Orient Queen

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Orient Queen
Das Schiff als Vistamar in Trondheim (2011)
Das Schiff als Vistamar in Trondheim (2011)
Schiffsdaten
Flagge BahamasBahamas (Handelsflagge) Bahamas
andere Schiffsnamen

Vistamar (bis 2012)
Orient Queen II (2012–2016)
Med Queen (2016–2018)

Schiffstyp Kreuzfahrtschiff
Rufzeichen C6CT7
Heimathafen Nassau
Eigner Vistamar Canarias (1989–2001)
Servicios Maritimos Litoral (2001–2002)
Hotel Playaventura (2002–2007)
Ellevi Shipping (2007–2012)[1]
Aml Shipmanagement
Med Cruises
Reederei Abou Merhi Cruises
Bauwerft Union Naval de Levante (Valencia, Spanien)
Baunummer C 175
Bestellung Juni 1987
Kiellegung 12. Mai 1988[2]
Stapellauf 1. Dezember 1988[3]
Verbleib am 5. August 2020 gekentert
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
120,80[3] m (Lüa)
99,84 m (Lpp)
Breite 16,80[2] m
Seitenhöhe 6,60 m
Tiefgang max. 4,60[3] m
Vermessung 7.478 BRZ / 2.612 NRZ
 
Besatzung 153
Maschinenanlage
Maschine dieselmechanisch
2 × Dieselmotoren (Wärtsilä-Echevarria 12W22HF)[3]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
3.900 kW (5.303 PS)
Dienst-
geschwindigkeit
13 kn (24 km/h)
Höchst-
geschwindigkeit
16,5 kn (31 km/h)
Propeller 2 × Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 761 tdw
Zugelassene Passagierzahl 300
PaxKabinen 154
Sonstiges
Klassifizierungen DNV GL
Registrier-
nummern
IMO-Nr. 8701193[2]

Die Orient Queen war ein Kreuzfahrtschiff, das häufig für Expeditionskreuzfahrten zum Einsatz kam. Es verfügte über 154 Kabinen für bis zu 300 Passagiere.[4] Bis Anfang 2012 fuhr es als Vistamar im Charter für den in Bremen ansässigen Reiseveranstalter Plantour & Partner, danach war es für Abou Merhi Cruises unterwegs.

Am 4. August 2020 wurde das Schiff bei der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut schwer beschädigt und kenterte.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wurde im Juni 1987 bestellt. Es wurde unter der Baunummer C 175 auf der Werft Union Navale de Levante in Valencia für Mar Lines Universal Shipping gebaut. Die Kiellegung fand am 12. Mai, der Stapellauf am 1. Dezember 1988 statt. Die Fertigstellung des Schiffs erfolgte im Juli 1989. Das Schiff kam als Vistamar in Fahrt.[3] Erster Kapitän wurde Raimund Krüger, der schon den Bau des Schiffes auf der spanischen Werft begleitete.

Das Schiff wurde zunächst von Jahn Reisen betrieben. Nach zwei Jahren wurde es vom Bremer Leserreisen-Veranstalter plantours & Partner gechartert. Einige Reisen wurden im Vollcharter von Seetours (Frankfurt) sowie des Bayerischen Pilgerbüros durchgeführt.

Mit der Vistamar wurden Fahrten im Mittelmeer, der Karibik, auf der Ostsee sowie in die Arktis und Antarktis angeboten. Das Schiff war Anfang der 1990er Jahre das erste Schiff, das die Fahrtgebiete Amazonas (damals bis Manaus) und Antarktis mit Expeditionsschlauchbooten für individuelle Landgänge auf Drei-Sterne-Niveau befuhr. Im Jahr 1997 kam Grönland als neues Fahrtziel hinzu. 2003 befuhr die Vistamar erstmals den Amazonas über Manaus hinaus bis ins peruanische Iquitos (4400 Flusskilometer).[6]

Im Sommer 2012 übernahm Abou Merhi Cruises das Schiff, benannte es in Orient Queen II um (die erste Orient Queen war für die Reederei von 2004 bis 2006 im Einsatz) und brachte es unter der Flagge Panamas in Fahrt. Nach der Umbenennung erfolgten wöchentliche Rundfahrten im östlichen Mittelmeer, ausgehend von Beirut.[7] Zwischen 2016 und 2018 trug das Schiff kurzzeitig den Namen Med Queen, ehe es 2018 in Orient Queen ohne die II als Namenszusatz umgetauft wurde.

Am 4. August 2020 wurde das mittlerweile unter der Flagge der Bahamas betriebene Schiff bei der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut schwer beschädigt und kenterte am folgenden Tag.[8] Dabei kamen zwei Personen an Bord ums Leben und sieben weitere Besatzungsmitglieder wurden verletzt.[9]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wurde von zwei Wärtsilä-Dieselmotoren des Typs 12V22HF angetrieben. Die Motoren wirkten über Untersetzungsgetriebe auf zwei Verstellpropeller. Das Schiff war mit einem elektrisch angetriebenen Bugstrahlruder ausgerüstet. Für die Stromerzeugung an Bord standen drei von MAN-Dieselmotoren des Typs 8L20/27 angetriebene Generatoren zur Verfügung. Außerdem wurde ein von einem Dieselmotor angetriebener Notgenerator verbaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oldie auf Abschiedskurs. Zeitschrift An Bord 2/2011, S. 16–19

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: IMO 8701193 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Administrative Daten. Equasis - France-Ministry for Transport, abgerufen am 8. Juni 2012.
  2. a b c 84131 Vistamar. In: Registro Italiano Navale. Abgerufen am 17. August 2020 (englisch).
  3. a b c d e Micke Asklander: M/S Vistamar (1989). Fakta om Fartyg, abgerufen am 8. Juni 2012 (schwedisch).
  4. About us – Orient Queen. Abou Merhi Cruises, abgerufen am 8. August 2020.
  5. Orient Queen Cruise Ship Damaged in Beirut Blast. In: cruiseindustrynews.com. 4. August 2020, abgerufen am 5. August 2020 (englisch).
  6. Oliver Schmidt: MS Vistamar***+. Schiffsportrait. (Nicht mehr online verfügbar.) In: seereisenmagazin.de. Oktober 2004, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 13. August 2020.
  7. Orient Queen II – Cruise Beyond Your Dream: Sailing from Beirut 8 Days. (PDF; 2,5 MB) Prospekt. (Nicht mehr online verfügbar.) In: aboumerhicruises.net. 2013, archiviert vom Original am 11. Dezember 2013; abgerufen am 9. August 2020 (englisch).
  8. Franz Neumeier: Kreuzfahrtschiff Orient Queen, ehemals Plantours’ Vistamar, sinkt nach Explosion in Beirut. In: cruisetricks.de. 5. August 2020, abgerufen am 5. August 2020.
  9. Круизный лайнер Orient Queen затонул в Бейруте после взрыва. In: mk.ru. 5. August 2020, abgerufen am 5. August 2020 (russisch).