Volker Weidermann

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Volker Weidermann (2014)

Volker Weidermann (* 6. November 1969 in Darmstadt) ist ein deutscher Literaturkritiker und Fernsehmoderator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weidermann studierte Politikwissenschaft und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Von 1998 bis 2001 arbeitete er als Literaturkritiker bei der tageszeitung. Anschließend wechselte er als Literaturredakteur zur neu gegründeten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ab 2003 leitete er das dortige Feuilleton gemeinsam mit Claudius Seidl.[1] Seit Mai 2015 war er für den Spiegel tätig. Dort kündigte er im Mai 2021, um ab Oktober 2021 die Leitung des Feuilletons der Zeit zu übernehmen.[2]

Ab dem 2. Oktober 2015 moderierte Volker Weidermann die Neuauflage des Literarischen Quartetts im ZDF. Am 23. Oktober 2019 teilte das ZDF mit, dass er die Sendung zum Jahresende verlassen werde. Weidermann wolle sich wieder auf das Schreiben, die Arbeit als Literaturkritiker beim Spiegel und als Buchautor konzentrieren.[3]

Weidermann lebt in Berlin.[4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volker Weidermann (2013)

Weidermanns im März 2006 erschienene Literaturgeschichte Lichtjahre, mit dem Untertitel Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute, zog eine Diskussion um die Aufteilung der zeitgenössischen deutschen Literaturkritik in „Emphatiker und Gnostiker“ (so Hubert Winkels in der Wochenzeitung Die Zeit) nach sich.[5]

Im 2008 erschienenen Buch der verbrannten Bücher beschrieb Weidermann in 131 Miniaturen das Leben und Werk der Autoren, die auf der Liste der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland gestanden hatten. Für das Buch erhielt Weidermann 2009 den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik.

Zum 100. Geburtstag Max Frischs veröffentlichte Weidermann 2010 die Biografie Max Frisch. Sein Leben, seine Bücher.[6]

Weidermann gibt die gesammelten Werke Armin T. Wegners heraus, deren erster Band 2012 erschien. Im selben Jahr übernahm er eine Gastprofessur an der Washington University in St. Louis.[7]

2014 erschien der biografische Roman Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft über die Freundschaft der beiden unterschiedlichen Schriftsteller Stefan Zweig und Joseph Roth und ihre Begegnung 1936 im belgischen Seebad Ostende, in dem sich zur gleichen Zeit weitere deutschsprachige Schriftsteller und Kulturschaffende im Exil aufhielten, so Roths letzte Liebe Irmgard Keun, Hermann Kesten, Egon Erwin Kisch, Arthur Koestler, Willi Münzenberg, Ernst Toller und seine junge Gattin Christiane Grautoff. Der Roman wurde als lebendiges und stimmungsvolles Porträt gelobt.[8]

Im Buch Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen (2017) erzählt er von den fünf Monaten der Münchner Räterepublik 1918/19 aus der Perspektive der beteiligten und beobachtenden Dichter. In dem Buch Das Duell (2019) zeichnet er das Verhältnis zwischen Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki nach.[9]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Volker Weidermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurt Tucholsky Preis für Literarische Publizistik 2009 an Volker Weidermann. In: tucholsky-gesellschaft.de. 2009, abgerufen am 18. Juli 2019.
  2. Stefan Niggemeier: Weidermanns Abschiedsmail: „So viel Angst, Misstrauen, Beharrungswillen, Unmut, Kontrollwahn“ beim „Spiegel“. In: Übermedien. 12. Mai 2021, abgerufen am 12. Mai 2021 (deutsch).
  3. Glenn Riedmeier: "Das Literarische Quartett" verliert seinen Moderator. In: wunschliste.de. Imfernsehen, 23. Oktober 2019, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  4. Volker Weidermann bei Kiepenheuer & Witsch.
  5. Hubert Winkels: Emphatiker und Gnostiker. In: Die Zeit. 30. März 2006, Nr. 14.
  6. Martin Ebel: Freunde von Frisch – seht euch dieses Buch nicht an! In: Tages-Anzeiger. 24. November 2010.
  7. Volker Weidermann bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Archiv vom 27. März 2015).
  8. Der Sommer der Hoffnung. femundo, abgerufen am 9. Juli 2018.
  9. Jochen Hieber: Als der Kritiker den Dichter unendlich langweilte, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. September 2019, S. 10.