Voland & Quist

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Voland & Quist

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Rechtsform GmbH
Gründung 2004
Sitz Berlin / Dresden / Leipzig
Leitung Karina Fenner, Leif Greinus, Sebastian Wolter (Verleger)
Branche Buchverlag
Website www.voland-quist.de

Voland & Quist ist ein deutscher Independent-Verlag mit Sitz in Berlin, Dresden, und Leipzig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2004 veröffentlichen die Verleger Leif Greinus und Sebastian Wolter sogenannte „Liveliteratur“, Bücher mit beigelegten CDs oder DVDs. Der Verlag ist nach Voland, dem Teufel aus Michail Bulgakows Der Meister und Margarita, und Quinten Quist aus Harry Mulischs Die Entdeckung des Himmels benannt.[1] Voland & Quist veröffentlicht junge zeitgenössische Prosa und Lyrik. Die Programmbereiche sind: Belletristik junger, deutschsprachiger AutorInnen, Lesebühnenliteratur, Spoken Word-Lyrik und Prosa junger osteuropäischer AutorInnen in der Reihe Sonar. Seit 2010 erscheinen zudem Kinderbücher.

Bei Voland & Quist erscheinen außerdem die immerwährenden Kalender Kalender des Scheiterns von Nico Semsrott und Der falsche Kalender von Marc-Uwe Kling, Musik-CDs von Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer, Anna Mateur und des The Fuck Hornisschen Orchestra sowie die Alois Nebel-Graphic Novels des tschechischen Zeichners Jaromír Švejdík.

2014–2018 hat der Verlag die Kurzgeschichten-App A Story A Day herausgebracht.

2018 wurde die Germanistin Karina Fenner in die Geschäftsführung aufgenommen. Mit ihr zog der größere Teil des Verlags nach Berlin-Schöneberg.

Verlegerteam von Voland & Quist: (v.l.) Sebastian Wolter, Karina Fenner, Leif Greinus

Wanderhuren-Rechtsstreit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2014 wurde Voland & Quist vom Verlag Droemer Knaur verklagt. Anlass war die Veröffentlichung des 2013 erschienenen Romans "Die schönsten Wanderwege der Wanderhure" von Julius Fischer. Das Buch bezieht sich parodistisch auf die Wanderhure-Romanreihe des Autorenduos Iny Lorentz. Droemer Knaur berief sich dabei auf eine Verletzung der Titelrechte. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied im August 2014 in zweiter Instanz jedoch, dass die Parodie als eigenständiges Kunstwerk von der Kunstfreiheit geschützt ist.[2] Die Einnahmen der Crowdfunding-Kampagne zur Bewältigung der Prozesskosten spendete der Verlag dem Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum.[3]

Autoren des Verlags (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voland & Quist Booking[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der klassischen Verlagsarbeit übernimmt der Verlag das Booking von folgenden Künstlern:

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2006 bis 2017 fand der monatliche Literatursalon von Voland & Quist statt, dessen Route sich zuletzt auf die Städte Berlin, Chemnitz, Dresden, Leipzig, Potsdam und Jena erstreckte.

Verlagsstand von Voland & Quist auf der Leipziger Buchmesse 2019

2007 initiierte Voland & Quist zusammen mit dem Schriftsteller Michael Bittner das Festival Literatur Jetzt!, das seit 2019 durch einen eigenständigen Verein organisiert wird und sich als wichtigstes Literaturfestival in Mitteldeutschland etabliert hat.

2009 war der Verlag Mitinitiator der Hotlist, dem jährlich vergebenen Buchpreis der unabhängigen Verlage.

Seit 2015 ist Leif Greinus im Vorstand der Kurt Wolff Stiftung.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jens Bisky: Sächsische Urbanität. In: Süddeutsche Zeitung, 15. März 2018
  2. feb: [h%20https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/die-schoensten-wanderwege-der-wanderhure-olg-gibt-voland-quist-recht-a-984613.html Gerichtsurteil zu Buchtitel: "Wanderhure" darf weiterwandern.] Spiegel Online, 5. August 2014, abgerufen am 18. Juni 2019.
  3. pro domo In: Jahresbrief des Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums 2015