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Volksrepublik China

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中华人民共和国
Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó
Volksrepublik China
Flagge der Volksrepublik China
Wappen der Volksrepublik China
Flagge Emblem
Amtssprache Chinesisch (Hochchinesisch) und anerkannte Regionalsprachen1
Hauptstadt Peking
Staatsform Volksrepublik
Regierungssystem Sozialistisches, autoritäres Einparteiensystem
Staatsoberhaupt Staatspräsident
Xi Jinping
Regierungschef Ministerpräsident
Li Keqiang
Fläche 9.571.302 (4.) km²
Einwohnerzahl 1.379.302.771 (Juli 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 144[2] Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +0,52 % (2014)[3] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016[4]
  • 11,218 Billionen USD (2.)
  • 21,291 Billionen USD (1.)
  • 8.113 USD (74.)
  • 15.399 USD (82.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,738 (90.) (2016)[5]
Währung Renminbi (CNY)2
Gründung 1. Oktober 1949
Nationalhymne Marsch der Freiwilligen
Nationalfeiertag 1. Oktober (Ausrufung der Volksrepublik)
Zeitzone UTC+8
ISO 3166 CN, CHN, 1563
Internet-TLD .cn und .中国3
Telefonvorwahl +863
1 Kantonesisch und Englisch bzw. Portugiesisch sind zusammen mit Hochchinesisch Amtssprachen in den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau.

Gesetzlich anerkannte regionale Amtssprachen sind Zhuang in Guangxi, Tibetisch in Tibet und einigen angrenzenden Gebieten, Uigurisch in Xinjiang, Mongolisch in der Inneren Mongolei und Koreanisch in Yanbian.
2 Der Hongkong-Dollar und die Pataca sind die offiziellen Währungen Hongkongs und Macaus; vgl. Chinesische Währung
3 Weitere Abweichungen in Hongkong und Macau siehe dort.

ÄgyptenTunesienLibyenAlgerienNigeriaKamerunDemokratische Republik KongoMosambikTansaniaKeniaSomaliaDschibutiEritreaSudanRuandaUgandaBurundiMalawiÄthiopienSüdsudanZentralafrikanische RepublikTschadNigerJemenOmanVereinigte Arabische EmirateSaudi-ArabienIrakIranKuwaitKatarBahrainIsraelSyrienLibanonJordanienZypernTürkeiAfghanistanTurkmenistanPakistanGriechenlandItalienMaltaFrankreichPortugalSpanienMauritiusRéunionMayotteKomorenSeychellenMadagaskarSri LankaIndienIndonesienBangladeschVolksrepublik ChinaNepalBhutanMyanmarKanadaDänemark (Grönland)IslandMongoleiNorwegenSchwedenFinnlandIrlandVereinigtes KönigreichNiederlandeBelgienDänemarkSchweizÖsterreichDeutschlandSlowenienKroatienTschechische RepublikSlowakeiUngarnPolenRusslandLitauenLettlandEstlandWeißrusslandMoldawienUkraineMazedonienAlbanienMontenegroBosnien und HerzegowinaSerbienBulgarienRumänienGeorgienAserbaidschanArmenienKasachstanUsbekistanTadschikistanKirgisistanRusslandVereinigte StaatenMaledivenJapanNordkoreaSüdkoreaRepublik China (Taiwan)SingapurAustralienMalaysiaBruneiPhilippinenThailandVietnamLaosKambodschaIndienOsttimorPapua-NeuguineaSalomonenChina on the globe (claimed hatched) (Asia centered).svg
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Die Volksrepublik China (chinesisch 中華人民共和國 / 中华人民共和国, Pinyin Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó Zum Anhören bitte klicken! [tʂʊŋ˥xua˧˥ʐɛn˧˥mɪn˧˥kʊŋ˥˩xə˧˥kuɔ˧˥]), allgemein als China bezeichnet, ist ein am 1. Oktober 1949 gegründeter, kommunistischer und souveräner Staat in Ostasien. Mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern stellt die Volksrepublik China das bevölkerungsreichste und gemessen an seiner Gesamtfläche das drittgrößte Land der Erde dar.[6]

Gemäß ihrer Verfassung ist die Volksrepublik China ein „sozialistischer Staat unter der demokratischen Diktatur des Volkes“, der seit 1949 von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) regiert wird. 2014 ist eine Gesetzesreform in Kraft getreten, welche einerseits unverändert die absolute Führung der Partei betont, anderseits die Rechtsstaatlichkeit, insbesondere den Stellenwert der Verfassung, die Unabhängigkeit der Justiz sowie die Transparenz und stärkere Einbeziehung der Bürger in den Gesetzgebungsprozess, stärken soll.[7][8]

Wirtschaftlich weist China seit vielen Jahren eine hohe Dynamik auf. Auf Grundlage ihrer Reform- und Öffnungspolitik entwickelte sich die Volksrepublik China beginnend ab 1978 zu einer wirtschaftlichen und technologischen Großmacht.[9] Von der Weltbank wird das Land seit 2016 zu den Staaten mit einem Einkommensniveau im oberen Mittelfeld gerechnet. Seit 2010 ist China Exportweltmeister und gemessen an der Kaufkraftparität seit 2016 die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Wirtschaftswachstum liegt seit 2010 im Durchschnitt jährlich bei 6,7 Prozent.[10]

Die Volksrepublik China zählt zu den offiziellen Atommächten, ist ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates sowie Mitglied zahlreicher multilateraler Organisationen, darunter der Welthandelsorganisation, Weltbank, APEC, ASEAN, BRICS, UNESCO, Interpol, G20.

Etymologie

Die Chinesische Mauer existierte bereits in der Qin-Dynastie

Das Wort China gibt es in keiner chinesischen Sprache. Die Chinesen selbst sprechen nur von Zhong Guo – dem „Reich der Mitte“ (中國 / 中国).[11] Unterschiedlichen Theorien zufolge, geht die Bezeichnung China, lateinisch sina, auf Europäer zurück. Angenommen wird, dass der Name lange vor der christlichen Zeitrechnung von der Betitelung Kaiser Qin Shihuangdis abgeleitet wurde. Dieser einte 221 v. Chr. erstmals das chinesische Reich und begründete die Qin-Dynastie. Vermutungen zufolge wandelten europäische Handelsreisende und Seefahrer lautmalerisch Qin in Chin um. Tatsächlich wird gemäß der Pinyin-Umschrift der Buchstabe „Q“ im Chinesischen annähernd „tch“ ausgesprochen, mit einem weichen „ch“ und einem harten „t“-Anlaut. Welche Bedeutung dies für die Etymologie Chinas besitzt, ist umstritten, da die Einführung der Pinyin-Umschrift erst 1957 erfolgte.[12]

Die erste ausdrückliche und zuverlässige Bezugnahme auf China in der griechisch-römischen Literatur entstammt der Periplus Maris Erythraei aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Darin heißt es übersetzt in etwa:

„Jenseits des Ganges, bereits ganz im Norden, wo das Meer irgendwo ganz außen aufhört, liegt im Inland eine große Metropole mit dem Namen Thina, von der Seidenwolle, Seidengarn und Seidenstoffe auf dem Landweg über Baktrien nach Barygaza gebracht werden. Es ist nicht einfach, in dieses Thina zu gelangen, denn nur selten kommen Menschen von dort, und nur wenige gelangen hin.“[13]

In chinesischen Chroniken wird die Reise eines Gesandten namens Chang Ch’ein erwähnt, der im Auftrag von Kaiser Han Wu Ti (140-87 v. Chr.) Handel und diplomatische Beziehungen mit westlichen Ländern einleiten sollte. Auf ihn lässt sich die pax sinica (Chinesischer Frieden) zurückführen, die in alten Schriften zeitgleich mit der pax romana erwähnt wird und über 200 Jahre zu einem friedlichen Aufschwung des Handels sowie kulturellen Austauschs mit ganz Asien und Europa führte.[14][15] Von sinica sind weitere lateinische Bezeichnungen entlehnt, wie sina, sinae, sinensis, sinäa. Im Zuge der Bücherverluste in der Spätantike sind nur Fragmente der alten Schriften erhalten geblieben. Marco Polo kannte die Bezeichnung China nicht. Er verwendete in seinen Reiseberichten den Namen Cathay, den andere Autoren unter anderem als Cataya, Cathaia, Kathai oder Kitai weitergaben. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich in der nord-, süd- und westeuropäischen Literatur China, Cina oder Kina durch.[16]

Speziell für die 1949 gegründete Volksrepublik China wurden während des Kalten Krieges in der westlichen Hemisphäre oft die Synonyme Rotchina (Red China) und Festlandchina (Mainland China) in Abgrenzung zur Republik China (Taiwan) sowie den ehemaligen Vertragshäfen Hongkong und Macau verwendet. Beide Bezeichnungen finden in verschiedenen Ländern, insbesondere im englischen Sprachraum, sowohl in der Publizistik wie im allgemeinen Sprachgebrauch eingeschränkt noch heute Anwendung.[17][18]

Geographie

Topografie

Topographie Chinas
Turmkarst-Landschaft in Guilin in Südchina

China ist mit 9,5 Millionen Quadratkilometer etwa so groß wie die USA oder wie ganz Europa bis zum Ural. Die physische Oberfläche, die klimatischen Bedingungen und damit die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen des Landes unterscheiden sich sehr stark. Das Staatsgebiet grenzt im Osten und Südosten an das Gelbe Meer sowie das Ostchinesische Meer und das Südchinesische Meer. Im Süden, Südwesten, Westen und Nordwesten trennen China hohe Bergmassive, im Norden Steppen und Wüsten, im Nordosten der Heilong Jiang (Amur) und Wusuli Jiang (Ussuri) von seinen Nachbarn.

Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 4500, die Ost-West-Ausdehnung 4200 Kilometer. Die Küstenlänge aller Seegrenzen beläuft sich auf 14.500 Kilometer. Der längste Fluss ist mit rund 6400 Kilometer der Jangtsekiang (Pinyin: Chángjiāng). Der höchste Berg ist der auf der Grenze zu Nepal liegende Mount Everest mit 8848 Meter; und der größte See der Qinghai-See mit rund 4500 Quadratkilometer. Die Gebirge bedecken in China zwei Drittel des Landes. Das Territorium wird grob in drei Bereiche unterteilt:

Die drei längsten Flüsse sind der Jangtsekiang, der Gelbe Fluss (Huanghe) und der Xi Jiang, gefolgt von Mekong, Perlfluss, Brahmaputra und Heilong Jiang. Die Flüsse fließen den geographischen Gegebenheiten folgend von Westen nach Osten: aus den Hochregionen mit Schnee und Gletschern und wenig Niederschlag in die Ebenen mit viel Niederschlag.

Grenzen

Grenze zwischen China und Pakistan, Kunjirap-Pass
Grenzübergang zwischen Vietnam und China, Blick von Lào Cai nach Hekou

Die Volksrepublik China und Russland haben mit jeweils vierzehn die größte Anzahl von Nachbarstaaten mit einer Landgrenze. Die Grenze zu Russland wird durch den Binnenstaat Mongolei und die Grenze zu Indien zweimal durch Bhutan und Nepal unterbrochen. China besitzt mit 22.133 Kilometer Gesamtlänge die längste Landgrenze aller Staaten der Erde. Im Uhrzeigersinn grenzt die Volksrepublik China:

Klima

Niederschläge
Hauptartikel: Klima in China

Das Klima ist mit 18 verschiedenen Klimazonen so vielfältig wie die Geographie: Im Westen, Norden und Nordosten herrscht ausgeprägtes Kontinentalklima mit sehr kalten Wintern und heißen Sommern. Im Süden ist das Klima hingegen subtropisch bis tropisch und das tibetische Hochland wird von Hochgebirgsklima geprägt. Landwirtschaft ist im Wesentlichen nur in der südöstlichen Hälfte des Landes möglich. Die Fläche Chinas besteht zu:

Fauna

Ein Pandabär im Wolong-Naturreservat in der Provinz Sichuan

Die Wirbeltiere der Volksrepublik zählen über 6300 Arten – mehr als zehn Prozent aller Wirbeltierarten der Welt. Davon sind 2469 Landwirbeltiere (rund 500 Säugetierarten, 1258 Vogelarten, 376 Reptilienarten und 345 Amphibienarten[19]) und 3862 Fischarten. Außerdem kommen hunderttausende Arten von Wirbellosen vor, darunter rund 150.000 Insektenarten.

Zu den Endemiten und besonders seltenen Tierarten gehören der Große Panda, Stumpfnasenaffen, der Südchinesische Tiger, die vier Arten der Ohrfasanen, der Mandschurenkranich, der Nipponibis und der China-Alligator. Pandabären kommen nur in China vor. Der Große Panda kann bis zu 160 Kilogramm wiegen. Zurzeit gibt es in China zirka 1600 Exemplare. Der Mandschurenkranich kann über anderthalb Meter groß werden. Er ist weiß und hat auf dem Kopf einen flammend roten Kamm. In Ostasien wird er als Symbol der Langlebigkeit betrachtet. Der Chinesische Flussdelfin, der nur im Jangtse und einigen Nebenflüssen lebte, ist wahrscheinlich ausgestorben.

Flora

Reisterrassen in Longcheng
Botanik in Lanzhou

In China kommen etwa 30.000 Arten an vaskuläre Pflanzen vor und liegt damit hinter Malaysia und Brasilien auf Platz 3 der Länder mit den meisten Pflanzenarten.[20] Fast alle Pflanzenfamilien der Nordhalbkugel sind hier vertreten. Es gibt über 106 Moosfamilien, die 70 Prozent der bisher gezählten Moosfamilien ausmachen. Weiterhin sind 24 % der weltweit bekannten Gattungen der Bedecktsamer sowie 11 Familien von Nacktsamern mit 34 Gattungen zu finden; darin 40 % der Nadelbaumarten; diese vertreten 54 % der Familien.

Alle Samenpflanzen zusammen stellen etwa 8000 Holzgewächse, darunter rund 2000 Baumspezies. Ursprünglich nur in China beheimatete Bäume sind unter anderem:

Zudem existieren in China über 2000 essbare Pflanzenarten und mehr als 3000 Pflanzenarten, die als Arznei verwertet werden können. Medizinisch favorisiert sind der Ginseng aus dem Changbai-Gebirge, die tibetische Färberdistel, der Bocksdorn aus Ningxia und der Notoginseng aus Yunnan sowie Guizhou. Von den äußerst vielfältigen Zierpflanzen sind die beliebtesten die als „Königin der Blumen“ bezeichneten Pfingstrosen mit ihren farbenprächtigen Blüten. Zudem gibt es eine große Artenfülle an Rhododendren sowie 500 Bambusarten.

Humangeografie

Verwaltungsgliederung

Administrative Gliederung der Volksrepublik China

Auf administrativ-territorialer Provinzebene besteht die Volksrepublik China aus:

Von der Volksrepublik China wird Taiwan seit 1949 als 23. Provinz betrachtet. Hingegen erkennt die Regierung der Republik China (Taiwan) die administrative Einteilung der Volksrepublik China nicht an und beansprucht ihrerseits de jure das gesamte Territorium der Volksrepublik China auf Grundlage der Provinzgrenzen vor 1949.[21]

Ballungsgebiete

Die größten Ballungszentren in China; Stand 2010
Wirtschaftsmetropole Nanning in der Autonomen Region Guangxi
Skyline der Mega-City Shanghai

Statistiken, Auswertungen und Prognosen besitzen in China seit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik grundsätzlich in allen Bereichen einen geringeren Haltbarkeitswert als ein Jahr. Zumindest hinsichtlich der Urbanisierung steht fest, dass in den vergangenen 35 Jahren die chinesischen Städte insgesamt um rund 500 Millionen Einwohner angewachsen sind. Seit 2015 existieren in der Volksrepublik China 15 Megastädte mit jeweils mehr als zehn Millionen Einwohnern. Allein in diesen 15 Metropolregionen leben insgesamt über 260 Millionen Menschen.[22] Die fünf größten Ballungszentren sind (Stand 2015; Stadt und direkte Umgebung):

Insgesamt ist in allen Provinzen und Autonomen Regionen ein enormes Wachstum der Städte zu beobachten. Landesweit gibt es in China 160 Städte mit einer Bevölkerung von über einer Million, Stand 2012.[24] 2014 erreichte der Urbanisierungsgrad nach Angaben der chinesischen Regierung 54 Prozent. In Deutschland lag dieser im gleichen Jahr als Vergleich bei 76 Prozent. Chinesische Wirtschaftswissenschaftler erwarten bis 2020 eine Steigerung auf insgesamt 60 Prozent.[25][26]

In einigen Städten und Regionen wird versucht, den unkontrollierten Zustrom durch Zuzugsperren zu bremsen. Diese Regelungen, welche für auswärtige Personen den dauerhaften Aufenthalt in bestimmten Gebieten zeitweilig begrenzen, werden grundsätzlich nicht zentral festgelegt, sondern von lokalen Regierungs- und Verwaltungsbehörden. Den Provinzen, Autonomen Regionen und Sonderverwaltungszonen ist verfassungsgemäß eine grundsätzliche Selbstverwaltung garantiert. Damit sind in ganz China unter anderem bei Arbeits- und Wohnortwechsel unterschiedliche steuer- und sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen sowie legislative Mitbestimmungsrechte der jeweiligen Verwaltungsebene zu beachten.[27] Der kontrollierte Zuzug soll zudem eine SlumBildung verhindern. Alle Stadterweiterungen erfolgen nach streng von den lokalen Behörden kontrollierten Bebauungsplänen, unerlaubte Bauten, selbst Hütten, werden abgerissen.[28]

Für die Stadtentwicklungen werden Masterpläne entworfen, Wettbewerbe auf nationaler sowie teilweise internationaler Ebene ausgeschrieben, und um eine Uniformität zu verhindern, verschiedene Architekturstile verwirklicht. Außergewöhnliche Projekte sind beispielsweise „One City, Nine Towns“, Hallstatt (China), Jackson Hole (China).[29]

Bevölkerung

Heihe-Tengchong-Linie: Östlich der Linie (im rot gefärbten Teil) leben mehr als 90 Prozent der Bevölkerung
Bevölkerungspyramide Chinas 2017, fünf Jahrgänge jeweils zusammengezählt
Bevölkerungsdichte nach dem Zensus von 2010:
  • <5 /km²
  • 5-10 /km²
  • >10-20 /km²
  • >20-50 /km²
  • >50-80 /km²
  • >80-150 /km²
  • >150-200 /km²
  • >200-250 /km²
  • >250-300 /km²
  • >300-400 /km²
  • >400-500 /km²
  • >500 /km²
  • Demografie

    Die Volksrepublik China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde. Auf einer Fläche von 9.571.302 Quadratkilometer leben 1.379.302.771 Einwohner (Stand 2017).[30] Statistisch entspricht dies einer Dichte von 144 Menschen pro Quadratkilometer. Reell ist zu berücksichtigen, dass in den Landesteilen östlich der imaginären Heihe-Tengchong-Linie 90 Prozent der Gesamtbevölkerung leben, was einer Population von 350 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Damit zählen die östlichen Regionen zu den am dichtesten besiedelten der Welt.

    Hingegen weist das westliche China aufgrund der klimatischen und landschaftlichen Bedingungen eine äußerst niedrige Bevölkerungsdichte auf. In Tibet, dem am dünnsten besiedelten Teil des Landes, leben auf einen Quadratkilometer durchschnittlich nur zwei Menschen. Der bei weitem größte Teil der Chinesen wohnt und arbeitet in den Küstenregionen. Am dichtesten besiedelt sind das Perlfluss-Delta, mit den Zentren Guangzhou, Hongkong, Shenzhen, sowie das Jangtse-Delta, mit den Ballungsgebieten Shanghai, Nanjing. Allein in der Umgebung dieser beiden Flussmündungen leben jeweils rund 120 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Das Rhein-Ruhr-Gebiet, eines der größten Metropolregionen in Europa, hat eine Einwohnerzahl von etwa zehn Millionen.[31]

    1949 lebten in der Volksrepublik China etwa 540 Millionen Menschen. Ab Mitte der 1950er Jahre stiegen die Geburten stark an. Um die Bevölkerungsexplosion einzudämmen, verfolgte die chinesische Regierung zwischen 1979 und 2015 die sogenannte Ein-Kind-Politik. Das umstrittene Programm zielte darauf ab, Familien auf jeweils ein Kind zu beschränken, wobei es zu dieser Regel zahlreiche Ausnahmen gab, insbesondere in ländlichen und autonomen Gebieten.[32]

    Mit Stand von 2017 liegt das Bevölkerungswachstum bei rund 0,41 Prozent pro Jahr bei einer Geburtenrate von 12,3 Geburten auf 1000 Einwohner und einer Sterberate von 7,8 Promille. Die Anzahl der geborenen Kinder pro Frau lag 2017 durchschnittlich bei 1,6 Prozent, was dem Verhältnis westlicher Industrieländer entspricht. Gleiches gilt annähernd für die Lebenserwartung: Männer werden in China im Durchschnitt 73,6 und Frauen 78 Jahre alt.[33] Das Geschlechterverhältnis ist heute etwas ausgeglichener als früher: 1953 lag der Männeranteil bei 51,82 Prozent und 2010 bei 51,27 Prozent.[34] Laut World Factbook lag 2016 die primäre Geschlechtsverteilung bei 1,06 männlich zu 1,0 weiblich.[35] Das Medianalter stieg von 36,8 (2015) auf 37,4 (2016).[36]

    Einwohnerentwicklung
    Jahr Einwohner
    1950 562.579.779
    1955 606.729.654
    1960 650.660.513
    1965 715.546.458
    1970 820.403.282
    1975 917.898.537
    1980 984.736.460
    1985 1.058.007.717
    1990 1.148.364.470
    1995 1.215.787.464
    2000 1.268.853.362
    2005 1.306.313.812
    2010 1.339.724.852
    2017 1.379.302.771

    Ethnien

    Hauptartikel: Völker Chinas

    China ist ein multi-ethnisches Land. 91,51 Prozent der Bevölkerung sind Han (rund 1,25 Milliarden). Die Bezeichnung geht zurück auf die Han-Dynastie. Jedoch stellt selbst diese größte Bevölkerungsgruppe keine Homogenität dar: Im Laufe der Zeit entwickelten sich innerhalb der Han starke regionale Unterschiede hinsichtlich Sprache, Dialekten, Siedlungsformen, Volkssagen, Kleidung und Ernährung.[37] Die nächstgrößten chinesischen Volksgruppen sind die:

    Insgesamt sind 55 Ethnien als nationale Minderheiten anerkannt, denen neben dem Minderheitenschutz in der chinesischen Verfassung besondere Rechte zugestanden werden, beispielsweise zweisprachiger Unterricht, leichterer Zugang zu höherer Bildung, spezielle Quotenregelungen.[39] Die Völker Chinas stellten historisch, administrativ und kulturell in ihrer Eigenheit sowie Eigenständigkeit seit der Yuan-Dynastie eine Einheit dar.[40] Als verbindende Identifikationsebene dienen vielen Chinesen unter anderem traditionelle Feste, die in ganz China begangen werden; familiäre Bindungen, oft zwischen den verschiedenen Volksgruppen; aber vor allem ein äußerst stark ausgeprägtes nationales Selbstbewusstsein als eine der weltweit ältesten menschlichen Hochkultur die eigene kulturelle Identität zu pflegen und zu verteidigen.[41]

    Sprachen

    Hauptartikel: Chinesische Sprachen
    Übersicht verschiedener Sprachgebiete China

    Neben Hochchinesisch als allgemeiner Amtssprache sind je nach Region weitere Amtssprachen offiziell anerkannt. Dazu zählen:

    Weitere Sprachen sind unter anderem:

    Religionen

    Religionszugehörigkeit in China (Stand 2010)

    Die Volksrepublik China ist offiziell ein laizistischer Staat. Die Regierung betont die Religionsfreiheit in China, sie beansprucht aber, die Religionen zu kontrollieren. Für den Staat gilt Religion als Privatsache. Er hat zwar in allen seinen Verfassungen, von der ersten bis zur heute gültigen, immer das Recht auf Religionsfreiheit verankert. Der Glaubensausübung sind jedoch nach wie vor Grenzen gesetzt, auch wenn die einschlägigen Regelungen liberaler gehandhabt werden als noch in den frühen 1980er Jahren. Es steht jedem frei, allein oder in der Gemeinschaft mit anderen, zu beten, Schriften zu rezitieren, Gottesdienste abzuhalten, zu taufen oder Messen zu lesen.[42] Es ist den Glaubensgemeinschaften jedoch nicht erlaubt, die Politik zu kommentieren und zu kritisieren. Opposition ist in China nur innerhalb der Kommunistischen Partei gestattet. Die Regierung hatte zudem in den 1960er-Jahren einen jung gestorbenen Soldaten, Lei Feng, zum Vorbild "gutkommunistischen", stets dem Kollektiv dienenden Verhaltens erhoben[43] und einen eigenen Mythos darum aufgebaut.

    Verbreitete Religionen sind der Buddhismus (so der Buddhismus in China und der Buddhismus in Tibet), der Daoismus, der Islam und das Christentum (vgl. Christentum in China), darunter die römisch-katholische Kirche und der Protestantismus; weiterhin ist alter chinesischer Volksglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der eher Sozialethik als Religion ist, beeinflusst die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen. Darüber hinaus gibt es auf Provinz- und Kreisebene noch mehr als 3000 religiöse Gemeinschaften. Offiziell anerkannt sind allerdings nur fünf nationale Religionsgemeinschaften (die buddhistische, die daoistische, die islamische, die katholische und die protestantische).[44] Ferner gibt es halb-offiziell noch eine russisch-orthodoxe Gemeinschaft (zurzeit werden drei Kirchen genutzt) und eine jüdische, mit einer Synagoge in Shanghai.

    Umfragen gemäß sind zusammen etwa 30 % der Gesamtbevölkerung Anhänger des chinesischen Volksglaubens (Schenismus) und des Taoismus; knapp 18 % sind Buddhisten. Jeweils über 4 % sind Anhänger einheimischer Religionen von ethnischen Minderheiten (einschließlich Vajrayana und Theravada) und Christen. Mindestens 2 % sind Muslime, während Atheisten und Agnostiker etwa 42 % der Gesamtbevölkerung ausmachen.[45][46][47][48]

    Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass ein Gläubiger sich zu mehreren Religionen bekennt, zum Beispiel zum buddhistischen und zum evangelischen Glauben. Aufgrund dieser sehr lockeren Organisationen gehen die Schätzungen über die Anzahl der Christen von 50 Millionen bis zu 90 Millionen.[49] Die Zahl der Christen in China nahm in den letzten Jahren stark zu. Auch Tempel und Klöster erfahren seit einiger Zeit wieder starken Zulauf, was vor allem mit der größer gewordenen sozialen Unsicherheit seit den Reformen in Zusammenhang steht.

    Die katholische und die protestantische Kirche gelten, auch aufgrund eines unterschiedlichen Begriffs für „Gott“, als zwei völlig getrennte Kirchen. Die Katholiken bezeichnen Gott als Tian Fu = Himmlischer Herrscher, die Evangelischen bezeichnen Gott als Shang Di = Höchster Herr. Gläubige, die sich in einer dieser offiziellen bzw. halb-offiziellen Gemeinschaften engagieren, haben keine Repression und auch sonst keine Nachteile zu befürchten. Im Bereich der karitativen Arbeit wird die Arbeit dieser Kirchen vom Staat oft gefördert.[50] Insgesamt ist das religiöse Leben in China mehr von kleinen überschaubaren, eher familiären Zirkeln als von großen Organisationen bestimmt. So gibt es in Peking nur neun protestantische Kirchen, jedoch über 700 offiziell registrierte Versammlungshäuser. Dies können Werkhallen oder Räume in Bürohäusern sein.[51]

    Auslandschinesen

    Übersicht Länder mit großer chinesischer Diaspora
    Alltag in Chinatown im New Yorker Stadtbezirk Manhattan
    Hauptartikel: Auslandschinesen

    Als Auslandschinesen, partiell Überseechinesen genannt, werden alle außerhalb der Volksrepublik China sowie der Republik China lebenden Personen chinesischer Herkunft bezeichnet, die sich unabhängig von ihrem Geburtsort oder ihrer Staatsangehörigkeit als chinesischstämmig betrachten. Dabei zeichnet sie der Gebrauch einer chinesischen Sprache, die Verwendung eines chinesischen Namens, die starke Verflechtung in interpersonelle chinesische Netzwerke sowie das Praktizieren typischer chinesischer Bräuche aus.[52] Auslandschinesen sind Han sowie Angehörige ethnischer Minderheiten Chinas. Schätzungen gehen heute von 35 bis 60 Millionen im Ausland lebender Chinesen aus. Mit acht Millionen verzeichnet Indonesien weltweit die größte chinesische Minderheit.[53][54]

    Verstärkt flohen Chinesen ab 1850 besonders aus den südlichen Provinzen vor Armut und Hunger. Auf Booten verließen sie ihr Heimatland und siedelten sich überwiegend in südostasiatischen Staaten an. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie zudem gezielt als billige Arbeitskräfte von anderen Ländern angeworben. Allein die britische Kolonialverwaltung verbrachte Hunderttausende Chinesen in verschiedene asiatische Dominions. Innerhalb einer Generation führten der Fleiß und die Zielstrebigkeit der Chinesen zu gravierendem Erfolg. Waren die Väter noch Arbeiter in Kautschukplantagen, Kohle- oder Zinnminen, brachten es die Söhne oft zum Eigentümer dieser Unternehmen. Heute sind rund 75 Prozent der Einwohner Singapurs Auslandschinesen, in Malaysia etwa 30 Prozent. In anderen Ländern wie Indonesien, Myanmar, Südkorea, Thailand oder Vietnam liegt ihr Anteil an der Bevölkerung unter zehn Prozent. Allerdings dominieren Auslandschinesen in allen Staaten Südostasiens in Handel und Industrie.[55][56]

    Gleichfalls flohen zahlreiche Chinesen infolge der kolonialen Politik der offenen Tür in westliche Länder, insbesondere in die USA und nach Kanada, wo sich in vielen Großstädten sogenannte Chinatowns, chinesische Enklaven, entwickelten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fanden verstärkte Einwanderung nach Europa und Australien statt. Die meisten Chinesen Europas leben heute in den Niederlanden, fast 250.000.[57] Die Zahl der Personen chinesischer Abstammung in Deutschland lag 2016 bei 129.150.[58] Viele Auslandschinesen unterhalten nicht nur weltweit dichte Netzwerke (Guanxi), sondern pflegen beständig die Familienbande mit ihren Herkunftsregionen in China. Die überseeische chinesische Geschäftswelt Südostasiens, im englischen Sprachraum als „Bambus-Netzwerk“ bekannt, spielt eine herausragende Rolle in fast allen wirtschaftlichen Sektoren der Region. Amerikanische Investmentbanker bezifferten das liquide Vermögen der Auslandschinesen bereits Ende der 1990er Jahre auf zwei Billionen US-Dollar, allein in Südostasien.[59]

    Schätzungen zufolge stammen rund 80 Prozent der Auslandsinvestitionen in der Volksrepublik China von Überseechinesen.[60] Sie gelten als Schlüsselfiguren für den Aufschwung des Landes.[61] Während sich die chinesische Wirtschaft weiter öffnet, fungieren Auslandschinesen nicht selten als Brücke. Viele haben in westlichen Ländern studiert, verstehen die chinesische Sprache sowie Kultur, was den unternehmerischen Handel zwischen der Volksrepublik China und Ländern mit Unternehmen chinesischer Diaspora stark vereinfacht.[62] Die chinesische Regierung unterhält eigens für die Auslandschinesen ein Büro, das Overseas Chinese Affairs Office, welches sich um die Beziehungspflege zu den Landsleuten in der Fremde kümmert. Bereits seit Ende der 1980er Jahre versucht die Volkrepublik China aktiv, die Unterstützung von Überseechinesen zu gewinnen, unter anderem durch die Rückgabe von Eigentum, das nach 1949 beschlagnahmt worden war.[63]

    Mit den wachsenden wirtschaftlichen Aussichten sowie der zunehmenden Rechtssicherheit, kehren nicht wenige Auslandschinesen wieder zurück. Im Falle Indonesiens und Birmas führten politische und ethnische Konflikte dazu, dass eine bedeutende Anzahl von Menschen chinesischer Herkunft wieder nach China auswanderten.[64] Selbst das Thema doppelte Staatsbürgerschaft ist kein Tabu mehr, jedoch genauso wie in der Volksrepublik China in verschiedenen „Wirtsländern“ höchst umstritten. Als Zwischenlösung präsentierte die chinesische Regierung 2016 die „Ethnic Chinese Card“ (ECC), die bei der chinesischen Gemeinschaft weltweit auf Akzeptanz und Interesse stößt. Inhaber sollen damit ohne Visum einfacher in China ein- und ausreisen und so lange bleiben können, wie sie wollen. Zudem seien damit Ansprüche auf bestimmte Rechte denen chinesischer Staatsbürger gleichgestellt, wie Investitionen, Kauf von Immobilien, Eröffnung von Bankkonten. Die ECC entspricht der chinesischen Green Card für Chinesen mit ausländischer Nationalität.[65][66]

    Geschichte

    Mao Zedong während der Proklamation der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949 auf dem Tian’anmen-Platz (rechts Dong Biwu)
    Hauptartikel: Geschichte Chinas

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs endete der chinesische Bürgerkrieg zwischen der Kommunistischen Partei Chinas und der Kuomintang 1950 damit, dass die Kommunisten die Kontrolle über das gesamte Festland einschließlich der Insel Hainan besaßen. Die kurz zuvor auf die Insel Taiwan geflohene Führung der Kuomintang errichtete hier eine von den westlichen Mächten unterstützte Regierung.

    Am 1. Oktober 1949 proklamierte Mao Zedong in Peking die Volksrepublik China und errichtete einen kommunistischen Staat. Mit diesem Datum endete nach chinesischer Lesart auch das „Jahrhundert der Schande“.[67]

    Beim Versuch, schnell die Industrie- und Landwirtschaftsproduktion zu steigern, wurde von Mao Zedong 1958 ein neues Wirtschaftsprogramm, der sogenannte Große Sprung nach vorn, verkündet. Diese Politik der Bildung landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften, der Volkskommunen und der Errichtung vieler tausender kleiner Hinterhof-Hochöfen zur Stahlerzeugung auf dem Land scheiterte. Der erzeugte Stahl war von nur minderer Qualität. Zusätzlich zum Chaos der Umstrukturierung gab es 1959 eine große Dürre in etlichen Teilen Chinas. Auch die beiden folgenden Jahre waren klimatisch schlecht, so dass in China offiziell von den drei Jahren der Naturkatastrophen gesprochen wird. Das Ergebnis war eine Hungersnot mit geschätzten 20 bis 40 Millionen Toten.

    Als Mao Zedong nach diesem Fehlschlag in die Defensive gegenüber pragmatischeren Parteigenossen geriet, inszenierte er 1966 die Kulturrevolution (auch „Große Proletarische Kulturrevolution“ genannt), die das Land in ein Jahrzehnt von Anomie und Chaos stürzte. Junge Rote Garden zerschlugen, was Bürgerkrieg und Japaner vom reichen chinesischen Erbe übrig gelassen hatten. Besonders hatte Tibet zu leiden, wo ein Großteil der Klöster und historischen Stätten blind zerstört wurde. Die gesamte Kultur, die nicht in das proletarische Schema passte, wurde unterdrückt, verboten oder zerstört.

    Die Außenpolitik jener Zeit war von Isolation, besonders dem chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis gekennzeichnet. In den Vereinten Nationen war nach 1945 die Republik China (auf Taiwan) als Nachfolger der chinesischen Republik vertreten. Seit 1960 gab es von verschiedenen Staaten des Ostblocks, unter anderem Albanien, mehrere Versuche, Taiwan den Status als einziger legitimer chinesischer Staat abzuerkennen und stattdessen die Volksrepublik anzuerkennen und als Mitglied in die UNO aufzunehmen. Dies hatte allerdings erst am 25. Oktober 1971 Erfolg (Resolution 2758 der UN-Generalversammlung).

    Nach Maos Tod 1976 übernahm der pragmatischere Deng Xiaoping die Führung. Die KPCh blieb an der Macht, die Kontrolle über das persönliche Leben der Menschen wurde aber schrittweise gelockert. Im politischen Leben waren die Verbesserungen weniger stark ausgeprägt. Die Zentralverwaltungswirtschaft wurde schrittweise reformiert, mit dem Ziel, eine sozialistische Marktwirtschaft zu schaffen.

    Das Land wurde auf den Weg zur „sozialistischen Marktwirtschaft“ gebracht, Reichtum galt nun als schick. Sonderwirtschaftszonen wurden versuchsweise an der Küste eingerichtet, um in eng begrenzten Räumen zu experimentieren. Die Volkskommunen wurden aufgelöst, und Bauern war es erlaubt, auf eigene Rechnung zu wirtschaften. Chinas Wirtschaft gehört seitdem zu den am schnellsten wachsenden der Welt. Die Schattenseite ist eine verstärkte Umweltzerstörung, eine wachsende Schere zwischen Arm und Reich, da es (teils große) Unterschiede in der Reichtumsverteilung gibt, immer noch mangelnde Rechte der arbeitenden Bevölkerung und grassierende Korruption innerhalb der neuen Generation in KP und Militär.

    Am 1. Juli 1997 wurde Hongkong chinesische Sonderverwaltungszone. Am 1. Dezember 1999 folgte das bis dahin portugiesische Macau als zweite Sonderverwaltungszone.

    In der Politik hat sich mit der Tagung des 18. Parteitags in China eine Wende in der Führung ergeben. Xi Jinping wurde zum neuen Staatspräsidenten und Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission bestimmt und Li Keqiang zum Ministerpräsidenten[68] (beide ab März 2013).

    Politik

    Die Große Halle des Volkes auf dem Tian’anmen-Platz ist das Parlamentsgebäude der Volksrepublik.

    Die Volksrepublik China ist ein autoritäres Regime unter der staatlich festgelegten Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). Trotz der Zulassung kleinerer Blockparteien (z. B. Revolutionäres Komitee der Kuomintang) herrscht de facto ein Einparteiensystem und das sozialistische Wirtschafts- und Staatssystem ist in der Verfassung der Volksrepublik China verankert.

    Staatsaufbau

    Nominell das höchste Staatsorgan ist der Nationale Volkskongress (NVK), das Parlament der Volksrepublik China. Er wählt den Staatspräsidenten, den Staatsrat (die Regierung der VR China), den Obersten Volksgerichtshof, die Zentrale Militärkommission und die Oberste Staatsanwaltschaft.

    Die eigentliche politische Führung der Volksrepublik China liegt bei einem engen Kreis von Politbüro- und Militärführern. Sie scharen sich um den Vorsitzenden, welcher die höchsten Ämter in Staat, Partei und Armee auf sich vereinigt: Dies sind das Amt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Chinas, Staatspräsidenten der Volksrepublik China sowie der Vorsitzende der Zentralen Militärkommission. Seit dem 14. März 2013 hat Xi Jinping diese Positionen inne. Bereits am 14. November 2012 war Xi Jinping auf dem 18. Parteitag in das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas gewählt, am 15. November zum Generalsekretär. Im Unterschied zu westlichen Demokratien sind im Einparteienstaat China generell die Parteiämter (zum Beispiel das des KP-Generalsekretärs) wichtiger und als mächtiger anzusehen als die Staatsämter, wie das des Präsidenten.

    Staatspräsident Xi Jinping

    Die Volksrepublik ist zwar offiziell ein zentralistischer Einheitsstaat, dessen Zentralregierung die absolute Verfügungsgewalt über die ihr untergeordneten Provinzen hat. In der Realität ist die Beziehung zwischen Zentrale und Region aber weniger eindeutig. Besonders die wirtschaftlich prosperierenden Küstenprovinzen haben zum Teil eine beträchtliche politische Verhandlungsmacht. So gibt es beispielsweise kein einheitliches System zur Verteilung der Steuereinnahmen zwischen Provinzen und Zentralregierung. In Krisensituationen verfügt die Regierung allerdings trotzdem über die nötige Macht ihren Willen durchzusetzen; so kann sie beispielsweise Mitglieder der Provinzregierungen zumindest theoretisch nach Belieben versetzen.

    Obwohl die Volksrepublik China während ihres gesamten Bestehens immer nur von einer einzigen Partei regiert wurde, erlebten die Menschen mehrere tief greifende politische Umwälzungen, die durch die verschiedenen Strömungen innerhalb der KPCh und ihrer Machtkämpfe verursacht wurden. Einerseits versuchte die maoistische Strömung, China zu einem mächtigen und wohlhabenden Staat aufzubauen, der von Staatseigentum an Produktionsmitteln, geplanter Wohlstands- und Ressourcenverteilung, der Abschaffung von sozialen Unterschieden und der absoluten Kontrolle der arbeitenden Bevölkerung gekennzeichnet sein sollte. Demgegenüber standen die Pragmatiker Liu Shaoqi und Deng Xiaoping, die marktwirtschaftliche Mechanismen, Privateigentum und die Förderung von Unternehmertum zum Aufbau des Staatswesens einsetzen wollten. Zu Beginn der fünfziger Jahre bis zum Ende der siebziger Jahre hatten die Maoisten meist die Oberhand. Sie lösten Revolutionen wie den Großen Sprung nach vorn oder die Kulturrevolution aus. Seit der Regierungszeit von Deng Xiaoping befindet sich China auf einem Kurs in Richtung sozialistische Marktwirtschaft.

    Vorläufiger Höhepunkt des marktwirtschaftlichen Kurses war der Beschluss des Volkskongresses am 14. März 2004, die Abschaffung des Privateigentums rückgängig zu machen und den Schutz des Privateigentums in der Verfassung zu verankern. Dagegen bleibt die Verfügung über Grund und Boden von einer privatbesitzrechtlichen Regelung weiterhin ausgeschlossen.

    Kommunistische Partei und andere Organisationen

    Die Kommunistische Partei Chinas hat sich von einer Klassenpartei zu einer Staatspartei gewandelt, welche eine aktiv gestaltende Rolle in der Wirtschaft übernimmt. Um Konflikte, die sich aus der Staatsführung ergeben, zu vermeiden, werden inzwischen Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen in die Partei aufgenommen. Während früher Vertreter der verschiedenen ideologischen Schulen um Einfluss rangen, kämpfen jetzt Vertreter der Unternehmer, der Gewerkschaften, der Bauern, der Städte oder Parteiintellektuelle um die politische Linie. Der kontroverse Diskurs ist dabei erwünscht und wird oft auch öffentlich ausgetragen. Es gibt im Wesentlichen drei Strömungen: Die „Neuen Linken“ kritisieren die sozialen Folgen der Liberalisierungspolitik und fordern mehr Eingreifen des Staates. Die „Neoliberalen“ fordern, dass sich der Staat noch viel stärker aus der Wirtschaft zurückzieht, während die „Demokratischen Liberalen“ politische Reformen verlangen. Einer ihrer wichtigsten Vertreter ist He Weifang. Er legte im Jahr 2008 einen Siebenpunkteplan vor. Er fordert u. a.: Die Dominanz der Partei im politischen System zu reduzieren, das Rechtswesen vom Einfluss der Partei zu befreien, die Rechtssicherheit im Wirtschaftsalltag zu verbessern sowie Demonstrationsfreiheit.[69]

    Rein formal ist die Volksrepublik China kein Einparteien-Staat, sondern hat diverse kleine Parteien, die den Blockparteien der DDR ähneln. Die Parteien werden zwar als „demokratisch“ bezeichnet, es handelt sich dabei aber um eine sogenannte „Demokratie mit chinesischer Prägung“ (中國特色的). Das bedeutet, dass diese Parteien nicht als Opposition zur Regierung auftreten dürfen: Die demokratischen Parteien sind weder nicht-regierende noch Oppositionsparteien, sondern an der Regierung mitwirkende Parteien.[70] Die Parteien stellen mittlerweile einige hohe Regierungskader, z. B. ist der Minister für Wissenschaft und Technologie, Wan Gang, Mitglied der Zhi-Gong-Partei.[71] Derzeit gibt es acht solcher Parteien:

    In China liegt der Schwerpunkt nicht auf dem Begriff „Demokratie“ als einem Zustand, der allgemeinverbindlich zu definieren wäre, sondern auf dem Begriff „Demokratisierung“ als einem Prozess. Nach chinesischer Anschauung ist Demokratisierung abhängig von der übrigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Sie kann nicht isoliert betrachtet werden. Auch soll die Demokratisierung nicht zu einer „westlichen“, sondern zu einer „sozialistischen Demokratie chinesischer Prägung“ führen.[72] In dieser „sozialistischen Demokratie“ wird die Rolle der Kommunistischen Partei als Hüterin der Stabilität Chinas nicht angetastet. Die Partei soll sich jedoch von einer „herrschenden“ Partei in eine „demokratisch herrschende“ Partei verwandeln.[73][74]

    Die Demokratisierung Chinas geschieht nach dieser Sichtweise durch:

    • Ausbau des Rechtssystems

    Durch den Ausbau des Rechtssystems soll ein stärker regelgebundener Staat mit weniger Willkür von Einzelnen geschaffen und die Korruption bekämpft werden.

    • Öffnung der Kommunistischen Partei Chinas zur Volkspartei

    Die Kommunistische Partei betrachtet sich inzwischen als eine Partei für alle Chinesen und nicht mehr als Klassenpartei. Dies wurde auf dem Parteitag 2005 durch die Theorie der „drei Vertretungen“ festgelegt, die nun auch in die Verfassung aufgenommen wurde. Die drei Vertretungen sind die Bauern, die Arbeiter und die Unternehmer.[75][76]

    • Demokratisierung der Kommunistischen Partei Chinas

    Es werden bei parteiinternen Wahlen verstärkt mehrere Kandidaten aufgestellt. Kandidaten müssen sich darum kümmern, dass sie parteiintern auch gewählt werden.[77]

    • Ausbau der Demokratie an der politischen Basis

    Die administrativen Leitungen auf Dorf-, Gemeinde- und städtischer Einwohnerkomiteeebene werden inzwischen in Wahlen bestimmt. Es werden inzwischen ungefähr 650.000 Bürgermeister in direkter Wahl gewählt. Es ist in der Planung, dieses Prinzip auch in übergeordnete Verwaltungseinheiten auszudehnen.[75][78]

    • Mehr Transparenz, Partizipation und Bürgerrechte

    Die Zivilgesellschaft soll mittels freierer Presse, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Interessenverbänden und Konsultation der Bevölkerung bei lokalen Entscheidungen ausgebaut werden. Grundlegende Kritik am politischen System bleibt jedoch weiterhin tabu.[78]

    • Ausbau des Sozialstaates

    Die materielle Lage der Bauern soll verbessert, das Sozialhilfesystem wie auch die Rechte der Arbeiter am Arbeitsplatz sollen ausgebaut werden.[79] Im Jahr 2007 wurden Arbeitsverträge mit Kranken- und Rentenversicherung für alle Beschäftigten verbindlich vorgeschrieben.[80] Für die nächsten 10 Jahre ist ein besonders wichtiger Punkt der Aufbau einer allgemeinen und leistungsstarken Krankenversicherung für alle Bürger.[81] Dies wäre ein wichtiges Element zur sozialen Absicherung, da sich die Krankenversorgung auf dem Land im Rahmen der Privatisierungen massiv verschlechtert hat.

    In der aktuellen Entwicklung hat politische Stabilität Vorrang vor der Demokratisierung, Demokratie wird graduell von unten eingeführt. Dabei gelten folgende Prioritäten:

    • Innerparteiliche Demokratisierung hat Vorrang vor gesellschaftlicher
    • Entwicklung der Basisdemokratie genießt Priorität vor der Demokratie auf höherer politischer Ebene
    • Die Menschen sollen an der Basis lernen mit der Demokratie umzugehen
    • Die Eindämmung der Korruption ist wichtiger als die Entwicklung politischer Demokratie
    • Die Erhöhung der Staatskapazität besitzt Priorität gegenüber der Ausweitung politischer Partizipation[82]

    Sozialpolitik

    Einkommen und Verteilung

    Entwicklung des Human Development Index von 1970 bis 2010
    Monatlich verfügbares Pro-Kopf-Einkommen 2014 je Region

    Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 54 US-Dollar gehörte der Staat 1949 bei seiner Gründung zu den ärmsten Ländern der Erde. Über 80 Prozent der Bevölkerung waren besitzlose Bauern, Tagelöhner und Wanderarbeiter. Mit Beginn der Wirtschaftsreformen verbesserten sich die Lebensumstände und der Wohlstand ab den 1980er Jahren vieler Chinesen enorm. Laut Angaben der Weltbank wandelte sich die Volksrepublik China innerhalb von 30 Jahren von einem Entwicklungsland, in welchem Armut und Hunger für viele Menschen zum Alltag gehörten, zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Nach Angaben der UNO stieg der Human Development Index, der Indikatoren wie Lebenserwartung, Bildung und Gesundheit einbezieht, 2015 auf 0,738 (Deutschland 0,926), womit China Platz 90 belegt.[83][84]

    Die Weltbank geht davon aus, dass durch die Agrar- und Industriereformen allein zwischen 1981 und 2004 etwa 600 Millionen Menschen aus der Armut herauskatapultiert wurden. Zudem rechnet die Weltbank seit 2014 China zu den Ländern mit einem Einkommensniveau im oberen Mittelfeld.[85]

    Ende 2016 lebten noch 3,14 Prozent der ländlichen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, wovon etwa 43,4 Millionen der rund 1,4 Milliarden Einwohner Chinas betroffen sind. Bereits 2004 ergriff die chinesische Regierung Maßnahmen, um die Armut auf dem Lande gezielt zu bekämpfen. Der Etat für die Landwirtschaft sowie die Tariflöhne für Bauern wurden erhöht, der Aufbau neuer sozialistischer Dörfer angeordnet und Subventionen für Unternehmer bei der Schaffung von Arbeitsplätzen durch Ansiedlung von Industrie und Gewerbe in ländlichen Gebieten gewährt. Seit 2012 wird versucht, das Wirtschaftswachstum auf die Basis der Inlandsnachfrage zu stellen, um einerseits weitere Arbeitsplätze zu schaffen, anderseits um von Exporten und Investitionen unabhängiger zu werden.[86][87]

    Laut Angaben des Staatlichen Statistikamtes der Volksrepublik China (NBS) betrug 2014 das Pro-Kopf-Einkommen in ländlichen Gebieten monatlich 8.896 Yuan, in den Städten 26.955 Yuan, was ein durchschnittliches Einkommen aller chinesischen Bürger von 18.311 Yuan (etwa 2.767 US-Dollar) ergab.[88] Seitdem wuchs das verfügbare Einkommen in China schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Das Pro-Kopf-Einkommen lag im Oktober 2017 bei 19.342 Yuan (etwa 2.930 US-Dollar). In ländlichen Gebieten stieg zwischen 2014 und 2017 das Einkommen um 0,9 Prozent höher als in urbanen Gebieten und lag für Landbewohner im Durchschnitt bei 9.778 Yuan und für Stadtbewohner bei 27.430 Yuan. Etwa 179,69 Millionen ländliche Arbeiter arbeiteten 2017 außerhalb ihrer Heimatorte. Das entspricht 1,8 Prozent oder 3,2 Millionen Menschen mehr als 2016. Ihr durchschnittliches monatliches Einkommen beträgt 3.459 Yuan (Stand Oktober 2017).[89]

    Gemäß des World Wealth Reports stieg die Anzahl der US-Dollar-Millionäre in China 2016 auf 719.400. Damit gehört die Volksrepublik China hinter den USA, Japan, Großbritannien und Deutschland zu den fünf Ländern mit den meisten Millionären auf der Welt.[90]

    Gesundheitswesen

    Jahr Lebenserwartung[91]
    1950 43,8
    1955 44,5
    1960 44,6
    1965 55,5
    1970 61,7
    1975 65,5
    1980 67,8
    1985 68,9
    1990 69,7
    1995 70,9
    2000 73,1
    2005 74,7
    2010 75,7
    2015 75,9

    Bei der Gründung der Volksrepublik lag die Lebenserwartung bei etwa 35 Jahren. Dazu trugen mangelhafte Ernährung, mangelnde medizinische Versorgung und damit verbunden die hohe Verbreitung von übertragbaren und parasitären Krankheiten bei. Die Lebenserwartung der Chinesen liegt mittlerweile bei über 75 Jahren, das heißt fast auf dem Niveau der Industrienationen. Erstaunlicherweise liegt die Lebenserwartung von Intellektuellen in den Städten weit unter diesem Niveau; so meldete die Staatspresse Anfang 2005, die Lebenserwartung von Intellektuellen in Peking liege bei durchschnittlich 56 Jahren. Unter dem Begriff „Intellektuelle“ werden in China meist alle Akademiker mit einem Studienabschluss zusammengefasst.

    Diese Entwicklung ist der steigenden Lebensqualität der Menschen, aber auch Regierungsanstrengungen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung zuzuschreiben. Das während der Kulturrevolution eingeführte System der Barfußdoktoren, also Personen mit nur grundlegender medizinischer Ausbildung, die auf dem Land die häufigsten Krankheiten behandelten, wurde um 1980 mit dem Ende der Volkskommunen wieder eingestellt.

    Das Gesundheitswesen befindet sich momentan in einer großen Umbauphase. Während früher alle medizinischen Leistungen vom Staat oder seinen Unternehmen gratis erbracht worden waren, wurde seit dem Beginn der ökonomischen Reformen sichtbar, dass sich auch Privatpersonen und -unternehmen an den Kosten beteiligen müssen. Von der Regierung wird ein Krankenversicherungssystem nach westlichem Vorbild angestrebt. Es gibt jedoch nach wir vor deutlich zu wenig qualitativ hochwertige Krankenhäuser, sowohl in der Stadt aber besonders auf dem Land. Arzttermine werden deshalb oft nur mit Korruption zu bekommen.[92]

    2007/08 kamen nach Angaben der WHO auf 1000 Einwohner 1,06 Ärzte, 0,11 Zahnärzte und 2,2 Krankenhausbetten. Die Bezahlung der Ärzte in staatlichen Krankenhäusern gilt als unzureichend, um das Überleben zu sichern. Daher sind die Ärzte auf Zusatzeinkommen durch Pharmaindustrie oder Zahlungen der Patienten angewiesen.[93]

    Die Herausforderungen, die auf das chinesische Gesundheitswesen zukommen, zeichnen sich bereits ab: Durch Umweltverschmutzung ausgelöste Krankheiten wie Allergien, Stress, Asthma bronchiale und Bronchitis, aber vor allem auch Krebs häufen sich in den Städten. Alleine an den Folgen von Luftverschmutzung sterben in China pro Jahr ca. 1,6 Millionen Menschen, wobei ein großer Teil davon durch die Energieversorgung verursacht wird.[94] Laut China Daily ist Krebs zur häufigsten Todesursache in den Stadtgebieten Chinas geworden.[95] Dazu kommen etwa 300 Millionen Zigarettenraucher (63 % der erwachsenen Männer und 4 % der Frauen) und die Ausbreitung von HIV/AIDS. Die HIV-Epidemie hat, neben den bekannten Infektionswegen wie der Prostitution, auch eine Ursache in der Praxis des Blutspendens im ländlichen Gebiet, die nicht der modernen Hygiene entspricht.[96]

    Bildungswesen

    Eingang zur Fudan-Universität

    Seit Gründung der Volksrepublik ist die Alphabetisierung der Bevölkerung ein wesentliches Staatsziel. Die Anzahl der nicht lesekundigen Chinesen ging seit der Gründung der Volksrepublik von über 80 % auf weniger als 10 % zurück.

    Alphabetisierungsgrad[97][98]
    Jahr 1949 1982 1990 2000 2010
    Männer 79 87 95 97
    Frauen 51 68 87 91
    insgesamt < 20* 66 78 90 94

    (*) Für das Jahr 1949 liegen nur widersprüchliche Angaben vor. Sie schwanken zwischen 10 und 20 Prozent.[99] Nach offiziellen chinesischen Angaben war der Prozentsatz an Einschulungen ungefähr 20 %.[100]

    Hochschulwesen

    Laut Angaben des DAAD gab es 2004 in China 2236 Hochschulen und Universitäten. Im Jahr 2008 waren 26,7 Millionen Studenten in China eingeschrieben[101], im Jahr 2007 haben circa vier Millionen Studenten ihren Abschluss gemacht. Mit dem Projekt 211 beabsichtigt das Bildungsministerium der Volksrepublik China seit 1996, die staatliche Hochschulbildung im 21. Jahrhundert durch Eliteförderung zu verbessern.

    Zwischen 1998 und 2005 hat sich die Zahl der Studienanfänger verfünffacht. Da sich die Zahl der Lehrkräfte an den Universitäten in diesem Zeitraum nur etwa verdoppelte, stehen die Universitäten stark unter Druck. Deswegen wurde im elften 5-Jahresplan (2006–2010) dem Ausbau der Universitäten eine besondere Priorität eingeräumt.[102]

    Gleichwohl gilt die Situation auch noch 2012 als unbefriedigend. In einer Umfrage gaben 38,2 Prozent an, dass das Eintrittsexamen ins chinesische College zuverlässiger ist, während die Master- und Doktortitel häufig ihre Versprechen nicht erfüllen würden. Verglichen mit der schnell zunehmenden Menge von Studenten gibt es immer noch zu wenig Lehrer. Es ist kein seltenes Phänomen, dass ein Dozent mehr als ein Dutzend Doktoranden betreuen muss. Bei der Einstellung von Dozenten werden zudem hauptsächlich ihre Publikationen betrachtet. Die Art, wie sie mit den Studenten umgehen und wie ernst sie die Lehre nehmen, spielt hingegen keine so große Rolle. Bei einer solchen Situation bekommen viele Studenten ihren Master oder Doktor Titel, die ihn eigentlich nicht verdienen.[103]

    Die Integration der erhöhten Zahl an gut ausgebildeten Absolventen in den Arbeitsmarkt erweist sich indes zunehmend als ein soziales und politisches Problem.[104] 2015 studierten rund 500.000 chinesische Studenten im Ausland.[105]

    Zu den renommiertesten Universitäten des Landes zählen[106][107]:

    Rentensystem

    Es gibt in China drei verschiedene Rentensysteme. Erstens, ein System für die Staatsangestellten, das aus Steuermitteln finanziert wird; zweitens ein System für die städtischen Arbeitnehmer in staatlichen und privaten Unternehmungen; ein drittes System für die Mehrzahl der Chinesen, die keinen offiziellen Arbeitgeber haben, befindet sich seit 2009 im Aufbau. 1951 wurde das erste offizielle betriebliche Rentensystem in China eingeführt. Die Arbeitnehmer der Staatsbetriebe erhielten damals Renten in Höhe von 50 bis 70 Prozent des Arbeitslohns. Finanziert wird das betriebliche Rentensystem aus den laufenden Einnahmen der Staatsbetriebe, die drei Prozent der Lohnsumme für die Renten in einen Pool einzahlen. Ein zusätzlicher landesweiter Pool zur Vorfinanzierung der Rente wurde während der Kulturrevolution abgeschafft. Daher mussten bis Ende der 1980er Jahre die Renten ausschließlich aus den laufenden Einnahmen der Unternehmen finanziert werden.

    Im Zuge der Wirtschaftsreformen wurde ab 1978 das Rentenniveau auf bis zu 75 % angehoben, zudem führte China eine Vorruhestandsregelung ein. Ab den 1990er Jahren wurde das Rentensystem reformiert und auf mehrere Säulen gestellt. Zunächst wurde der landesweite Pool wieder eingeführt, womit die Rentenlast unter den Unternehmen geteilt war. Das gültige Rentensystem besteht aus drei Säulen:[108]

    1. Aus der Basisrente erhalten die Rentner eine Mindestleistung in Höhe von 20 % des vorjährigen Durchschnittslohns der Provinz beziehungsweise der Gemeinde. Die Finanzierung beruht auf Beiträgen der Firmen, die dafür im Schnitt 20 % der Lohnsumme aufwenden. Zuschüsse der Zentral- und Lokalregierungen machen in der Zwischenzeit beinahe ein Drittel der Einnahmen der Rentenkassen aus [109] Ohne diese Zuschüsse würden die Kassen Verluste machen.
    2. Die zweite Säule ist ein obligatorisches beitragsbezogenes Kapitaldeckungsverfahren, in dem für jeden Arbeitnehmer ein individuelles Rentenkonto geführt wird. Die Arbeitnehmer tragen acht Prozent ihrer Lohnsumme bei. Nach 35 Beitragsjahren sollen die Rentner durch diese zweite Säule weitere 38,5 % des Durchschnittslohnes zusätzlich zur Basisrente erhalten.
    3. Die dritte Säule bildet eine freiwillige Zusatzrente. Hierbei besteht die Möglichkeit, eine betriebliche Altersvorsorge einzuführen, die entweder durch die Unternehmen oder private Versicherer verwaltet wird.[108]

    Ende 2011 waren bereits insgesamt 358 Millionen Bauern im System der Sozial- und Rentenversicherung integriert.[110] Es ist geplant, bis zum Jahr 2015 die gesamte Bevölkerung in die Rentenversicherung aufzunehmen. Dies ist Teil des Nationalen Aktionsplans für Menschenrechte in China 2012–2015.[111] Das Rentensystem erfasste Ende des Jahres 2012 beinahe 800 Millionen Beitragszahler und Rentenempfänger, hierzu gehören nahezu 500 Millionen Arbeiter auf dem Land.[112]

    Ein Problem ist der große Unterschied der Rentenhöhe zwischen dem staatlichen und dem betrieblichen Rentensystem: Während im staatlichen Rentensystem die Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes sowie Personen in einem vergleichbaren Beschäftigungsverhältnis in der Regel 90 % ihres letzten Gehalts vom Staat als Rentenzahlung erhalten, können Arbeiter und Angestellte von privaten Unternehmen nur mit einer Rentenzahlung in Höhe von 50 % ihrer letzten Bezüge rechnen. Eine Reform wird diskutiert, aber ein geeigneter Plan liegt dazu noch nicht vor.

    Durch die stetig steigende Lebenserwartung wird eine Erhöhung der Altersgrenze für den Eintritt ins Rentenalter unausweichlich. Heute gehen Frauen bei einer Lebenserwartung von 75 Jahren mit 55 Jahren in Rente. Auf Dauer wird dies nicht finanzierbar sein.[113] In der chinesischen Verfassung werden die Kinder verpflichtet, für ihre Eltern zu sorgen. Im Jahr 1996 konkretisierte dies ein Gesetz, mit dem die Vernachlässigung oder der Missbrauch alter Menschen unter Strafe gestellt wurde. Solche Gesetze werden in China akzeptiert, weil es ein wichtiger Teil der konfuzianischen Tradition ist, den Eltern selbstlos zu helfen. Durch die Ein-Kind-Politik könnte im Zukunft für etliche chinesische Familien die Formel 1-2-4 gelten: ein Erwerbstätiger muss allein für zwei Eltern und möglicherweise vier Großeltern zu sorgen haben.[114]

    Außenpolitik

    Politische Annäherungsversuche beim Ma-Xi Treffen 2015: Ma Ying-jeou (rechts) und Xi Jinping (links)
    Xi Jingping mit Ehefrau Peng Liyuan während eines Besuchs 2017 in Palm Beach bei Melania und Donald Trump
    Dilma Rousseff, Manmohan Singh, Wladimir Putin, Xi Jinping und Jacob Zuma beim BRICS-Gipfel 2013 in Sankt Petersburg
    Junge tibetische Mönche in Drepung, einem der bedeutendsten Klöster der Gelug-Schule in Lhasa

    Nach Darstellung des Auswärtigen Amtes sind Schwerpunkte der chinesischen Außenpolitik die Absicherung der inneren Entwicklungsprozesse, ein stabiles regionales Umfeld, sichere Rohstoff- und Handelswege, sowie die Beziehungen zu wichtigen Partnern, wie Chinas unmittelbaren Nachbarn, den USA, Russland und der EU. Dabei stellt das Projekt Neue Seidenstraße („One Belt, One Road“) einen der wichtigsten außenwirtschaftspolitischen Pläne der Volksrepublik China dar. Gleichzeitig möchte China die Wirtschaftsbeziehungen zu seinen Nachbarn weiter ausbauen. Als bevölkerungsreichstes Land der Erde, ständiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, Nuklearmacht und dynamische Volkswirtschaft strebt China verstärkt nach Mitwirkung in allen bedeutenden weltpolitischen Fragen und verfolgt dabei selbstbewusst seine nationalen Interessen. Die Volksrepublik China ist Mitglied der G20 und der BRICS-Staaten und wirkt bei der Gestaltung des internationalen Wirtschafts- und Finanzsystems aktiv mit. China hat die Gründung der New Development Bank und der Asiatischen Infrastrukturinvestitionsbank vorangetrieben; letztgenannter ist Deutschland 2015 als Gründungsmitglied beigetreten.[115]

    Von besonderer Bedeutung der chinesischen Außenpolitik ist seit Anfang der 1970er Jahre das Verhältnis zu den USA. China ist nach gegenwärtiger Auffassung der Bundesregierung Deutschlands grundsätzlich aus übergeordneten Interessen an einem funktionstüchtigen bilateralen Verhältnis interessiert. Friktionen in den sino-amerikanischen Beziehungen würden aufgrund der engen finanz- und wirtschaftspolitischen Verzahnung der beiden Staaten gravierende Auswirkungen haben. Reibungspunkte bestehen insbesondere im Südchinesischen und Ostchinesischen Meer, wo China zunehmend selbstbewusster auftritt, sowie in der Taiwanfrage, bei welcher die USA wirtschaftliche und damit geopolitische Interessen verfolgen (Waffenlieferungen, US-Militärstützpunkte).[116]

    Die Lösung der Taiwanfrage durch friedliche Wiedervereinigung bleibt, nach Beurteilung des deutschen Auswärtigen Amtes, eines der Hauptziele chinesischer Politik. Ein historisches Ereignis stellte 2015 das Ma-Xi Treffen dar, bei welchem sich die Präsidenten der Republik China, Ma Ying-jeou, und der Volksrepublik China, Xi Jinping, erstmals in der Geschichte der beiden Staaten die Hand reichten. Bei der Zusammenkunft fielen Sätze wie: „Wir sind eine Familie“, „Keine Macht könne China und Taiwan voneinander trennen“, „Beiderseitige Beziehungen müssen auf Weisheit und Geduld gründen“. Das US-Außenministerium betonte anfangs, dass „die USA einen konstruktiven Dialog von beiden Seiten erwarte“, gab jedoch zum Abschluss des Treffens keinerlei Erklärungen ab.[117][118]

    Eine seit 2013 erfolgte Annäherung zwischen China und Südkorea hat sich 2017 infolge der Raketentests Nordkoreas und die als Reaktion hierauf von Seoul getroffene Entscheidung, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten ein Raketenabwehrsystem in Südkorea zu installieren, ins Gegenteil verkehrt. Peking sieht die strategische Sicherheitsbalance in der Region durch das massive Stationieren von US-THAAD-Systemen gestört. Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Südkorea sind seither belastet.[119]

    Gleichfalls ungünstig entwickelt sich das Verhältnis zwischen China und Nordkorea. Seit 2016 stimmt China verschärften UN-Sanktion gegenüber Nordkorea zu und begrenzte beispielsweise Anfang 2017 sehr stark nordkoreanische Kohleexporte nach China, eine der wichtigsten Devisenquelle für die nordkoreanische Führung. Im September 2017 ordnete die chinesische Regierung ferner die Schließung von Unternehmen in nordkoreanischem Besitz an. Nordkoreanische Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Partnern mussten demzufolge den Betrieb einstellen. Damit wurde Nordkorea von einer wichtigen Einnahmequelle abgeschnitten. Ein vollständiges Wirtschaftsembargo lehnt Peking jedoch ab, um eine Destabilisierung beziehungsweise einen wirtschaftlichen Zusammenbruch Nordkoreas zu verhindern. Dabei geht die chinesische Führung davon aus, dass China im Falle einer Eskalation die Hauptlast bei der Aufnahme von Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen tragen muss. Den Schlüssel zur Lösung der sensiblen Situation auf der Koreanischen Halbinsel sieht China in einer dringend notwendigen Verbesserung des Verhältnisses zwischen den USA und Nordkorea.[120][121]

    Die chinesisch-russischen Beziehungen sind seit Jahrhunderten schwierig, können jedoch gegenwärtig als kooperativ bezeichnet werden. Da China von den USA nicht mehr als Gegengewicht zu Russland betrachten wird, sondern als wirtschaftlicher Rivale, haben beide Länder ihre Beziehungen verstärkt, um zusammen den Hegemoniebestrebungen der Vereinigten Staaten zu widerstehen.[122] China und Russland ratifizierten 2008 einen Vertrag, in welchem insbesondere die Grenze zur Äußeren Mandschurei anerkannt und festgeschrieben wurde, die seit den sogenannten Ungleichen Verträgen bis zum Zerfall der Sowjetunion einen Dauerkonflikt darstellte.[123] Außenpolitisch kooperieren die beiden Staaten oft eng im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen oder in wirtschafts- und energiepolitischen Angelegenheiten der BRICS-Staaten. China ist aufgrund seines großen Energiebedarfs an Öl-, Gas- und Stromlieferungen aus Russland interessiert. Zudem ist Russland Chinas wichtigster Partner im Rüstungsbereich.[124]

    Hingegen entwickelt sich das Verhältnis Chinas zu Japan seit 2012 wegen der offenen Territorialkonflikte im Chinesischen Meer nebst der antijapanischen Demonstrationen in chinesischen Städten zwiespältig. Eine anhaltende Konfliktquelle ist die zunehmende Präsenz chinesischer und japanischer Schiffe in den umstrittenen Gewässern. Die historisch belasteten chinesisch-japanischen Beziehungen bleiben gekennzeichnet von gegenseitigem Misstrauen, wenngleich grundsätzlich Übereinstimmung besteht über die Bedeutung guter bilateraler Verhältnisse.[125]

    In den letzten Jahren konnte eine pragmatische Normalisierung der Beziehungen zwischen China und Indien verzeichnet werden, auch bezüglich des Tibet-Status. Im Hintergrund steht eine sehr dynamische Entwicklung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen. Kontroversen bestehen über den Versuch Indiens, in die Nuclear Suppliers Group aufgenommen zu werden. Im Juli 2017 kam es zu Spannungen, nachdem China mit dem Bau einer Straße auf dem umstrittenen Doklam-Plateau an der Grenze zwischen Tibet und Bhutan begonnen hatte. Die Regierung Bhutans ersuchte Indien um militärische Hilfe. China und Indien hatten schließlich zusammen rund 3000 Soldaten zusammengezogen, die sich unbewaffnet, aber lautstark gegenüberstanden. Die indischen Truppen wurden von chinesischer Seite aufgefordert, chinesisches Gebiet zu verlassen, obwohl sie sich nach Einschätzung Bhutans und Indiens in Bhutan befanden. Letztlich konnte Anfang August 2017 eine friedliche Lösung zwischen den drei beteiligten Staaten gefunden werden, die Truppen zogen ab, der Grenzverlauf soll am Verhandlungstisch endgültig geklärt werden.[126]

    Das Verhältnis der Volksrepublik China zu den Exiltibetern bleibt angespannt, obwohl beide Seiten versuchen, aufeinander zuzugehen. China möchte die Tradition der Wiedergeburt des geistlichen Oberhaupts der Tibeter bewahren, besteht jedoch im Falle einer Reinkarnation des Dalai Lamas auf sein historisches Mitspracherecht sowie einer Losziehung aus der Goldenen Urne in Tibet.[127] Der 14. Dalai Lama sprach sich im November 2017 auf einer interaktiven Pressekonferenz in New Delhi wiederholt für eine differenzierte Kritik an China aus und betonte, dass die „Vergangenheit vorbei“ sei, sich „mit dem Beitritt Chinas zur Welt, China von dem, was es früher war, verändert“ habe; und wörtlich, dass „die Tibeter bei China bleiben wollten“.[128][129]

    Pakistan betrachtet China als traditionellen Freund und sich selbst als einen der engsten Verbündeten Chinas. Peking ist vor allem in der pakistanischen Energiewirtschaft und beim Ausbau der Infrastruktur engagiert. Der China-Pakistan Economic Corridor ist wichtiger Teil des One Belt-One Road-Projektes. Gleichfalls baut China in Afghanistan sein Engagement weiter aus. Dies gilt zum einen für Investitionen und die Entwicklungszusammenarbeit. Zum anderen bietet China sich in verschiedenen Formaten als Vermittler im innerafghanischen Versöhnungsprozess an. Die Sicherheitszusammenarbeit mit Pakistan ist eng, mit Afghanistan wachsend. Der Kampf gegen grenzüberschreitende fundamentalistisch-religiös motivierte Gewalt spielt dabei eine herausragende Rolle.[130]

    Nachrichtendienste

    Das Ministerium für Staatssicherheit (國家安全部 / 国家安全部, Guójiā Ānquánbù) ist als straff organisierter, aber ziviler Dienst für die Auslandsaufklärung sowie für die innere Sicherheit zuständig. Es untersteht dem Staatsrat. Residenturen der chinesischen Auslandsaufklärung befinden sich in den Botschaften beziehungsweise Konsulaten (in Deutschland zum Beispiel in der chinesischen Botschaft in Berlin).

    Der Militärnachrichtendienst, die Abteilung zwei (Informationen) der Generalplanungsabteilung (chinesisch 總參謀部 / 总参谋部, Pinyin Zǒngcānmóubù) der Volksbefreiungsarmee, unterhält ebenfalls Auslandsvertretungen; er sammelt in den Ländern des deutschen Sprachraums vor allem Informationen und Know-how aus dem Rüstungsbereich.[131]

    Rechtssystem

    Hauptartikel: Recht Chinas

    Das Rechtswesen in China hat im letzten Jahrhundert eine sehr bewegte Entwicklung durchgemacht. Im China des alten Kaiserreiches war das Rechtswesen ein Teil der Exekutive, also der Verwaltung. Die Verwaltung hatte für ein vernünftig funktionierendes Staatswesen und das Sanktionieren von Fehlverhalten zu sorgen. Rechtsansprüche des Einzelnen gegenüber dem Staat waren nicht vorgesehen.[132]

    Mit der Öffnung Chinas gegenüber westlichen Mächten wurde ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts damit begonnen, ein dem Europäischen vergleichbares Rechtssystem zu schaffen. Zwischen 1929 und 1935 wurden die „Sechs Kodices“ geschaffen. Darunter wurde ein Zivilgesetzbuch, ein Strafgesetzbuch, Straf- und Zivilprozessgesetze sowie handel- und verwaltungsrechtliche Einzelgesetze, die jedoch aufgrund von Krieg und Bürgerkrieg nicht in die Rechtspraxis umgesetzt wurden, verstanden.[133] Nach der Machtergreifung der Kommunisten im Jahr 1949 wurden die existierenden Gesetze, und somit auch die sechs Kodices, außer Kraft gesetzt. In den Gerichten wurde von Offizieren der Roten Armee nach Vorgaben der Kommunistischen Partei geurteilt. Die aktuelle politische Leitlinie wurde mittels politischer Kampagnen vorgegeben.

    Zur Zeit der Kulturrevolution wurde dann das geschriebene Rechtssystem zugunsten einer revolutionären Umgestaltung vollständig aufgehoben. Mit dem Beginn der Reformära ab 1978 wurde mit Nachdruck am Aufbau eines Rechtswesens gearbeitet. Als Ziel wurde nach außen die Herrschaft des Rechts verkündet. So stellte das Kommunique des 3. Plenums des 11. Zentralkomitees der KPC im Jahr 1978 fest: „Wir benötigen ein umfassendes und vollständiges Gesetzeswerk von allerhöchster Autorität, welches strikt, zuverlässig und ohne Ausnahmen angewendet wird.“[134] Es war klar, dass an einen wirtschaftlichen Aufbau nicht zu denken war, solange die lokalen Funktionäre und die lokalen Behörden mangels Gesetzen nach eigener Willkür entscheiden konnten. Der Aufbau eines Rechtswesens sollte folglich die Zentralregierung in Peking gegenüber den lokalen Regierungen und Behörden stärken. Auch sollten die neuen Gesetze Rechtssicherheit bringen und die Korruption mindern. Das erste Strafgesetzbuch war oft noch recht vage und unbestimmt, jedoch bedeuteten das 1979 erlassene Strafgesetzbuch und das gleichzeitig erlassene Strafprozessgesetz einen ersten Schritt weg von der totalen Beliebigkeit der Strafgewalt des Staates.[135]

    Im Jahr 1982 wurde die aktuelle Verfassung der Volksrepublik erlassen. Die in ihr verankerten Rechte sind mit gewissen Pflichten verbunden. Unter anderem der Pflicht zur Bildung, der Pflicht zur Arbeit oder der Plicht „die Sicherheit, die Ehre und die Interessen des Vaterlandes“ zu wahren.[136] Seit 1999 ist in Artikel 5 der Verfassung festgeschrieben, dass die Volksrepublik eine auf Gesetze gestützte Regierung praktiziert und einen „sozialistischen Rechtsstaat“ errichtet.[137]

    Da es zu Beginn der Reformära kaum Juristen gab, legten die Chinesen beim Aufbau des Gesetzwesens großen Wert auf die Unterstützung europäischer und amerikanischer Institutionen. Um den Aufbau des Gesetzwesens zu beschleunigen, konzentrierte man sich zunächst auf die wichtigsten Bereiche und übernahm wesentliche Teile der Gesetzgebung der unterstützenden Partnerstaaten mit nur geringen Änderungen. Die Gesetze sollten später, vor dem Hintergrund der Erfahrungen, weiter angepasst werden. Die Rechtsreform war also als ein inkrementeller Prozess angelegt. Von deutscher Seite waren zum Beispiel die Max-Planck-Gesellschaft, die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung Partner der Chinesen.[134] Deutschland hatte auf der chinesischen Seite stets eine Präferenz gegenüber den ehemaligen Kolonialmächten und den Vereinigten Staaten. Als Ergebnis ähneln wesentliche Teile des Rechts Chinas dem Deutschen Recht.[138] Der deutsch-chinesische Rechtsstaatsdialog wird, unterstützt von den Justizministerien beider Länder, bis heute fortgesetzt.[139] Zu Beginn lag der Schwerpunkt auf dem Wirtschaftsrecht, das schon weit ausgearbeitet ist. Im Jahr 2008 wurde das neue Arbeitsrecht verabschiedet. Es bestimmt, dass jedem Arbeitnehmer ein Arbeitsvertrag ausgestellt werden muss, und dass eine Krankenversicherung Teil des Arbeitsvertrags zu sein hat. Zurzeit stehen Gesetzesvorhaben des Umwelt- und Verbraucherschutzes sowie der sozialen Sicherung auf dem Programm.[140]

    Noch bis in die späten 1970er-Jahre zählte China nur wenige Hundert Rechtsanwälte und bis in die späten 80er-Jahre waren sie alle Angestellte des Staates. Heute gibt es in China 120.000 unabhängige Anwälte, die in 12.000 anerkannten Rechtsfirmen arbeiten.[141]

    Rechtsstaatlichkeit in der Volksrepublik

    Im Chinesischen kann der Begriff „Rechtsstaatlichkeit“ verschieden ausgelegt werden. Der Wahlspruch der Kommunistischen Partei beispielsweise, ist „依法治國 / 依法治国, yīfǎzhìguó“.[142] Dieser Slogan lässt sich in der chinesischen Praxis besser als „Herrschaft mithilfe des Rechts“ (rule by law), statt wie im eigentlichen Sinne als „Herrschaft des Rechts“ (rule of law) übersetzen. Dies ist allerdings keine Erfindung der Kommunistischen Partei. Es ist in China tief verwurzelt, dass das Recht ein Mittel ist, mit welchem der Staat die Gesellschaft stabilisiert und die Wohlfahrt der Bevölkerung steigert. In China gelten die wirtschaftlichen und sozialen Rechte der Bevölkerung als wichtiger als die individuellen Freiheitsrechte einzelner. Eine von der Regierungspolitik unabhängige Rechtsprechung wäre, bei einer solchen Vorstellung, gegenüber der eigenen Bevölkerung nicht vertretbar und gälte als verantwortungslos. Deshalb gibt es in China keine Institution, die den Schutz des Einzelnen bei einer rechtlichen Auseinandersetzung mit wirtschaftlich oder politisch wichtigen Gruppen garantiert.[143]

    In China gilt folglich das Primat der Politik und nicht das Konzept der gegenseitigen Hemmung und Kontrolle der Staatsgewalten. Der „Sozialistische Rechtsstaat“ chinesischer Prägung ist ein „politischer Staat“, der jedoch inzwischen eine „starke Tendenz zur Verrechtlichung“ besitzt. Diese zeigt sich beispielsweise in der Einführung von Regelungen wie dem Gesetzgebungsgesetz, dem Straf- oder dem Verwaltungsprozessgesetz, die westlichen Vorstellungen vom Rechtsstaat eher entsprechen. Darunter ist aber keineswegs ein liberaler Verfassungsstaat, wie er sich in Europa entwickelt hat, zu verstehen. Dennoch lässt die immer dichtere Normierung des Verwaltungshandelns durch die rechtliche Ausgestaltung der Handlungsformen der „Parteilichkeit“ immer weniger Raum. Ein Problem ist die immer noch fehlende Rechtssicherheit bei gesellschaftlich oder politisch heiklen Themen. Die Gerichte werden von den Parlamenten kontrolliert und innerhalb der Gerichte gibt es, gemäß dem Gerichtsorganisationsgesetz, einen von der Partei beherrschten Rechtsprechungsausschuss, der, ganz legal, Fälle an sich ziehen kann, um sie, unter dem jederzeit behauptbaren Vorrang der „Gesamtinteressen des Staates“, unter politischen Gesichtspunkten zu entscheiden.[144][145] Darüber hinaus können dann immer noch Gerichtsurteile von den höheren Parteiinstanzen geändert werden.

    Trotz der deutlichen qualitativen Verbesserungen der chinesischen Gesetzgebung in den letzten Jahren, bleibt die Transformation geschriebenen Rechts in ein in allen Bezirken Chinas angewandtes Recht, eine der größten Herausforderungen.[146] Ein Beispiel für mögliche Spannungen zwischen Recht und staatlichen Behörden ist das Verhalten gegenüber dem Unternehmer Ulrich Reichert, der im Jahr 2006 von der Zollbehörde des Zollbetrugs beschuldigt wurde. Obwohl es sich bei genauerer Analyse des Sachverhalts zeigte, dass die Anschuldigungen nicht zutrafen, durfte der Unternehmer China zwei Jahre nicht verlassen und es gab mehrere Prozesse. Trotz verschiedener Anklagen, die Zollbehörde wollte ihr Gesicht nicht verlieren, wurde der Unternehmer, nach zweijähriger Zitterpartie, in allen Punkten und in aller Form freigesprochen. Vor wenigen Jahren wäre es noch nicht möglich gewesen, dass ein Gericht massive Anschuldigungen der Zollbehörde, also des chinesischen Staates, gegen eine einzelne Person standhaft zurückweist.[147]

    Strafrecht

    Hauptartikel: Laogai

    Durch den Ausbau des Justizwesens gibt es zwei verschiedene Prozessarten und, im Falle einer Verurteilung, zwei verschiedene Arten von Arbeitslagern, in denen die Strafe abgebüßt werden muss. Die Polizei kann eine Strafsache entweder an die Staatsanwaltschaft oder an eine eigene Abteilung der Polizeibehörde weiterleiten. Im letzteren Fall wird die Verhandlung bei der Behörde vorgenommen. Von der Polizeibehörde verhängte Haft wird dann als Administrativhaft bezeichnet.[148] Sollte der Angeklagte von einem ordentlichen Gericht verurteilt werden, wird dies dann als kriminelle Haft bezeichnet. Für Angehörige der Falun-Gong-Bewegung gibt es inoffizielle eigene Lager, in denen die Bestimmungen für die anderen Lager nicht gelten.

    Von Gerichten verhängte Haft
    Hauptartikel: Laogai

    Der Mehrzahl der Haftstrafen wird durch Strafprozesse verhängt. Diese Verfahren laufen gemäß der chinesischen Strafprozessordnung ab. Es sind Verfahren mit einem ausgebildeten Richter und einem Verteidiger für den Angeklagten. Bei Verfahren mit politischem Hintergrund kann es jedoch politische Einflussnahme geben. Die von Gerichten ausgesprochenen Freiheitsstrafen werden in Arbeitslagern mit dem Namen „Reform durch Arbeit“ (勞改 / 劳改, láogăi) verbüßt. In der Absetzung zur Administrativhaft spricht man bei der Haft in den Laogais auch von „krimineller Haft“.[149]

    Falun-Gong-Lager

    Li Hongzhi (der Gründer von Falun-Gong) organisierte im Jahr 1999 eine nicht genehmigte Demonstration von mehreren zehntausend Demonstranten im Regierungsbezirk von Peking. Die chinesische Regierung betrachtete dies als eine Machtprobe, verbot die Falun-Gong und internierte tausende Falun-Gong-Mitglieder in Straflager. Ähnlich wie das Tiananmen-Massaker im Jahr 1989 warf die Falun-Gong-Erfahrung Chinas Reformdiskussion um Jahre zurück. Heute leben viele inhaftierte Anhänger der Falun-Gong-Bewegung, die von der Regierung noch heute als Staatsfeinde betrachtet werden, in ausschließlich für Falun-Gong-Anhänger eingerichteten Lagern. Die Zahl der Inhaftierten ist nicht bekannt, Amnesty International spricht von Tausenden.[150][151] Die Bestimmungen der normalen Arbeitslager gelten für die „Falun-Gong-Lager“ nicht. Hier haben die Staatssicherheitsbehörden, die Falun-Gong als Gegner betrachten, freie Hand.[152]

    Todesstrafe

    Die Volksrepublik China vollstreckt weltweit mit Abstand die meisten Todesurteile. Die exakte Anzahl ist ein Staatsgeheimnis und kann daher nur geschätzt werden. Für das Jahr 2007 schwanken die Schätzungen zwischen knapp 2000[153] und 6000.[154]

    Seit dem Jahr 2007 müssen alle Todesurteile vom Obersten Volksgericht in Peking bestätigt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war es jedem Provinzchef der Partei möglich, ungehindert Todesurteile zu verhängen. Seit 2007 hat dieses Recht nur noch der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas.

    Traditionell wird in China per Genickschuss hingerichtet – es werden aber auch die Giftspritze und Hinrichtungsbusse eingesetzt.[155] Auf starke Kritik, vor allem von Seiten westlicher Medien, ist der Umstand gestoßen, dass Hingerichtete als Organspender fungieren. Im Mai 2010 räumte die chinesische Gesundheitsministerin Huang Jiefu ein, dass etwa zwei Drittel aller Spenderorgane in der Volksrepublik von Hingerichteten stammen.[156] Im März 2012 kündigte die chinesische Regierung an, dass diese Praxis in wenigen Jahren nicht mehr angewandt werden soll.[157]

    Militär

    Die Flagge der Volksbefreiungsarmee.
    Hauptartikel: Volksbefreiungsarmee

    Die Chinesische Volksbefreiungsarmee (chinesisch 中國人民解放軍 / 中国人民解放军, Pinyin Zhōnggúo Rénmín Jiěfàng Jūn, abgekürzt durch VBA oder PLA für die international gängige englische Bezeichnung People’s Liberation Army) ist nach offiziellen Angaben mit rund 2,5 Millionen Soldaten die größte Armee der Welt. Den kollektiven Oberbefehl über die Streitkräfte übt die Zentrale Militärkommission aus, deren Vorsitzender derzeit Xi Jinping ist. Demgegenüber übt der Verteidigungsminister eher repräsentative und administrative Funktionen aus.

    Die Volksbefreiungsarmee ist, gemeinsam mit der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und dem Staatsapparat, eine der drei Säulen des chinesischen Staates. Von 1927 bis zur Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 hieß sie „Rote Armee“. Ab den 1960er Jahren wurden die Chinesen dazu aufgerufen, von der VBA zu lernen.

    Der zentrale Begriff der chinesischen Militärstrategie ist die „aktive Verteidigung“. Er bedeutet, dass China von sich aus keine Kampfhandlungen eröffnet oder Angriffskriege führt. Diesem Prinzip entsprechend werden Militäroperationen nur dann als gerechtfertigt erachtet, wenn sie die nationale Souveränität oder das Territorium der Volksrepublik verteidigen. Angriffe sind demnach nur zulässig, wenn China selbst zuvor angegriffen wurde. Allerdings ist nicht klar definiert, was als Angriff angesehen wird. So wurde die Invasion in Vietnam 1979 als „Gegenangriff zur Selbstverteidigung“ gerechtfertigt.

    Die Volksrepublik China verfügt über 9.218 militärische Flugzeuge, 13.200 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, 29.060 Artilleriesysteme, 18.500 Raketenabwehrsysteme und 284 maritime Einheiten.[158] Zudem verfügt China über eine Brieftaubenarmee, der 10.000 Tauben angehören.[159]

    China ist seit 1964 im Besitz von Kernwaffen. Dabei wurden bis in die 1990er Jahre Atomtests in Xinjiang im Grenzgebiet zu Tibet durchgeführt. Die Volksrepublik hat seit 1964 44 Atomtests durchgeführt. Von den 21 unterirdischen Tests wurde der letzte im Jahr 1996 durchgeführt. Der letzte oberirdische Test wurde von China im Jahr 1980 durchgeführt, nachdem sich bereits 1963 das Vereinigte Königreich, die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten aufgrund der weltweit angestiegenen radioaktiven Grundbelastung in einem Teilstoppabkommen verpflichtet hatten, keine weiteren Atomtests in der Atmosphäre, unter Wasser oder im Weltall durchzuführen.

    Die Entwicklung der chinesischen Militärausgaben[160]
    Haushalts-
    jahr
    RMB Yuan
    (Mrd.)
    US-Dollar
    (Mrd.)
    Anteil am
    gesamten jährl.
    Haushalt
    Steigerung
    im Vergleich
    zum Vorjahr
    1990 029 006,1 1,6 % k. A.
    1994 055 006,6 1,1 % 28,8 %
    1998 094 011,3 1,1 % k. A.
    2002 166 020,0 1,4 % 17,6 %
    2006 280 035,3 1,4 % 15,0 %
    2007 350 045,0 k. A. 14,7 %
    2008 418 057,2 1,4 % 17,6 %
    2010 532 077,9 k. A. 07,5 %
    2011 k. A. 091,5 k. A. k. A.
    2012 670 106,4 k. A. 11,6 %
    2014 ca. 130 2 % 12,2 %[161]

    Dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) zufolge gehörte China in den 2000er Jahren zu den weltweit drei größten Waffenimporteuren; sein mit Abstand größter Lieferant ist Russland (geschätzte Waffeneinfuhren im Wert von drei Milliarden US-Dollar im Jahr 2005). Schätzungsweise 95 Prozent der importierten Waffen kommen von dort. Auf Platz zwei folgt Israel. Allerdings schränkte das israelische Parlament 2005 die Waffenexporte nach China deutlich ein. Im Zeitraum von 2011 bis 2015 war China der drittgrößte Importeur schwerer Waffen.[162] Seit einigen Jahren, verstärkt seit 2004, gliedert die VBA ehemals eigene militärische Wirtschaftsunternehmen in den zivilen Sektor aus. Die chinesische Rüstungsindustrie ist im Vergleich zu westlichen Ländern in weiten Teilen unterentwickelt und nur in einigen Segmenten, beispielsweise bei ballistischen Raketen, zu vergleichbaren Leistungen fähig. China ist bislang in keinem Fall die komplett eigenständige Entwicklung eines Waffensystems gelungen, ohne in größerem Umfang auf ausländischen Technologietransfer zurückzugreifen. Die Produktion einer Reihe hoch entwickelter Waffen ist nur durch den Import von Bauteilen, Halbfertigprodukten oder Rohstoffen möglich. Aus diesem Grund bleiben Importe neben Lizenzproduktionen und Joint Ventures die Hauptquelle Chinas für Rüstungsgüter.

    Insgesamt lässt sich bei der Modernisierung der Waffensysteme eine Konzentration auf die Erhöhung des Aktionsradius vor allem bei Luftwaffe, Marine und Raketenstreitkräften sowie auf Kommunikation und Luftabwehr feststellen, während die bodengebundenen Waffensysteme eine deutlich nachrangige Stellung einnehmen.

    Die chinesische Wirtschaftspolitik unterstützt Fusionen und Modernisierungen in der Rüstungsindustrie, insbesondere auf den Feldern Weltraumtechnologie, Flugzeug- und Schiffbau. Auch die Weiterentwicklung der Metall- und Elektronikindustrie wird zumindest teilweise unter rüstungspolitischen Gesichtspunkten betrachtet. Ein wichtiges Ziel der Außenpolitik ist die Aufhebung des von der EU 1989 verhängten Waffenembargos.

    Waffenexporte

    China ist ebenfalls Waffenexporteur. Das US-Verteidigungsministerium schätzt, dass jährlich Waffen im Wert von rund 600 Millionen US-Dollar verkauft werden. In den Jahren 2002 bis 2006 war China der achtgrößte Waffenexporteur der Welt mit einem Exportvolumen von rund 2,1 Mrd. US-Dollar. China ist mehreren internationalen Vereinbarungen zur Unterbindung des Handels mit ABC-Waffen beigetreten, steht aber den meisten Abkommen zur Kontrolle des Handels mit konventionellen Waffen ablehnend gegenüber. Neben dem staatlichen Waffenexport existieren zahlreiche illegale Waffenhändler, so dass weltweit zahlreiche irreguläre bewaffnete Organisationen und Terrorgruppen mit chinesischen Waffen ausgestattet sind. 2016 beliefen sich die Waffenexporte auf 2,1 Milliarden US-Dollar womit China der fünftgrößte Waffenexporteur weltweit war.[163]

    Wirtschaft

    Die Volksrepublik China ist mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von ca. 11.218 Mrd. US-Dollar (Stand 2016) die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde.[164] Beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt China mit rund 8100 USD im weltweiten Mittelfeld. 2015 wuchs die chinesische Wirtschaft um 6,9 %. Insgesamt belegen die Zahlen für 2015 eine abnehmende Dynamik. Der langfristige Wachstumstrend wird sich nach Ansicht von Experten, insbesondere aufgrund der demographischen Entwicklung, weiter abschwächen. Es wird aufgrund verschiedener Faktoren angenommen, dass das Wachstumspotenzial der chinesischen Volkswirtschaft zukünftig immer niedriger ausfallen wird. Für 2016 erwartet die Regierung ein Wachstum von 6,5 – 7 %. Dieses Ziel gilt jedoch als sehr ambitioniert und optimistisch.[165]

    Im Global Competitiveness Index des World Economic Forum belegte China 2016 Platz 28, was vor allem auf die starke Exportwirtschaft zurückzuführen ist. China ist nach wie vor eine weitestgehend staatlich gelenkte Volkswirtschaft. Im Index der Wirtschaftlichen Freiheit belegte es deshalb 2016 nur Platz 111. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2016 von Transparency International belegte es Platz 79 gemeinsam mit Indien und Weißrussland. Korruption und Vetternwirtschaft ist nach wie vor ein großes Problem in China.[166]

    China war mit einem Exportvolumen von 2.098 Milliarden US Dollar 2016 der größte Güterexporteur der Welt.[167] Seit der wirtschaftlichen Öffnung Chinas haben sich die Exporte des Landes von 2 Milliarden auf über 2000 Milliarden Dollar mehr als vertausendfacht.[168] Chinas Stärke als Produktionsstandort rührte in der Vergangenheit vor allem aus den vergleichsweise niedrigen Löhnen. Ein Vorteil, der aufgrund der in den letzten Jahren stark angestiegenen Löhnen inzwischen aufgebraucht ist. 2015 und 2016 hatte China das erste mal seit langer Zeit einen Rückgang seiner Exporte zu verzeichnen. Aufgrund der zunehmenden Schwierigkeiten plant China in Zukunft eine stärker konsum- und binnengetriebene Wirtschaft zu werden und als Exporteur in innovativen High-Tech-Bereichen Marktanteile zu gewinnen.

    Der Dienstleistungssektor erwirtschaftete 2016 51,6 Prozent des BIP, der Industriesektor 39,8 % und der Landwirtschaftssektor 8,6 %. Damit war China die weltweit größte Industriemacht, hatte die größte landwirtschaftliche Produktion und war der zweitgrößte Konsumentenmarkt. Von Chinas 900 Millionen Arbeitskräften waren 2015 28,3 % in der Landwirtschaft, 29,3 % in der Industrie und 42,4 % im Dienstleistungssektor beschäftigt.[169]

    Laut einer Studie der Schweizer Bank Credit Suisse war China 2016 das Land mit den drittgrößten Nationalen Vermögen. Das gesamte Privatvermögen in China belief sich auf 23,4 Billionen US-Dollar, pro-Kopf betrug es allerdings nur ein Zehntel von dem in Japan.[170] Die Ungleichheit ist im nominell kommunistischen China stark angestiegen. Der Gini-Koeffizient, der das Ausmaß der Ungleichheit in einem Land misst, war mit dem Wert 46,5 inzwischen höher als in den USA (Stand 2016). Die oberen 10 % der Haushalte in China hatten einen Anteil von 31,4 % am gesamten Einkommen, währen der Anteil der unteren 10 % nur 2,1 % betrug.[169] 2016 gab es in China 251 Milliardäre (weitere 63 in Hongkong), während gleichzeitig über 900 Millionen Chinesen ein Privatvermögen von weniger als 10.000 Dollar besaßen.[171]

    Die großen Börsen in China sind der Shanghai Stock Exchange, Hong Kong Stock Exchange sowie der Shenzhen Stock Exchange. Städte wie Peking, Shanghai und Shenzhen sind Finanzzentren von zunehmender internationaler Bedeutung, während Hongkong bereits zu den etablierten Playern gehört.

    Wirtschaftsgeschichte

    Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Volksrepublik China in % im Vergleich zum Vorjahr
    Entwicklung des BIP Chinas und der USA in Milliarden US-Dollar

    Die Wirtschaftspolitik der neugegründeten Volksrepublik unter Mao setzte auf Planwirtschaft mit möglichst hohem Wirtschaftswachstum. So wuchs das Bruttoinlandsprodukt 1952 bis 1975 um jährlich mehr als 5 Prozent. Später setzte man auch auf Dezentralisierung. Seit 1979 gibt es Sonderwirtschaftszonen. Mit der Entwicklung von Privatwirtschaft kam es zu einem Kader-Kapitalismus, der die Familien wichtiger Funktionäre bevorzugte. Heute hat China einen bedeutenden Überschuss der Handelsbilanz und hohe Devisenreserven. Führende Finanzexperten sind sich einig, dass China – sollten nicht unvorhersehbare politische und/oder wirtschaftliche Störungen auftreten – bis zum Jahr 2050 alle Industrienationen in Bezug auf die Wirtschaftsleistung überholen wird.[172] Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs extrapolierten im Jahr 2003 die Wachstumszahlen der wichtigsten Nationen und publizierten ihre Ergebnisse in der Studie Dreaming with BRICs: The Path to 2050. Demnach würde China im Jahr 2008 Deutschland überholen, im Jahr 2015 Japan und im Jahr 2039 die Vereinigten Staaten überholen und die weltweit führende Wirtschaftsmacht sein.[172][173] Dass diese Prognose bislang zutreffend war, zeigte sich in Ergebnissen der Weltbank, bei denen China im Jahr 2010 in Bezug auf das nationale Einkommen hinter den Vereinigten Staaten bereits auf Platz zwei liegt.[174] Im Jahr 2001 prognostizierten auch Wirtschaftsprüfer der Firma PwC, dass China ab dem Jahr 2050 die Liste der größten Industrienationen anführen werde.[175]

    Die andere Seite dieser wirtschaftlichen Macht ist ein Ungleichgewicht zwischen der armen Land – und Stadtbevölkerung und der reichen Bevölkerung. Im Durchschnitt verdient eine Grundschullehrerin mit Berufserfahrung pro Monat nur etwa 400 €.[176]

    Von März 2011 bis März 2013 lieferte China für 130 Milliarden Dollar Elektronik, Medizintechnik, Optik und Autoteile in die USA (+ 24 %), während der Anteil von Kleidung und Schuhen nur noch bei 50 Milliarden lag (+ 5 %)[177] 2012 meldete China 13.273 Patente an, Deutschland lag bei 29.195.[178] Einfachere Prozeduren werden zunehmend in Niedriglohnländer verlagert, komplexere Prozesse hingegen nach China.

    Ökologie

    Smog in Peking am 22. Februar 2014
    Benxi Steel Industries nahe Shenyang am 12. Februar 2013
    Smog in Tianjin am 9. Oktober 2011
    Liste der größten Kohlenstoffdioxidemittenten im Jahr 2015

    In den ersten 20 Jahren des Bestehens der Volksrepublik China wurden Umweltthemen praktisch ignoriert, obwohl die ersten Naturreservate bereits 1956 eingerichtet wurden. Während des Großen Sprunges nach vorn forderte Mao auf: Erobert und ändert die Natur, um Rohstoffquellen zu erschließen. In dieser Zeit wurden zahlreiche Wälder abgeholzt, um für die Stahlerzeugung genug Holz zur Verfügung zu haben. Außerdem wurden Sümpfe, Moore und Feuchtwiesen trockengelegt, um Ackerland zu gewinnen.[179]

    Die Umweltprobleme des Landes erinnern an die siebziger Jahre in den westlichen Industriestaaten, wobei die heutigen Probleme in China deutlich umfangreicher und ausgeprägter sind: Eines der dringendsten Probleme ist die zunehmende Verschmutzung der Flüsse durch Einleitung von ungeklärten Abwässern. Die Nutzung von Flusswasser zur Bewässerung der Felder wird immer problematischer, da die Böden zunehmend mit Schadstoffen wie Cadmium und Quecksilber verseucht sind. Die chinesische Botschaft in Großbritannien äußert auf ihrer Homepage, dass 70 % der Flüsse und Seen verschmutzt seien und 300 Millionen Chinesen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hätten.[180] Zudem sinkt der Grundwasserspiegel überall, so dass jedes Jahr ungefähr 30 Seen verschwinden.[181]

    Die Vegetationsdecke ist zurückgegangen, wovon vor allem die Wälder betroffen sind. Als Folge kommt es zu Bodenerosion, besonders ausgeprägt im Lößplateau Zentralchinas.[182] Durch zu intensive Bearbeitung geht seit Jahren Ackerland verloren. In den 1990er Jahren schritt die Desertifikation durchschnittlich um 2.460 km² pro Jahr voran.[183]

    Die Luftverschmutzung in China hat zum Teil verheerende Ausmaße angenommen.[184] Von den 20 Großstädten mit der weltweit schlechtesten Luftqualität liegen 16 in China.[185][186] Ursache dafür ist vor allem die Kohleverbrennung in veralteten Kraftwerken und die Zunahme des Personenverkehrs. Durch den hohen Anteil von Kohle als Brennstoff ist die Belastung mit Schwefeldioxid sehr hoch, in dreißig Prozent des Landes fällt saurer Regen.[187] In den letzten Jahren war der SO2-Ausstoß leicht rückläufig, wohingegen die Belastung mit Stickoxiden, besonders aus dem Straßenverkehr, stark zugenommen hat, da die Anzahl der Autos in einem rasanten Tempo zunimmt. Die Verschmutzung betrifft nicht nur die Städte, auch auf dem Land wird der Umwelt schwerer Schaden zugefügt. Zudem hat die Verschmutzung auch transnationale Auswirkungen. Einerseits befanden sich die boomenden planwirtschaftlichen Gemeinde- und Dorfunternehmen die meiste Zeit außerhalb jeglicher Kontrolle, andererseits wird in der Landwirtschaft doppelt so viel Düngemittel wie im Weltdurchschnitt verwendet. Das Landwirtschaftsministerium schätzt, dass die verschmutzten Äcker genug Nahrungsmittel für etwa 65 Millionen Menschen liefern könnten.

    Im Jahr 2013 führte die Volksrepublik ein Messsystem für die Luftqualität zur Information der Bevölkerung ein. Die Luftverschmutzung wurde dabei in Farben kodiert: Blau, Gelb, Orange und Rot, wobei Rot dem höchsten Grad der Luftverschmutzung entspricht. Im Dezember 2016 wurde über weiten Teilen Nordchinas die Warnstufe „Rot“ ausgerufen. In Peking wurde geschätzt, dass das einfache Einatmen der Außenluft dem Rauchen von 1 1/2 Packungen Zigaretten täglich entspräche.[188]

    Die Luft- und Wasserverschmutzung ist für ein stark steigendes Auftreten von Lungenkrankheiten und Krebs verantwortlich. Die Weltbank schätzt, dass in China pro Jahr 460.000 Menschen an den Folgen der Luft- und Wasserverschmutzung sterben.[189] Der China Human Development Report 2002 kommt deshalb zum Schluss, dass China am Scheideweg stehe und sich für eine grüne Reform entscheiden müsse. Ansonsten drohe die Umweltzerstörung, den erreichten sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt zu behindern oder gar wieder zunichtezumachen.[190]

    Auf Grund des enorm gestiegenen Energiebedarfs der Wirtschaft ist China mittlerweile der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen und somit einer der entscheidenden Verursacher der Globalen Erwärmung.[191]

    China produziert mehr als 33 Prozent der weltweiten Schadstoffemissionen bei einem Pro-Kopf-CO2-Ausstoß von 4,6 Tonnen im Jahre 2007,[192] muss jedoch als Entwicklungsland nach dem Kyoto-Protokoll seinen CO2-Ausstoß nicht drosseln, obwohl der Tendenz nach dieser stark ansteigen wird.[193] Die ersten Auswirkungen des Klimawandels sind auch in der Volksrepublik bereits zu spüren: Neben gehäuften Wetterextremen mit Dürren im Norden, die sinkende Ernteerträge zur Folge haben, und Überschwemmungen im Süden – mit großen wirtschaftlichen Schäden –, beobachtet man das Schrumpfen der Gletscher im tibetischen Hochland. Dies wiederum verursacht eine Abnahme der Wassermenge der großen Flüsse Jangtsekiang, Huanghe und Mekong.[194]

    Durch fehlende Auflagen zum Schutz von Mensch und Umwelt konnte China beim Export von Seltenen Erden durch Dumpingpreise am Beginn des 21. Jahrhunderts zum konkurrenzlosen Monopolisten weltweit aufsteigen. Beim Abbau dieser Erze fallen sehr große Mengen an giftigen und radioaktiven Rückständen an, die insbesondere in den illegalen Bergbaubetrieben Südchinas, aber auch in den großen Minen (z. B. Bayan-Obo) im Norden erheblich zur Umweltverschmutzung beitragen.[195]

    Illegaler Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, die vor allem für umstrittene medizinische Zwecke verwendet werden, hat viele vom Aussterben bedrohte Arten noch weiter dezimiert. Mit zahlreichen Projekten (zum Beispiel „Chinas Grüne Mauer“) wird versucht, die Desertifikation und Erosion aufzuhalten; ob diese Projekte erfolgreich waren oder nicht, wird sich jedoch erst in einigen Jahren zeigen. Daneben gibt es fast 1000 Naturreservate, die über 7 Prozent des Territoriums der Volksrepublik bedecken, wobei einige dieser Reservate nur dem Namen nach existieren.

    Naturkatastrophen

    Besonders der Osten Chinas, aber auch die südlichen Provinzen und der Himalaya sind häufig von Erdbeben betroffen. Durch Bodenerosion entsteht die Gefahr von Erdrutschen. An den Flüssen Jangtsekiang und Huang He (der rote und der gelbe Fluss) kommt es häufig zu Überschwemmungen. Der Bau der Drei-Schluchten-Talsperre bringt völlig neue Gefahren für die Umwelt mit sich, weitreichende Veränderungen der Landschaft und Vernichtung von natürlichen Lebensräumen durch Überflutung, wird aber auch die Überflutungen flussabwärts stark einschränken können. Die Küsten im Süden und Osten des Landes sind häufig Taifunen ausgesetzt.

    Umweltschutz

    Erst seit den 1970er Jahren gibt es Ansätze für Umweltpolitik, wobei echte Anstrengungen erst seit etwa 1999 unternommen werden, insbesondere nachdem Peking den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2008 bekommen hatte. Zentrale staatliche Umweltregulierungsbehörde ist das Ministerium für Umweltschutz der Volksrepublik China. Durch das enorme Wachstum der chinesischen Wirtschaft wächst der Druck auf die natürlichen Ressourcen rasant. Die Regierung hat die Problematik erkannt, so dass der Nationale Volkskongress auf seiner Sitzung im März 2006 in seinem neuen Fünfjahresplan beschloss, nicht mehr Wachstum um jeden Preis anzustreben. Der Energieverbrauch gemessen an der Wirtschaftsleistung sollte nach dem 2005 beschlossenen 11. Fünfjahresplan bis 2010 um 20 % verringert werden, der Wasserverbrauch soll um 30 % und der Schadstoffausstoß um 10 % fallen. Das Ziel der relativen Reduktion der Schadstoffemissionen wurde nach offiziellen Angaben der chinesischen Regierung erreicht. Gegenüber 2005 ergab sich ein Rückgang des chemischen Bedarfs an Sauerstoff (CBS) und des Schwefeldioxid-Ausstoßes um 12,45 % beziehungsweise 14,29 %.[196]

    Am 14. Oktober 2007 kündigte Staatsoberhaupt Hu Jintao zum Auftakt des 17. Parteitages der Kommunistischen Partei Chinas eine „gerechtere Verteilung des Wohlstands“ an.

    „Unser Wirtschaftswachstum wird mit unmäßig hohen Kosten bei unseren Rohstoffen und unserer Umwelt erzielt.“

    Er führte weiter aus:

    „Wir werden ein System errichten, das zum Energiesparen und zur Reduzierung von Abgasen verpflichtet.[197]

    Wie die Friedrich-Ebert-Stiftung konstatierte, ist die Umweltgesetzgebung Chinas auf dem Papier schon seit Jahren in vielen Bereichen vorbildlich. Aufgrund der weit verbreiteten Korruption in allen Bereichen von Politik und Wirtschaft werden diese Richtlinien jedoch nur vollkommen unzureichend umgesetzt. Zudem sind einige Entscheidungen der Regierung nicht konsequent. So wollte China seine Kohleförderung von 2006 bis 2010 um 18 % erhöhen. Von 2000 bis 2005 erhöhte sie sich bereits um 70 %. Die bedenkliche Entwicklung der Umwelt Chinas und die zunehmende Zerstörung von Wäldern, die mit der drohenden Ausrottung seltener Arten einhergeht (Beispiel: Großer Panda), haben schon in den Achtzigern zum Aufkeimen einer nationalen Umweltbewegung geführt. Entscheidende Impulse gab die UNO-Umweltkonferenz in Rio 1992. Zahlreiche Umweltorganisationen wurden in den folgenden Jahren zunächst in Peking, später auch in anderen Landesteilen ins Leben gerufen. Häufig geht die Gründung auf die Initiative von Einzelpersonen zurück, die Kontakt zu ausländischen Organisationen hatten. Beispiele für chinesische Umwelt- und Naturschutzorganisationen sind „Friends of Nature“ (FON – Ziran Zhi You) mit 5000 Mitgliedern, „Global Village of Beijing“ (GVB – Beijing Diqiu Cun). Studentische Umweltorganisationen mit mehreren hundert Mitgliedern existieren mittlerweile an jeder größeren Universität. Die Organisationen „Yunnan Green Watershed“ und „Green Earth Volunteers“ sind unter anderem durch die Koordination des Protestes gegen die geplanten Großstaudammprojekte in Südwestchina (siehe Drei-Schluchten-Talsperre) bekannt geworden, die als „Hotspot“ der Umweltzerstörung in China gelten. Neben den einheimischen unterhalten auch zahlreiche internationale Nichtregierungsorganisationen in China Repräsentanzen und unterstützen Projekte. Obwohl die aufkeimende chinesische Umweltbewegung in ihrem Engagement gegen die mächtigen Industrie- und Wirtschaftsinteressen an Profil gewonnen hat, wird es noch einige Jahre dauern, bis sie völlig unabhängig agieren kann[198], dennoch proklamiert selbst die Partei ein neues Umweltbewusstsein,[199] was am 11. März 2008 im chinesischen Nationalkongress zur Verleihung des Ministerialstatus an die staatliche Umweltschutzbehörde SEPA führte. Staatsrat Hua Jianmin sagte:

    „Umweltschutz ist ein fester Bestandteil der Politik in unserem Land und unerlässlich für das Bestehen und die weitere Entwicklung Chinas.“

    Zhou Shengxian wurde zum Minister für Umweltschutz ernannt und die nicht von allen geliebte Behörde SEPA in Ministerium für Umweltschutz der Volksrepublik China umgetauft. Ein erweiterter Handlungsspielraum war die Folge.[200]

    Mit der Errichtung der Grünen Mauer hat sich China das größte Aufforstungsprojekt der Menschheitsgeschichte vorgenommen. Insgesamt sollen 350.000 Quadratkilometer Land mit Bäumen bepflanzt werden, um einen Grüngürtel zwischen dem trockenen Norden und dem fruchtbaren Süden zu bilden. Über knapp 20 Prozent des Graslandes wurde zudem ein totales Weideverbot verhängt. Seit 2000 konnte dadurch erreicht werden, dass sich das Ausmaß der jährlich versandenden Fläche vermindert hat. Ziel ist es zunächst, bis 2010 die Desertifikation zu stoppen, um dann bis 2050 die versandeten Flächen zu sanieren.[201]

    Kenndaten

    Pro-Kopf-Einkommen in den chinesischen Provinzen in Dollar
  • < US$ 02000
  • > US$ 02000 bis US$ 04000
  • > US$ 04000 bis US$ 06000
  • > US$ 06000 bis US$ 08000
  • > US$ 08000 bis US$ 10000
  • > US$ 10000
  • Entwicklung Bruttoinlandsprodukt Chinas in Renminbi und US-Dollar
    Jahr 1952 1956 1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
    BIP in Mrd. Rmb 119 103 146 145 172 252 294 452 717 1.493 2.664 6.789 8.947 15.988 31.404 40.070 48.603 54.098 59.696 64.718 69.910 74.539
    BIP in Rmb pro Einwohner 119 165 218 208 222 292 316 460 692 1.355 2.287 5.576 7.858 12.336 24.091 30.629 36.073 39.953 43.871 47.314 50.858 53.908
    BIP in Mrd. US$ 59 59 70 113 153 305 316 411 495 867 1.214 1.966 4.604 6.066 7.522 8.570 9.635 10.534 11.226 11.218
    BIP in Dollar pro Einwohner 89 85 91 131 165 309 303 371 423 708 958 1.512 3.467 4.524 5.582 6.329 7.080 7.701 8.166 8.133
    Quelle: Offizielle Statistik der VR China[202] China, 2016 (Anmerkung zur Tabelle siehe unten) sowie IMF World Economic Outlook[203]

    Anmerkung:
    Diese Tabelle wurde anhand der offiziellen Zahlen erstellt. Es ist zu beachten, dass nach chinesischer Berechnungsart in die Kennziffer BIP nur kommerziell erbrachte Leistungen von Industrie und Handwerk eingehen. Dienstleistungen, ländliche Tauschgeschäfte und Eigenverbrauch gehen in das BIP nicht ein. Daher ist bei dieser Tabelle das BIP des Jahres 1960, also dem schlimmsten Hungerjahr des großen Sprungs, um ein Drittel höher als im Jahr 1956, einem Jahr mit guter Ernte und einigem Wohlstand.

    Die beiden folgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der Stahl- und der Zementproduktion, der beiden Grundstoffe des Bauens. Im Jahr 2013 wurde 48 % der Weltstahlproduktion und über 55 % der Weltzementproduktion in China produziert.

    Stahlproduktion Chinas in Millionen Tonnen
    Jahr 1950 1955 1970 1980 1990 1995 1999 2002 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2015
    in Mio. Tonnen 0,6 4,0 18,8 37,1 66,3 95,4 124 182 349 489 501 568 627 683 717 822 804
    Quelle: Offizielle Statistik der VR China[204][205]
    Zementproduktion Chinas in Millionen Tonnen
    Jahr 1950 1952 1957 1970 1980 1990 2000 2005 2007 2009 2011 2013 2014
    in Mio. Tonnen 1,4 2,9 6,9 10,0 79,9 209,7 583,4 1069 1361 1644 2099 2400 2500
    Quelle: USGS, 2013[206][207][208][209]

    Die folgenden Tabellen zeigen die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, der Investitionsrate, der Inflation und der Automobilproduktion.

    Jährliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts Chinas in %
    Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
    Wachstum in % 9,3 7,8 7,6 8,4 8,3 9,1 10,0 10,1 10,4 11,6 13,0 9,6 9,2 10,5 9,2 7,8 8,4 7,7 7,4 6,7
    Quelle: Offizielle Statistik der VR China[204][210]
    Inflation in Prozent gg. Vorjahr
    Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
    Inflationsrate in % −1,3 0,4 −0,8 1,2 3,9 1,8 4,1 4,8 5,9 −0,7
    Quelle: Offizielle Statistik der VR China[204]Quelle: bfai[211], exxun[212] und BIS[213]
    Automobilproduktion in Millionen PKW + LKW
    Jahr 1999 2002 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2013 2015
    Automobilproduktion 1,8 3,3 5,7 8,9 9,3 13,8 18,3 18,4 21 24,5
    Quelle: Offizielle Statistik der VR China[204][214][215]
    Investitionsrate (*) in Prozent des BIP
    Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
    Investitionsrate in % 32 33 33 34 34 35 37 38 43 41 40 41 45
    Quelle: Offizielle Statistik der VR China[204] Anmerkung zur Tabelle siehe unten

    (*) Anmerkung zur Investitionsrate: In China werden zurzeit (2006) über 40 % der Wirtschaftsleistung direkt wieder in neue Anlagen investiert und weniger als 60 %, sei es vom Staat oder durch den Privatkonsum, für den Konsum verbraucht, allerdings gehen in diese Statistik nur kommerziell erbrachte Leistungen von Industrie und Handwerk ein. Dienstleistungen, ländliche Tauschgeschäfte und Eigenverbrauch gehen in das BIP nicht ein und werden daher bei der Investitionsrate nicht berücksichtigt.

    Rang der Volksrepublik China als produzierender Staat

    Marktanteile Chinas am Rohstoffmarkt
    (Produktion 2002–2004)
    R O H S T O F F Prozent
    Schweine
      
    65,8 %
    Kohle
      
    36,2 %
    Baumwolle
      
    32,1 %
    Blei
      
    25,5 %
    Eisenerz
      
    22,8 %
    Nickel
      
    22,6 %
    Mais
      
    22,6 %
    Aluminium
      
    21,8 %
    Weizen
      
    20,8 %
    Silber
      
    14,2 %
    Baumwolle
      
    15,7 %
    Rinder und Büffel
      
    14,7 %
    Zucker
      
    10,5 %
    Gold
      
    9,9 %
    Bauxit
      
    9,0 %
    Sojabohnen
      
    8,7 %
    Kupfer
      
    5,0 %

    Ein Vergleich von vorliegenden Daten zeigt, dass China in vielen Produktionssektoren mittlerweile nicht nur Spitzenpositionen belegt, sondern häufig schon eine unangefochtene Führungsposition übernommen hat. China ist der größte Getreideproduzent der Erde. Neben Weizen wird Mais (21 % des Ackerlandes) und vor allem Reis angebaut (32 % der Ackerfläche). Bei den Seltenen Erden hat China einen Förderanteil von über 90 %. Die folgende Tabelle soll die Spitzenpositionen Chinas anhand vieler Beispiele aus den Bereichen Landwirtschaft, Bergbau, Industrie sowie Energiewirtschaft illustrieren (durch Klicken auf die Produkte gelangt man vielfach zu den Detail-Tabellen):

    Rang Chinas in der Weltproduktion[216]
    Produkt Klasse
    [P 1]
    Rang
    CN
    Rang
    USA
    Rang
    DE
    Produktion Jahr
    [P 2]
    Getreide LW 1 2 13 520,8 Mio. t 2011
    Weizen LW 1 3 9 120,6 Mio. t 2012
    Reis LW 1 13 204,3 Mio. t 2012
    Mais LW 2 1 20 208,1 Mio. t 2012
    Bananen LW 2 10,7 Mio. t 2011
    Äpfel LW 1 2 14 33,3 Mio. t 2010
    Orangen LW 3 2 6,5 Mio. t 2012
    Zitronen LW 3 6 13,1 Mio. t 2011
    Weintrauben LW 1 1 9,6 Mio. t 2012
    Kartoffeln LW 1 5 6 85,9 Mio. t 2012
    Zucker LW 3 5 14,0 Mio. t 2012
    (Kuh-)Milch LW 3 1 5 35,6 Mio. t 2007
    Käse LW 1 2 2011
    Butter LW 3 5
    Rinder (Bestand) LW 3 4 41,0 Mio. 2010
    Rindfleisch LW 4 1 5,6 Mio. t 2010
    Schweine (Bestand) LW 1 3 5 489 Mio. 2005
    Schweinefleisch LW 1 2 3 50,2 Mio. t 2011
    Sojabohnen LW 4 1 12,8 Mio. t 2012
    Schafe (Bestand) LW 1 136,4 Mio. 2008
    Schaffleisch LW 1 7 2,1 Mio. t 2012
    Hühnerfleisch LW 2 1 15,0 Mio. t 2007
    Fleisch LW 1 2 4 72,64 Mio. t 2004
    Fisch (Fangerträge) LW 1 5 44,06 Mio. t 2001
    Wolle (ungewaschen) LW 2 0,52 Mio. t 2004
    Baumwolle LW 1 3 6,8 Mio. t 2012
    Kautschuk LW 5 0,55 Mio. t 2005
    Holz LW 3 1 13 286,1 Mio. 2003
    Goldförderung BB 1 3 355 t 2011
    Silberförderung BB 3 8 3000 t 2010
    Platinförderung BB 5 2011
    Diamantenproduktion BB 10 1,1 Mio. Karat 2012
    Kupferförderung BB 5 3 0,96 Mio. t 2009
    Zink BB 1 4 3,2 Mio. t 2008
    Zinn BB 1 150 Mio. t 2008
    Blei BB 1 3 1,69 Mio. t 2009
    Bauxit BB 2 32 Mio. t 2008
    Eisenerzförderung BB 1 8 1200 Mio. t 2011
    Eisen I 1 7 9 630 Mio. t 2011
    Stahl I 1 3 7 683 Mio. t 2011
    Aluminium I 1 5 13 4,3 Mio. t 2009
    Zement I 1 3 17 1354 Mio. t 2007
    Kunstfasern[P 3] I 1 3 9 7,9 Mio. t 2001
    Papier und Pappe I 1 2 4 99,3 Mio. t 2011
    Dünger I 1 3 14 23,6 Mio. t 2002
    Uranförderung E 9 8 1500 t 2012
    Steinkohleförderung E 1 2 16 2930 Mio. t 2009
    Braunkohleförderung E 2 6 1 120 Mio. t 2009
    Erdölförderung E 4 3 56 207,5 Mio. t 2012
    Energieerzeugung E 2 1 19 1,22 Mio. t ÖE 2002
    Stromerzeugung E 1 2 6 4700 Mrd. kWh 2011

    Anmerkungen:

    1. LW = Landwirtschaft, BB = Bergbau, I = Industrie, E = Energie
    2. Jahr, für das Vergleichszahlen vorlagen
    3. auf Zellulose- und Synthetikbasis

    Energiepolitik

    Energiequellen und Bodenschätze
    Durst nach dem schwarzen Gold: Chinas Erdölnachfrage ist in den letzten Jahren weiter gestiegen

    Durch die rasche Industrialisierung sowie den Anstieg des Lebensstandards (Lebensqualität) stieg der Energiebedarf stark an. Im Jahr 1985 wurde etwa dreizehnmal soviel Energie verbraucht wie im Jahr 1957. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Energie liegt im Vergleich niedrig bei etwa der Hälfte des internationalen Schnitts und bei etwa einem Zehntel des Pro-Kopf-Verbrauches der Vereinigten Staaten. Deshalb kann ein weiteres starkes Ansteigen des Energiebedarfs prognostiziert werden.

    Das Jahr 1990 markierte einen ersten Wendepunkt in der Energieversorgung: China wurde zum Nettoimporteur von Energie. Ende 1993 wurde China auch zum Nettoimporteur von Rohöl. Im Juli 2010 wurde China zum größten Energieverbraucher der Welt.[217] Ein wichtiger Faktor für dem Anstieg des Energieverbrauchs und damit auch der Kohlenstoffdioxidemissionen ist auf die Rolle Chinas als "Werkbank der Welt" zurückzuführen, d.h. auf Produktion von Exportgütern für den Konsum in anderen Staaten. Zwischen 2002 und 2008 war die Exportgüterproduktion für etwa 48 % der gesamten Kohlenstoffdioxidproduktion Chinas verantwortlich.[218]

    Im September 2016 ratifizierte China – gemeinsam mit den USA – den auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 beschlossenen Klimaschutzvertrag. Dieser sieht vor, die menschengemachte globale Erwärmung auf möglichst 1,5 °C, aber auf jeden Fall unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen.[219]

    Kohle

    Kohle ist Chinas wichtigster Energieträger. 2015 lag der Anteil am chinesischen Gesamtenergieverbrauch bei 64,4 %, wobei der absolute Anteil seit Jahren rückläufig ist, da der Kohleverbrauch weniger stark wächst als andere Energieträger. Im Stromsektor lag der Anteil der Kohle 2007 noch bei 83 %, bis 2015 fiel der Anteil mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien und der Kernenergie auf 72 %.[220] 2013 erreichte der Kohleverbrauch in China seinen Höchststand (eine andere Statistik nennt 2014), anschließend fiel der Verbrauch wieder, 2014 um 2,9 %, 2015 um 3,6 %. Da dieser Rückgang des Kohleverbrauches trotz eines Wirtschaftswachstums von 7,3 bzw. 6,9 % erzielt wurde, womit das Wachstum vom Kohleverbrauch entkoppelt wurde, wird dieser Rückgang von einem Teil der Forscher als eine dauerhafte Trendwende in der chinesischen Energiepolitik sowie ein wichtiger Schritt bei den weltweiten Klimaschutzbemühungen betrachtet.[220] Mit dem sinkenden Brennstoffverbrauch durch die um 63 TWh niedrigere Kohlestromproduktion gingen auch die CO2-Emissionen zurück, in den ersten 4 Monaten 2015 um 5 %.[221] Das entspricht der gesamten Kohlenstoffdioxidproduktion von Großbritannien. Parallel wurden ca. 1000 Kohleminen geschlossen.[222]

    Insbesondere nach dem „Verschmutzungsschock“ 2013 und 2014, als teilweise Hunderte Millionen Chinesen unter starkem Smog und Feinstaubbelastung litten und aufgrund dessen die Luftverschmutzung ein großes ökonomisches und soziales Thema in dem Staat war, wurden die Bemühungen intensiviert und eine Reihe von Maßnahmen hin zu einem umweltfreundlicheren Energiesystem eingeleitet. So wurde unter anderem ein Plan verabschiedet, die Feinstaub- und Smogbelastung zu reduzieren; zudem wurde in besonders schwer belasteten Regionen ein Neubauverbot für Kohlekraftwerke erlassen und für 2015 die Einführung der Euro-5-Norm im Verkehrssektor festgelegt, um Fahrzeuge mit besonders hoher Luftverschmutzung von den Straßen zu entfernen. National tritt die Euro-5-Norm 2017 in Kraft. Bis 2030 soll zudem der Anteil der Kohle am gesamten Energieverbrauch von 66,6 % auf unter 50 % fallen, während der Anteil der erneuerbaren Energien von knapp 10 % im Jahr 2012 auf 25 % im Jahr 2030 gesteigert werden soll. Obwohl die Maßnahmen vor allem zur Reduzierung der Umweltverschmutzung beschlossen wurden, hätte das Erreichen dieser Ziele zugleich auch deutlich rückläufigen Treibhausgasausstoß zur Folge.[223] Unter anderem beschloss die Stadt Peking, alle Kohlekraftwerke bis 2020 stillzulegen.[224] Zudem sollen 2016 über 1000 Kohleminen einer Produktionskapazität von 60 Mio. Tonnen pro Jahr stillgelegt werden. Als Gründe gab die Regierung den Preisverfall sowie Luftreinhaltung und Klimaschutz an. Insgesamt sollen bis spätestens 2020 überschüssige Minen mit einer Förderkapazität von 500 Mio. Tonnen stillgelegt werden.[225]

    Da viele Minen nur schlecht ausgestattet sind, sterben regelmäßig Kumpel bei Schachteinstürzen. 80 % der tödlichen Unfälle im weltweiten Kohlebergbau geschehen in China. 2009 kamen nach der chinesischen Behörde für Arbeitssicherheit 2.631 Kohlearbeiter durch Unfälle wie Gaslecks, Explosionen oder geflutete Schächte ums Leben. Damit halbierte sich die Zahl der im Kohlebergbau getöteten Arbeiter in einem Jahrzehnt. Im Schnitt starben zwischen 3800 und 6000 Arbeiter in Unfällen von chinesischen Kohleminen.[226]

    Elektrizitätsversorgung

    Im Jahre 2016 lag die Volksrepublik bzgl. der installierten Leistung mit 1646 GW an zweiter Stelle und bzgl. der jährlichen Erzeugung mit 6,142 Billionen kWh an erster Stelle in der Welt.[227] Mitte der 1990er-Jahre hatte die installierte Leistung noch bei 215 GW und die jährliche Erzeugung bei 994 Mrd. kWh gelegen.[228]

    Wasserkraft

    Im Bereich Wasserkraft besitzt das Land eine technisch ausbeutbare Kapazität von 574 GW; 70 % davon aus Flüssen der Provinzen Sichuan, Yunnan und Tibet. Bis Ende 2009 wurden etwa 197 GW erschlossen. Ende April 2010 befanden sich 67 GW neuer Kraftwerke in Bau, das größte davon ist ein Projekt am Brahmaputra in Tibet.[229] Das weltweit größte Wasserkraftwerk ist der Drei-Schluchten-Damm.

    Im Jahr 2016 waren in der Volksrepublik Wasserkraftwerke mit einer installierten Leistung von 331,11 GW in Betrieb; davon waren 26,72 GW Pumpspeicherkraftwerke. Die Jahreserzeugung der Wasserkraftwerke betrug im selben Jahr 1,18 Billionen kWh. Die installierte Leistung der Wasserkraftwerke in China stellte 2016 mehr als ein Viertel der weltweiten Wasserkraftwerkskapazität dar.[230] Der Anteil der Wasserkraftwerke an der installierten Leistung aller Kraftwerke in der Volksrepublik lag 2016 bei 20,2 %.[227]

    Sonstige erneuerbare Energien

    China setzt seit etwa 2006 stark auf erneuerbare Energien. 2013 deckten erneuerbare Energien (Wasserkraftwerke, Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen usw.) ca. 20,4 % des chinesischen Strombedarfs.[231] Im gleichen Jahr investierte China erstmals mehr in erneuerbare Energien als in Kohlekraftwerke und baute mehr als 12 GW Photovoltaik-Kapazität zu – mehr als jemals ein Land in diesen Sektor investierte. Damit verdoppelte China seine Photovoltaik-Kapazitäten und plant einen Zubau von weiteren 14 GW jährlich. Insgesamt wurden 2013 in China rund 57 GW regenerative Erzeugungskapazitäten installiert (zum Vergleich: Kohle: 39,7 GW).[232]

    Im Jahr 2014 stieg die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien stark an. Gegenüber dem Vorjahr wurden ca. 242 TWh Ökostrom mehr produziert, vor allem aus Wasserkraft. Insgesamt liegt der chinesische Stromverbrauch bei ca. 6000 TWh, was etwa das 10-fache der deutschen Stromerzeugung ist.[221] Der Ausbau von Photovoltaik wird von der chinesischen Regierung stark vorangetrieben. Die chinesischen Nationalen Energieagentur hat ihre Ausbauziele zuletzt um 30 % erhöht und 2015 Deutschland als größten Installateur von Photovoltaik sowohl insgesamt (21,3 GW) als auch pro Kopf der Bevölkerung der neu installierten Leistung (16,3 W) überholt.[233] Bis 2030 sollen erneuerbare Energien ca. 20 % des gesamten Primärenergiebedarfes decken.[234]

    Bei der Windenergie ist China weltweit Spitzenreiter. Ende 2016 waren Windkraftanlagen mit zusammen 168,7 GW installiert, womit China klar vor den USA mit 82,2 GW und Deutschland mit 50,0 GW lag. Damit steht gemessen an der Leistung ca. jede dritte Windkraftanlage weltweit in China.[235] Bis 2030 soll der Windstromanteil verdreifacht bis verfünffacht werden.[234] Mit Stand 2016 ist die Windenergie nach der Kohleverstromung und der Wasserkraft der drittwichtigste Stromlieferant.[236]

    China ist zudem Weltmarktführer im Bereich Solarthermie. 2012 wurden alleine in China 63.900.000 m² solarthermische Kollektorfläche neu installiert, der Löwenanteil der 72.913.000 m², die in diesem Jahr weltweit neu in Betrieb genommen wurden.[237] Zum Vergleich: In Europa waren 2004 etwa 14 Mio. m² installiert, in China etwa 64 Mio. m². Bis 2020 wird in China eine installierte Gesamt-Kollektorfläche von 270 Mio. m² prognostiziert.[238]

    Kernenergie

    Das erste chinesische Kernkraftwerk liegt in Qinshan (Provinz Zhejiang) und ist seit 1991 am Netz. Mit Stand März 2014 waren 21 Reaktorblöcke mit einer Nennleistung von 16,9 GW in Betrieb. 28 weitere Kraftwerksblöcke mit einer Leistung von 27,7 GW waren in Bau[239], weitere Kraftwerke sind geplant. Im Jahr 2013 lieferten Kernkraftwerke 110,7 TWh elektrischer Energie. Damit trugen Kernkraftwerke mit 2,11 % zur gesamten Stromerzeugung Chinas bei.[240]

    Außenhandel

    Die folgenden Tabellen zeigen die Haupthandelspartner Chinas und die wichtigsten Handelsgüter.[241] Inzwischen sind rund 7000 deutsche Firmen in China vertreten.[242]

    Entwicklung des Außenhandels

    Entwicklung des Außenhandels (GTAI)[243] in Mrd. US-Dollar und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
    2014 2015 2016
    Mrd. USD % gg. Vj. Mrd. USD % gg. Vj. Mrd. USD % gg.Vj.
    Einfuhr 1.958,0 +0,4 1.681,7 −14,1 1.588,7 −5,5
    Ausfuhr 2.342,3 +6,0 2.281,9 −2,6 2.119,0 −7,1
    Saldo +384,3 +600,2 +530,3

    Haupthandelspartner

    Ausfuhr (2016)
    Handelspartner Anteil %
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 18,3
    HongkongHongkong Hongkong 13,8
    JapanJapan Japan 6,1
    Korea SudSüdkorea Südkorea 4,5
    DeutschlandDeutschland Deutschland 3,1
    VietnamVietnam Vietnam 2,9
    IndienIndien Indien 2,8
    sonstige Länder 48,5
    Einfuhr (2016)
    Handelspartner Anteil %
    Korea SudSüdkorea Südkorea 10,0
    JapanJapan Japan 9,2
    TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan 8,8
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 8,5
    DeutschlandDeutschland Deutschland 5,4
    AustralienAustralien Australien 4,4
    MalaysiaMalaysia Malaysia 3,1
    sonstige Länder 50,6

    Hauptprodukte des Außenhandels

    Ausfuhrgüter (2016)
    Ausfuhrgüter Anteil %
    Elektronik 25,6
    Textilien 12,5
    Elektrotechnik 8,4
    Maschinen 8,3
    Metallwaren 3,8
    Sonstige 41,4
    Einfuhrgüter (2016)
    Einfuhrgüter Anteil %
    Elektronik 23,3
    Rohstoffe 12,7
    Erdöl 7,3
    Maschinen 6,8
    Elektrotechnik 5,3
    Sonstige 44,6
    Die wichtigsten Importrohstoffe Chinas 2004[244]
    IMPORTROHSTOFFE Anteil am weltweiten Import
    Rohöl
      
    6,1 %
    Basischemikalien
      
    9,5 %
    Kunststoffe
      
    12,9 %
    Eisen und Stahl
      
    9,0 %
    Eisenerze, Schrott
      
    21,7 %
    Nicht-Eisen-Metalle
      
    8,5 %
    Ölsaaten
      
    27,8 %
    Textilfasern, Textilreste
      
    23,9 %
    Zellstoff, Papier
      
    19,2 %

    Seit einigen Jahren versucht China größere Anteile seines Außenhandels in Yuan abzuwickeln, auch um die Rolle des US-Dollars zu schwächen. So bezahlt China einen Teil seiner Öl-Importe aus dem Iran in Yuan. Im Jahr 2012 vereinbarten die Zentralbanken Chinas und der Vereinigten Arabischen Emirate einen Währungs-Swap im Umfang von umgerechnet 5,5 Milliarden US-Dollar, womit die Bezahlung chinesischer Ölimporte in Yuan vorbereitet wurde. Auch das Gas-Geschäft, das China und Russland im Jahr 2014 unterzeichnet haben, sieht vor, dass China das russische Gas in Yuan bezahlt.

    Rohölimporte

    Die größten Öllieferanten der Volksrepublik China 2014
    Rang Land Barrel pro Tag Anteil in Prozent
    1. Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 997.000 16,1 %
    2. AngolaAngola Angola 816.000 13,2 %
    3. RusslandRussland Russland 665.000 10,7 %
    4. OmanOman Oman 597.000 9,6 %
    5. IrakIrak Irak 573.000 9,3 %
    6. IranIran Iran 551.000 8,9 %
    7. VenezuelaVenezuela Venezuela 277.000 4,5 %
    8. Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 234.000 3,8 %
    9. KuwaitKuwait Kuwait 213.000 3,4 %
    10. KolumbienKolumbien Kolumbien 199.000 3,2 %
    Sonstige 1.069.000 17,3 %
    Gesamt 6.191.000 100 %

    Staatshaushalt

    Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 2.709 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 2.300 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,6 Prozent des BIP.[227]
    Die Staatsverschuldung betrug 2016 ca. 5.100 Milliarden US-Dollar oder 46,2 Prozent des BIP.[245] Die Verschuldung des Staates, der Privathaushalte und der Unternehmen zusammen genommen lagen 2015 allerdings bereits bei 260 % der Wirtschaftsleistung.[246]

    2014 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

    Infrastruktur

    Investitionen in Fernstraßen, Bahnen und Wasserwege
    pro Fünfjahresplan
    in Milliarden RMB (zu laufenden Preisen)
    Jahre des Fünfjahresplans 81–85 86–90 91–95 96–00 01–05 06–10*
    Fernstraßen 5,9 20,1 106,3 467,5 1978,4 3300
    Wasserwege 11,1 19,0 33,7 21,5 173,6 520
    Bahn 21,9 39,5 147,3 295,1 307,2 1250
    Gesamt 38,9 78,6 287,3 784,1 2459,2 5070
    Quelle:[249] (*) = geplant

    Die Verkehrsinfrastruktur in China wird ständig verbessert. Hohe Summen werden in den Bau von Straßen, vor allem auch in den Städten, Eisenbahnlinien und neue Flughäfen investiert. Speziell in den Ballungsregionen gibt es bereits viele Verkehrswege, die mitteleuropäischem Standard entsprechen. In abgelegenen Gebieten gibt es nach wie vor meist nur eine unzureichende Verkehrsanbindung.

    Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Investitionen in Fernstraßen, Wasserwege und Bahnlinien seit 1981. Die Zahlen sind nicht inflationsbereinigt, man sieht aber den massiven Anstieg der Investitionen für Fernstraßen und das Zurückbleiben der Bahn ab Mitte der 90er Jahre. In die Wasserstraßen wird seit der Jahrtausendwende wieder stark investiert, zuvor wurden sie vernachlässigt. In die Bahnen wird erst ab 2006 wieder stark investiert. Die Zusatzinvestitionen für die Jahre 2009 und 2010 durch das Konjunkturprogramm von 2008 sind in dieser Tabelle noch nicht enthalten.

    Schiene

    Das Eisenbahnnetz Chinas und Taiwans
    Das PDL 4+4 Netz
    Hauptartikel: Schienenverkehr in China

    Das Eisenbahnnetz der Volksrepublik China ist vor Indien das längste Asiens und deckt alle Provinzen ab, wobei Tibet als letztes mit einer Eisenbahnstrecke nach Lhasa an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Die Netzqualität ist von großer Spannweite: Während teilweise bereits internationaler Standard erreicht ist und auch Hochgeschwindigkeitsstrecken mit 350 km/h Reisegeschwindigkeit existieren, gibt es Regionen, wo alte Lokomotiven und Wagen über marode Gleise fahren, und Großstädte, welche fast keine Bahnanbindung besitzen. Bisher wird die Bahn überwiegend für Ferntransporte genutzt. Die durchschnittliche Transportlänge war im Jahr 2005 im Frachtverkehr 770,5 Kilometer und im Personentransport 524,7 Kilometer.[250] Der Güterverkehr wird dominiert durch Schüttguttransporte, besonders für Kohle und Erz. Stückgut- und Containertransporte finden bisher nur ansatzweise statt.

    Obwohl die Transportleistung der Bahn von 1978 bis 2008 im Frachtbereich von 535 Mrd. Tonnen-Kilometer auf 2482 Mrd. to-km und im Personenverkehr von 109 Mrd. Passagieren auf 778 Mrd. stieg,[251] konnte das Bahnnetz mit den Anforderungen der schnell wachsenden Wirtschaft immer weniger mithalten.[252] Zwar wurde seit dem Jahr 2000 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von acht Prozent sowohl im Personen- wie auch im Güterverkehr verzeichnet, aber trotz der Verbesserungen ist die Bahn weiterhin überlastet. Diese Engpässe behindern den Wirtschaftsaufbau. Dies betrifft den Personenverkehr und insbesondere den Güterverkehr. Aufgrund der Transportengpässe werden die Bahntransporte durch die Regierung kontingentiert. Kohletransporte haben eine hohe Priorität und müssen immer durchgeführt werden, weniger wichtige Transporte müssen teilweise sehr lange warten.[253]

    Um die Situation zu verbessern, wurden große Investitionen im Mittelfristigen Plan für die Bahnen bis 2020 eingeplant und der Ausbau der Bahn ist in vollem Gange. Es werden Schnellfahrstrecken (Strecken mit einer maximalen Geschwindigkeit von mindestens 200 km/h) gebaut, etwa die Schnellfahrstrecke Peking–Shanghai. Es sind entweder überregionale, nur für den Personentransport zugelassene Strecken, Intercitystrecken oder überregionale Strecken sowohl für Passagier- wie auch für Frachttransport. Der Plan sieht 50.000 Kilometer Schnellfahrstrecken vor.

    Auch neue Intercitystrecken werden gebaut. Sie verkehren in Ballungszentren regional. Die Streckenlänge ist in der Regel nicht länger als 300 Kilometer. Intercityzüge erreichen fast jede größere Stadt. Neue Linien werden gebaut und viele bisherige Linien werden ausgebaut. Das Schienennetz im Westen Chinas soll durch überregionale Korridore erweitert, dasjenige in Zentral- und Ostchina soll verbessert werden. Im existierenden Netz soll der Anteil der mehr als einspurigen Linien von 19.000 km auf 60.000 Kilometer vergrößert werden. Entlang der Bahnlinien soll die Wirtschaftsentwicklung besonders gefördert werden. Es werden zusätzliche Kapazitäten für den Gütertransport, besonders Kohle, geschaffen. Dazu sollen die existierenden Kohletransportwege ausgebaut und neue Korridore gebaut werden.

    Es wird ein Netz für Containerzüge mit Containern in zwei Lagen mit einer Länge von 16.000 Kilometer aufgebaut. Bisher gibt es wegen der zu geringen Transportkapazitäten mit der Priorität auf Kohletransporte nur geringfügigen Containertransport.[254]

    Insgesamt investiert die Volksrepublik China bis zum Jahr 2020 fünf Billionen Yuan (730 Mrd. USD),[255] um die chinesische Bahn zu einem modernen und schnellen Transportmittel mit ausreichender Kapazität auszubauen. Die Bahn, deren Engpässe die Wirtschaft bisher behindern, soll nach diesem Ausbau bei der Realisierung der nationalen Strategien wie dem Aufbau des dünn besiedelten Westen Chinas, der wirtschaftlichen Entwicklung des bevölkerungsreichen, aber bis heute wirtschaftlich zurückgebliebenen Zentralchinas oder beim weiteren Ausbau der Wirtschaftszentren an der Ostküste eine wichtige Rolle einnehmen. Allerdings wird das Bahnnetz auch noch im Jahr 2020 stark belastet und das Streckennetz, verglichen mit dem den Vereinigten Staaten und Europa, bezogen auf die große Bevölkerung und die Größe Chinas immer noch recht klein sein. So sollen im 13. Fünfjahresplan (2016–2020) zwar mindestens 3,8 Billionen Yuan (ca. 500 Milliarden Euro) in den Bau neuer Eisenbahnstrecken investiert werden, trotzdem werden dann aber immer noch nur alle chinesischen Städte mit einer Bevölkerung von über 200.000 Einwohnern über Bahnanschluss miteinander verbunden sein.[256]

    Straßen

    Autobahnnetz in China im Jahr 2010:             in Betrieb              im Bau

    China besitzt aktuell zwei Millionen Kilometer an Straßen, die teilweise in einem sehr schlechten Zustand sind und seit den 1990er Jahren ausgebaut und verbessert werden. Allein im Jahr 2006 wurden 4325 Kilometer Autobahn und 93.720 Kilometer Fernstraßen neu gebaut. Ziel war es, bis zum Jahr 2010 fast jeden Ort an das Straßennetz anzuschließen.[257] Die 1988 gebaute Autobahn Shanghai-Jiading war die erste Autobahn in China. Im Dezember 2000 wurde die 1260 Kilometer lange Autobahn Beijing-Shanghai dem Verkehr übergeben, was das Ende Chinas erster Phase im Autobahnbau markierte.[258]

    In den 1990er Jahren wurde für den Autobahnbau ein Nationalplan aufgestellt. Seither wird an dem so genannten 7-9-18-Autobahnnetz gebaut. Bei diesem Netz gehen sieben Autobahnen strahlenförmig von Peking aus; es gibt neun Autobahnen in Nord-Süd-Richtung und 18 Autobahnen in West-Ost-Richtung.[259] Dieses Autobahnnetz soll mit einer Länge von 85.000 Kilometer im Jahr 2020 fertig gestellt sein. Dann sollen alle Städte ab 200.000 Einwohner an das Autobahnnetz angeschlossen sein.[260]

    Die Fahrzeit von diesen Städten bis zu einer Autobahn soll dann im Osten Chinas nicht mehr als eine halbe Stunde, in Zentralchina nicht mehr als eine Stunde und im Westen nicht mehr als zwei Stunden betragen. Die Höchstgeschwindigkeit auf den Autobahnen beträgt 120 km/h. Ein Teil der Autobahnbaukosten wird durch Mautgebühren aufgebracht.[261] Zusammen mit einem Ausbau der lokalen Infrastruktur erhofft sich die chinesische Regierung durch den Aufbau dieses flächendeckenden Verkehrsnetzes neue oder besser bezahlte Arbeitsplätze für 400 Mio. Chinesen.[262]

    Es zeigte sich, dass ein gut ausgebautes U- und S- Bahnsystem nötig ist, um die innerstädtischen Massenbewegungen der größeren Städte zu bewältigen. Es gibt zwar U-Bahnen z. B. in Peking und Shanghai und der öffentliche Personennahverkehr bekommt höhere Priorität, er steckt in China aber noch in den Anfängen. Er liegt in größeren Städten in der Regel unter zehn Prozent des Personentransports mit der Folge von häufigen Verkehrsstaus.[259]

    Ausländer können in China nur selten mit dem Auto fahren: Da weder ausländische noch der internationale Führerschein in China anerkannt werden, war es bis Ende 2006 nur in Ausnahmefällen möglich, als Tourist legal ein Auto zu fahren. Nur wer über ein mindestens sechsmonatiges Visum verfügte (Touristenvisum: 30 Tage), konnte einen chinesischen Führerschein beantragen. Diese Regelungen wurden Anfang 2007 erweitert. Nun ist es möglich, als Tourist nach dem Besuch eines Fahrsicherheitsunterrichts eine temporäre Fahrerlaubnis zu erwerben.[263]

    Das Straßensystem ist nach der Größe der Straßen geordnet. Die großen Straßen heißen „Lù“ (). Deren Hausnummern sind wie in vielen Teilen Europas auf der einen Seite mit geraden Nummern und auf der anderen mit ungeraden versehen. Sogenannte Alleen (, Jiē) haben keinen extra Namen, sondern werden nach der Eckhausnummer der „Lù“-Straße benannt. So wird 光復路22街, (Guāngfù-Lù 22-Jiē) an dem Eckhaus mit der Nummer „22“ beginnen. Genauso verhält es sich mit „Xiàng“ (), welche an „Jiē“-Alleen anschließen. Zusätzlich werden „Lù“-Straßen in Abschnitte (, Duàn) unterteilt. Eine vollständige Adresse kann somit 光復路3段22街4巷113號 / 光復路3段22街4巷113号, (Guāngfù-Lù 3-Duàn 22-Jiē 4-Xiàng 113-Hào) lauten. Diese Person wohnt im 3. Abschnitt der Guāngfù-Straße, in der 22. 街-Allee, deren 4. 巷-Allee im Haus mit der Nummer 113.

    Luftfahrt

    Siehe auch: Geschichte der Luftfahrt in China vor 1949.

    Situation 2004: Die Anzahl der Flugverbindungen von und nach China ist stark im Wachsen begriffen, immer mehr chinesische Großstädte werden von Europa aus direkt angeflogen. Viele Städte besitzen neue Flughäfen oder bauen gerade welche, meist mit riesigen Dimensionen. Es gibt eine große Anzahl von Fluglinien. Nur wenige davon sind international tätig, die meisten konzentrieren sich auf den Inlandsverkehr. Die Flugscheine sind meist günstig, das Angebot liegt meist leicht über der Nachfrage und die Sicherheit hat sich in den letzten zehn Jahren stark verbessert. Nach wie vor gibt es keine regelmäßigen Flugverbindungen zwischen der Volksrepublik China und Taiwan.

    Im Jahr 2007 wurde ein Entwicklungsprogramm aufgelegt mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 eigene Großraumflugzeuge produzieren zu können.[264] Eine Vorstufe wurde im Jahr 2008 erreicht. Mitte 2008 brachte die chinesische Firma AVIC ein kleineres Passagierflugzeug, die Comac ARJ21, mit einer Kapazität für 90 Passagiere auf den Markt.[265]

    Im Januar 2008 wurde bekannt, dass China den Bau von 97 neuen Flughäfen bis 2020 plant. Die Regierung habe hierfür umgerechnet mehr als 42 Mrd. Euro freigegeben.[266] Bereits 2015 soll der größte Flughafen der Welt in China liegen: Südlich von Peking entsteht zurzeit ein Flughafen für bis zu 120 Millionen Fluggäste pro Jahr, der bis zu neun Start- und Landebahnen haben soll.[267]

    Telekommunikation

    2016 nutzten 52,7 % der Bevölkerung oder 721 Millionen Menschen das Internet.[268] China hatte damit von allen Ländern die höchste totale Anzahl an Internetnutzern. Die Anzahl der Internetnutzer in China allein betrug damit zweimal die Bevölkerungsstärke der USA. Die Durchschnittliche Internetgeschwindigkeit lag 2017 bei 7,6 Megabit pro Sekunde (Südkorea: 28,6 Megabit) und war damit noch stark ausbaufähig.[269] Bei der Internetnutzung besteht in China noch ein starkes Stadt-Land Gefälle. Der Online-Versandhandel in China expandierte in den letzten Jahren stark.

    Zu den erfolgreichsten IT-Unternehmen Chinas gehören die Alibaba Group, Tencent und Baidu. Chinas Internetunternehmen werden auf dem heimischen Markt vor ausländischer Konkurrenz geschützt und expandieren zunehmend international.

    Wasser

    Den Transport auf dem Wasser kann man in China in zwei Kategorien aufteilen: Den Transport an der Küste entlang auf dem Ozean und den Binnentransport auf Flüssen und Kanälen.

    Insgesamt hat der Transport auf dem Wasser in China eine große Bedeutung. 63 Prozent der gesamten Güterfracht (gemessen in Tonnenkilometern) werden auf dem Wasser befördert. Im Jahr 2008 ergaben sich folgende Transportleistungen (in Milliarden Tonnenkilometern): Straße 1299, Bahn 2511 und Wasserweg 6521.[270] Der Löwenanteil des Transportes auf dem Wasserweg ist allerdings der Transport auf dem Meer entlang der Küste. Auf den Binnengewässern wurden im Jahr 2005 lediglich 364 Mrd. Tonnenkilometer Transportleistung erbracht.[271]

    Es gibt in China 123.000 Kilometer schiffbare Flüsse und Kanäle, von denen etwa die Hälfte eine Tiefe von mehr als einem Meter besitzt. Im Jahr 2005 waren davon 8631 Kilometer in Klasse 3 oder höher eingestuft. Klasse 3 bedeutet, nutzbar für Schiffe mit 1.000 Tonnen Gesamtgewicht. 15.328 Kilometer waren als Klasse 4 ausgewiesen, das heißt nutzbar für Schiffe bis 500 Tonnen Gesamtgewicht.

    Die Transportleistung auf den Binnengewässern wird zu 87 Prozent auf dem Jangtsekiang, dem Perlfluss und dem Großen Kanal erbracht. Der Binnenverkehr verteilt sich folgendermaßen:

    Transportleistung auf Chinas Binnenwasserstraßen, 2005[271]
    Jangtse-
    kiang
    Perl
    fluss
    Großer
    Kanal
    andere
    Volumen in Mio. t 534 209 283 273
    Transportleistung in Mrd. tkm 202 34 72 47
    Durchschnittlicher Transportweg in km 378 162 254 72

    Interessant ist der durch die Konzentration der Wirtschaft an der Küste bedingte kurze durchschnittliche Transportweg.

    Es gibt einen Entwicklungsplan für Chinas Wasserwege und Häfen.[272] Dieser soll bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein. Von 2007 bis 2010 soll das Transportvolumen um 40 Prozent erhöht und von 2010 bis 2020 noch einmal verdoppelt werden. Zwischen den Wasserstraßen soll, hauptsächlich am Jangtsekiang, seinen Nebenflüssen, dem Südteil des Großen Kanals und am Pearlfluss ein Netzwerk von Flüssen und Kanälen für Schiffe mit mindestens 1.000 Tonnen Gesamtgewicht aufgebaut werden.

    Die Transportwege, die für Schiffe mit 1.000 Tonnen Gesamtgewicht nutzbar sind, sollen auf 19.000 Kilometer ansteigen und die Häfen sollen ausgebaut werden. Durch das aufgebaute Wasserstraßennetzwerk sollen 56 Städte mit jeweils über 500.000 Einwohnern miteinander verbunden werden. Neben Schüttgütern wie Kohle oder Erz sollen verstärkt Container transportiert werden können.

    Von der 20 größten Häfen der Welt nach Containerumschlag lagen 2015 8 in China. Seit 2009 ist der Hafen von Shanghai der größte der Welt nach Güterumschlag.[273]

    Raumfahrt

    Am 15. Oktober 2003 startete China seinen ersten bemannten Raumflug. Der Taikonaut Yang Liwei flog 21 Stunden und landete am 16. Oktober wieder wohlbehalten. China war damit nach der ehemaligen Sowjetunion und den Vereinigten Staaten das dritte Land, das einen bemannten Raumflug durchführen konnte.

    Vom 12. bis 16. Oktober 2005 absolvierte die „Shenzhou 6“ nach Start vom Raumfahrtzentrum in der Wüste Gobi den zweiten bemannten Raumflug. Bei der jüngsten Weltraummission Chinas wurde von den beiden Taikonauten, Fei Junlong und Nie Haisheng, unter anderem ihre Reaktionen in der Schwerelosigkeit getestet. Es sollte die technischen Grundlagen für weitere chinesische Raumfahrtprogramme gelegt werden.

    Die chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua gab bekannt, die Regierung erwäge den Bau einer weiteren Ausgangsbasis für Weltraummissionen auf der Insel Hainan im Südchinesischen Meer. Dies könnte der Startplatz für eine neue Generation von Raketen werden, zitierte Xinhua den Raketenbauer Liu Zhusheng. Am 11. Januar 2007 wurde ein ausgedienter Wettersatellit zu Testzwecken durch eine bodengestützte Rakete zerstört. An die eintausend Trümmerstücke wurden in problematische Orbits gesprengt.

    Kultur

    Yu-Garten in Shanghai
    Ein männlicher Charakter der Peking-Oper in Peking
    Hauptartikel: Chinesische Kultur

    Die chinesische Kultur wurde entscheidend von den drei großen geistigen Strömungen des Konfuzianismus, des Daoismus und des Buddhismus beeinflusst. In den vier Jahrtausenden ihres Bestehens hat sie auf zahlreichen Gebieten beachtliche Leistungen hervorgebracht. So zählen mehr als 30 chinesische Bauwerke zum Weltkulturerbe. Zu den bedeutendsten gehören die Große Mauer, das Mausoleum Qin Shihuangdis mit mehr als 7000 lebensgroßen Figuren der Terrakotta-Armee und der Kaiserpalast in Peking als Teil der Verbotenen Stadt.

    Im Laufe der Geschichte hat die chinesische Kultur meist eine erstaunliche Kontinuität bewiesen, die erst in der Kulturrevolution nachhaltig erschüttert wurde. Daneben war sie seit Eintreffen der ersten europäischen Händler und Missionare im 16. Jahrhundert immer wieder in unterschiedlichem Maße westlichen Einflüssen ausgesetzt, die sich seit Beginn der Achtziger Jahre im Zuge der Globalisierung verstärken. Lu Jianhua von der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften nennt die junge Generation Fly generation: eine Generation, die abhebt wie ein Flieger und kaum mehr weiß, was ihre Eltern während der eigenen Jugend in der Kulturrevolution erfahren mussten.

    Siehe auch:

    Medien

    Die Medien haben nach leninistischer Auffassung die Kommunistische Partei bei der Umsetzung ihrer Politik zu unterstützen. Aus diesem Grund kontrolliert und zensiert die Propagandaabteilung der KP die Presseinhalte, so gut es bei der schieren Menge der Publikationen geht. Die Medienszene hat sich seit den 1950er Jahren mehrmals rasant gewandelt (zu den Anfängen im Kaiserreich siehe Anfänge des chinesischen Journalismus). Der Grad, zu welchem die Partei die Medieninhalte in den letzten 20 Jahren kontrollierte, war nicht immer gleich. Während in den Jahren der Kampagne gegen die Rechten oder der Kulturrevolution das Medienleben sich praktisch auf die Verlautbarungen der Kommunistischen Partei beschränkte, wurden in den späten 1980er Jahren einige sehr liberale Tageszeitungen toleriert. Deren Redaktionen wurden jedoch nach den Protesten am Tiananmen-Platz geschlossen. Andererseits werden die Medien auch dazu benutzt, um gegen Korruption in den eigenen Reihen zu kämpfen.

    Die Medienvielfalt ist in der Volksrepublik quantitativ so groß wie noch nie. Zahlreiche Publikationen gibt die KP selbst heraus. In der Volksrepublik China werden momentan mehr als 2000 Tages- und Wochenzeitungen gedruckt, es gibt mehr als 3000 Radio- und Fernsehstationen und über 550 Verlage. Die größte englischsprachige Tageszeitung Chinas ist China Daily. Die Kontrolle über die Medien funktioniert über die Nachrichtenagentur Neues China (Xinhua), die das Monopol über Nachrichten hat. In den Redaktionen der Verlage gibt es ein Parteisekretariat, welches darüber wacht, dass die Parteilinie in den Medien umgesetzt wird. Die Journalisten sind zu einer Mitgliedschaft in der Journalistenföderation verpflichtet und müssen seit den 1950er Jahren firm in Marxismus-Leninismus und Mao-Zedong-Denken sein. Trotzdem kam es mehrmals zu Verhaftungen von der Parteilinie unverpflichteten Journalisten.

    Die chinesische Regierung versucht, die Internetaktivitäten ihrer Bürger zu überwachen und Inhalte zu zensieren. Internetprovider sind zur Installation einer Software verpflichtet, über die bestimmte Webseiten blockiert werden können; auch die Wikipedia wurde bereits mehrmals Ziel einer Blockade. Diese Art von Zensur ist nicht landesweit einheitlich und auch unter den Internetprovidern gibt es Anbieter, die als liberaler gelten als andere. Welche Technologien zur Überwachung im Detail angewendet werden, ist naturgemäß nicht bekannt, und zu welchem Ausmaß es der Regierung gelingt, Internetkritiker zu verfolgen und ausfindig zu machen, ist Gegenstand von Spekulationen. Es gab wiederholt spektakuläre Verhaftungen von Bürgern, die in Internet-Diskussionsforen politische Änderungen eingefordert hatten.

    Die Volksrepublik China betreibt mit Radio China International einen der weltweit größten Rundfunk-Auslandsdienste. Der Sender produziert Programme in dutzenden von Sprachen, darunter ein deutschsprachiges Programm – über Kurz- (z. B. auf 7395 kHz) und Mittelwelle auf 1440 kHz in Europa täglich zu hören. Empfangsberichte werden mit QSL-Karten bestätigt. Die Inlandsversorgung mit Rundfunksendungen erfolgt über viele Kurzwellenfrequenzen vom chinesischen Zentralrundfunk (CNR = China National Radio) aus Beijing über die Voice of China CNR 1 und China Business Radio CNR 2. Die Sendungen erfolgen fast ausschließlich in Mandarin. Sendungen für nationale Minderheiten werden u. a. von der Voice of Minorities CNR 8 in Kasachisch, Koreanisch, Mongolisch und Uighurisch bzw. für Tibet von CNR 11 in Tibetisch ausgestrahlt.

    Literatur der Volksrepublik

    Hauptartikel: Chinesische Literatur

    Die Überprüfung sämtlicher chinesischer Literatur, die auf dem freien Markt verkauft werden soll unterliegt dem Staatlichen Hauptamt für Presse, Publikation, Radio, Film und Fernsehen (SAPPRFT).[274] Das SAPPRFT ist direkt dem Staatsrat untergeordnet und untersteht der ideologischen Leitung der Zentralen Propagandaabteilung (ZPA).[275] Das SAPPRFT hat die rechtliche Befugnis jeden Druck, elektronische oder Internet Publikation zu durchleuchten, zu zensieren und zu verbieten. Da alle Verlage in der VR China durch die SAPPRFT lizenziert werden müssen, hat dieses Amt auch die Macht, einer Person das Recht zu Publizieren, zu verweigern und kann jeden Verlag vollständig schließen, der ihren Befehlen nicht Folge leistet. Kritische Reportagen über Probleme, wie die soziale Lage der 900 Millionen Menschen in ländlichen Gebieten etwa das Buch Zur Lage der chinesischen Bauern von Chen Guidi und Wu Chantao können im Einzelfall erscheinen, werden aber auch rasch verboten. 2009 war China Gastland der Frankfurter Buchmesse.

    Bis 2010 wollte die chinesische Regierung 200.000 Dorfbibliotheken einrichten, um das „Informations- und Kultur-Gefälle“ zwischen Städtern und Landbevölkerung zu verringern. Private Verlage toleriert man als Agenturen, denen entscheidende Privilegien fehlen.

    Die Verlagsindustrie ist einer der vom Staat am stärksten kontrollierten Industriezweige. Gemäß BIZ Peking gibt es in China 580 offizielle Buchverlage (2014), die allesamt staatlich sind, und eine große, kontinuierlich wachsende Anzahl privater Verlage, die bis heute offiziell nicht erlaubt sind.[274][275] Nach einem Bericht in ZonaEuropa, gibt es in ganz China mehr als 4.000 Untergrundfabriken, die Bücher veröffentlichen. Es wird angenommen, dass das Verhältnis von offiziellen zu unlizenzierten Büchern bei 40 % zu 60 % liegt.[276] Die chinesische Regierung hält bei nicht genehmigter, doch beliebter Literatur „geistiger Verschmutzung“, weiterhin öffentliche Bücherverbrennungen, obwohl Kritiker behaupten, dass die dadurch entstehende Aufmerksamkeit auf einzelne Titel nur dabei hilft, diese Bücher zu verkaufen.[277] Gemäß den geltenden Zollbestimmungen ist die Einfuhr von Drucksachen verboten, die schädlich für Chinas Politik, Wirtschaft, Kultur und Moral sind.[278][279]

    Sport

    Hauptartikel: Sport in China

    Die traditionellen chinesischen Kampfkünste sind weltweit bekannt, insbesondere die Stile des Kung Fu. Fußball ist der beliebteste Zuschauersport in China.[280] Basketball, Badminton und Tischtennis sind überdies populäre Breitensportarten.

    1991 und 2007 fanden die Fußball-Weltmeisterschaften der Frauen in der Volksrepublik China statt. Chinas Hauptstadt Peking war im Jahr 2008 Austragungsort der Sommer-Paralympics und der Olympischen Sommerspiele, wo es mit 51 Goldmedaillen unter allen Ländern die meisten errang. In der Provinz Jiangsu wurde im Dezember 2009 die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen 2009 ausgetragen. Die II. Olympischen Jugend-Sommerspiele fanden 2014 in Nanjing statt. Die Olympischen Winterspiele 2022 sollen in Peking ausgetragen werden.

    Kontroversen

    Menschenrechte

    Die Menschenrechte waren und sind ein schwieriges Thema in den Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Volksrepublik China. Spätestens seit dem Geschehen vom 4. Juni 1989 auf dem Tian’anmen-Platz steht die Menschenrechtsfrage permanent im Vordergrund der europäischen Chinapolitik. Erwartet wird seitens der EU, dass die Volksrepublik China auch in diesem Punkt die Unabhängigkeit der Justiz und Rechtsstaatlichkeit garantiert und sich nach westlichen Maßstäben demokratisiert.[281]

    Formell hat die chinesische Regierung die Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen größtenteils ratifiziert.[282] Laut Artikel 33 Absatz 3 der chinesischen Verfassung von 2004 „respektiert und gewährleistet der Staat die Menschenrechte“.[283] In verschiedenen Punkten charakterisiert die chinesische Regierung die Abkommen, welche individuale aber auch kollektive Menschenrechte kodifizieren, erheblich anders als Organisationen und Regierungen westlicher Länder. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht für die Führung der Volksrepublik China primär nicht der Schutz des Einzelnen, sondern die Steigerung des Wohlstands sowie die Verbesserung der Lebensqualität für die Allgemeinheit.[284]

    Die chinesische Regierung betont bei der unterschiedlichen Sichtweise das Prinzip der Nicht-Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder und vertritt verfassungsgemäß folgende Positionen:

    1. Menschenrechte sind vom Staat verliehen und geschützt.
    2. Individuelle Rechte dürfen weder die Rechte anderer Bürger noch die Interessen der Gesellschaft und des Staates verletzen.
    3. Rechte sind mit Pflichten gegenüber der Gesellschaft und dem Staat verbunden.[285]

    Auf dieser Basis kommuniziert die KPCh ein „sozialistisches Wertesystems mit chinesischer Prägung“ als Alternative zum „westlichen Wertesystem“. Diese sozialistischen Werte umfassen laut offizieller Definition „Wohlstand, Demokratie, Zivilisation, Harmonie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Hingabe, Integrität und Freundschaft“. Die Freiheit in der Gemeinschaft wird dabei auf Grundlage der in der Volksrepublik China praktizierten Herrschaft des Staatsvolkes verstanden.[286]

    Mittels eines neuen Nationalen Aktionsplans für Menschenrechte in China verstärkt die Regierung seit 2012 ihre Bemühungen zur Förderung des justiziellen Schutzes der Menschenrechte und der zivilen Beteiligung an politischen Angelegenheiten. Die wichtigsten Menschenrechte in China bleiben dabei die Rechte auf Subsistenz, auf Grundsicherung und Entwicklung. Dieses Subsistenzrecht umfasst insbesondere das Recht auf Leben, das Recht auf Sicherheit, das Recht auf Nahrung, das Recht auf Kleidung, das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Arbeit. Weiterhin beinhaltet dieses Recht die allgemeine Steigerung des Lebensstandards, inklusive der Bereitstellung von Konsumgütern, sowie die Bekämpfung von Armut und den Schutz vor Kriegen nebst seinen Folgen. Das Recht auf Subsistenz wird in der Volksrepublik China weder den politischen und bürgerlichen noch den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten zugeordnet, sondern noch vor diesen Rechten als Voraussetzung und Grundlage aller Menschenrechte betrachtet.[287]

    Zensur

    Neben den Menschenrechten kritisieren westliche Beobachter die Zensur der Medien in der Volksrepublik China. Zu den Instrumenten politischer Kontrolle zählen unter anderem die parteigelenkte Massenpropaganda gegenüber der Bevölkerung und Lenkung der öffentlichen Meinung mit Hilfe politisch kontrollierter Medien.[288][289] Im Wesentlichen werden Medien zensiert, mit denen eine große Menge von Menschen erreicht werden können, wie Presse, Fernsehen, Rundfunk, Film, Theater, Literatur, SMS, Kurznachrichten, Videospiele und Internet. Ein internes Mediensystem erlaubt chinesischen Beamten den Zugang zu unzensierten Informationen. 

    Reporter ohne Grenzen bezeichnet Chinas Presse-Situation als „sehr ernst“ und stellt es in der Rangliste der Pressefreiheit auf Rang 176 von 180.[290] Die OpenNet-Initiative klassifizierte in ihrem Bericht vom 9. August 2012 die Internetzensur in China in den Bereichen Politik und Konflikt/Sicherheit als durchdringend, und in den Bereichen Social (Internet) und Internet-Tools als umfangreich. Das sind die zwei höchsten von ihren insgesamt fünf vergebenen Stufen.[291] Freedom House bezeichnet Chinas Pressefreiheit als „nicht frei“, was dem schlechtesten Ranking entspricht. Der ohnehin eingeschränkte Raum für investigativen Journalismus und politisch liberale Kommentare schrumpfte 2014 weiter, ein Trend der ideologischen Verschärfung seit Xi Jinping 2012 die Führung der Kommunistischen Partei Chinas übernahm.[292] China ist ein entscheidender Testfall der politischen Kontrolle der Massenmedien, es verfügt über die weltweit modernste Zensurtechnik um Online-Inhalte zu manipulieren.[292][293] In China sitzt die größte Zahl von Journalisten weltweit im Gefängnis.[294] Kein Land verfügt über ein dermaßen ausgeklügeltes System zur Internetüberwachung wie China. Rund um die Uhr werden mehr als 30.000 Polizisten dafür eingesetzt.[295]

    Siehe auch

     Portal: Volksrepublik China – Weitere Informationen zur Volksrepublik China

    Literatur

    Weblinks

     Wiktionary: Volksrepublik China – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
     Commons: China – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
     Wikiquote: China – Zitate
     Wikinews: China – in den Nachrichten
     Wikisource: China – Quellen und Volltexte
     Wikimedia-Atlas: Volksrepublik China – geographische und historische Karten
     Wikivoyage: China – Reiseführer

    Einzelnachweise

    1. CIA Factbook (based on IWF)abgerufen am 24. November 2017
    2. Gerundet, genauerer Wert 143,51
    3. – Bevölkerungsentwicklung bis 2015
    4. Daten des International Monetary Fund: World Economic Outlook Database, Stand: Oktober 2015. Abgerufen am 21. März 2016.
    5. United Nations Development Programme (UNDP)
    6. China. Wirtschaft und Entwicklung. Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbHabgerufen am 21. November 2017
    7. Jerome Doyon, Hugo Winckler: The Fourth Plenum, Party Officials and Local Courts. China Brief 22. University of Pennsylvania Press, 2014, S. 3.
    8. South China Morning Post Publishers Ltd.: Communist Party pledges greater role for constitution, rights in fourth plenum. 24 Oktober 2014.abgerufen am 21. November 2017
    9. China sitzt auf Billion Dollar, ntv.de, 7. November 2006
    10. China. Wirtschaft und Entwicklung. Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbHabgerufen am 21. November 2017
    11. Andreas Hoffbauer: China-Lexikon: Reich der Mitte. In: Handelsblatt, 9. Mai 2008, abgerufen am 25. November 2017.
    12. Wolfram Weiße: Theologie im Plural. Eine akademische Herausforderung. Waxmann Verlag, 2009, S. 22.
    13. Eckhard J. Schnabel: Urchristliche Mission. R. Brockhaus Verlag GmbH, 2002, S. 483.
    14. Kai Vogelsang: Kleine Geschichte Chinas. Reclam Verlag, 2014; S. 188.
    15. Eckhard J. Schnabel: Urchristliche Mission. R. Brockhaus Verlag GmbH, 2002, S. 481.
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    53. Jochen Kleining: Überseechinesen zwischen Diskriminierung und ökonomischem Erfolg. Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., 2008, S. 1.
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    57. Karl Waldkirch: Erfolgreiches Personalmanagement in China. Springer-Verlag, S. 35.
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    63. Amy Chua: World on Fire. Doubleday Press, 2003, S. 62 f.
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    66. Li Ying: New policies are making it easier for Chinese descendants to apply for permanent residence permits. Global Times Published, 28. August 2016, abgerufen am 13. Dezember 2017
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    69. Georg Blume: China ist kein Reich des Bösen, S. 87 ISBN 978-3-89684-134-6
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    73. Thomas Heberer: Das Dilemma politischer Reformen in China Universität Duisburg, 2002
    74. Mark Siemons: Die neue Aufteilung der Welt FAZ.net, 2009
    75. a b Thomas Heberer: Wo steht China politisch? oeko-net.de, 2006
    76. Sebastian Heilmann: Von der Klassenpartei zur Volkspartei Universität Trier, 2003 (PDF; 164 kB)
    77. Thomas Heberer: Das Dilemma politischer Reformen in China, S. 16–20 Universität Duisburg, 2002
    78. a b Petra Kolonko: Aufgeschobene Demokratie FAZ.Net, 2005
    79. Chinas soziale Sicherungssysteme im Aufbruch Konrad-Adenauer-Stiftung, 2004 (PDF; 96 kB)
    80. Susanne Rademacher: Arbeitsverträge in China aktuell Asia, 2008
    81. Krankenversicherung sorgt für eine Milliarde Chinesen China.org, 2009
    82. Thomas Heberer: Das Dilemma politischer Reformen in China, S.20 Universität Duisburg, 2002
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    88. Pro-Kopf-Einkommen in China 2014. Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland.abgerufen am 4. Dezember 2017
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    90. Christian Siedenbiedel: World Wealth Report. So viele Millionäre leben in Deutschland. FAZ vom 23. Juni 201, abgerufen am 4. Dezember 2017
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    94. Scientists: air pollution led to more than 5.5 million premature deaths in 2013 . In: The Guardian, 12. Februar 2016. Abgerufen am 26. Juli 2016.
    95. Zitiert nach: „Krebs ist in China häufigste Todesursache“, Ärztliche Praxis, Nr. 23, 5. Juni 2007, S. 7
    96. China untersucht den Blutskandal Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Oktober 2004
    97. statista, 2011
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    99. Florian Coulmas: Sprache und Staat: Studien zur Sprachplanung und Sprachpolitik in der Google-Buchsuche
    100. Presseamt des Staatsrats der Volksrepublik China, 2000
    101. Bildungshunger: Zahl der Studierenden in China wächst rasant, Pressemitteilung Nr. 308 des Statistischen Bundesamtes vom 7. September 2010
    102. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/aktuellasia.toobiz.comBildung im Wandel Dr.Thomas Emmerich in „Aktuell Asia“, Sept. 2008
    103. [1] CRI, 20. Dezember 2012
    104. The Editors: Educated and Fearing the Future in China. The New York Times, 7. März 2010.
    105. Pressemeldung auf der Seite der chinesischen Botschaft in Berlin, abgerufen am 13. September 2016
    106. „China’s Ivy League:C9 League “, China Daily, 2009
    107. „China must have a number of top-class universities at the international level“, former President Jiang Zemin (1998), at the 100th centenary celebrations of Peking University
    108. a b Tamara Trinh: „Chinas Rentensystem. Zwischen erdrückenden Altlasten und demografischer Zeitbombe“, Deutsche Bank Research, Aktuelle Themen 358, 28. Juni 2006, hier: S. 5f.
    109. The Chinese Academy of Social Sciences Center for International Social Security Studies (CISS-CASS): „China Penion Report 2015: 中国养老金发展报告“.
    110. [2] CRI, 28. Juni 2012
    111. Full Text: National Human Rights Action Plan of China (2012–2015) (engl.), EWS, Juni 2012
    112. Matthias Stepan: „Soziale Sicherheit mit chinesischen Besonderheiten“,. China Monitor Nummer 6
    113. Beijing Rundschau: Sind Chinas Renten sicher?
    114. Artikel Altenpflege in China vom 25. April 2013 (Link geprüft am 15. Mai 2013)
    115. Auswärtiges Amt, Länderinformationen China, Außenpolitik, abgerufen am 14. Dezember 2017
    116. ebenda
    117. President Ma to meet China's Xi in Singapore Saturday. Taiwan Central News Agency, 4. November 2015, abgerufen am 14. Dezember 2017
    118. U.S. encourages 'constructive dialogue' ahead of Ma-Xi meeting. Taiwan Central News Agency, 4. November 2015, abgerufen am 13. Dezember 2017
    119. ebenda
    120. Auswärtiges Amt, Länderinformationen China, Außenpolitik, abgerufen am 13. Dezember 2017
    121. Drohender Kollaps: China wappnet sich für Flüchtlinge aus Nordkorea. DLF24, 14. Dezember 2017, abgerufen am 13. Dezember 2017
    122. Trumps Chefstratege sieht USA im Handelskrieg mit China. Manager magazin, 17. August 2018, abgerufen am 13. Dezember 2017
    123. Lange Grenze zwischen Russland und China Die Welt vom 23. Juli 2008, abgerufen am 14. Dezember 2017
    124. Auswärtiges Amt, Länderinformationen China, Außenpolitik, abgerufen am 13. Dezember 2017
    125. ebenda
    126. China's New Assertiveness: The Doka La Face-off. IndraStra Global, 17. Juli 2017, abgerufen am 14. Dezember 2017
    127. China tells Dalai Lama again to respect reincarnation, Reuters, 10. September 2014, abgerufen am 14. Dezember 2017
    128. Tibet wants to stay with China, seeks development, says spiritual leader Dalai Lama, The Indian Express New Delhi, 23. November 2017, abgerufen am 14. Dezember 2017
    129. Dalai Lama für differenzierte Kritik an China, Die Welt, 14. September 2017, abgerufen am 14. Dezember 2017
    130. Auswärtiges Amt, Länderinformationen China, Außenpolitik, abgerufen am 14. Dezember 2017
    131. John Pike: „Second (Intelligence) Department“, fas.org, abgerufen am 16. Dezember 2007
    132. Björn Ahl China auf dem Weg zum Rechtsstaat? (PDF; 119 kB)
    133. Robert Heuser Gegenwärtige Lage des chinesischen Rechtssystems, S. 137
    134. a b Nicole Schulte-Kulkmann Der Einfluss westlicher Rechtsberatung auf China, S. 2 (PDF; 188 kB)
    135. Robert Heuser Gegenwärtige Lage des chinesischen Rechtssystems, S. 142
    136. engl. Übersetzung der Verfassung der Volksrepublik China, letzter Abruf 11. Oktober 2010
    137. Björn Ahl China auf dem Weg zum Rechtsstaat?
    138. Georg Blume, China ist kein Reich des Bösen, S. 23, ISBN 978-3-89684-134-6
    139. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Memento vom 29. Februar 2008 im Internet Archive) Abgerufen am 9. Oktober 2015.
    140. Konrad-Adenauer-Stiftung China auf dem Weg zum Rechtsstaat? (PDF; 109 kB)
    141. Georg Blume, China ist kein Reich des Bösen, S. 92, ISBN 978-3-89684-134-6
    142. Wörterbuch: Chinesisch–Deutsch / Deutsch–Chinesisch
    143. Angela Köckritz Das Menschenleben, ein Leichtgewicht
    144. Robert Heuser Gegenwärtige Lage des chinesischen Rechtssystems
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