Vlatten (Heimbach)

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Koordinaten: 50° 38′ 59″ N, 6° 32′ 53″ O

Vlatten
Stadt Heimbach
Höhe: 280 (275–330) m ü. NHN
Fläche: 7,8 km²
Einwohner: 950
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52396
Vorwahl: 02425
Vlatten, Luftaufnahme (2015)
Vlatten, Luftaufnahme (2015)
Die Kirche
Das Ehrenmal
Die Oberburg von Vlatten

Vlatten ist ein Ortsteil der Stadt Heimbach im Kreis Düren.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vlatten liegt eingebettet in ein sanftes Tal der Voreifel am östlichen Stadtrand von Heimbach. Neben Vlatten liegen Wollersheim, Hergarten und Heimbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Besiedlungen sind bereits zur Zeit der Römer erfolgt. Die erste Erwähnung erfolgte 869. Der Ortsname „Vlatten“ ist aber vermutlich schon keltischen Ursprungs (von Vlatos = der Herrscher).

Hauptartikel: Burg Vlatten

Zur Zeit der Franken war Vlatten eine Königspfalz. Um 1200 etwa, gab es zwei Burgen in Vlatten. Die Oberburg ist 1385 erstmals urkundlich erwähnt. Ende des 14. Jahrhunderts ist aus einem anderen festen Hof die Unterburg entstanden, vermutlich durch eine Erbteilung. Sie war, wie die Oberburg, eine Wasserburg. Die auf Sumpfgelände gebaute Unterburg zerfiel im Laufe der Jahrhunderte. Von ihr ist nur noch ein bewachsener Steinhügel zu erkennen.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: St. Dionysius (Vlatten)

Die Kirche ist bis in das Jahr 839 urkundlich nachweisbar. Zur Königspfalz gehörte zu jener Zeit eine Kapelle, aus der die Kirche hervorgegangen ist. Um 1000 war die Kirche das Zentrum des Königshofes. In den folgenden Jahrhunderten fanden weitere Baumaßnahmen an der Kirche statt, und noch 1927/28 wurde das nördliche Seitenschiff angebaut.

Hauptartikel: Michaelskapelle (Vlatten)

Urkundlich wird eine Kapelle aus dem 13. Jahrhundert erwähnt. Von dieser steht nur noch das Chorgewölbe mit alten Wandgemälden. Schiff und Turm wurden 1212/13 erbaut. Das heutige Schiff mit dem Turm wurde um 1910 in kleinerer Ausführung als bei der ursprünglichen Kapelle neu gebaut.

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule in Vlatten, welche in der Ortsmitte liegt, wird nicht mehr als Schuleinrichtung benutzt. Sie wurde zu einem Mehrfamilienwohnhaus umgebaut.

Neugliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Vlatten gehörte seit dem 19. Jahrhundert zur Bürgermeisterei Bleibuir, aus der 1928 das Amt Bleibuir wurde.[1] Seit 1949 gehörte Vlatten zum Amt Hergarten, das außerdem noch aus den Gemeinden Hergarten, Berg, Floisdorf, Eicks, Glehn, Hostel und Bleibuir bestand.[2][3] Bis zur kommunalen Neugliederung war Vlatten eine selbstständige Gemeinde. Zum 1. Juli 1969 erfolgte der Zusammenschluss mit der Stadt Heimbach.[4]

Die Stadt Heimbach kam mit allen Stadtteilen am 1. Januar 1972 vom Kreis Schleiden zum Kreis Düren und wurde in die Stadt Nideggen eingegliedert.[5] Am 4. August 1972 entschied das Oberverwaltungsgericht in Münster, dass Heimbach wieder eine eigenständige Kommune wird. Vlatten blieb Heimbach zugeordnet.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Vlatten vorbei verläuft die Bundesstraße 265. Durchgangsverkehr gibt es im Ort nicht. Der öffentliche Personennahverkehr wird durch Busse der Linie 231 der RVE sichergestellt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupterwerbszweig der Einwohner sind eine Vielzahl von gewerblichen Kleinbetrieben. Viele Vlattener arbeiten außerhalb des Ortes. Der Einfluss der Landwirtschaft als Haupterwerbszweig ist in den letzten 20 Jahren erheblich zurückgegangen, macht aber im Vergleich zu vielen anderen Orten dieser Größenordnung immer noch einen erheblichen Teil aus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. territorial.de: Bürgermeistereien und Gemeinden im Kreis Schleiden
  2. GenWiki: Amt Bleibuir
  3. Stadtarchiv Mechernich: Findbuch Hergarten
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 100.
  5. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 306 f.