 4,0 | Auegraben | 27174-932 | rechts | 0,099 | 0,076 | 97 | |
| 3,0 | Niederlützinger Bach | 27174-94 | rechts | 1,126 | 0,546 | 91 | |
| 2,6 | Bergwerksgraben | 27174-992 | links | 0,307 | 0,333 | 85 |
Anmerkungen zur Tabelle
- ↑ Gewässerkennzahl, in Deutschland die amtliche Fließgewässerkennziffer mit zur besseren Lesbarkeit eingefügtem Trenner hinter dem Präfix, das einheitlich für den allen gemeinsamen Vorfluter Vinxtbach steht.
Etymologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name Vinxt leitet sich vom lateinischen finis für Grenze ab.[4] In römischer Zeit markierte der Bach die Grenze zwischen den Provinzen Ober- und Niedergermanien und im Mittelalter zeitweise diejenige zwischen den Herzogtümern Ober- und Niederlothringen. Heute gilt der Vinxtbach als Dialektgrenze (Vinxtbach-Linie). Er trennt nördliche und südliche moselfränkische Dialekte voneinander.
Geschichte und Bedeutung in römischer Zeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Eroberung Galliens durch Caesar (58–51 v. Chr.) war das linksrheinische Gebiet Teil des Römischen Reiches. Die Militärverwaltung teilte es in Folge der Clades Variana in einen niedergermanischen Heeresbezirk (Exercitus Germaniae inferioris) und einen obergermanischen ein. Kaiser Domitian wandelte schließlich zwischen 82 n. Chr. und 87 n. Chr. (vermutlich um 83/84 n. Chr.) die Militärbezirke in die zivilrechtlichen Provinzen Germania Superior (Obergermanien) mit der Hauptstadt Mogontiacum (Mainz) und Germania Inferior (Niedergermanien) mit der Hauptstadt Colonia Agrippina (Köln) um. Der Vinxtbach bildete die Grenze zwischen den Provinzen (wie vermutlich zuvor schon zwischen den Militärbezirken). Der Bach wurde über eine Furt von der Römischen Rheintalstraße gequert, die auf beiden Seiten des Bachlaufs von jeweils einer Benefiziarierstation gesichert war.[5][6] Der Vinxtbachmündung gegenüber, auf der rechtsrheinischen Seite im Gebiet des heutigen Rheinbrohl, begann der Obergermanisch-Raetische Limes. Die erste Befestigung nahe dem Caput limitis, dem Anfang des Limes, war das Kleinkastell Rheinbrohl. Rheinabwärts nach Norden gehörte das linke Rheinufer zum römischen Reich, das rechte zur Germania magna.
Die Benefiziarier hinterließen drei Weihesteine, auf welchen die Provinzgrenze schriftlich dokumentiert ist. Teile eines dieser Weihesteine befinden sich in der St.-Marien-Kirche in Bad Breisig-Niederbreisig. Der Fundort selbst ist mit einer Informationstafel markiert. Die Inschrift des Steines lautet
„Finibus et / Genio loci / et I(ovi) O(ptimo) M(aximo) milit(es) / leg(ionis) XXX U(lpiae) V(ictricis) / M(arcus) Massiani/us Secundus / et T(itus) Aurelius / Dosso / v(otum) s(olverunt) l(ibentes) m(erito)“[7],
deutsch: „Dem Schutzgeist der Grenzen und des Ortes und Jupiter, dem Besten und Größten, haben die Soldaten der 30. Legion mit den Beinamen die Ulpische, die Siegreiche, Marcus Massianius Secundus und Titus Aurelius Dosso ihr Gelübde gerne und nach Gebühr erfüllt.“[8]
Der zweite Stein beinhaltet den Text
„[Ge]ni[o] l[oc]i / e[t Fi]ni[b]us / et I(ovi) O(ptimo) M(aximo) / T(itus) Fl(avius) Vere/cundus / e[t] M(arcus) Dom(itius) / Atto mil(ites) [leg(ionis?)“[9],
deutsch: „Dem Schutzgeist des Ortes und der Grenzen haben Titus Flavius Verecundus und Marcus Domitius Atto, Soldaten der Legion …“
Die Inschrift des dritten Steines lautet
„I(ovi) O(ptimo) M(aximo) / et Genio loci / Iunoni Reginae / Tertinius / Severus / mil(es) leg(ionis) VIII Aug(ustae) / b(ene)f(iciarius) co(n)s(ularis) ex voto / p(osuit) v(otum) s(olvit) l(ibens) l(aetus) m(erito)“[10],
deutsch: „Jupiter dem Besten und Größten und dem Schutzgeist des Ortes (und) der Königin Juno (hat) Tertinius Severus, Soldat der 8. Legion, konsularischer Benefiziarier, wegen eines Gelübdes (diesen Stein) aufgestellt (und damit) gerne, freudig und nach Gebühr sein Gelübde erfüllt.“
In antiker Zeit lautete der Name des Vinxtbaches vermutlich Obrinkas; der Geograph Claudius Ptolemäus nennt diesen Namen in seiner Geographike Hyphegesis viermal:
„Die Stelle der Mündung des von Westen kommenden Flusses Obrinkas (Vinxtbach) [liegt bei] 28° 50′. […] Von dem Lande längs des Rheines heißt der vom Meer bis zum Obrinkas-Fluß reichende Teil Niedergermanien. […] Das Land vom Obrinkas-Fluß nach Süden hin heißt Obergermanien.“[11]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Georg Schwedt: Zur Gewässerkunde von Brohl- und Vinxtbach: Mit dem Wasseranalysen-Koffer unterwegs. In: Heimatjahrbuch 2025. Kreis Ahrweiler, 13. Oktober 2025.
- AW Wiki – Vinxtbach
- Ad fines (Vinxtbach) ( vom 18. November 2005 im Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
- 1 2 3 GeoExplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
- ↑ Vinxtbach – Wasserkörper-Steckbrief. (PDF) April 2024, abgerufen am 11. Februar 2026.
- ↑ vgl. Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2014, ISBN 978-3-11-057891-1, S. 563 f., „Vinxtbach“ (Auszug in der Google-Buchsuche).
- ↑ Tilmann Bechert: Vom Vinxtbach bis Köln. In: Tilmann Bechert, Willem J.H. Willems: Die römische Reichsgrenze zwischen Mosel und Nordseeküste. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1189-2, S. 29.
- ↑ Tilmann Bechert: Germania Inferior. Eine Provinz an der Nordgrenze des Römischen Reiches. Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-2400-7, S. 27f., 30.
- ↑ CIL 13, 07732
- ↑ Dieter Planck, Willi Beck: Der Limes in Südwestdeutschland. 2. völlig neubearbeitete Auflage. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0496-9, S. 107.
- ↑ CIL 13, 07713
- ↑ CIL 13, 07731
- ↑ Claudius Ptolemäus, Geographike Hyphegesis, 2. Buch, 9,2,2, 9,2,8 und 9,2,9 (Online).
