Vitter Kapelle

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Vitter Kapelle
Vitter Kapelle
Innenraum
Uferpredigt bei Vitt. (Aquarell von Theodor Schwarz)

Die Vitter Kapelle liegt oberhalb des gleichnamigen Fischerdorfes Vitt, rund ein Kilometer südöstlich von Putgarten, und gehört zur Kirchengemeinde Altenkirchen in der Propstei Stralsund des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises.

Die Kapelle ist für Touristen nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder der Arkonabahn Richtung Kap Arkona von Putgarten aus erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pfarrer und Schriftsteller Ludwig Gotthard Kosegarten erhielt 1792 nach seiner Ordinierung das Pfarramt in Altenkirchen. Er vermisste die Fischer von Vitt bei seinen Predigten in der Kirche von Altenkirchen, die während der Heringssaison keine Zeit hatten, die Küste zu verlassen. Kosegarten erfüllte seinen seelsorgerischen Auftrag, indem er zu den Fischern ans Steilufer des Kap Arkona ging, um dort Gottesdienst unter freiem Himmel zu halten. Diese „Strandpredigten“ wurden so populär, dass er 1806 in Vitt den Bau einer achteckigen Kapelle begann, um den Besuchern Schutz vor der Witterung zu bieten. Von 1806 bis 1816 wurde nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel die Kapelle errichtet.

Heute dient die Kapelle der stillen Einkehr und ist vor allem als „Hochzeitskapelle“ beliebt.

Baulichkeiten und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kapelle ist ein einfacher oktogonaler Bau mit weißgetünchten Wänden mit Reetdach. Früher war das Dach mit Holzschindeln gedeckt.

Der Innenraum ist sehr schlicht gehalten. Größere Schmuckelemente sind der Kanzelaltar und ein gusseisernes Kruzifix. Über dem Altar befindet sich eine vom Stralsunder Maler Erich Kliefert (1893–1994) gefertigte Kopie des Bildes „Petrus auf dem Meer“ von Philipp Otto Runge, welches im Jahr 1805 von Pastor Kosegarten als Altarbild in Auftrag gegeben wurde. Das Original blieb nach dem Tod Runges 1810 in Hamburg und befindet sich derzeit im Besitz der Kunsthalle Hamburg.

Im Jahr 1990 kam das Wandgemälde „Menschen im Sturm“ vom italienischen Künstler Gabriele Mucchi hinzu.

Die Orgel stammt von Friedrich Albert Mehmel aus dem Jahr 1866.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kapelle Vitt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 40′ 0,5″ N, 13° 25′ 47″ O