Voeren

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Voeren
Voerenwapen.gif Voerenvlag.gif
Voeren (Limburg)
Voeren
Voeren
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Limburg
Bezirk Tongeren
Koordinaten 50° 46′ N, 5° 46′ O50.7602777777785.76Koordinaten: 50° 46′ N, 5° 46′ O
Fläche 50,63 km²
Einwohner (Stand) 4121 Einw. (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 81 Einw./km²
Postleitzahl 3790-3793, 3798
Vorwahl 04
Bürgermeister Huub Broers
Adresse der
Kommunalverwaltung
Gemeentebestuur
Schoolstraat 115
3798 Voeren
Webseite www.voeren.be
lblelslh

Voeren (deutsch Vuren[1], limburgisch Voere, französisch Fourons, wallonisch Foron) ist eine belgische Gemeinde. Sie ist eine Exklave der flämischen Provinz Limburg. Sie grenzt im Norden an die niederländische Provinz Limburg sowie im Süden und Westen, wo einige hundert Meter die Maas die Gemeindegrenze bildet, an die Gemeinden Dalhem, Aubel und Plombières der wallonischen Provinz Lüttich.

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus sechs Dörfern (ehemalige Gemeinden):

Sint Martens Voeren

Hinzu kommt Hagelstein, das früher zur Gemeinde Remersdaal gehörte.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Mittelalter gehörte das Gebiet von Voeren zum Herzogtum Brabant und somit zu den Burgundischen Niederlanden, später zu den Habsburgischen Niederlanden. Nach dem Achtzigjährigen Krieg wurde es ein Teil der Spanischen Niederlande. Von 1794 bis 1815 war es französisch besetzt. Bei der belgischen Staatsgründung 1830 wurde es ein Teil der belgischen Provinz Lüttich, bis es 1963 als Exklave der Provinz Limburg und damit Flandern zugeschlagen wurde.

Am 1. Januar 1977 wurden die bisher selbständigen Gemeinden – die heutigen Ortsteile – zur neuen Gemeinde Voeren zusammengeschlossen.

Sprachproblematik[Bearbeiten]

Mehrsprachiges Ortsschild, bei dem die niederländischen Bezeichnungen übersprüht wurden

Bis zur Gründung des belgischen Staates im Jahr 1830 sprachen die Bewohner Voerens nur limburgisches Platt (Veurs), das eine gewisse Ähnlichkeit mit dem im Süden der niederländischen Provinz Limburg verbreiteten Dialekt aufwies. Bei der Gründung des Staates wurden die Voerener der Provinz Liège zugeteilt; die offizielle Amtssprache war somit Französisch. Im Laufe des 20. Jahrhunderts bildete sich eine Sprachverteilung von 60 % französischsprachigen und 40 % niederländischsprachigen Bewohnern aus, obwohl fast alle Einwohner auch den lokalen Dialekt sprechen. Am 1. September 1963 wurden in Belgien die Sprachgrenze per Gesetz festgelegt und Voeren als Exklave der niederländischsprachigen Limburg zugesprochen, um den historischen Sprachgewohnheiten Rechnung zu tragen.

Seit dieser Zeit ging von dieser kleinen Gemeinde immer wieder Unruhe aus. Die Bevölkerung war in eine flämisch- und eine wallonischgesinnte Gruppe gespalten. Dies führte Ende der 1970er Jahre und Anfang der 1980er Jahre einige Male zu Scharmützeln zwischen den beiden Gruppen. Bei den Gemeinderatswahlen von 1982 ließ sich einer der kämpferischsten Wallonischgesinnten, der Landwirt José Happart, als Bürgermeisterkandidat nominieren und gewann die Wahl. Die Tatsache, dass der französischsprachige Happart als Bürgermeister einer niederländischsprachigen Gemeinde kein Wort Niederländisch sprach, führte zu erheblichen Spannungen bis hin zu Regierungskrisen auf höchster Ebene. Der Konflikt wurde erst im Jahr 1989 beendet, als Happart durch Nico Droeven ersetzt wurde, der beide Sprachen beherrschte.

Bei den Wahlen von 2000 trat aufgrund von EU-Regelungen eine Neuerung ein. Alle in der Gemeinde wohnhaften EU-Staatsangehörigen durften an den Gemeinderatswahlen teilnehmen. Aufgrund der Grenznähe zu den Niederlanden lebten damals in Voeren etwa 17 % Niederländer (2005: 22 %). Dieser Anteil reichte für die niederländischsprachige Partei Voerbelangen („Interessen der Voerener“) aus, um die Wahl mit 53 % der Stimmen zu gewinnen und die bisher regierende wallonischgesinnte Partei, Retour à Liège („Zurück zu Lüttich“) in die Opposition zu verweisen. 2006 gewann Voerbelangen 61 % der Stimmen in den Gemeinderatswahlen, die in Retour @ Libertés („Zurück zu den Freiheiten“) umbenannte wallonischgesinnte Opposition nur noch 39 %. Bürgermeister ist seit 2000 der Flame Huub Broers.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Voeren pflegt eine Partnerschaft mit der Schweizer Gemeinde Vellerat im Kanton Jura.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Voeren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Elmentaler, Peter Lang, 2009: Deutsch und seine Nachbarn (google-Vorschau)
  2. Kurzinfo 's-Gravenvoeren
  3. Kurzinfo Sint-Pieters-Voeren
  4. Kurzinfo Sint-Martens-Voeren
  5. Kurzinfo Moelingen
  6. Kurzinfo Remersdaal