Vogelperspektive

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Als Vogelperspektive (richtiger: „Obersicht“ oder auch Vogelschau) bezeichnet man in der darstellenden Geometrie die Betrachtung eines Gegenstandes von einem schräg darüber gelegenen Augenpunkt aus, während die Normalperspektive die Betrachtung aus normaler Augenhöhe eines stehenden Betrachters und die Froschperspektive die Betrachtung von einem unter der normalen Augenhöhe liegendem Augenpunkt bezeichnen. Alle drei Arten bezeichnen aber eigentlich nicht die Lage und Orientierung von Objekten zum Betrachter, sondern vielmehr die jeweilige Lage der Horizontlinie (Augenhöhe des Betrachters) im Vergleich zur Bildmitte.

Die Vogelperspektive ist somit eine einfache Form der Perspektive, mathematisch gehört sie zu den Zentralprojektionen, wie auch die Abbildungen durch das menschliche Auge und durch den Fotoapparat.

Vogelschau in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel zum 4. Deutschen Bundesschießen: „Hannover aus der Vogelschau. Nach einer Aufnahme von C. Grote gezeichnet von K. Winkler“;
Holzstich aus der Illustrirten Zeitung, 1872

Insbesondere im 19. Jahrhundert waren Zeichnungen aus der Vogelschau-Perspektive eine Kunst, auf die sich Künstler wie etwa Carl Grote spezialisiert hatten.

Mathematische Erläuterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geometrisch lässt sich die Vogelperspektive einfach aus Grundriss und Aufriss konstruieren. Die Lage des Augenpunktes O und der Bildebene B wird im Aufriss gezeichnet. Ein bevorzugter Objektpunkt wird von O aus auf die Bildebene B projiziert und eine horizontale Gerade B'1 durch seinen Bildpunkt gezogen. Die Grundrissdarstellung muss nun abstandsrichtig zu dieser Horizontalen positioniert werden. Der Grundriss des Augenpunktes O' wird ebenfalls im entsprechenden Horizontalabstand gezeichnet, wobei seine Lage in horizontaler Richtung (parallel zu B'1) wählbar ist. Für jeden Objektpunkt Pi wird im Aufriss das Bild auf B erzeugt und die Grundrissparallele B'i des Bildpunktes gezogen. Der Schnittpunkt der Grundrissprojektion von O' aus mit dieser Grundrissparallele gibt das Bild P'i des Punktes in der Vogelperspektive. Die Perspektive wird durch die Augenhöhe und die Kippung der Bildebene B im Aufriss, der horizontalen Verschiebung des Augenpunktes im Grundriss sowie der Entfernung des Augenpunktes vom Gegenstand bestimmt. Damit sind auch Zentralperspektive und Froschperspektive wählbar.

Je nach Wahl der Parameter kann dabei das perspektivische Bild den Grundriss überzeichnen. Bei anderen Kippwinkeln als 45° für die Bildebene B ist das Konstruktionsverfahren komplizierter.

Grundriss, Aufriss und Seitenriss sind Parallelprojektionen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Vogelperspektive – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Vogelperspektive – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien