Vollmond

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Detailreiches Bild des Vollmonds.
Durch das senkrecht auf die Oberfläche fallende Sonnenlicht sind bei Vollmond kaum Krater zu erkennen.
Erdatmosphäre, teilweise vor dem Vollmond, aufgenommen 1999 aus der Discovery
Aufgang des Vollmonds über dem Gaisberg bei Salzburg

Vollmond (astronomisches Symbol: Cercle noir 100%.svg) ist der Zeitpunkt, zu dem Sonne und Mond in Opposition zueinander stehen, also von der Erde aus gesehen in entgegengesetzten Richtungen. Der Mond befindet sich dabei meist geringfügig über oder unter der Ebene der Erdumlaufbahn (Ekliptik). Liegt er zu diesem Zeitpunkt genau in Höhe der Ekliptik, findet eine Mondfinsternis statt.

Der Gegensatz zum Vollmond ist Neumond, wenn der Mond zwischen Sonne und Erde steht. In diesem Fall kann es zu einer Sonnenfinsternis kommen.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine genauere Definition lautet: Vollmond ist der Zeitpunkt, zu dem die ekliptikale geozentrische Länge des Mondes um 180° größer ist als die ekliptikale geozentrische Länge der Sonne.

Dabei heißt geozentrisch: von einem hypothetischen Beobachter im Erdmittelpunkt aus gesehen. Vollmond findet daher weltweit zum selben Zeitpunkt statt (der aber in verschiedenen Zeitzonen verschiedenen Uhrzeiten entspricht). Bei Beobachtung von der Erdoberfläche aus ist der Zeitpunkt und der Anblick des Vollmondes in geringem, unmerklichem Maße vom Standort des realen Beobachters abhängig.

Bei Vollmond erreicht der Mond seine maximale Helligkeit und hat eine scheinbare Helligkeit von etwa -12,5 bis -13 mag. Im Vergleich zum Licht des Vollmondes ist das Sonnenlicht etwa 400.000-mal so hell; im Vergleich mit dem Licht eines sternklaren Nachthimmels ist der Vollmond etwa 250-mal so hell.[1] Die Helligkeit des Vollmondes schwankt aufgrund der elliptischen Umlaufbahnen von Erde und Mond. Ist die Erde der Sonne besonders nahe (Perihel) und zugleich der Mond an seinem erdnächsten Punkt (Perigäum), so ist der Vollmond etwa 22 Prozent heller als im umgekehrten Fall, wenn beide Entfernungen maximal sind. Im September 2006 und im März 2010 stand der Vollmond sehr nahe am Perigäum, solche Konstellationen kommen nur etwa alle neun Jahre vor. Der Mond kulminiert am Tag des Vollmondes jeweils zu Mitternacht. Zu diesem Zeitpunkt durchläuft die Sonne den tiefsten Stand ihrer Bahn am Himmel.

Besondere Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die im Perigäum des Mondes eintretenden Vollmonde wurden von den Medien übertreibende Wortschöpfungen wie Supermond in Umlauf gebracht. In der englischen Sprache entstand für den Eintritt eines zweiten Vollmonds in einem Monat oder eines dritten Vollmonds innerhalb einer Jahreszeit der Begriff Blue Moon.

Unter dem Erntemond wird nicht nur ein alter Name für den Monat August verstanden, sondern auch ein Effekt, der um den Herbstanfang eintritt. Die scheinbare Bahn, die der Mond vor dem Hintergrund des Sternenhimmels zieht, verläuft zu dieser Jahreszeit über dem östlichen Horizont sehr flach. Dadurch verschiebt sich in den Tagen um den Vollmond der Zeitpunkt des Mondaufgangs nur wenig. Ergebnis sind mehrere Nächte mit hellem Mondlicht in Folge. Vor der Einführung der modernen, mit Beleuchtung ausgestatteten Landmaschinen ermöglichte es dieser Effekt, bei entsprechender Witterung die Erntearbeiten bis in die Nacht fortzusetzen.[2][3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vollmond – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ron.mur.at/WS/Lichttechnische Größen.pdf (PDF, S. 5; 1,0 MB)
  2. Stefan Deiters: Was den Erntemond so besonders macht. In: Astronews.com. 17. September 2013, abgerufen am 28. September 2015.
  3. Damond Benningfield: Sternzeit: Erntemond. Deutschlandfunk, 26. September 2007, abgerufen am 28. September 2015.