Volgo-Balt

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Volgo-Balt
Die Volgo-Balt 210
Die Volgo-Balt 210
Schiffsdaten
Schiffsart Fluss-Seeschiff
Reederei Западное пароходство (englisch Western River Shipping Company), Kaliningrad
Bauwerft Krasnoje Sormowo, Gorki
Zavody Tazkeho Strojarstva, Komarno
Bauzeitraum Seit 1967
Fahrtgebiete Binnenfahrt und kleine Küstenfahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
114,0 m (Lüa)
110,0 m (Lpp)
Breite 13,22 m
Seitenhöhe 5,50 m
Tiefgang max. 3,45 m
Vermessung 2178 (2584) BRT
Maschinenanlage
Maschine 2 × SKL Viertakt-Dieselmotor
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
971 kW (1.320 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
10 kn (19 km/h)
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 2818 tdw

Die Fluss-Seeschiffe der Serie Volgo-Balt (russisch Волго-Балт), manchmal auch Volgobalt oder Wolgo-Balt, sind fluss- und kanalgängige Küstenmotorschiffe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hergestellt wurde die Serie ab 1967 bis in die Mitte der 1980er Jahre. Der Grundtyp wurde von der Werft Krasnoje Sormowo in Gorki erstellt, die von 1967 bis 1970 etwa 20 Schiffe des Typs baute. Den Hauptteil der Serie lieferte die Werft Zavody Tazkeho Strojarstva in Komárno unter den Typbezeichnungen MNL 2700 und RMNL 2700 (Projekt 2-95AR) ab. Mit insgesamt rund 180 gebauten Einheiten zählt der Typ zu den erfolgreichsten Entwürfen dieser Art.

Die einzelnen Schiffe unterscheiden sich, je nach Variante, durch kleinere Unterschiede in der Schiffsgröße, die Ausrüstung mit verschiedenen Motorenbaumustern und anderen Besonderheiten, mit denen sie auf den jeweiligen Einsatz abgestimmt wurden. Die Namensgebung der Западное пароходство (Sapadnoe parachodstwo, englisch Western River Shipping Company) in Kaliningrad war schlicht, alle Schiffe erhielten den Namen Волго-Балт (englisch Volgo-Balt), gefolgt von einer Zahl. Darüber hinaus entstanden in Komárno auch eine Reihe von Bauten des Typs für andere Reedereien, die zum Teil abweichende Namen erhielten.

Eingesetzt werden die Schiffe vorwiegend auf kombinierten Binnen- und Küstendiensten der kleinen Fahrt. In Nordeuropa wurden die Volgobalts meist im Ostseeraum genutzt, teilweise aber auch bis in die Nordseehäfen. Die Nutzung wurde dabei durch die Limitierung auf Fahrten bei geringeren Windstärken und bestimmten Höchstabständen zur Küste eingeschränkt. Das führte insbesondere in den 1970er bis 1990er Jahren in einigen Nordseeflussmündungen bei entsprechenden Schlechtwetterlagen zu häufig auch größeren Flotten von Windliegern dieses Typs.

Untergang der Vera[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schiff der Serie, die 1977 als Geroi Tripolya (IMO 8826254) gebaute Vera, sank am 31. Januar 2012 gegen 19:30 Uhr vor Ereğli im Schwarzen Meer. Das Schiff war auf einer Reise nach Izmir mit einer Ladung Schrott bei Ereğli vor Anker gegangen, um Schutz vor Schlechtwetter zu suchen. Durch verrutschte Ladung begann das Schiff schnell Wasser zu nehmen und sank schließlich, bevor Hilfskräfte vor Ort waren. Von den elf Besatzungsmitgliedern (zehn Ukrainer und ein Georgier) überlebten nur drei (andere Quelle vier) Personen. Der Rest gilt als vermisst.[1][2][3]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angetrieben werden die Schiffe der Baureihe von zwei Viertakt-Dieselmotoren. In der Serie wurden Motorbaumuster verschiedener Hersteller verbaut. Die Schiffe der Krasnoje-Sormowo-Werft wurden mit je zwei Exemplaren des Typs 6NVD48A-2U des Herstellers VEB Schwermaschinenbau „Karl Liebknecht“ mit zusammen 971 kW bestückt, der Hauptteil der Werft Zavody Tazkeho Strojarstva erhielt je zwei Škoda-Motoren des Typs 6L275IIPN, die 1030 kW leisteten, später verwendete die Werft den gleich starken Typ 6L275A2 desselben Herstellers.

Die Rümpfe wurden in Sektionsbauweise zusammengefügt. Die Schiffe besitzen weit achtern angeordnete feste Aufbauten ohne Hubbrücke. Die Schiffe verfügen über vier Laderäume mit 4720 m3 Getreiderauminhalt und vier Luken. Die Schiffe wurden ohne Ladegeschirr abgeliefert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cheetham, Chris; Heinimann, Max: Modern River Sea Traders. Modern River Sea Traders, Teignmouth 1996, ISBN 0-9516317-2-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frachtschiff „Vera“ sinkt vor türkischer Küste, Spiegel Online, 31. Januar 2012.
  2. Die Vera bei shipwrecklog.com (englisch).
  3. General cargo vessel Vera sank off Eregli, Black sea, Maritime Bulletin, 31. Januar 2012 (englisch).