VR PLUS Altmark-Wendland

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Logo der Genossenschaftsbanken  VR PLUS Altmark-Wendland eG
Hauptstelle Volksbank old web sommer.jpg
Zentrale in Lüchow
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Amtsweg 4
29439 Lüchow (Wendland)
Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Bankleitzahl 258 634 89[1]
BIC GENO DEF1 WOT[1]
Verband Genossenschaftsverband
Website www.vr-plus.de
Geschäftsdaten 2015[3]
Bilanzsumme 655,8 Mio. EUR
Einlagen 415,7 Mio. EUR
Kundenkredite 313,4 Mio. EUR
Mitarbeiter 716
Geschäftsstellen 20 Bankgeschäftsstellen und 49 Warenstandorte [2]
Mitglieder 10.241
Leitung
Vorstand Grit Worsch (Vorsitzende)
Torsten Dallmann
Berthold Hilmer
Volkmar Hundt
Hanno Jahn
Aufsichtsrat Torsten Wojahn (Vorsitzender)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland

Die VR PLUS Altmark-Wendland eG ist eine Genossenschaftsbank mit Sitz in Lüchow (Wendland), Landkreis Lüchow-Dannenberg. Sie ist eine der größten gemischtwirtschaftlich tätigen Kreditgenossenschaften in Deutschland[4] und betreibt neben dem klassischen Bankgeschäft ein Agrarhandels- und Dienstleistungsgeschäft mit den Sparten Getreide, Ölsaaten, Futtermittel, Düngemittel, Pflanzenschutz und Saatgut. Darüber hinaus bestehen Aktivitäten in den Bereichen Energie und Mineralölhandel sowie Agrartechnik und Viehhandel. Zudem wird das Einzelhandelsgeschäft in den Raiffeisenmärkten betrieben. Diese sind standortabhängig unterschiedlich ausgerichtet. Einen Schwerpunkt bildet hier der Baustoffhandel.

Im Jahre 2017 fusionierte die Bank mit der Volksbank Clenze-Hitzacker eG und erhielt ihren aktuellen Firmennamen.

Das höchste Organ ist die Generalversammlung. Sie wählt den Aufsichtsrat, der wiederum den Vorstand benennt. Um der besonderen landwirtschaftlichen Prägung der Genossenschaft Rechnung zu tragen, übernehmen der „Fachrat für den warenwirtschaftlichen Bereich“ sowie der "Fachrat für das Viehgeschäft" die Funktion des Bindegliedes zwischen der Landwirtschaft und der Genossenschaft.

Zweigniederlassungen, Tochterunternehmen, Beteiligung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschäft wird sowohl als Direktgeschäft als auch über folgende Zweigniederlassungen, Tochter- und Beteiligungsunternehmen abgewickelt:

  • VR PLUS Altmark-Wendland (Zweigniederlassung)
  • VR PLUS Isenhagener Land (Zweigniederlassung)
  • VR PLUS Ostheide (Zweigniederlassung)
Über diese drei Zweigniederlassungen erfolgen Aktivitäten im Agrarhandels- und Dienstleistungsbereich, wobei jede Zweigniederlassung mit ihren Standorten geographisch einen bestimmten Bereich des Geschäftsgebietes der Genossenschaft abdeckt.
  • Raiffeisen Handel- und Lagerhaus GmbH (100 %iges Tochterunternehmen)
Die Raiffeisen Handel- und Lagerhaus GmbH betreibt neben einem Kraftfutterwerk in Osterburg mehrere Lagerstellen zur Aufnahme und zum Handel von Getreide.
  • Raiffeisen Getreidelagerhaus Lüneburg-Embsen GmbH (100 %iges Tochterunternehmen)
Das Kerngeschäft der Raiffeisen Getreidelagerhaus Lüneburg-Embsen GmbH umfasst die gewerbliche Lagerung und den Umschlag von Getreide, Ölsaaten und Futtermitteln. Auch die Lagerung und der Umschlag von Stückgut gehören zum Leistungsumfang.
  • Raiffeisen Kartoffellager GmbH (100%iges Tochterunternehmen)
Gegenstand des Unternehmens ist die Einlagerung, Aufbereitung und Vermarktung von Speisekartoffeln, Zwiebeln uns sonstigen Agrarprodukten.
  • Raiffeisen Saatenzentrum GmbH Dahlenburg (100 %iges Tochterunternehmen)
Das Geschäftsfeld der Raiffeisen Saatenzentrum GmbH Dahlenburg umfasst die Veredlung von Saatgetreide, d. h. die Annahme, Lagerung, Bearbeitung und Beizung von sogenanntem Basisgetreide sowie die anschließende Abfüllung des Saatgetreides und dessen Vertrieb an landwirtschaftliche Betriebe.
  • alka-tec GmbH (100 %iges Tochterunternehmen)
Die alka-tec GmbH ist auf den Gebieten Land-, Kommunal- und Gartentechnik mit Standorten in Oetzen, Lüchow und Osterburg tätig. Neben dem Verkauf von Maschinen und Geräten gehören auch deren Wartung, Reparatur und Vermietung sowie der Ersatzteilhandel zum Geschäftsumfang.
  • Eckhardt GmbH (100 %iges Tochterunternehmen)
Die Eckhardt GmbH ist auf den Gebieten Land-, Kommunal- und Gartentechnik mit Standorten in Helmstedt, Wolfsburg/Vorsfelde und Ohrum tätig. Neben dem Verkauf von Maschinen und Geräten gehören auch deren Wartung, Reparatur und Vermietung sowie der Ersatzteilhandel zum Geschäftsumfang.
  • Viehvermarktung Elbe-Ilmenau GmbH (Beteiligung der VR-PLUS Altmark-Wendland eG mit 72 %)
Zum Geschäftsbereich der Viehvermarktung Elbe-Ilmenau GmbH gehört die Erfassung, Vermarktung und der Transport von Zucht-, Nutz- und Schlachtvieh der Gattungen Rind und Schwein.
  • Raiffeisen Viehvermarktung Nordost GmbH & Co. KG (Beteiligung der VR-PLUS Altmark-Wendland eG mit 70 %)
Zum Geschäftsbereich der Raiffeisen Viehvermarktung Nordost GmbH & Co. KG gehört die Erfassung, Vermarktung und der Transport von Zucht-, Nutz- und Schlachtvieh der Gattung Rind.

Geschäftsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschäftsgebiet umfasst das „Vier-Länder-Eck“ von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Hier ist die Genossenschaft mit ihren Zweigniederlassungen und Tochterunternehmen mit 22 Bankgeschäftsstellen und mit 20 Tankstellen, neun Landtechnikstandorten, 14 Raiffeisen-Märkten davon vier mit Baustoffabteilung, einem Bau- und Dachdeckerzentrum, 29 landwirtschaftlichen Lagerstellen, zwei Kraftfutterwerken, einer Saatgutaufbereitungsanlage und einem Restaurant an 55 Standorten vertreten.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1917 gründeten 28 Männer aus Woltersdorf und den angrenzenden Dörfern die „Spar- und Darlehenskasse Woltersdorf eGmbH“. Anfangs war der überwiegende Teil der Kunden in der Landwirtschaft tätig. Dem Strukturwandel in der Landwirtschaft und den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Bank angepasst. 1976 erfolgte die erste Fusion mit der Spar- und Darlehenskasse Prezelle-Lomitz, wodurch die Firmierung in Spar- und Darlehenskasse Woltersdorf-Prezelle eG geändert wurde. Zwei Jahre später fusionierte die Bank mit der Volksbank Lübbow eG zur Volksbank Wendland eG. Im Folgejahr wurde das Landhandelsgeschäft Schäfke in Schweskau gekauft. Mit der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 ergaben sich für die Genossenschaft, die sich aufgrund der Grenzlage bislang in einem eher benachteiligten Gebiet befand, Entwicklungschancen. Zahlreiche Verschmelzungen, Unternehmenskäufe- und gründungen, die Entwicklung neuer und die Weiterentwicklung bestehender Geschäftsfelder und Standorte im Rahmen des Geschäftsmodells der Gemischtwirtschaftlichkeit ließen aus der kleinen dörflichen Spar- und Darlehenskasse die größte gemischtwirtschaftliche Kreditgenossenschaft Deutschlands entstehen.[5]

So wurde 1990 die Fusion mit den Volksbanken in Arendsee und Seehausen realisiert und die Raiffeisen Bezugs-, Verwertungs- und Anlagen-GmbH (RBVA GmbH) in Osterburg gegründet. Bereits ein Jahr nach den letzten Fusionen erfolgte eine weitere Fusion mit der Raiffeisenbank Osterburg. Im gleichen Jahr wurden die Agrochemischen Zentren in Osterburg und Seehausen erworben. 1995 erfolgte die Verschmelzung mit der 1990 gegründeten RBVA GmbH in Osterburg. 1997 wurde mit dem Kauf der Altmärker Zuckerhandel GmbH (AZH) ein weiteres lokales Unternehmen erworben. Bereits ein Jahr später wurde eine weitere Fusion mit der Raiffeisen-Warengenossenschaft Osterburg (RWG) durchgeführt. Im Folgejahr erfolgte durch die Fusion mit der Volksbank Osterburg eG die Änderung der Firmierung in die Volksbank Osterburg-Wendland eG. 2000 wurde die Volksbank Lüchow eG im Rahmen einer weiteren Fusion integriert. Im gleichen Jahr erwarb die Volksbank Osterburg-Wendland eG die Trocknungs- und Kraftfutterwerk Thüritz GmbH und setzte damit den Erwerb lokaler landwirtschaftlicher Unternehmen fort. 2001 wurden die Saatbau Dannenberg eG und die Volksbank Dannenberg eG im Rahmen weiterer Verschmelzungen eingegliedert. Es erfolgte die bisher letzte Änderung der Firmierung in Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg eG. In den Jahren 2002–2004 wurden mit dem Kauf des Lüchower Standortes des Landtechnikunternehmens Boddien & Co. (2002), dem Kauf der Raiffeisen Agrodienst eG Goldbeck (2003) und der Übernahme aller Beteiligungen an der Raiffeisen Kartoffellager GmbH Pudripp (2004) weitere landwirtschaftliche Unternehmen erworben.

2004 wurde ebenfalls die Brandenburgisch-Mecklenburgische Geflügelnahrung GmbH (BMG GmbH) gegründet. In den beiden Folgejahren standen Fusionen mit der Landwirtschaftlichen Ein- und Verkaufsgenossenschaft Hankensbüttel-Groß Oesingen eG (2005) und der Raiffeisen Warengenossenschaft Elbe-Ostheide (2006) an. 2006 beteiligte sich die Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg eG an der Viehvermarktung Elbe-Ilmenau GmbH und gründete die Tochtergesellschaft alka-tec GmbH. Die 2004 gegründete Brandenburgisch-Mecklenburgische Geflügelnahrung GmbH (BMG GmbH) wurde drei Jahre später, im Jahr 2007, verkauft. 2009 erfolgte der Kauf der Getreidelagerhaus Lüneburg-Embsen GmbH. Zwei Jahre später, im Jahr 2011, wurde die Raiffeisen Saatenzentrum GmbH Dahlenburg gegründet und 2012 das Bau- und Dachdeckerzentrum Osterburg erworben. 2014 erfolgte die Verschmelzung mit der Viehvermarktung Lüchow-Dannenberg eG. 2016 erwarb die Genossenschaft die Eckhardt GmbH. 2017 fusionierte das Unternehmen mit der Volksbank Clenze-Hitzacker eG.

Durch die Gemischtwirtschaftlichkeit, bedingt durch die konsequente Integration landwirtschaftlicher Unternehmen, unterscheidet sich die VR PLUS Altmark-Wendland eG von anderen genossenschaftlichen Finanzdienstleistern und bietet, neben klassischen Bankdienstleistungen, zusätzliche Leistungen im Bereich des ländlichen und gewerblichen Handels an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: VR PLUS Altmark-Wendland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. a b Geschäftsgebiet: Standorte in der Übersicht. Abgerufen am 19. November 2015.
  3. Jahresabschluss 2015 im eBundesanzeiger
  4. Deutscher Raiffeisenverband e.V.: Statistischer Bericht 2014, Seite 35
  5. Volksbank Wendland eG (Hrsg.) 75 Jahre 1917-1992, Woltersdorf, 1992

Koordinaten: 52° 58′ 0″ N, 11° 9′ 38″ O