Vivian Maier

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Vivian Dorothea Maier (* 1. Februar 1926 in New York City; † 21. April 2009 in Chicago) war eine amerikanische Staatsbürgerin französischer Prägung.

Bekanntheit erlangte Vivian Maier erst kurz nach ihrem Tod durch die zufällig entdeckte, unfreiwillig versteigerte Hinterlassenschaft einer ungewöhnlich großen Zahl fotografischer Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Abgesehen von der Bedeutung als wertvolle Zeitdokumente über die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, werden deren Motive gegenwärtig der Straßenfotografie zugeordnet, und finden – neben der weitgehend unbekannt bis rätselhaft geltenden Vita Maiers – ein anhaltend großes und weltweites Interesse bei Liebhabern und Experten des Genres. Die Person bzw. Biografie Vivian Maiers steht somit in der öffentlichen Wahrnehmung untrennbar mit deren Fotografie im Zusammenhang.

Nachforschungen deuten auf eine wechselvolle und schwierige Kindheit Maiers hin und belegen ein wenig begütertes Leben in unqualifizierten Beschäftigungsverhältnissen. Maiers eigentliche Passion war ihre ausschließlich private, fotografische Dokumentation des Lebens in den Straßen der Großstädte New York und Chicago sowie das Sammeln von Zeitdokumenten. Sowohl sich selbst, als auch ihre besonderen Aktivitäten hat Maier zeitlebens und mit Nachdruck aus der Öffentlichkeit ferngehalten. Kritische Stimmen bemerken daher unter anderem eine moralisch fragwürdige, posthum interessengeleitete Legendenbildung und Kommerzialisierung ihrer Person bzw. ihrer Bilder.

Leben[Bearbeiten]

Vivian Maier wurde 1926 in der Bronx – einer multikulturell und durch hohe Einwanderung geprägte Gegend im nördlichen New York City – als Tochter von Maria und Charles Maier geboren. Charles Maier, ein Ingenieur, entstammte einer Familie österreichischer Emigranten, Maria Maier geb. Jaussaud war Französin, arbeitete als Hausangestellte und wurde 1919 durch Heirat eingebürgert.[1][2] Der Vater scheint die Familie, der auch der sechs Jahre ältere Bruder Vivian Maiers angehörte, nach einer schwierigen und früh zerstrittenen Ehe mit häufigen Trennungszeiten um 1929 oder 1930 endgültig verlassen zu haben, zu jener Zeit, als die damals drei- oder vierjährige Vivian laut einer Volkszählung in Boston lebte. Die französische Bildhauerin und Porträt-Fotografin Jeanne Bertrand[3] war unter dieser Adresse als Haushaltsvorstand angegeben, Vivian und ihre Mutter Maria hatten dort anscheinend eine Bleibe gefunden. Bertrand, 1902 vom Boston Globe auf der Titelseite für ihre künstlerische Arbeit geehrt, stammte aus Agnières-en-Dévoluy, einer kleinen Gemeinde im alpinen Südosten Frankreichs, ungefähr 20 Straßenkilometer weiter westlich vom Geburtsort Vivian Maiers Mutter gelegen. Eine wichtige Bezugsperson wie auch moralische und finanzielle Stütze fand Vivian in ihrer Großmutter Eugénie Jaussaud, die bereits 1901 zusammen mit einer Cousine von Bertrand nach New York ausgewandert war. Eugénie wurde im minderjährigen Alter schwanger und musste ihre Tochter Maria unehelich zur Welt bringen, da der Vater Nicolas Baille, ein Knecht und Landarbeiter, die Vaterschaft nicht anerkennen wollte. Ihr Kind hatte sie in Frankreich zurückgelassen und bei ihrer ledig und kinderlos gebliebenen Tante Marie-Florentine Jaussaud in Obhut gegeben; 1914 finanzierte Eugénies Arbeitgeber für Marie eine Schiffspassage nach New York, Mutter Eugénie und Tochter Maria wurden so nach über einem Jahrzehnt der Trennung wieder vereint.[4]

Unter dem Eindruck zerbrochener familiärer Bindungen und der wirtschaftlichen Not zu Zeiten der Großen Depression im Amerika der 1930er Jahre, entschloss sich Maria Maier mit Tochter Vivian nach Südfrankreich zu gehen, um sich dort – laut Berichten der Angehörigen mütterlicherseits – 1932 oder 1933 zunächst in ihrem Geburtshaus Beauregard, einem landwirtschaftlichen Anwesen in Saint-Julien-en-Champsaur, niederzulassen. Nach einem nie offen ausgesprochen Vorfall hinsichtlich eines Übergriffs auf Vivian, bezogen beide 1934 eine bescheidene, wohl etwas heruntergekommene Unterkunft in der Nachbargemeinde Saint-Bonnet-en-Champsaur und lebten größtenteils von der Unterstützung der Großmutter Eugénie. Vivian besuchte nach einem Vorbereitungskurs die Schule, spielte mit Gleichaltrigen und sprach Französisch; Mutter Maria verewigte zu dieser Zeit Momente aus dem Leben ihrer Tochter auf einigen erhalten gebliebenen Fotografien.[1] Ende 1938 reiste sie mit ihrer nun zwölfjährigen Tochter wieder nach New York, die Gründe dafür sind unklar. Als Hinweise könnten einerseits die Sorge um Vivians Bruder angeführt werden, der auf die schiefe Bahn geraten war, und andererseits die Situation der von Hitlerdeutschland ausgelösten Destabilisierung Europas und die drohenden Kriegsgefahr, die auch viele andere Franzosen dazu veranlassten, nach Nordamerika zu emigrieren. Maiers Zeit als Jugendliche war von wachsenden Spannungen in der vaterlosen Familie beeinflusst, wovon sie sich immer mehr zu distanzieren begann, um ihr Leben durch eine Art der Selbsterziehung in die eigene Hand zu nehmen. Sie besuchte ein Mädchenpensionat, lernte Englisch, ging in Theater und Kinos, verschlang Zeitungen, Zeitschriften und Bücher über Kunst, Fotografie, Film, Pop-Kultur, Geschichte und Politik. Maier wurde als mehr kultiviert und kenntnisreich wahrgenommen, als dies eine formale Schulbildung hätte hervorbringen können.[4]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs reiste Maier als junge Frau alleine nach Frankreich, um sich um die Versteigerung der Domaine de Beauregard in Saint-Julien-en-Champsaur zu kümmern, die ihr zwischenzeitlich von ihrer Großtante Marie-Florentine vererbt wurde.[5] Noch vor ihrer Abreise kam es letztendlich wegen dieser Erbschaft zum Zerwürfnis mit ihrer Mutter. 1951 kam Maier im Alter von 25 Jahren nach New York zurück und arbeitete fünf Jahre unter Niedriglohnbedingungen in einem Sweatshop, um schließlich 1956 in die nördlichen Vororte der Metropolregion Chicago überzusiedeln, den Orten, an denen sie ihr gesamtes weiteres Leben verbrachte.

Noch während ihres letzten, längeren Frankreichaufenthalts, spätestens seit ihrer Ankunft in New York, begann Maier intensiv zu fotografieren; in fast 50 Jahren soll sie angeblich mehr als 100.000 Fotos gemacht haben, auf denen sie das urbane Leben auf den Straßen von New York und Chicago einfing, einschließlich vieler Aufnahmen ihrer selbst.[6] Um dem Großstadtalltag mit seinen Wohn- und Lebensverhältnissen mit der Kamera nachzuspüren, unternahm Maier zwischen 1959 und 1960 auch eine Reise nach Los Angeles und in den Südwesten der Vereinigten Staaten, sowie eine fünfmonatige Weltreise, die sie unter anderem nach Ägypten, Ostasien und ein letztes Mal zu den Orten ihrer Kindheit in Südfrankreich führte.[7][8] Die Reisen finanzierte Maier sehr wahrscheinlich mit dem Erlös der verkauften Immobilie.

In Chicago verdiente sich Maier ihren Lebensunterhalt bis in die Mitte der 1990er Jahre als Haushälterin und Kindermädchen, so wie schon ihre Mutter und Großmutter diesem Lohnerwerb nachgingen.[9][10] Die Arbeit wurde zwar schlecht bezahlt, brachte es aber mit sich, dass Maier bei ihren gut situierten Arbeitgebern zur Unterkunft wohnen und viel Zeit zum Fotografieren erübrigen konnte. Die Berichte der Familien, für die die zeitlebens unverheiratet und kinderlos gebliebene Maier damals arbeitete, schildern sie als zurückgezogen und spartanisch lebende Frau, die vor allem darauf bedacht war, ihre Privatsphäre rigoros gegen neugierige Blicke abzuschirmen. Nicht nur in ihrer Freizeit, sondern oft auch während sie die ihr anvertrauten Kinder hütete, war Maier zu Fuß auf den Straßen Chicagos unterwegs und fotografierte unentwegt mit einer zweiäugigen Rolleiflex.[11] Ein weiteres Betätigungsfeld bot sich Maier beim Filmen von Menschen im Großstadtverkehr, und hin und wieder nahm sie auch Unterhaltungen auf Film oder Tonband auf, die sie mit den Leuten führte, die von ihr fotografiert wurden. John Maloof – einer derjenigen, der einen Großteil Maiers Fotografien bei einer Zwangsversteigerung entdeckte und wenig später damit begann, ihr Leben zu erkunden – fasst die Schilderungen von einigen Erwachsenen, die als Kinder von Maier betreut wurden, auf seine Weise zusammen: „Sie lernte Englisch, indem sie Theater besuchte, was sie liebte. Sie trug ein Herrenjackett, Herrenschuhe und meistens einen großen Hut. Sie machte ständig Fotos und zeigte sie niemandem.“[12] In der Beschreibung ihrer Persönlichkeit geht derStandard.at aus Wien einen Schritt weiter und meint, „wie ein Nazi, mit rudernden Armen und im Stechschritt, sei sie herummarschiert. Auffällig hoch gewachsen war sie für eine Frau, oft in (Männer-)Kleidung und mit Hut unterwegs. Gesprochen habe sie mit französischem Akzent, obwohl in New York geboren. Ihren Namen, Vivian Maier, habe sie in allen erdenklichen Varianten geschrieben – und wenn sie gar keinen nennen wollte, unterschrieb sie mit V. Smith.“[13]

Sobald die von ihr betreuten Kinder das Erwachsenenalter erreichten, war dies für Maier mit häufigen Wohnungswechseln und Arbeitssuche verbunden. Dieser Umstand und die damit einher gehenden finanziellen Engpässe zwangen sie dazu, ihre eigene bzw. die in Auftrag gegebene Entwicklung von Filmen und Abzügen zu vernachlässigen, und sich neben dem Fotografieren auf das Sammeln und Lagern belichteter, aber unentwickelter Filmrollen zu beschränken.[14] Darüber hinaus entwickelte Maier eine beträchtliche Leidenschaft im Sammeln von Zeitdokumenten, wie Zeitungen, Quittungen, und Fahrkarten, was in Bezug auf Tageszeitungen, insbesondere solche mit negativen Schlagzeilen, obsessive Züge annahm.[15] Im Laufe ihres Lebens füllte Maier mehr und mehr Kisten mit Material und brachte diese zu jeder neuen Arbeitsstelle mit; am Ende waren es um die 200 Kisten.

Zum Ende ihres Lebens, zwischen Ende der 1990er Jahre und den ersten Jahren des neuen Jahrtausends, war Maier möglicherweise einige Zeit obdachlos und musste sich von Social Security über Wasser halten. Ihre Lage verbesserte sich, als ihr ehemalige Schützlinge, die sie in den 1950er Jahren betreut hatte, ein Appartement zur Verfügung stellten und ihre Rechnungen bezahlten. Die letzten Berichte verlieren sich im Bild einer einsamen und kranken Frau, die ihre Zeit tagsüber manchmal auf Parkbänken verbrachte, und ohne zu fotografieren immer noch aufmerksam ihre Umgebung beobachtete. Im Jahr 2008 rutschte sie auf Glatteis aus und zog sich eine Kopfverletzung zu. Einige Monate später, im Frühjahr 2009, verstarb Vivian Maier nahezu mittellos und ohne familiären Beistand im Alter von 83 Jahren in einem Pflegeheim.[16][15][17][18]

Einer von ihr besprochenen Tonbandkassette ist zu entnehmen, dass sich Maier über ihr Leben und das Leben an sich offenbar wenig Illusionen gemacht hatte: „Wir müssen anderen Menschen Platz machen. Es ist ein Rad – man springt auf und fährt bis zum Ende, und dann hat jemand anders die Gelegenheit, bis zum Ende zu fahren, und wird seinerseits von einem anderen abgelöst. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“[19][20]

Fotografie[Bearbeiten]

Obwohl die schiere Anzahl von Aufnahmen über die Jahre jedes gewöhnliche Maß bei Weitem überstieg, zeigte Maier anscheinend niemandem auch nur einen einzigen ihrer Abzüge – ihr fotografisches Werk hielt sie zeitlebens strikt unter Verschluss, über ernsthafte Ambitionen, ihre Fotografien in irgendeiner Form zu publizieren und sich somit bewusst einer öffentlichen Auseinandersetzung und Kommerzialisierung zu stellen, ist mithin nichts bekannt. Maiers Beweggründe für ihre angeblich „geheimnisvolle“ Verschlossenheit mögen mit ihrer Kindheitsbiografie erklärbar sein, bleiben aber mangels entsprechender Äußerungen sowohl von Zeitzeugen, als auch von ihren eigenen Aufzeichnungen her bis auf Weiteres spekulativ.[13][21]

Eine kurze Zusammenfassung der Beschreibung der Motive, die Maier in ihren Fotografien festgehalten hat, findet sich auf der Webseite von Deutschlandradio Kultur: „Vivian Maier hielt fest, was ihr vor die Linse kam: die Architektur New Yorks (in den 1950er Jahren) und später Chicagos (bis in die 90er Jahre), Industrieanlagen, Hochbahnen, durch Straßenschluchten hetzende Städter, Menschen am Rande der Gesellschaft, spielende Kinder, Tauben im Rinnstein, Alltagsszenen und immer wieder Selbstporträts. In spiegelnden Schaufenstern, reflektierenden Oberflächen, als Schatten oder Schemen geistert Vivian Maier durch ihr Werk.“[22] Spiegel Online hebt in Maiers Bildern ihre Zuneigung für Kinder besonders hervor: „Lachende, tanzende auf der Straße, unbekümmerte, völlig in ihr Spiel vertiefte, andere an der Hand ihrer Eltern, manche herausgeputzt und ausgestellt, andere verloren und traurig. Und wieder andere schauen ernst und vertrauensvoll in die Kamera, egal, ob die Fotografin ihnen in einem Porträt nahe kommt oder ob sie sie in abgerissener Kleidung und trister Umgebung zeigt.“[23] Ein weiteres charakteristisches Merkmal neben den unterschiedlichen Blickwinkeln und Distanzen, die Maier auf eine jeweilige Szene mit Bedacht eingenommen hatte, um schließlich mit geschultem Auge im richtigen Moment auszulösen, war ihr Wille zum künstlerischen Gestalten und Experimentieren. Die Online-Ausgabe des britischen Independent verdeutlicht: “Auch gibt es mehr formale, nahezu abstrakte Experimente mit Licht und Linien.“[16]

Solcherart bereits eigenwillig gestaltete Porträtaufnahmen von Menschen aus der Region Maiers französischer Verwandtschaft und Motive von Landschaften aus den südlichen französischen Alpen zählen zu ihren frühesten Aufnahmen.[24] Nach Angaben Maloofs sollen zwar einige diesbezügliche Negative aus seiner Sammlung im Jahr 1949 entstanden sein und somit die ersten Schritte in Maiers Fotografie bezeugen, anhand von Reisepasseinträgen wird dies jedoch infrage gestellt, unter anderem von der Fotografin und Dozentin Pamela Bannos.[7] Im Übrigen besaß Maier aus zahlreichen Zeitschriften und Büchern ein umfangreiches Wissen über die zeitgenössische Fotografie, sie kannte Stilrichtungen, Methodik und Namen prominenter Fotokünstler, deren Werke mit einiger Gewissheit auch einen inspirativen Einfluss auf ihre eigene Fotografie ausübten.[25]

Eine von Maiers ersten Kameras war eine „Brownie“ Boxkamera mit Kodak Tri-X-Rollfilm Typ 120 im 6×9 Aufnahmeformat.[26][27][28] Diese einfache Amateurkamera und deren bildgebende Techniken begleitete Maier nach ihrer Ankunft 1951 in New York City noch bis 1952, fortan dienten ihr deutlich kostspieligere und für professionelle Ansprüche bekannte Rolleiflex Mittelformatkameras in verschiedenen Versionen (erkennbar in einigen gespiegelten Selbstporträts) als bevorzugte Aufnahmegeräte. Sie trugen mit ihren Eigenschaften für ein weitgehend unauffälliges, geräuschloses Fotografieren sowie der Möglichkeit zur Konzentration und Verdichtung einer Szene in der Mitte des quadratischen Formats wesentlich zu Maiers Vorliebe für gleichermaßen spontan geschossene, wie auch überlegt gestaltete Aufnahmen von Straßenszenen bei; auch das bisher verwendete Filmmaterial einschließlich dessen Entwicklungsprozedur konnte somit weiter von ihr genutzt werden.[29][30]

In ihrem Badezimmer entwickelte Maier einen Teil ihrer Negative und Kontaktabzüge selbst, die überwiegende Menge an Filmen, ungefähr 5.000 Kontaktabzüge und vor allem Vergrößerungen, ließ sie dagegen in Drogerien entwickeln bzw. abziehen;[31] die mit der Entwicklung ihres Materials beauftragten Personen waren (außer ihr selbst) aller Wahrscheinlichkeit nach die Einzigen, die ihre Bilder damals zu Gesicht bekamen.

Maiers spätere Farbfotografien entstanden meistens auf Kodak Ektachrome 35-mm-Kleinbild-Diafilm unter Verwendung weiterer, ebenfalls deutscher Kameras, wie den Spiegelreflexkameras Exakta Varex VX und Zeiss Ikon Contarex, sowie den Sucherkameras Kodak Retina IIC bzw. Leica IIIc.[20]

Als mit fortschreitendem Alter und durch längere Abschnitte der Erwerbslosigkeit für Maier die Lebensverhältnisse zunehmend schwieriger wurden, begann sich auch in ihren Motiven ein Wandel zu vollziehen – weg von den Menschen, hin zu oft bedrückend wirkenden Aufnahmen von desolaten Häusern und Müllkippen. Für Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau ergibt sich daraus die folgende Überlegung: „Doch betrachtet man ihre Bilder einmal chronologisch, bemerkt man, wie sich ihre Sicht der Welt verdunkelt: Von Schönheiten am Straßenrand wandert ihr Blick immer mehr ab zum Unrat in der Gosse. Tausendfach fotografiert sie, was sie auch in ihrem beengten Wohnraum hortet: alte Zeitungen mit schlechten Nachrichten. Ist es ein solches Mysterium, dass Vivian Maier die belichteten Filmrollen schließlich nicht mehr entwickeln ließ?“[32]

Wohl aus Platzgründen, bedingt aus der stetig wachsenden Menge an gehortetem Material in ihren wechselnden Mietwohnungen, brachte Maier den größten Teil ihres fotografischen Besitzes in einem Mietlager unter, für das sie jedoch irgenwdwann die Mietzahlungen schuldig blieb – so wurde ihr Lebenswerk schließlich 2007 von einem Auktionshaus versteigert.[32]

Entdeckung und Vermarktung[Bearbeiten]

Einer der Ersteigerer war Ron Slattery. Für 250 US-Dollar erwarb er einen, gemessen am Gesamtumfang der Auktion, kleineren Posten von 1.200 unentwickelten Filmrollen und machte 2008 als Erster Fotos von Maier im Internet öffentlich zugänglich, vermutlich ohne dass Maier davon zu Lebzeiten noch etwas mitbekommen hatte.[33][34] Ein weiterer Interessent war der seinerzeit 26 Jahre alte Makler John Maloof, Vorsitzender der Jefferson Park Historical Society in Chicago, der gerade als Co-Autor an einem Buch über die Gegend von Portage Park in Chicago arbeitete.[35] Auf der Suche nach geeignetem historischem Bildmaterial ersteigerte Maloof für knapp 400 Dollar und mit rund 30.000 Abzügen und Negativen den größten Teil der Auktion, fand jedoch nach einer ersten Durchsicht keine für das Buchprojekt verwertbaren Aufnahmen. Die Bedeutung der auf den Filmrollen und Abzügen vorgefundenen Werke konnte Maloof nicht einschätzen, und so begann er mit dem zunächst wenig lukrativen Verkauf einiger Bilder Maiers auf eBay – bis er von einem Kunsthistoriker die Tragweite seines Fundes erklärt bekam, was Maloof wiederum dazu veranlasste, zusätzlich Bestände von Slattery zu erwerben.[36][37] Den Zuschlag für den zweiten der größeren Posten erhielt schließlich der Sammler und Künstler Jeffrey Goldstein, der damit in den Besitz von 17.500 Negativen, 2000 Abzügen sowie eine Anzahl von S-8-Schmalfilmen und Farbdias Maiers kam.[38] Goldstein erwarb 2010 weitere Aufnahmen Maiers von Slattery, verkaufte jedoch im Hinblick auf die sich anbahnenden gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Urheberrechtsansprüche im Dezember 2014 seinen gesamten Besitz von Maiers Negativen an die Bulger Gallery in Toronto.[39][40]

John Maloof hatte bei der Auktion nichts weiter über die Fotografin erfahren, als ihren Namen; auch über eine wiederkehrende Adresse auf den Kuverts entwickelter Filme waren zunächst keine weiteren Einzelheiten herauszufinden. Bei weiteren Internetrecherchen fand Maloof dann überraschend unter Maiers Namen einen liebevoll formulierten Nachruf, den drei der einstigen Ziehkinder für ihre ehemalige Nanny auf der Webseite der Chicago Tribune veröffentlichten.[18][17] Über eine weitere Adresse, die sich bei den Negativen befand, nahm Maloof Kontakt zu einer Familie auf, bei der Maier 17 Jahre gearbeitet hatte. Von dieser Familie bekam er die Schlüssel zu zwei Abstellkammern in einem Lagerhaus. Dort fanden sich alle möglichen Gegenstände Maiers, darunter Kleidung, Briefe und Papiere sowie zehntausende Fotos, Negative und belichtete unentwickelte Filme.[20]

Im Oktober 2009, 6 Monate nach Maiers Tod, präsentierte Maloof einige von Maiers Fotografien in einem Blog und auf Flickr, verbunden mit der Frage an die Online-Community, ob „das Zeug was wert sei“, und was er mit den Fotos tun solle, „außer sie an euch zu geben“?[41][23][42] Angeregt durch das daraufhin einsetzende, begeisterte Interesse an den Fotografien der praktisch völlig unbekannten Fotografin, begannen die Aktivitäten Maloofs an Fahrt aufzunehmen, und er publizierte schließlich im November 2011 das Buch Vivian Maier Street Photographer sowie nachfolgend zwei weitere Fotobände.[43] Zu diesem Zeitpunkt fanden Maiers Fotografien und die Umstände ihrer Entdeckung bereits international große Beachtung in den Medien. Spiegel Online Kultur beispielsweise stellt fest: „Alle Fotos sind noch lange nicht entwickelt, geordnet und datiert, Maloof arbeitet inzwischen ausschließlich mit seiner Sammlung, er hat pro Motiv eine Auflage von 16 festgelegt, zwei verschiedene Größen bestimmt, Preise von mehr[eren] 1000 Euro aufgerufen. Man kann nur hoffen, dass er der Arbeit der großartigen Vivian Maier gerecht wird.“[23][21]

Abzüge ihrer Aufnahmen hat Maier in Bezug auf Bildgestaltung und Bildwirkung absichtlich beschnitten, im kontroversen Unterschied zu posthum angefertigten Vergrößerungen. Zum Umgang Maloofs mit Maiers Negativen bemerkt Daniel Kothenschulte kritisch: „Maloof, der kein Fotohistoriker, sondern ein erfolgreicher Geschäftsmann ist, lässt sie [Anm.: die Papierbilder] quadratisch bis zum Rand abziehen. Und scheint sich vor allem dafür zu interessieren, Maiers Werk nach Ähnlichkeiten zu bedeutenden Fotografen abzusuchen, insbesondere dem der heute schier unbezahlbaren Diane Arbus. Ironischerweise offenbart aber gerade dieser Vergleich den Vorzug von Maiers’ vermeintlicher Unscheinbarkeit: Sie suchte nicht nach Groteskem, fotografierte ihre oft nicht im konventionellen Sinne schönen Zeitgenossen auf Augenhöhe. Und erspart ihnen jede entstellende Übertreibung.“[32]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Maiers Fotografien erregten bereits kurze Zeit nach ihrem Bekanntwerden das Interesse von Galerien und Ankäufern; vornehmlich von Maloof ausgewählte Abzüge von Maiers Negativen wurden bisher international vielfach ausgestellt. Die erste Einzelausstellung zeigte das Chicago Cultural Center von Januar bis April 2011.[15] In Deutschland waren ihre Fotografien erstmals in der Hamburger Galerie Hilaneh von Kories von Januar bis April 2011 zu sehen,[44] gefolgt von einer Serie weiterer Ausstellungen: von Oktober bis Dezember 2011 im Amerika-Haus in München,[45] von April bis Mai 2015 im KuK in Monschau,[46][8] sowie bisher letztmals vom Februar bis April 2015 im Willy-Brandt-Haus in Berlin.[47]

Dokumentarfilme[Bearbeiten]

Im Sommer 2013 zeigte die BBC einen Dokumentarfilm unter dem Titel Vivian Maier: Who Took Nanny’s Pictures?,[48] der im Jahr darauf den Grand Prix des International Festival of Films on Art (FIFA) in Montreal sowie den Royal Television Society’s best arts documentary award 2013 gewann.[49][31][50] John Maloof verfilmte zusammen mit dem Filmemacher Charlie Siskel seine Version der Geschichte der Entdeckung der Fotografien bzw. der Spurensuche nach der Person Vivian Maier in dem mittels Crowdfunding finanzierten Dokumentarfilm Finding Vivian Maier, der im September 2013 auf dem Toronto International Film Festival erstmals gezeigt wurde – ein Remake aus der Sicht Maloofs, bei dem die Erstveröffentlichungen von Maiers Bildern bzw. ihre anderen Entdecker und Zeitzeugen nicht zur Sprache kommen.[32] Drei Monate später, im Dezember 2013, erschien die amerikanische Version der BBC-Dokumentation unter dem Titel The Vivian Maier Mystery[51], wurde jedoch aus unerfindlichen Gründen nicht im US-Fernsehen gezeigt.[52]

Rechtsstreitigkeiten[Bearbeiten]

Seit Juni 2014 läuft in den Vereinigten Staaten ein Rechtsstreit um das Urheber- bzw. Nutzungsrecht von Maiers Bildern; laut gesetzlicher Definition verfügt der Inhaber des Urheberrechts – unabhängig vom Besitz (im Unterschied zu: Eigentum) legal erworbener Negative und Abzüge – über die alleinige Verfügungsgewalt darüber, ob und wie Bilder öffentlich wiedergegeben und verkauft werden dürfen.

Maloof hatte in Frankreich einen Cousin ersten Grades von Maier ausfindig gemacht, der scheinbar der engste Verwandte von Maier war, und sich mit diesem über die Bildrechte geeinigt. Der ehemalige Werbefotograf und spätere Jurist David C. Deal suchte und fand in der südostfranzösischen Stadt Gap einen anderen Cousin – den pensionierten Beamten Francis Baille, ein Verwandter des Vaters von Maiers Mutter Maria. Baille soll näher mit Maier verwandt sein, und wäre somit nach den Gesetzen von Cook County (mit Verwaltungssitz in Chicago) Erbe der Bildrechte. Deal fordert nun für seinen Mandanten die primären Vermarktungsrechte an Maiers Fotografien, darüber hinaus geht es um die Übertragung von Urheberrechten sowie Ausgleichszahlungen und eventuelle Schadenersatzforderungen bereits vermarkteter Bilder gegenüber den rivalisierenden Maier-Entdeckern John Maloof, Ron Slattery und Jeffrey Goldstein. Ebenfalls in den Rechtsstreit involviert ist der Galerist Stephen Bulger aus Toronto, Käufer der Negative Maiers aus dem ehemaligen Besitz Goldsteins.[53][54] Nach eigenem Bekunden wird die Bulger-Galerie die gesamte kommerzielle Nutzung ihrer Maier-Sammlung solange einstellen, bis der rechtmäßige Inhaber des Urheberrechts bestimmt sei; gegenwärtige und künftige Ausstellungen und Publikationen von Maier-Fotografien bleiben trotz ungeklärtem Urheberrecht davon anscheinend unberührt.[55]

Neben dem Streit um die Nutzungsungsrechte von Maiers Bildern läuft bereits eine faktisch rein kommerziell begründete Klage gegenüber einer Galerie wegen angeblicher Beschädigungen von Abzügen. Angestrengt wird sie von Ron Slattery, der – anscheinend ungeachtet der Forderungen Deals – über einen Anwalt die von ihm beanstandeten Schäden auf 200.000 Dollar beziffert. Darüber hinaus macht Slattery dadurch entstandene indirekte Schäden an seiner gesamten Maier-Sammlung in Höhe von 2 Millionen Dollar geltend.[56]

Angesichts der Konstellation von Klagevertretern, potentiellen Erben bzw. Klägern, möglichen Nebenklägern und Beklagten über kontinentale Grenzen hinweg, wird ein Rechtsstreit über mehrere Jahre erwartet.[53][57][52]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b [1], [2], [3], [4], Les travaux de recherches de l'Association Vivian Maier et le Champsaur
  2. Digging Deeper Into Vivian Maier’s Past – nytimes.com/The New York Times, 11. Januar 2016
  3. Les Amis de Jeanne Bertrand – blogspot.fr, 10. Februar 2014; fr:Jeanne Bertrand
  4. a b Vivian Maier Developed Part 1-The Backstory – wordpress.com/Blog
  5. Vivian Maier «la Champsaurine» – champsaur.net, 7. Februar 2015
  6. Die unbekannte Fotografin Vivian Maier – maz-online.de/Märkische Allgemeine, 2. März 2015
  7. a b Inaccuracies, falsehoods, and misleading bits in the Oscar nominated film Finding Vivian Maier – vivianmaierproject.com
  8. a b Vivian Maier: 120 Bilder sind in Monschau zu sehen – aachener-zeitung.de/Aachener Zeitung, 18. April 2015
  9. Vivian Maier, au détour d’une rue – liberation.fr/Libération, 27. Januar 2014
  10. Das unsichtbare Auge – tagesspiegel.de/Der Tagesspiegel, 17. Februar 2015
  11. The Story of Vivian Maier – wired.com/Wired Magazine, 4. Juli 2014
  12. Unfolding the Vivian Maier mystery… – vivianmaier.blogspot.com/Blog, 22. Oktober 2009
  13. a b Das größte Geheimnis liegt hinter der Kamera – derStandard.at/derStandard, 12. September 2014
  14. Vivian Maier – howardgreenberg.com/Howard Greenberg Gallerie
  15. a b c The Life and Work of Street Photographer Vivian Maier – chicagomag.com/en:Chicago (magazine), 14. Dezember 2010
  16. a b Little Miss Big Shot – independent.co.uk/The Independent, 1. November 2009
  17. a b Death Notice: Vivian Maier – chicagotribune.com/Chicago Tribune, 23. April 2009
  18. a b Von ihrem Leben blieb nur ihr Blick auf die Welt – faz.net/Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. August 2010
  19. Die Straße als Bühne der Wirklichkeit – monopol-magazin.de/Magazin, 20.Dezember 2011
  20. a b c Frau im Schatten – spiegel.de/Spiegel Online, 23. Juni 2014 bzw. DER SPIEGEL 26/2014
  21. a b An Interview with Pamela Bannos – spoliamag.com/literary magazine, 2. Juli 2014
  22. Das Werk der Vivian Maier – deutschlandradiokultur.de/Deutschlandradio Kultur, 5. Dezember 2014
  23. a b c Fotografie-Ausstellung: Das geheime Genie des Kindermädchens – Spiegel Online Kultur, 8. Februar 2011
  24. [5], [6], [7], Vivian Maier – michelcarlue.fr/Blog, 21. September 2013
  25. Bilder einer konzentrierten Stadtgängerin – faz.net/Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Dezember 2011
  26. Vivian Maiers „Brownie“-Boxkamera auf John Maloofs Webseite, entsprechend Kodak Rainbow Hawk-Eye No.2 Model C
  27. 5 Lessons Vivian Maier Has Taught Me About Street Photography – erickimphotography.com/Eric Kim Blog
  28. Faszination der Filmwahl – Kodak Tri-X – spuer-sinn.net/Blog, 26. Oktober 2011
  29. Rolleiflex – gigers.com/Blog
  30. Ein Phantom, Eine Person – tagesspiegel.de/Der Tagesspiegel, im Abschnitt Vivien Maier, die Spionin, 26. Juni 2014
  31. a b Vivian Maier: lost art of an urban photographer – bbc.co.uk/en:BBC One, 25. Juni 2013
  32. a b c d Der verschwindende Augenblick – fr-online.de/Frankfurter Rundschau, 25. Juni 2014
  33. bighappyfunhouse – bighappyfunhouse.com/Blog, 22. Juli 2008,
    The Curious Case of Vivian Maier’s Copyright – gapersblock.com, 13. August 2013
  34. Row between collectors over discovery of works by American photographer Vivian Maier as new documentary is released
    – independent.co.uk/The Independent, 18. Juli 2014
  35. Portage Park – Daniel Pogorzelski, John Maloof/Arcadia Publishing 2008; en:Portage Park, Chicago
  36. Vivian Maier Documentary Sparks Collector Battle – ArtnetNews, 21. Juli 2014
  37. The Vivian Maier “Discovery” Is More Complicated Than We Thought – hyperallergic.com/Blog, 21. Juli 2014
  38. Vivian Maier – nytimes.com/The New York Times, 16. Februar 2012
  39. Vivian Maier’s Fractured Archive – vivianmaierproject.com/Pamela Bannos
  40. Interview: Jeffrey Goldstein On Why He’s Suing Vivian Maier’s Estate – petapixel.com, 17. Mai 2015,
    Toronto Gallery Buys Jeffrey Goldstein’s Entire Collection Of Vivian Maier Negatives – streetshootr.com, 20. Dezember 2014
  41. What do I do with this stuff (other than giving it to you)? – flickr.com/Blog, 10. Oktober 2009
  42. Vivian Maier – Her Discovered Work – vivianmaier.blogspot.de/Blog, 24. Mai 2010
  43. Vivian Maier Street Photographer – vivianmaier.com/John Maloof, Buchveröffentlichung, 16. November 2011
  44. Twinkle, twinkle, little star... – galeriehilanehvonkories.de/Galerie Hilaneh von Kories, 27. Januar bis 28. April 2011
  45. Vivian Maier, A Life Uncovered – amerikahaus.de/Amerikahaus, 10. Oktober 2011 bis 09. Dezember 2011
  46. Vivian Maier – Street Photographer – kuk-monschau.de/Kunst- und Kulturzentrum, 19. April 2015 bis 31. Mai 2015
  47. Vivian Maier, Street Photographer – willy-brandt-haus.de/Willy-Brandt-Haus, 19. Februar bis 12. April 2015
  48. Vivian Maier: Who Took Nanny’s Pictures? – bbc.co.uk/BBC One (Imagine), 1. Juli 2013
  49. Vivian Maier: Who Took Nanny’s Pictures? wins the Royal Television Society’s best arts documentary award
    [und] the Grand Prix at International Festival of Films on Art (FIFA) in Montreal – vivianmaierproject.com
  50. Documentary by Newnham alumna scoops top award – newn.cam.ac.uk/Newnham College University of Cambridge, 19. März 2014
  51. The Vivian Maier Mystery DVD Review – renegadecinema.com, The Vivian Maier Mystery Movie – vivianmaiermysterymovie.com,
    The Vivian Maier Mystery – Official Trailer – youtube.com/YouTube
  52. a b Losing Vivian Maier – chicagoreader.com/Chicago Reader, 4. Februar 2015 (Update)
  53. a b The Heir’s Not Apparent – A Legal Battle Over Vivian Maier’s Work – nytimes.com/The New York Times, 5. September 2014
  54. Toronto Gallery Buys Jeffrey Goldstein’s Entire Collection Of Vivian Maier Negatives – streetshootr.com/Street Shootr, 20. Dezember 2014
  55. Vivian Maier, Vivian Maier „Meaning Without Context“ – bulgergallery.com, Portfolio und geplante Ausstellung vom 25. Juni bis 10. September 2016
  56. Wicker Park Gallery Being Sued For Damaging Vivian Maier Photos – chicagoist.com, 13. Mai 2014
  57. Streit um Nachlass der Straßenfotografin – Mutmaßlicher Erbe in Frankreich aufgetaucht – deutschlandradiokultur.de/Deutschlandradio Kultur, 7. September 2014,
    Vivian Maiers postumer Bilderschatz entfacht Rechtstreit über Copyright – presseportal.de/art – Das Kunstmagazin, 18. Dezember 2014