Virulenzfaktor

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Ein Virulenzfaktor ist eine Eigenschaft eines Mikroorganismus, der seine krankmachende Wirkung bestimmt.[1] Er kann sowohl ein Strukturelement als auch ein Stoffwechselprodukt eines Mikroorganismus sein. Genetisch sind Virulenzfaktoren oftmals zu Pathogenitätsinseln gruppiert. Mittlerweile synynom zu Virulenzfaktor spricht man auch von Pathogenitätsfaktor, obwohl die Pathogenität die prinzipiell krankmachende Qualität beschreibt, hingegen die Virulenz das quantitative Ausmaß bei der Auslösung der Erkrankung.

Adhäsine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adhäsine sind Fimbrien oder Membranproteine, die es Bakterien ermöglichen, an Zielzellen zu haften. Hierbei reagieren die Adhäsine mit den homologen Rezeptoren der Wirtszelle.[2]

Antiphagozytosefaktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antiphagozytosefaktoren verhindern die Phagozytose. Das bedeutet, dass das Bakterium nicht von Fresszellen des Immunsystems aufgenommen und zerstört wird. Verschiedenste Bestandteile von Bakterien können antiphagozytär wirksam sein:

Invasionsfaktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Invasionsfaktoren ermöglichen es den Erregern, sich im Gewebe auszubreiten. Dazu zählen zum Beispiel:

Endotoxine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Endotoxine sind mikrobielle Toxine (Giftstoffe) aus der äußeren Membran gramnegativer Bakterien. Das einzig bekannte Endotoxin ist das Lipid A, welches bei allen gramnegativen Bakterien in den Lipopolysacchariden (LPS) der äußeren Membran vorkommt. Lipid A wird beim Absterben des Bakteriums freigesetzt und entfaltet dann seine toxische Wirkung:

Im Verlauf einer Sepsis (Blutvergiftung) mit gramnegativen Erregern kann es nach einer Antibiotika-Therapie zu einer Endotoxinvergiftung kommen, da durch das massenweise Absterben der Erreger sehr viel Endotoxin freigesetzt wird. Dadurch kann es zum Schock kommen.[6][7]

Exotoxine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Exotoxine sind Giftstoffe, die von lebenden Bakterien sezerniert werden. Oft werden sie nur von Bakterien gebildet, die durch einen Bakteriophagen infiziert sind. Verschiedene Wirkungsweisen der Exotoxine sind:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.vetion.de/lexikon/detail.cfm?lex_id=1582
  2. http://www.infektionsbiologie.ch/seiten/lernwege/lernweg%20infektionsbiologie%20bakterien/infbakterien_kap2_01.htm
  3. http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7054/pdf/FranzenVanessa_02_04_09.pdf
  4. http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Tabellen/95-Streptokokken_Virulenzfaktoren.htm
  5. DNB 989321894/34
  6. http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7433/pdf/DissTRFLUAV.pdf
  7. http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/8/bc/vlu/biotoxine/bakterientoxine.vlu/Page/vsc/de/ch/8/bc/biotoxine/endotoxine.vscml.html
  8. http://www.tierarztpraxis-malchin.de/Info-APP-Schwein.pdf
  9. http://www.fsbio-hannover.de/oftheweek/190.htm