Volker Lechtenbrink

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Volker Lechtenbrink

Volker Lechtenbrink (* 18. August 1944 in Cranz, Ostpreußen) ist ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur, Intendant, Texter und Schlagersänger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lechtenbrink, der in Bremen und Hamburg aufwuchs, besuchte die Gelehrtenschule des Johanneums und spielte bereits als 14-Jähriger in dem Film Die Brücke (1959, Regie Bernhard Wicki) mit. Von 1962 bis 1963 verkörperte er in der Fernsehserie Alle meine Tiere an der Seite von Gustav Knuth und Tilly Lauenstein in allen neun Folgen deren Sohn Ulli. Nach der Mittleren Reife besuchte er eine Schauspielschule in Hamburg und war danach an verschiedenen Theatern engagiert. Von 1995 bis 1997 war Lechtenbrink Intendant der Bad Hersfelder Festspiele und von August 2004 bis Juli 2006 am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater, wo er auch als Regisseur tätig war. Ab November 2006 stand er dort zum ersten Mal mit seiner jüngsten Tochter Sophie auf der Bühne – in dem Stück Dr. med. Hiob Praetorius von Curt Goetz.

Zwischenzeitlich trat er vor allem in zahlreichen Fernsehfilmen und -serien auf, unter anderem in Der Kommissar, Der eiserne Gustav, Ein Fall für zwei, Derrick, Die Männer vom K3, Großstadtrevier, Glückliche Reise, Der Alte, Siska, Tatort und SOKO Leipzig. In der ZDF-Fernsehserie M.E.T.R.O. – Ein Team auf Leben und Tod spielte er an der Seite von Ursula Karven und Michael Roll den Chefarzt einer Hamburger Tropenklinik. Auch Verfilmungen der beliebten Rosamunde-Pilcher- und Inga-Lindström-Reihe gehören zu seinem Repertoire als Schauspieler. Als Synchronsprecher lieh Volker Lechtenbrink unter anderem Kris Kristofferson, Dennis Quaid und vielen anderen seine sehr markante, sonore Stimme.

1976 nahm er seine erste Schallplatte als Sänger auf. Der Titel Der Macher wurde zu einem ersten Erfolg. Weitere Lieder folgten, zu denen er meist selbst die Texte schrieb. Auch für andere Künstler, zum Beispiel Peter Maffay, war er als Texter tätig. Ebenso schrieb er den Text für den deutschen Beitrag Rücksicht zum Eurovision Song Contest 1983, mit dem die Brüder Hoffmann und Hoffmann den 5. Platz unter 20 Teilnehmern erreichten. 1979 bekam er beim Saarländischen Rundfunk eine eigene Fernsehshow mit dem Titel Live: Volker Lechtenbrink. Anfang der 1980er Jahre war er als Sänger und Sprecher in einem Werbespot für Malzkaffee („Caro, ich mag dich“) zu hören, für den sein Lied Ich mag umgeschrieben wurde. In der Folge Irgendwann der Krimiserie Ein Fall für Zwei spielte Lechtenbrink eine Hauptrolle und komponierte auch den gleichnamigen Titel der Folge.[1][2]

2007 wurde Lechtenbrink für Die Brücke als „Bester Interpret“ mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. 2010 erhielt er für seine Darstellung in Frost/Nixon in den Hamburger Kammerspielen den Rolf-Mares-Preis.[3] 2014 wurde er mit der Biermann-Ratjen-Medaille der Stadt Hamburg ausgezeichnet.

Volker Lechtenbrink ist in fünfter Ehe mit der gelernten Heilpraktikerin Gül Ural-Aytekin verheiratet und wohnt in Hamburg, das er als seine „Heimatstadt“ bezeichnet. Aus seinen früheren Beziehungen hat er einen Sohn und zwei Töchter.

Film & Fernsehen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Regisseur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Charleys Tante (fürs Fernsehen)
  • 1979: Zwei Mann um einen Herd (Fernsehserie) mehrere Folgen
  • 1983: Geschichten aus der Heimat (Fernsehreihe) mehrere Folgen

als Sprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[4]
Der Macher
  DE 28 15.06.1976 (8 Wo.)
Herz & Schnauze
  DE 30 04.10.1982 (6 Wo.)
Singles[4]
Der Macher
  DE 19 26.04.1976 (14 Wo.)
Ich mag
  DE 42 09.11.1981 (14 Wo.)
Irgendwann
  DE 33 29.06.1987 (15 Wo.)

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Der Macher
  • 1977: Volker Lechtenbrink Nr. 2
  • 1977: Alltagsgeschichten
  • 1978: Meine Tür steht immer offen
  • 1979: Der Spieler
  • 1980: Leben so wie ich es mag
  • 1981: Schon möglich
  • 1982: Wer spielt mit mir
  • 1983: Lebe heute
  • 1984: Zurückgelehnt
  • 1987: Ich kann gewinnen
  • 1989: Herzschlag

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Der Macher
  • 1977: Erst drüben die Dame
  • 1978: Der Spieler
  • 1980: Leben so wie ich es mag
  • 1980: Dame und Clown
  • 1981: Ich mag
  • 1982: Ich glaube, Oma, du sitzt auf ’ner Wolke
  • 1987: Irgendwann

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Lechtenbrink: Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf! Hoffmann und Campe 2010, ISBN 978-3-455-50144-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SWR-Homepage: Diskografie "Ich kann gewinnen" bei swr.de. Abgerufen am 10. September 2014.
  2. Abschied im Zorn bei drombuschs.de. Abgerufen am 10. September 2014.
  3. Rolf-Mares-Preis auf der offiziellen Website
  4. a b Chartquellen: Singles Alben