Viqueque (Gemeinde)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Munisípiu Vikeke (tetum)
Município de Viqueque (port.)
IndonesienOecusse (Gemeinde)Cova LimaBobonaro (Gemeinde)Ermera (Gemeinde)Liquicá (Gemeinde)Dili (Gemeinde)Aileu (Gemeinde)Ainaro (Gemeinde)ManufahiManatuto (Gemeinde)Baucau (Gemeinde)Lautém (Gemeinde)Viqueque (Gemeinde)Lage der Gemeinde Viqueque.
Über dieses Bild
Reisfelder in Viqueque mit dem Monte Mundo Perdido im Hintergrund
Daten
Hauptstadt Viqueque
Fläche 1.872,68 km² (1.)[1]
Einwohnerzahl (2015) 76.033 (5.)[1]
Bevölkerungsdichte 40,60 Einw./km² (10.)[1]
Zahl der Haushalte (2015) 15.297 (5.)[1]
ISO 3166-2: TL-VI
Verwaltungsämter Einwohner[1] Fläche[1]
Lacluta 6.808 414,16 km²
Ossu 17.161 403,66 km²
Uato-Lari 18.908 287,94 km²
Uatucarbau 7.401 130,69 km²
Viqueque 25.755 636,23 km²
Karte
Verwaltungsgliederung von Viqueque

Viqueque (tetum Vikeke) ist die größte Gemeinde von Osttimor. Der Name leitet sich von der alten Bezeichnung „We Keke“ ab. We bedeutet „Wasser“, Keke „Armreif“.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flüsse und Ortschaften in der Gemeinde Viqueque (Grenzen bis 2015)
Landschaft bei der Stadt Viqueque

Die Gemeinde Viqueque liegt an der Südküste der Insel Timor, an der Timorsee. Sie grenzt im Norden an die Gemeinde Baucau, im Osten jenseits des Flusses Irebere (Irabere) liegt die Gemeinde Lautém und im Westen jenseits des Dilor (Dilin) die Gemeinde Manatuto.

Die Gemeinde teilt sich in die Verwaltungsämter Lacluta, Ossu, Uato-Lari (Watu-Lari, Uatolári, zur portugiesischen Kolonialzeit Leça), Uatucarbau (Uato Carabau, Watu-Carbau) und Viqueque. Caraubalu ist der einzige Suco in der Gemeinde, der als „urban“ klassifiziert ist. Hier liegt das Zentrum der Gemeindehauptstadt Viqueque.

Der Norden ist gebirgig, im Süden flacht die Gemeinde ab zu Hügeln und Küstenebenen an den Flüssen. Ossu ist von mehreren Bergen umgeben. Dem Monte Mundo Perdido im Westen, dem Builo im Süden, dem Matebian-Massiv im Osten und dem Fatu Laritame im Norden.[3] Uatucarbau und Uato-Lari bilden eine breite Küstenebene am Südhang des Matebians und mehrerer Berge im Osten, die sich in Hügeln mit fruchtbarem Land nach Süden ausdehnen.[4] Flüsse, die in der Gemeinde Viqueque in die Timorsee münden sind der Nunuc, der Tuco, der Cuha, der Bularan, der Benaro, der Beaco und der Weburak im Verwaltungsamt Viqueque, der Lugassa an der Grenze zu Uato-Lari, der Saqueto, der Bebui, der Borouai und der Oiqui in Uato-Lari und der Molaiuai und der Uaidori in Uatucarbau.[5]

Viqueque hat seit der Gebietsreform 2015 eine Fläche von 1.872,68 km²[1] (davor 1.880,39 km²).[6] Bereits 2004 wurden die Grenzen zur Gemeinde Baucau verändert.

16.100 Hektar um den Monte Mundo Perdido sind als Wildschutzgebiet und Important Bird Area ausgewiesen. Hier finden sich neben vielen endemischen Vogelarten auch zahlreiche, seltene Orchideen.[3]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl in Viqueque
Dorf nahe dem Monte Mundo Perdido

In Viqueque leben 76.033 (2015,[1] 2011: 73.581 Einwohner[7]) Die Bevölkerungsdichte liegt bei 40,60 Einwohnern pro Quadratkilometer.[1] Der Altersdurchschnitt liegt bei 18,5 Jahren. Über 9.300 der Einwohner Dilis 2004 wurden in Viqueque geboren. Durch die starke Abwanderungsbewegung in die Hauptstadt liegt das Bevölkerungswachstum deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich um 0,95 %. Hatte 2004 in Lacluta jede Frau durchschnittlich 5,92 Kinder, stieg die Anzahl in Viqueque auf 6,20, in Uato-Lari auf 6,54 und 7,20 Kinder in Ossu, bis auf 7,26 Kinder pro Frau in Uatucarbau an (Landesdurchschnitt 6,99). Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Uatucarbau bei 85 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996:144), in Viqueque bei 108 (138), in Uato-Lari bei 110 (139), in Ossu bei 131 (137) und in Lacluta bei 143 (122). Uatucarbau kann somit auf einen der stärksten Rückgänge der Kindersterblichkeit in den letzten Jahren verweisen. Es ist aber das einzige Verwaltungsamt Viqueques, der damit unter dem Landesdurchschnitt von 98 liegt. Ossu und Lacluta gehören zu den acht Verwaltungsämtern Osttimors mit der höchsten Kindersterblichkeit. In Lacluta stieg sie entgegen dem Landestrend zwischen 1996 und 2002 sogar um 17 % an.[8]

Viqueque ist ein Kernland der Ethnie der Tetum, die Gemeinde ist eine Kernregion ihrer austronesischen Sprache. Im Osten Viqueques leben Makasae. 42,3 % sprechen die Papuasprache Makasae (größte Volksgruppe in den Verwaltungsämtern Ossu und Uato-Lari) als Muttersprache; 29,0 % sprechen Tetum, (25,4 % Tetum Terik in den Verwaltungsämtern Lacluta und Viqueque, 3,6 % Tetum Prasa). 18,3 % der Einwohner sprechen Naueti um die Orte Uato-Lari und Uatucarbau, 3,7 % Kairui und 6,0 % Midiki, deren Sprecher nahe Ossu sie Osomoko nennen. Auch in Lacluta wird Midiki gesprochen. Naueti, Kairui und Midiki gehören zu den Kawaimina-Sprachen. Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 85,2 % Tetum, 40,5 % Bahasa Indonesia, 28,6 % Portugiesisch und 12,3 % Englisch.[1] Die sprachliche Zerstückelung der Gemeinde hat dazu geführt, dass sich die Bewohner mehr mit ihren jeweiligen Heimatdörfern identifizieren, als mit der Ethnie, zu der sie gehören.[9]

2004 waren 94,6 % der Einwohner Katholiken, 4,0 % Protestanten, 1,0 % Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors und 0,3 % Muslime.[10] Bei der Volkszählung 2015 registrierte man 97,08 % Katholiken, 2,51 % Protestanten, 0,28 % Muslime, nur noch 52 Animisten und 43 andere.[1]

Von den Einwohnern, die drei Jahre oder älter sind, besuchten 2015 38,8 % eine Schule. 26,3 % hatten die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 33,6 %, was 4,7 % über dem Landesdurchschnitt entspricht. 5,2 % der Einwohner Viqueques haben nur die Vorschule besucht, knapp ein Drittel nur die Grundschule. Weiterführende Schulen haben knapp ein Viertel der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können 3,7 % vorweisen, was der Hälfte des Landesdurchschnitts entspricht.[1] Die Analphabetenrate betrug 2015 16,9 % (Frauen: 16,5 %; Männer: 17,3 %).[1] 2004 lag sie noch bei 61,0 %.[8]

Schulbildung[1] Schulabschluss[1]
in der Schule Schule beendet nie in einer Schule Vorschule Grundschule Prä-
Sekundär
Sekundär Diplom/ Fach-
hochschule
Universität Kein Abschluss
Frauen 36,7 % 24,7 % 37,4 % 5,0 % 27,9 % 13,3 % 10,5 % 0,4 % 2,2 % 1,2 %
Männer 40,9 % 28,0 % 29,9 % 5,5 % 32,5 % 12,6 % 11,8 % 1,0 % 3,8 % 0,9 %
gesamt 38,8 % 26,3 % 33,6 % 5,2 % 30,2 % 12,9 % 11,1 % 0,7 % 3,0 % 1,1 %

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gouverneur José Celestino da Silva (1894–1908) zu Besuch im Reich von Viqueque. Neben ihn der Herrscher Brigadeiro D. Mateus da Costa Rangel Sarmento Pinto.

Viqueque, Bibiluto, Lacluta und Luca waren traditionelle Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Sie erscheinen auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[11][12] Auch Ossu und Ossorua waren solche Reiche. Der Einfluss Lucas reichte bis in die heutige Gemeinde von Baucau. Während der Rebellion von Cová 1868 unterstützten Viqueque und Luca die portugiesischen Kolonialherren mit eigenen Truppen und im April 1896 unterzeichnete der Liurai von Luca einen Vertrag über seinen Vasallenstatus.[13]

Als die Japaner 1943 die Region besetzten war vor allem der Osten Viqueques die koloniale Administration noch jung und die Christianisierung noch nicht weit fortgeschritten. Uato-Lari und Uatucarbau litten unter den Folgen der Kämpfe zwischen japanischer Armee und australischen Guerilla-Einheiten im Berg- und Hügelland. Die Japaner forderten Unterstützung durch die einheimischen Führer ein und zwangen ganze Dörfer zum Beispiel zum Straßenbau. Andere unterstützten die alliierten Soldaten, so dass Animositäten zwischen den Clans entstanden, die noch Jahrzehnte später zu spüren sind. Nach Ende des Krieges bestraften die Portugiesen hart „Kollaboration“ mit den Japanern, was unter einigen lokalen Adligen zu Groll gegen die Kolonialverwaltung führte.[4]

Von Uato-Lari aus dehnte sich 1959 eine der letzten großen Rebellionen gegen die portugiesische Kolonialherrschaft auf die benachbarten Gebiete aus. Während der Viqueque-Rebellion kamen etwa 1.000 Timoresen ums Leben. Die Anführer des Aufstands wurden nach Afrika in die Verbannung geschickt. Geschürt war die Rebellion durch Indonesier worden, die in Portugiesisch-Timor Asyl gefunden hatten und dann in Uato-Lari angesiedelt worden waren. Ob es sich bei ihnen um indonesische Separatisten oder Agenten handelte, ist nicht gesichert geklärt.[13][14]

In dieser Zeit war Viqueque über den Landweg noch schlecht zu erreichen. Die Straße von Baucau aus war ständig durch Erdrutsche und starke Regenfälle in Mitleidenschaft gezogen, so dass noch in den 1960er Jahren oft das Pferd dem Auto als Transportmittel vorgezogen wurde.[4]

Verlauf der indonesischen Invasion (1975–1979)

Nach der Unabhängigkeitserklärung Osttimors 1975 begann Indonesien mit einer großangelegten Invasion in das Nachbarland. Unter anderem landeten Einheiten in Beaco (Verwaltungsamt Viqueque). Bis Oktober 1976 wurden der Ort Viqueque und die Verbindungen zur Küste und nach Baucau im Norden besetzt. Mehrere bases de apoio entstanden, in denen die geflohene Zivilbevölkerung von der Widerstandsbewegung FALINTIL angesiedelt wurde. Ab September 1978 begann die indonesische Armee mit der Zerstörung der Basen und der Besetzung der letzten Widerstandsgebiete in Viqueque und Baucau. Die Menschen wurden auseinandergetrieben oder gefangengenommen. Bis März 1979 waren die damaligen Distrikte vollständig unter indonesischer Kontrolle.[15]

Flüchtlinge (IDP) in Osttimor nach den Parlamentswahlen 2007.[16]

1981 sollten 700 Familien aus ganz Viqueque und aus Barique (Distrikt Manatuto) nach Atauro deportiert werden. Das Eingreifen des Administrators von Lacluta verhinderte letztlich, dass Familien aus seinem damaligen Subdistrikt auf die Insel gehen mussten. Von den anderen starben viele an Hunger, Krankheiten und den Klimawechsel. Erst 1985/1986 kehrten einige Deportierte wieder in ihre alte Heimat zurück.[15] Im März 1981 wurde Xanana Gusmão in Lacluta auf einer geheimen Nationalkonferenz zum Nachfolger des getöteten Nicolau dos Reis Lobatos als Chef der FALINTIL gewählt. Am 7. September wurden 500 Frauen und Kinder am St. Antonius-Schrein in Lacluta bei einem Massaker der indonesischen Besatzungsarmee getötet. 1983 starben durch die indonesische Armee fast 300 Menschen beim Kraras-Massaker in der Region um den Ort Kraras (Krarás, Kararas). Das Gebiet im Subdistrikt Viqueque, südlich von Bibileo, wird heute das Tal der Witwen genannt.[17][18]

Im Oktober 1986 gelang es der FALINTIL die Stadt Viqueque für drei Tage zu besetzen.[19][20]

1999 musste auch Viqueque schwer unter der Gewalt der pro-indonesischen Milizen und der indonesischen Armee leiden. Viele öffentliche Einrichtungen wurden zerstört. Etwa 10.000 Menschen wurden zwangsdeportiert. Am 20. September verließen vier Schiffe Beaco mit etwa 4.000 Zivilisten an Bord und brachte sie nach Westtimor. Schätzungsweise 2.149 Wohnhäuser und 70 % der Schulgebäude wurden zerstört.[15]

Weitere Zerstörungen im Ort Viqueque entstanden durch die Boro Matan-Unruhen 2001.[21]

Am 30. März 2007 kam es in Viqueque nach einer Wahlkampfveranstaltung des Premierministers José Ramos-Horta zur Präsidentschaftswahl 2007 zu Zusammenstößen zwischen seinen Anhängern und Anhängern der bisher dominierenden Partei FRETILIN. Dabei wurden 20 Menschen verletzt. Zwei Monate später, am 3. Juni 2007, wurde bei einer Wahlkampfveranstaltung zu den Parlamentswahlen 2007 von Ex-Präsident Xanana Gusmão einer seiner Anhänger erschossen. Ebenso nach der Übernahme des Amtes als Premierminister durch Gusmão am 8. August. Etwa 3.000 Menschen flohen aus ihren Häusern, vor allem um die Stadt Viqueque, in Fatudere und in Uato-Lari.[16]

Uato-Lari gilt allgemein als Unruheprovinz.[22] Regelmäßig kommt es hier zu gewaltsamen Zwischenfällen, zuletzt 2012 nach den Parlamentswahlen 2012.[23][24][25]

2014 wurden die Distrikte in ganz Osttimor in „Gemeinden“ und die Subdistrikte in „Verwaltungsämter“ umgewandelt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stärkste Partei in den einzelnen Distrikten bei den Parlamentswahlen 2017
Administrador Flag of Portugal.svg (sofern bekannt)
Oscar Ruas 1940er Jahre[4]
Artur Marques Ramos um 1959[26]
Regierungspräsident (Bupati) Flag of Indonesia.svg[27]
Jaime dos Santos Carvalho (APODETI) Mai 1976–1984
Major Syarif Hidayat (Militär) 1984–1989
Y. Hendro S. (Militär) 1989–1994
Oberstleutnant I. Ketut Lunca (Militär) 1995–1999
Martinho Fernandes (APODETI) 1999
Civil Administrator Flag of the United Nations.svg
Ilda Maria da Conceição November 2000–September 2001
Administrador Flag of East Timor.svg
Francisco Guterres um 2011
Francisco da Silva aktuell (Stand 2014)

Der Administrator der Gemeinde wird von der Landesregierung in Dili ernannt. Während der Besatzungszeit ernannte die indonesische Regierung den Bupati.

Ab März 1999 war Martinho Fernandes aus Uato-Lari Bupati von Viqueque und folgte damit Oberstleutnant I. Ketut Lunca. Fernandes wird eine aktive Rolle bei der Unterstützung der pro-indonesischen Milizen vorgeworfen.[28]

Von November 2000 bis September 2001 war dies Ilda Maria da Conceição.[29] Im Juli 2011 bekleidete das Amt Francisco Guterres.[30] Derzeit ist Administrator Francisco da Silva (Stand Februar 2014).[31]

Bei den Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung, aus der später das Nationalparlament hervorging, gewann die FRETILIN in Viqueque 74,95 % der Stimmen. Auch das damalige Direktmandat ging an den Kandidaten der FRETILIN.[32] Bei den Parlamentswahlen 2007 erhielt die FRETILIN mit 59,84 % erneut die meisten Stimmen.[33] Bei den Parlamentswahlen 2012 erhielt sie wieder die absolute Mehrheit mit 59,52 %. 2017 erhielt die FRETILIN in Viqueque 52,9 %.

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2007 konnte Francisco Guterres von der FRETILIN in Viqueque 65,53 % der Stimmen auf sich vereinen, während der unabhängige Kandidat und spätere Wahlsieger José Ramos-Horta 17,26 % erhielt.[34] Bei der Stichwahl erhielt Guterres in Viqueque 67,97 %, Ramos-Horta 32,03 %. 2012 erhielt Guterres in Viqueque über 58 %.[35] In der zweiten Runde erhielt er 66,08 %, der spätere Wahlsieger Taur Matan Ruak 33,92 %.[36] Bei den Präsidentschaftswahlen 2017 holte Francisco Guterres sowohl in seiner Heimatgemeinde Viqueque, als auch landesweit die meisten Stimmen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anteil Haushalte mit …
Ackerbau
Feldfrüchte Anteil 2010[37] Produktion 2008[38]
Mais 49 % 14.880 t
Reis 43 % 12.114 t
Maniok 50 % 3.480 t
Kokosnüsse 43 % -
Gemüse 42 % 505 t (mit Obst)
Kaffee 14 % -
Viehzucht
Nutzvieh Anteil 2010[37] Anzahl der Tiere 2010[37]
Hühner 77 % 33.901
Schweine 72 % 15.368
Rinder 25 % 8.570
Wasserbüffel 24 % 8.042
Pferde 28 % 3.660
Ziegen 24 % 4.249
Schafe 3 % 1.319
Ausstattung
Ausstattung Anteil 2010[37] Anzahl der Haushalte[37]
Radio 21 % 2.894
Fernsehen 13 % 1.856
Telefon (Mobil/Festnetz) 40 % 5.591
Kühlschrank 4 % 620
Fahrrad 11 % 1.526
Motorrad 8 % 1.058
Auto 2 % 302
Boot 2 % 234

Laut der Volkszählung von 2010 arbeiten 44 % aller Einwohner, die zehn Jahre oder älter sind (Landesdurchschnitt: 42 %). 3 % sind arbeitslos (5 %).[37] 59,0 % der Haushalte betreiben Ackerbau, 84,4 % Viehzucht (Stand: 2010).[6] An den Küsten wird gefischt. Die Hälfte der Haushalte pflanzt Maniok an, fast ebenso viele Mais. Reis, Kokosnüsse und Gemüse wird jeweils von etwa 40 % der Haushalte angebaut. Die Zahlen entsprechen weitgehend dem Landesdurchschnitt, nur Reis wird hier fast doppelt so häufig angepflanzt. Dafür wird Kaffee mit 14 % der Haushalte nur halb so häufig angebaut. Hühner und Schweine finden sich in drei Viertel der Haushalte Viqueques, etwas häufiger als in ganz Osttimor. Ziegen, Rinder und Büffel finden sich in jedem vierten Haushalt, letztere damit doppelt so häufig wie im Landesdurchschnitt. Gleiches gilt für Pferde, die fast jeder dritter Haushalt besitzt. Sie sind noch immer ein wichtiges Transportmittel, denn es gibt kaum Autos oder Motorräder. Schafe haben mit 3 %, wie allgemein in Osttimor, nur eine geringe Bedeutung.[37][38]

Frauen in Babulo bereiten Stöcke mit Lichtnusswachs als Festbeleuchtung vor

94 % der Haushalte Viqueques leben in ihrem eigenen Haus, bei weiteren 3 % gehört das Haus einem weiteren Familienmitglied. Nur 13 % aller Wohnhäuser bestehen aus Ziegeln oder Beton. Die meisten Wohnhäuser bestehen aus Bambus oder Palmwedeln, selten aus Natursteinen oder Holz. Die Hälfte der Dächer sind mit Palmwedeln, Bambus oder Stroh gedeckt, die andere Hälfte der Hütten hat Zink- und Eisenbleche. Bei fast der Hälfte der Wohnhäuser besteht der Boden aus gestampftem Lehm, nur jedes zehnte hat einen Boden aus Beton. Insgesamt sind die Naturmaterialien in Viqueque stärker verbreitet als im Landesvergleich.[37]

Am 1. Juli 2012 wurde die Viqueque Power Substation eröffnet, die die Gemeinde mit Strom versorgt.[39]

Der kommunale Radiosender Radio Povu Viqueque (RPV) sendet auf FM 97,9 MHz.[40] Jeder fünfte Haushalt verfügt über ein Radio, nur 13 % über einen Fernseher.[37]

Anteil Haushalte mit …[37]
… Hauswänden aus …
Ziegel/ Beton Holz Bambus Lehm Eisen-/ Zinkblech Palmwedel Natursteine Sonstiges
13 % 2 % 40 % 0 % 1 % 41 % 1 % 1 %
… Dächern aus … … Böden aus …
Palmwedel/ Stroh/ Bambus Eisen-/ Zinkblech Dachziegel Sonstiges Beton Fliesen Boden/ Lehm Bambus/ Holz Sonstiges
49 % 49 % 0 % 1 % 10 % 3 % 82 % 3 % 2 %
Trinkwasserversorgung durch …
Leitung oder Pumpe im Haus Leitung oder Pumpe außerhalb Öffentliche Leitung, Brunnen, Bohrloch geschützte Quelle nicht geschützte Quelle Oberflächengewässer Sonstiges
3 % 11 % 25 % 12 % 20 % 28 % 1 %
Energiequelle zum Kochen Lichtquelle
Elektrizität Petroleum Holz Sonstiges Elektrizität Petroleum Holz Lichtnuss/
Candle berry
Sonstiges
1 % 3 % 95 % 1 % 25 % 45 % 3 % 15 % 11 %

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Viqueque (Gemeinde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Suai Media Space: Koba Lima – Suai
  3. a b BirdLife International: A lost world in Timor-Leste. Mount Mundo Perdido. A profile of its biodiversity and conservation (englisch; PDF; 755 kB)
  4. a b c d Janet Gunter: Communal Conflict in Viqueque and the ‘Charged’ History of '59, 8:1, S. 27–41, 2007, The Asia Pacific Journal of Anthropology, ISSN 1444-2213, doi:10.1080/14442210601177977, S. 29.
  5. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  6. a b Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (englisch, PDF; 2,7 MB)
  7. Direcção Nacional de Estatística: Timor-Leste in figures 2011 (englisch, PDF; 3,8 MB), abgerufen am 5. Mai 2013
  8. a b Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB)
  9. Damien Kingsbury: National Identity in Timor – Leste: A Brief Comparative Study
  10. District Pritory Tables: Viqueque 2004 (PDF; 13 MB)
  11. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  12. East Timor – PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR (Memento vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)
  13. a b Geoffrey C. Gunn: History of Timor. Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  14. Australian Department of Defence, Patricia Dexter: Historical Analysis of Population Reactions to Stimuli – A case of East Timor (Memento vom 13. September 2007 im Internet Archive) (PDF; 1,1 MB)
  15. a b c „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  16. a b Internal Displacement Monitoring Centre (PDF; 464 kB)
  17. Late Night Live in Timor (Memento vom 3. Februar 2009 im Internet Archive)
  18. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  19. Frédéric B. Durand: History of Timor-Leste, S. 118, ISBN 978-616215124-8.
  20. Frédéric Durand: Three centuries of violence and struggle in East Timor (1726–2008), Online Encyclopedia of Mass Violence
  21. Ministerium für Staatsverwaltung und Territorialmanagement
  22. Fundaisaun Mahein: The Everlasting Trouble in Uatulari, 24. April 2012
  23. East Timor Legal Blogspot: Police officer who shot dead Armindo Pereira Alves suspended, 20. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2012
  24. East Timor Legal Blogspot: Uatulari Police station attacked, 20. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2012
  25. Radio Timor-Leste: PNTL and UN Police cars destroyed in Uatulari, 20. Juli 2012
  26. Ernest Chamberlain: The 1959 Rebellion in East Timor: Unresolved Tensions and an Unwritten History, abgerufen am 7. September 2013
  27. „Part 4: Regime of Occupation“ (PDF) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  28. Masters of Terror: Martinho Fernandes, abgerufen am 11. Juli 2015.
  29. Timor Truth: Ilda Maria da Conceição (Memento vom 23. Oktober 2007 im Internet Archive), abgerufen am 20. Februar 2015.
  30. Webseite der Regierung Osttimors: 2935 civil servants were sworn in by the Public Service Commission, abgerufen am 14. Mai 2016.
  31. Descentralização Administrativa na República Democrática de Timor-Leste: Viqueque, abgerufen am 7. Februar 2014
  32. Lurdes Silva-Carneiro de Sousa: Some Facts and Comments on the East Timor 2001 Constituent Assembly Election (Memento vom 16. Oktober 2013 im Internet Archive) (RTF; 199 kB), Lusotopie 2001: S. 299–311.
  33. CNE - official results on 9th July 2007 (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) (PDF-Datei; 118 kB)
  34. Endergebnis der ersten Runde, aufgeschlüsselt auf die einzelnen Distrikte (PDF)
  35. STAE: Rezultadu Provizorio Eleisaun Prezedensial 2012 (nicht mehr abrufbar)
  36. STAE: Rezultadu Provisorio Total Huosi 13 Distritu. Archiviert vom Original am 13. Januar 2013; abgerufen am 4. Januar 2016.
  37. a b c d e f g h i j Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch, PDF; 9,8 MB)
  38. a b Direcção Nacional de Estatística: Timor-Leste in Figures 2008 (PDF-Datei; 3,6 MB)
  39. Government of Timor-Leste: Government Opening of the Viqueque District Power Substation, 13. Juli 2012, abgerufen am 29. Juli 2012
  40. ARKTL – Asosiasaun Radio Komunidade Timor-Leste (englisch)

Koordinaten: 9° S, 126° O