Volkmarsdorf

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Dieser Artikel behandelt einen Ortsteil von Leipzig; zum Ortsteil von Groß Twülpstedt siehe Volkmarsdorf (Groß Twülpstedt).
Wappen von Leipzig
Volkmarsdorf
Stadtteil von Leipzig
Koordinaten 51° 20′ 45″ N, 12° 24′ 20″ O51.34583333333312.405555555556Koordinaten: 51° 20′ 45″ N, 12° 24′ 20″ O.
Fläche 1,09 km²
Einwohner 9937 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte 9117 Einwohner/km²
Eingemeindung 1890
Postleitzahl 04315
Vorwahl 0341
Stadtbezirk Ost
Verkehrsanbindung
Straßenbahn 1, 3, 7, 8
Bus 70
Quelle: statistik.leipzig.de

Volkmarsdorf war bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1890 eine selbständige Gebietskörperschaft im Osten Leipzigs, die das Rittergut Volkmarsdorf sowie das Dorf umfasste. Heute bezeichnet Volkmarsdorf einen Ortsteil des Leipziger Stadtbezirks Ost.

Lage[Bearbeiten]

Der Ortsteil Volkmarsdorf grenzt im Norden an Schönefeld, im Osten an Sellerhausen, im Süden an Anger-Crottendorf und im Westen an Neuschönefeld sowie Neustadt. Er umfasst das Gebiet östlich der Hermann-Liebmann-Straße und südlich der Bahnstrecke Leipzig–Dresden. Im Osten erstreckt sich Volkmarsdorf bis zur Bennigsenstraße. Die Grenze zu Sellerhausen bildeten im Südosten die Torgauer und die Wurzner Straße. Das Zentrum des früheren Dorfes, das Rittergut Volkmarsdorf, befand sich am Schnittpunkt der heutigen Bergstraße mit der Hermann-Liebmann-Straße. Dieses Gebiet erinnert noch an den früheren Dorfanger, an dessen nördlicher Seite der Eingang zum Rittergut lag.

Geschichte[Bearbeiten]

Volkmarsdorf wurde erstmals 1270 als Volcwartisdorff urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte zu den sogenannten Kohlgärten, den Dörfern östlich von Leipzig, die von großer Bedeutung für die Lebensmittelversorgung der Stadt waren.

Mit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Leipzig–Dresden 1837, die, bis sie 1879 auf ihren heutigen Verlauf verschwenkt wurde, entlang der Eisenbahnstraße verlief, begann die Industrialisierung das bisherige Bauerndorf zu erfassen. Volkmarsdorf entwickelte sich in dieser Zeit zu einem dicht besiedelten Arbeitervorort. Die Bevölkerungszahl stieg von ca. 900 Einwohnern im Jahr 1825 auf 12.696 im Jahr 1885. 1890 wurde Volkmarsdorf schließlich nach Leipzig eingemeindet, mit dem es geographisch bereits zusammengewachsen war.

In der Zeit des Kaiserreichs und der Weimarer Republik galt der Leipziger Osten als eine Hochburg der Arbeiterbewegung. Zugleich gewannen die Magistralen des Stadtteils, die Eisenbahnstraße und die Wurzner Straße an Bedeutung als wichtige Einkaufsstraßen. Diese Bedeutung behielten sie auch nach dem Zweiten Weltkrieg.

Zu DDR-Zeiten war Volkmarsdorf wie auch andere Leipziger Stadtteile von einem allmählichen Verfall der gründerzeitlichen Bausubstanz geprägt. Zwischen 1986 und 1991 wurden im Stadtteil in großem Umfang Altbauten abgerissen und an deren Stelle Plattenbauten neu errichtet.

Die Volkmarsdorfer Lukaskirche[Bearbeiten]

Südostseite der Lukaskirche (2005)
Hauptartikel: Lukaskirche (Leipzig)

Das Zentrum des Ortes bildet der Volkmarsdorfer Markt mit der von 1891 bis 1893 erbauten Lukaskirche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Historische Karten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Neuschönefeld, Neustadt, Volkmarsdorf. Eine historische und städtebauliche Studie. Pro Leipzig, Leipzig 1999

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volkmarsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien