Visible Light Communications

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Visible Light Communications (VLC) ist eine Datenübertragungstechnologie. Dabei werden Daten oder Informationen mit Hilfe des Übertragungsmediums Licht übertragen. Die Frequenz des zur Übertragung genutzten Lichtes befindet sich dabei im sichtbaren Bereich zwischen 400 THz (750 nm; 1 THz = 1000 GHz) und 800 THz (375 nm).

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Erzeugung des benötigten Lichtes werden Leuchtstofflampen oder LEDs verwendet. Wenn Leuchtstofflampen Verwendung finden, können Übertragungsraten bis zu 10 Kbit/s erreicht werden. Beim Einsatz von LEDs können aktuell (August 2011) bis zu 800 Mbit/s erreicht werden. Auf der Empfängerseite wandelt ein Photodetektor die Lichtsignale wieder in Stromimpulse um.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die spezifischen Eigenschaften des verwendeten Lichts könnte sich diese Technologie für den Einsatz als Übertragungstechnologie beim „Ubiquitous Computing“ eignen, da Licht der entsprechenden Wellenlänge als völlig ungefährlich gilt und nahezu überall eingesetzt werden kann. Zudem können die Lichtwellen durch jede optische Abschirmung leicht in der räumlichen Ausbreitung begrenzt werden.

Ein Vorteil ist hierbei auch die lizenzfreie Verwendung der entsprechenden Frequenzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten VLC-Geräte wurden im Jahre 2003 in den Nakagawa Laboratorien der Keiō-Universität in Japan entwickelt.

Im Januar 2010 gelang es einem Forscherteam der Firma Siemens und des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts in Berlin, über weiße LEDs Daten mit bis zu 500 MBit/s über eine Strecke von 5 Metern zu übertragen.[1] Eine Standardisierung erfolgt in IEEE 802.15.7.

Im Jahr 2015 hat Philips Lighting VLC zur Marktreife entwickelt und auf Basis der Technologie ein Indoor Positioning System (IPS) entwickelt, das neben Richtungsangaben auch Notification und Analytics umfasst. Philips nutzt dafür eine Kombination aus Visible Light Communications Technologie, Bluetooth und den Inertialsensoren von Smartphones. Die Technologie ist in verschiedenen Supermärkten in Frankreich[2] und Deutschland[3][4] im Einsatz.

Li-Fi Konsortium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Li-Fi

2011 prägte der deutsche Forscher Harald Haas auf einem Vortrag auf der kalifornischen TED-Konferenz (Technology, Entertainment, Design) in Anlehnung an Wi-Fi den Begriff Li-Fi für die neueste VLC-Generation, später im Jahr bildete sich das "Li-Fi Konsortium", unter anderem mit dem Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme, das einen gleichnamigen Standard weltweit promoten und zur Marktreife führen will.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Forscher schaffen mit weißer LED 500 MBit/s. heise online
  2. Where are the discounts? Carrefour’s LED supermarket lighting from Philips will guide you. In: Philips. (philips.com [abgerufen am 3. Mai 2017]).
  3. Two more indoor positioning projects sprout in European supermarkets. Abgerufen am 3. Mai 2017.
  4. Favendo kooperiert mit Philips Lighting. Abgerufen am 3. Juni 2017 (PDF).
  5. Webauftritt