Volkswagen Financial Services

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  Volkswagen Financial Services AG
Volkswagen Financial Services-Logo
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Braunschweig
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1994
Website www.vwfsag.de
Geschäftsdaten 2016
Bilanzsumme 130,1 Mrd. EUR
Leitung
Vorstand Lars Henner Santelmann (Vorstandsvorsitzender),
Mario Daberkow,
Christian Dahlheim,
Christiane Hesse,
Frank Fiedler[1]

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Der Unternehmenssitz in Braunschweig

Die Volkswagen Financial Services AG betreibt und koordiniert als deren 100-prozentige Tochtergesellschaft die Finanzdienstleistungsaktivitäten des Volkswagen Konzerns. Als Partner der Volkswagen Konzernmarken ist ihre zentrale Aufgabe die Absatzförderung und Bindung der Kunden an die Produkte des Konzerns. Sie geht auf die 1949 gegründete Volkswagen Finanzierungsgesellschaft mbH zurück. In Deutschland bedient sie den Markt mit operativen Tochtergesellschaften wie der Volkswagen Leasing GmbH oder der Volkswagen Versicherungsdienst GmbH.[2]

Weltweit sind bei der Volkswagen Financial Services AG 11.819 Mitarbeiter beschäftigt – davon 6.145 in Deutschland (Stand: 31. Dezember 2016). Die Volkswagen Financial Services AG weist eine Bilanzsumme von rund 130,1 Milliarden Euro, ein operatives Ergebnis von 1,6 Milliarden Euro und einen Bestand von rund 13,2 Millionen Verträgen aus (Stand: 31. Dezember 2016).

Geschäftszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ergebnis vor Steuern betrug für das Jahr 2015 1,65 Milliarden  Euro (2015: 1,513). Die Bilanzsumme belief sich zum 31. Dezember 2016 auf 130,1 Milliarden Euro. Die Kernkapitalquote betrug 11,7 % (2015: 12,0 %).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volkswagen Finanzierungsgesellschaft mbH wurde 1949 gegründet mit dem Ziel, den Absatz von Käfer und Transporter durch die „Hergabe von Darlehen“ zu fördern. 1966 gründete die Volkswagenwerk AG mit der „Volkswagen Leasing GmbH“ die erste deutsche Automobilleasinggesellschaft. 1974 genehmigte das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen die Umwandlung in eine Vollbank.

1982 erfolgte der Umzug der „V.A.G Kredit Bank GmbH“ und der „V.A.G Leasing GmbH“ von Wolfsburg in die Verwaltungsgebäude der ehemaligen Olympia Werke in Braunschweig. 1990 stieg die V.A.G Bank GmbH (später Volkswagen Bank direct) als erste Autobank in das Direktbankgeschäft ein. 1992 wurden die V.A.G Bank GmbH und die V.A.G Leasing GmbH im Zuge der Neustrukturierung des Finanzdienstleistungsbereichs auf die Holdinggesellschaft Volkswagen Finanz GmbH übertragen.

Im Jahr 1994 wurde die „Volkswagen Financial Services AG“ (VWFS) gegründet, die für den Volkswagen Konzern das Finanzdienstleistungsgeschäft in Europa steuert. Die Volkswagen Bank GmbH und die Volkswagen Leasing GmbH gingen als Tochtergesellschaften in die Volkswagen Financial Services AG über.

1996 führte die „Volkswagen Bank GmbH“ den „AutoCredit“ ein, bei dem am Vertragsende das Gebrauchtwagenrisiko für den Kunden entfällt. 1997 brachten die Volkswagen Finanzdienstleister mit „Prämie-Light“ ein erstes Produkt auf den Markt, das Versicherungs- und Leasingleistungen kombiniert. Im selben Jahr gehörte die Volkswagen Bank direct mit über 185.000 Kunden und 3,2 Milliarden DM Einlagen zu den größten Direktbanken Deutschlands. 1999 erwarb die Volkswagen Financial Services AG schließlich die Anteile der „Volkswagen-Versicherungsdienst GmbH“ und weitet ihre Geschäftsfelder auf Kfz-Versicherungen aus.

2000 führte die „Volkswagen Bank direct“ das Online-Girokonto Giro@home und das „WAP-Banking“ ein, das Buchungen über das Mobiltelefon ermöglicht. Die Volkswagen Bank direct konnte ab sofort als Erstbank für alle Bankgeschäfte genutzt werden. 2002 eröffnete die Volkswagen Bank direct mit dem neuen Service „BörseDirect“ ihren Kunden den Zugang zu den Wertpapiermärkten.

2003 wurden die Volkswagen Finanzdienstleister mit der Gründung der „Volkswagen Group Finanz OOO“ in Moskau auf dem russischen Markt aktiv. 2004 vollzog die Volkswagen Financial Services AG mit der Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an der „LeasePlan Corporation N.V.“ entscheidende Schritte im europäischen Multibrand-Flottenmanagement. 2005 übertrug die Volkswagen AG der VWFS die Koordination der weltweiten Finanzdienstleistungen des Konzerns.

2007 führte die Volkswagen Financial Services AG mit dem „Sauber + Sorglos“-Paket ein neuartiges Produkt ein, das günstige Finanzierungs- und Leasingangebote mit Versicherungsleistungen kombiniert. 2008 bot die VW FS AG erstmals Mobilitätspakete für Gebrauchtwagen der Marke Volkswagen an, die Finanzierung oder Leasing mit dem „Best Service“ (Inspektion, Ölwechsel, Original Teile) verbinden. Für die Kinder der Mitarbeiter eröffnete die Volkswagen Financial Services AG den Betriebskindergarten „Frech Daxe“.

2009 gründete die Volkswagen Financial Services AG in Indien eine Tochtergesellschaft, die Volkswagen Finance Pvt. Ltd., und bot Finanzierungen im Rahmen von Kooperationen mit lokalen Banken an. Gemeinsam mit dem norwegischen Importeur MøllerGruppen offerierte sie im Rahmen eines Joint Ventures erstmals Finanzdienstleistungen auf dem norwegischen Markt. Weiterhin wurde die erste überregionale Erdgas-Tankkarte für Großkunden von der Volkswagen Leasing GmbH eingeführt.

Im Jahr 2010 bot die Volkswagen Financial Services AG gemeinsam mit den Gesellschaften der Nordea Finance im Baltikum und dem Importeur Auto Group Baltic erstmals Finanzdienstleistungen in den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland. Im Juli gründete die Volkswagen Financial Services AG die „Volkswagen Financial Services Korea Co., Ltd.“ in Südkorea. Die Volkswagen Bank RUS, eine Tochtergesellschaft der Volkswagen Financial Services AG, erhielt eine Banklizenz von der russischen Zentralbank. Außerdem wurde der Award „Die Grüne Flotte“ für ökologisch verantwortungsvolles Fuhrparkmanagement erstmals von der Volkswagen Leasing GmbH und dem Naturschutzbund Deutschland e.V. verliehen.

2011 bot die Volkswagen Financial Services AG über ihre neue Tochtergesellschaft, die Volkswagen Versicherung AG, erstmals Garantieversicherungen in Deutschland als Erstversicherer an. Weiterhin erhielt die Volkswagen Finance Private Limited eine Finanzdienstleistungslizenz von der indischen Zentralbank.

2012 gründeten die Volkswagen Financial Services AG und die „Allianz SE“ ein Autoversicherungs-Joint Venture zur Intensivierung der Kfz-Versicherungsaktivitäten. Das Unternehmen „Volkswagen Autoversicherung AG“ richtete sich mit maßgeschneiderten und preisgünstigen Kfz-Versicherungen an die Kunden der Marken des Volkswagen Konzerns.

Im Jahr 2013 startete „Ducati Financial Services“ ihr Geschäft in Deutschland. Unter dem Dach der Volkswagen Financial Services AG bot sie Finanzierungen und Versicherungen für Motorräder in Deutschland an. Das Angebot umfasste neben Kundenfinanzierung und Versicherungen auch die Finanzierung der rund 80 deutschen Händler.

2014 erwarb die Volkswagen Financial Services AG die „MAN Finance International GmbH“ und baute damit ihre Finanzdienstleistungsaktivitäten aus. Sie erweiterte ihr Geschäft um Finanzierungs-, Leasing- und Mietaktivitäten für MAN Truck & Bus.

Seit dem 1. September 2017 ist die Volkswagen Bank GmbH eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG und nicht mehr der Volkswagen Financial Services AG.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volkswagen Leasing GmbH
  • Volkswagen Versicherungsdienst GmbH
  • Volkswagen Versicherungsvermittlungs GmbH
  • Volkswagen Versicherung AG
  • Volkswagen Autoversicherung AG (ein Joint Venture mit der Allianz SE)
  • MAN Financial Services GmbH
  • carmobility GmbH
  • Euromobil Autovermietung GmbH

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Grieger, Ulrike Gutzmann, Dirk Schlinkert (Hrsg.): Volkswagen Financial Services AG. 60 Jahre Bank, Leasing, Versicherung – eine Chronik. Heft 14 der Schriftenreihe Historische Notate. Wolfsburg 2009. ISBN 978-3-935112-36-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorstand. Aufgerufen am 5. September 2017.
  2. Volkswagen Finanzdienstleistungen. Abgerufen am 8. September 2017.