Volkswagenwerk Zwickau

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Volkswagenwerk Zwickau

Das Volkswagenwerk Zwickau ist ein sächsisches Automobilwerk, das am 26. September 1990 im heutigen Zwickauer Stadtteil Mosel gegründet wurde und gemeinsam mit dem Motorenwerk Chemnitz und der Gläsernen Manufaktur Dresden zur Volkswagen Sachsen GmbH mit Sitz in Zwickau gehört. Im Frühjahr 2019 hatte das Werk Zwickau etwa 8000 Mitarbeiter.[1] Seit dem 27. Juni 2020 werden im Werk keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr produziert.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helmut Kohl und Carl H. Hahn (links) bei der Grundsteinlegung des VW-Werkes Mosel am 26. September 1990

Mit der Gründung der Horch- und Audi-Werke in den Jahren 1904 bzw. 1909 wurde Zwickau zur Wiege der Sächsischen Automobilindustrie.[3] Wegen der Traditionen des Automobilbaus in der Region und wegen des Fachkräftepotentials entschloss sich Volkswagen als erstes Großunternehmen der Bundesrepublik zum Bau eines neuen Werkes in Sachsen und investierte dafür große Summen. Dadurch siedelten sich in der Region weitere Unternehmen an.

Bereits in der Endphase der DDR wurde im nördlichen Zwickauer Vorort Mosel ab 1989 der Trabant 1.1 mit einem unter VW-Lizenz hergestellten Vierzylinder-Viertaktmotor gebaut. Die Produktion wurde 1991 eingestellt, denn dazu parallel hatte man schon am 21. Mai 1990 im Werk Mosel mit der Serienfertigung des VW Polo II begonnen. Am 15. Februar 1991 begann parallel zur Polo-Produktion die Fertigung des Golf II, dessen Nachfolger bis Mitte 2020 im Werk Zwickau produziert wurde.[4] Der Vorort Mosel wurde 1999 nach Zwickau eingemeindet. 2007 führte man offiziell die neue Werksbezeichnung Volkswagen-Fahrzeugwerk Zwickau ein.

Seit dem Produktionsstart im Jahr 1990 wurden insgesamt rund 3,7 Millionen Volkswagen ausgeliefert. Im Jahr 2010 verließen täglich 1.350 Fahrzeuge der VW-Modellreihen Golf und Passat das VW-Werk. Mit 250.000 Fahrzeugen wurde 2010 ein Rekordergebnis erzielt. Hinzu kommen die Karosserien für die Oberklassefahrzeuge Phaeton und Bentley Continental GT, die komplett lackiert mit Spezialtransportern in die „Gläserne Manufaktur“ Dresden bzw. nach Crewe in Großbritannien geliefert wurden.[5] Insgesamt wurden seit 2001 rund 100.000 Karosserien für den VW Phaeton und die Bentley Continental-Baureihe (jeweils 50.000) gefertigt. Seit 2017 werden im Werk Zwickau auch Karosserien für den Bentley Bentayga und seit 2018 Karossen für den Lamborghini Urus produziert.[6]

Am 11. Mai 2004 fand hier die Festveranstaltung zum 100. Jahrestag der Gründung der A. Horch & Cie. Motorwagenwerke AG Zwickau statt. Hochrangige Personen aus Politik und Wirtschaft würdigten dabei in ihren Grußansprachen die wissenschaftlich-technischen Leistungen der Automobilbauer Südwestsachsens.

Direkt angrenzend befindet sich ein Werk des Zulieferers GKN Driveline.

2019 wurde begonnen, das Werk vollständig auf die Produktion von Elektroautos umzustellen. Seit Ende 2019 wird im Werk der VW ID.3 serienmäßig produziert. Am 26. Juni 2020 rollte nach 116 Jahren das letzte Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, ein Golf, vom Band. Nach dem Umbau der Produktionslinien werden der VW ID.3 (mit erhöhter Stückzahl), VW ID. 4 und der Audi Q4 e-tron produziert.[7]

Aktuelle Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philipp Hessinger u. a.: Fokus und Balance. Aufbau und Wachstum industrieller Netzwerke. Am Beispiel von VW/Zwickau, Jenoptik/Jena und Schienenfahrzeugbau/Sachsen-Anhalt. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2000, ISBN 3-531-13517-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Volkswagenwerk Zwickau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.volkswagen-sachsen.de: Zahlen und Fakten im Überblick. (Abruf 12. März 2019)
  2. In Zwickau rollte der letzte Verbrenner vom Band
  3. Sendung des MDR aus der Festveranstaltung 100 Jahre Automobilbau in Zwickau am 11. Mai 2004 in Zwickau
  4. Pressemitteilung der Volkswagen AG, abgerufen am 17. Februar 2016
  5. Sächsisches Ministerium für Wirtschaft und Arbeit@1@2Vorlage:Toter Link/www.smwa.sachsen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Seit 114 Jahren gilt Zwickau als Wiege der sächsischen Automobilindustrie. Bis 2020 baut Volkswagen den Standort zu Europas größtem Kompetenzzentrum für Elektromobilität aus. Eine Chronik. volkswagen-newsroom.com, abgerufen am 14. November 2018
  7. Voll auf Strom(er): VW krempelt sein Werk in Zwickau um. Abgerufen am 28. Juli 2019.

Koordinaten: 50° 47′ 36,5″ N, 12° 29′ 13,9″ O