Voigtholz-Ahlemissen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 52° 23′ 30″ N, 10° 19′ 17″ O

Voigtholz-Ahlemissen
Gemeinde Edemissen
Wappen von Voigtholz-Ahlemissen
Höhe: ca. 69 m ü. NHN
Einwohner: 171 (30. Mrz. 2012)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31234
Vorwahl: 05176
Voigtholz-Ahlemissen (Niedersachsen)
Voigtholz-Ahlemissen

Lage von Voigtholz-Ahlemissen in Niedersachsen

Der Malerhof

Der Malerhof

Voigtholz-Ahlemissen ist eine Ortschaft in der Gemeinde Edemissen im Landkreis Peine in Niedersachsen

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Doppelort Voigtholz-Ahlemissen liegt nördlich der Kreisstadt Peine zwischen den beiden Oberzentren Hannover und Braunschweig, abseits der Hauptdurchgangsstraßen am Rande der Südheide. Durch den Ort führt keine Durchgangsstraße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Ahlemissen wurde erstmals urkundlich im Jahre 1340 erwähnt und Voigtholz erst viel später im Jahre 1564. Die Ortsbezeichnung Voigtholz-Ahlemissen als Doppelnamen erscheint erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine genaue Kenntnis darüber, warum die beiden Einzelorte in der Folgezeit stets als Doppelort genannt werden, besteht nicht. Auch warum der jüngere Ortsteil vor dem älteren genannt wird ist nicht bekannt. Von 1532 bis 1885 gehörte der Ort zur Gografschaft Edemissen im Amt Meinersen. Im Jahr 1885 wurde er in den Landkreis Peine eingegliedert.

1965 erfolgte der Zusammenschluss der selbständigen Gemeinden Edemissen, Alvesse, Blumenhagen, Mödesse, Voigtholz-Ahlemissen und seit 1971 auch Oedesse zur Samtgemeinde Edemissen. Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen kam es am 1. März 1974 zur Bildung der Einheitsgemeinde Edemissen aus den Ortschaften der Samtgemeinde Edemissen und weiteren acht selbständigen Gemeinden.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1821 105
1848 120
1. Dezember 1871 ¹ 117
1. Dezember 1885 ¹ 127
1. Dezember 1905 ¹ 140
16. Juni 1925 ¹ 139
16. Juni 1933 ¹ 137
17. Mai 1939 ¹ 143
31. Dezember 1945 -
29. Oktober 1946 ¹ 285
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 269
6. Juni 1961 ¹ 157
1. März 1964 161
27. Mai 1970 ¹ 157

¹ Volkszählungsergebnis

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die protestantische Glaubensrichtung festigte sich schon im frühen 16. Jahrhundert. Die Ortschaft Voigtholz-Ahlemissen gehört zum Kirchspiel der Martin-Luther-Kirchengemeinde Edemissen im Kirchenkreis Peine. Die private Malerhof-Kapelle ist eine von den fünf Kapellen im Kirchspiel Edemissen. Erst später erhielt sie den Namen „Lukas-Kapelle“.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile Alvesse, Rietze und Voigtholz-Ahlemissen bilden einen gemeinsamen Ortsrat.

Ortsbürgermeister ist Günther Krille (CDU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Voigtholz-Ahlemissen.jpg

Im gold-blau geteilten Wappen schreitet oben der rot bewehrte blaue Lüneburgische Löwe als Erinnerung an die frühere Welfenherrschaft. Zwei silberne Wagenräder auf grünem Hügel rollen durch das untere, blaue Feld des geteilten Schildes als Symbol der landwirtschaftlichen Prägung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit in der Region ist die „Malerhof-Kapelle“. Der Kunstmaler Hans Nowak (1922−1996) erbaute sie im Jahre 1979 für einen Freund, der einen besonderen Ort für seine Trauung suchte. Diese Kapelle ist heute eine private Kapelle, in der sich auch eine großformatige Kopie des WandgemäldesDas Abendmahl“ von Leonardo da Vinci befindet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Kindergärten sind heute in Edemissen Grundschule (in drei Ortsteilen auch Verlässliche Grundschulen), Hauptschule und Realschule eingerichtet. Weiterführende Schulen wie Gymnasium und Berufsbildende Schule befinden sich in der Kreisstadt Peine.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Busverbindung des öffentlichen Nahverkehrs nach Edemissen und Peine. Anschlüsse an die Bundesautobahn 2 bilden die Anschlussstellen Peine, Watenbüttel-Braunschweig und Hämelerwald. Die nächstgelegenen Personenbahnhöfe befinden sich in Peine, Dedenhausen und Hämelerwald.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Nowak

Der Kunstmaler Hans Nowak (* 1922 in Halle/Saale, † 1996 in Voigtholz-Ahlemissen) kam Anfang der 1960er Jahre in den Peiner Raum. Er lebte zunächst im Dorf Mödesse und siedelte 1962 nach Voigtholz. Hier ließ Nowak auf dem „Upmann’schen Hof“ eine Scheune ausbauen und nutzte den Kuhstall als Galerie.

Kaum dort eingerichtet und eingelebt bereitete Nowak einen Coup, eine „Eulenspiegelei“, in der Kunstgeschichte vor. Ein von ihm im Jahre 1968, im Stil des französischen Impressionisten Claude Monet (1840−1926) gemaltes Gemälde, wurde von Kunstexperten für echt befunden und dem französischen Künstler zugeschrieben. Diese Kunstgeschichte ging um die ganze Welt und machte Nowak über Nacht weltbekannt. Eines hatte er aber nicht geschafft - die alte wiederentdeckte und von ihm verfeinerte Maltechnik wurde von den „Kunstexperten“ ignoriert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verein der Heimatgeschichte Edemissen e. V.: Die Gemeinde Edemissen, Sutton 2007. ISBN 978-3-86680-202-5
  • Jürgen Dieckhoff: Edemissen - Wohlfühlgemeinde, Gemeinde Edemissen 1999
  • Jürgen Dieckhoff & Wolfgang Glandt: Vom Maler Hans Nowak ein Bild sich machen, Druckhaus Schlaeger Peine 1993

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 217.
  2. Die Kapellengemeinde Voigtholz. Website des Kirchenkreis Peine.