Volkswagen-Currywurst

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Volkswagen-Currywurst

Die Volkswagen-Currywurst (gemäß Eigenbezeichnung „Currybockwurst“) ist ein Lebensmittelprodukt des Automobilkonzerns Volkswagen AG.

Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VW-Currywurst in zwei Varianten mit dazugehörigem Ketchup in einem Supermarkt.
1973: In der VW-eigenen Schlachterei im Volkswagenwerk Wolfsburg wird die VW-Currywurst hergestellt.

Die Currywurst ist eine als Bockwurst heiß geräucherte, vorgegarte Brühwurst. Sie besteht aus Schweinefleisch, wobei Schweinebacke, Schweinebauch und Speck verwendet werden. Die rohe Wurstmasse wird mit Speisesalz, Currypulver und anderen Gewürzen vermengt. Die typische Rötung entsteht durch die Konservierung mit Pökelsalz, das Natriumnitrit enthält. Die Würste werden in Schäldärmen portioniert, die vor der Zubereitung entfernt werden müssen. Innerhalb dieser entsteht bei der Produktion aus Fleischeiweiß eine Eigenhaut, die darmähnliche Gareigenschaften besitzt. Ursprünglich wurde die Wurst bei einer Länge von 25 cm zu 170 Gramm portioniert. Auf Kundenwünsche hin werden auch kleinere Würste zu 85 Gramm und 12,5 cm angeboten.[1] Die Wurst wird nicht wie andere Currywürste mit Currysauce oder einer Tomatensauce mit Currypulver angerichtet, sondern typischerweise mit einem Gewürzketchup nach VW-eigenem Rezept von Develey.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Volkswagenwerk wurde 1937/1938 im ländlich geprägten und dünn besiedelten Gebiet nahe dem Schloss Wolfsburg bei der damaligen Stadt Fallersleben und dem dortigen Gutshof errichtet. Das Werk schuf sich eine eigene Infrastruktur. Nach 1945 war die Zukunft der vor allem als Rüstungsbetrieb genutzten Fabrik zunächst ungewiss. Eine Demontage wurde vermieden und die zivile Produktion aufgenommen. Die Zeit der eigenen Lebensmittelherstellung bei Volkswagen begann früh, das Werk unterhielt dazu betriebseigene Bauernhöfe. Auch in den 1950er Jahren stellten eigens bei Volkswagen beschäftigte Fleischer verschiedene Wurstsorten für die Beschäftigten her. Das Fleisch für die Wurstwaren kam zu dieser Zeit noch von betriebseigenen Bauernhöfen.[2] Die Volkswagen-Currywurst wird seit 1973 hergestellt. Zu dieser Zeit erzeugte Volkswagen das nötige Fleisch in der Schweinemast für die Wurst noch selbst.[3] Das Berliner Currywurstmuseum präsentiert die Wolfsburger Variante in einem Video und einer Vitrine.[4] VW betreibt in seiner Autostadt mehrere Restaurants. Als diese 2015 mit ihrem auch veganen und vegetarischem Angebot beworben wurden, protestierten etliche Bauernverbände. VW wurde mit „Vegan-Warrior“ scherzhaft abgekürzt. Die meisten servierten Gerichte enthalten nach wie vor Fleisch aus regionaler Produktion.[5]

Bis Sommer 2018 wurde das Ketchup von Kraft produziert, seither mit erhöhtem Tomatenmarkanteil und vermindertem Zuckeranteil von Develey.[6]

Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurst wird vorrangig in den Werkskantinen verkauft, sie wird den VW-Mitarbeitern in Wolfsburg bereits ab 8 Uhr morgens angeboten. An weitere Vertriebswege der Volkswagen-Currywurst wurde zur Anfangszeit 1973 nicht gedacht. An den Presse- und Fachbesuchertagen der IAA bietet VW an seinem Stand den Gästen die Volkswagen-Currywurst an. Diese Wurst wird im Fußballstadion des VfL Wolfsburg in einer verkürzten Variante von 16 cm Länge angeboten.[2]

Über den Einzelhandel vertreibt der Konzern die Volkswagen-Currywurst national und international in elf Ländern (Vorlage:Zukunft/In 5 JahrenStand 2016).[3] Da es sich bei der Wurst um ein offiziell deklariertes Originalteil handelt, ist es jedem lizenzierten VW-Händler möglich, die Wurst über das VW-Bestellwesen zu ordern (Teilenummer 199 398 500 A).[7] Neben dem Produkt aus Schweinefleisch wird die Volkswagen-Currywurst zeitweise aus Geflügelfleisch angeboten, dazu kommt mitunter eine rein vegetarische Variante.[8][9]

2015 wurden 7,2 Millionen Volkswagen-Currywürste verkauft, etwa eine Million mehr als im Jahr zuvor. Somit übersteigt die Zahl der verkauften Würste die der Fahrzeugeinheiten der Kernmarke VW von 5,82 Millionen Fahrzeugen im gleichen Zeitraum. Die verkaufte Wurstmasse betrug 2015 etwa 850 Tonnen. Im gleichen Zeitraum kamen noch 600 t Gewürzketchup dazu.[2][3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: VW-Currywurst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hier geht’s um die Wurst, Volkswagen-Magazin, Januar 2014.
  2. a b c Werkseigene VW-Currywurst: Volkswagen-Originalteil mit Ketchup. In: Auto Motor und Sport. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  3. a b c Volkswagen – Wurst statt Wagen. In: Süddeutsche.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  4. WM-Stadt Wolfsburg: Volkswurst ab Werk. In: Spiegel Online. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  5. Gernot Knödler: Der Vegan-Warrior aus Wolfsburg: Bauern drohen VW mit Boykott. In: die tageszeitung. (taz.de [abgerufen am 2. März 2016]).
  6. Felicitas Wilke: Neuer Ketchup-Geschmack sorgt für Unruhe bei VW. sueddeutsche.de vom 9. August 2018, abgerufen am 31. August 2018
  7. Der erfolgreichste VW-Originalteil wird 40. In: auto.de. Abgerufen am 22. Februar 2016.
  8. In der VW-Kantine brummt das Geschäft mit der Kult-Currywurst. In: hna.de. Hessische/Niedersächsische Allgemeine, abgerufen am 19. Februar 2016.
  9. VW in Wolfsburg: Mehr Currywürste als Autos verkauft. In: Stuttgarter-Zeitung.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.