Volker Elis Pilgrim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Volker Elis Pilgrim (* 1942 in Wiesbaden als Volker Elis von Pilgrim) ist ein deutscher Schriftsteller. Er veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Ellis Dohna und (seit 2009) auch unter Max Melbo Sachbücher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pilgrim wuchs in der Mark Brandenburg, in einem Berliner Vorort (damals DDR) auf und floh 1960 in die Bundesrepublik. Er entstammt laut seiner Website einer preußischen Adelsfamilie aus der Mark Brandenburg.[1] Seine Eltern stammten politisch und privat aus dem Umkreis von Hermann Göring, ein Thema, das er in zahlreichen Büchern immer wieder aufgearbeitet hat. So studierte er Psychologie, Geschichts- und Rechtswissenschaft, Soziologie, Musik (Meisterschüler für Klavier) und Film- und Theaterwissenschaft in Göttingen, Frankfurt am Main, Wiesbaden und München und promovierte schließlich.

Bekannt wurde er besonders als Pionier der Männerbewegung (Manifest für den freien Mann, München 1977) und später als einer der ersten prominenten Vegetarier (Zehn Gründe, kein Fleisch mehr zu essen unter dem Pseudonym Ellis Dohna) in den 70er Jahren. Pilgrim setzte sich in seinen viel gelesenen Büchern, die auch Spiegel-Bestseller wurden, wie Elternaustreibung, Vatersöhne, Muttersöhne und Adieu Marx mit der Eltern-Kind-Beziehung auseinander. Zentrales Thema seiner Bücher sind u. a. Entwicklungshemmnisse durch Abhängigkeit von Projektionen der Eltern.

Nach seiner allgemeinen „Männerforschung“ als Privatgelehrter forschte er die letzten 20 Jahre in australischer Recherche-Klausur das Phänomen des Serienkillers. Seine Bücher „Du kannst mich ruhig Frau Hitler nennen“ und das aktuelle Epos „Hitler 1 und Hitler 2“, das in 4 Bänden erscheinen soll (bisher erschienen: Band 1 „Das sexuelle Niemandsland“ mit 900 Seiten) sind u. a. Ergebnisse dieser Zeit.

Pilgrim lebte von 1982 bis 2008 abwechselnd in Australien und Neuseeland. 1989 wurde er australischer Staatsbürger und änderte seinen Namen in Max Melbo. 2008 nach Deutschland zurückgekehrt, veröffentlichte er im Folgejahr als Max Melbo Die Königsfälschung, in dem er die These vertritt, Ludwig XIV. sei kein leibliches Kind seiner Eltern Ludwig XIII. und Anna von Österreich.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der urheberrechtliche Schutz der angewandten Formgestaltung. Dissertation. Univ., Rechtswiss. Fak. Frankfurt am Main 1971
  • Helga Goetze: Hausfrau der Nation oder Deutschlands Supersau? Zeugnisse eines Ausbruchs. ausgew. und kommentiert von Volker Elis Pilgrim, Rohr, München 1973
  • Der Untergang des Mannes. Kurt Desch, München 1973; überarb. und aktualisiert Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1986, ISBN 3-499-17958-X. Selbstkritik als Gesellschaftskritik, Aufdeckung der Mechanismen der latent-homosexuellen Männergesellschaft
  • Dressur des Bösen. Zur Kultur der Gewalt. Kurt Desch, München 1974; überarb. und aktualisiert unter dem Titel Dressur zum Bösen. Warum wir uns selber und andere kaputt machen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1986, ISBN 3-499-18201-7. Darstellung der Familie als Ursprung des Bösen, Entzauberung der Idylle >Mutter-Kind<
  • Der selbstbefriedigte Mensch. Freud und Leid der "Onanie". Kurt Desch, München 1975; überarb. und erweiterte Ausg. Rowohlt 1985, ISBN 3-499-17904-0. Verteidigung der Selbstbefriedigung, Angriff auf die Sexualitätsregelung als Partnersexualität
  • Sex antarcticus, Edition Lentz, München 1975, ISBN 3-88010-023-3.
  • Mitverfasser: Männerbilder. Geschichten und Protokolle von Männern. Trikont-Verlag, München 1976, ISBN 3-88167-002-5.
  • Manifest für den freien Mann. Trikont-Verlag, München 1977; erweitert mit 2.Teil Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-499-18220-3. Programm für die praktische Veränderung männlichen Verhaltens
  • Frau Dr. Johnsohn. Stück in 2 Akten. S.Fischer, Frankfurt am Main 1977. Pilgrims erstes Theaterstück
  • mit Alexej Mend: Das Paradies der Väter. Beltz & Gelberg, Weinheim 1980; überarb. und aktualisiert Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1987, ISBN 3-499-18207-6.
  • Die Elternaustreibung. Roman. Claassen Verlag, Düsseldorf 1984; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1986, ISBN 3-499-18205-X.
  • als Ellis Dohna: Zehn Gründe, kein Fleisch mehr zu essen. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1985; erweiterte Ausg. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994, ISBN 3-499-18273-4.
  • Muttersöhne. Claassen Verlag, Düsseldorf 1986; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1989, ISBN 3-499-18240-8.
  • Der Vampirmann. Über Schlaf, Depression und die Weiblichkeit. Eine Forschungsnovelle. Claassen Verlag, Düsseldorf 1989, ISBN 3-546-47487-2.
  • Adieu Marx. Gewalt und Ausbeutung im Hause des Wortführers. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1990, ISBN 3-498-05277-2.
  • Hrsg. mit Doris, Herbert Liffmann: Fremde Freiheit. Jüdische Emigration nach Australien, Briefe 1938–1940. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1992, ISBN 3-498-05281-0.
  • Vatersöhne. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1993, ISBN 3-498-05284-5.
  • Du kannst mich ruhig "Frau Hitler" nennen. Frauen als Schmuck und Tarnung der NS-Herrschaft. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994, ISBN 3-498-05286-1.
  • "Max Melbo": Die Königsfälschung. Louis XIV – Operation Kronprinz. Osburg, Berlin 2009, ISBN 978-3-940731-22-7.
  • Hitler 1 und Hitler 2. Das sexuelle Niemandsland. Osburg, Hamburg 2017, ISBN 978-3-95510-140-4.[3]

Materialien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website von Volker Elis Pilgrim. Abgerufen am 27. September 2017.
  2. Die Welt: Melbos Operation Kronprinz, vom 09.05.2009, geladen am 04.09.2017
  3. osburg-verlag.de/autoren