Volmunster

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wollmünster
Wappen von Wollmünster
Wollmünster (Frankreich)
Wollmünster
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Sarreguemines
Kanton Bitche
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays de Bitche
Koordinaten 49° 7′ N, 7° 21′ OKoordinaten: 49° 7′ N, 7° 21′ O
Höhe 242–368 m
Fläche 14,91 km²
Einwohner 833 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 56 Einw./km²
Postleitzahl 57720
INSEE-Code

Volmunster (deutsch Wollmünster, Platt Wolminschter) ist eine französische Gemeinde mit 833 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Nordosten des Départements Moselle in der Region Lothringen. Das Gemeindegebiet ist Teil des Naturparks Pfälzerwald-Nordvogesen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volmunster liegt im äußersten Nordosten Lothringens, im Département Moselle unmittelbar südlich der Grenze zum Saarland, nordwestlich von Bitche im Tal der Schwalb. Zwei Kilometer flussaufwärts liegt der Ortsteil Weiskirch, während Eschviller nordöstlich am Ende eines Seitentals gelegen ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Siedlungsspuren stammen aus gallo-römischer Zeit. Die schriftliche Überlieferung setzt im 11. Jahrhundert ein. Der Ortsname (Wilmonstre) wird als Personenname Wilo in Verbindung mit Münster gedeutet. Der Ort war bis zur Französischen Revolution Sitz eines Kirchenbezirks, der auf das Kloster Hornbach zurückgeführt werden kann. Daher hatte Wollmünster eine für den kleinen Ort bedeutende Kirche, die jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Als einziger Industriebetrieb bestand ab 1822 für einige Jahre ein Alaun- und Vitriolwerk, das weitgehend unter Verwendung heimischer Rohstoffe vor allem Farben für Gips erzeugte. Um 1900 war geplant, den Ort über eine in Zweibrücken beginnende strategische Bahnstrecke nach Bitsch anzubinden, aus der die 1913 und 1916 eröffnete Hornbachbahn hervorging. Die Rückgabe von Elsaß-Lothringen an Frankreich nach dem Ersten Weltkrieg verhinderte den Weiterbau.

Wollmünster vor dem Zweiten Weltkrieg
Das Mühlenmuseum bei Eschviller

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 706 718 720 813 810 896 864

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1790 bis 2015 war Volmunster Hauptort eines Kantons, der 1815 bei Auflösung des Kantons Breidenbach erheblich vergrößert wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vollmunster Platt Theater setzt sich für den Erhalt der lothringischen Mundart ein.

Die Moulin de Volmunster ist die letzte noch kommerziell betriebene Getreidemühle der Gegend.

In der 1731 erbauten Moulin d’Eschviller, direkt an der Staatsgrenze, hat die Naturparkverwaltung ein Mühlenmuseum zur Geschichte der Getreide- und Sägemühlen eingerichtet. An dieser noch betriebsfähigen Mühle führt auch der Europäische Mühlenradweg vorbei, dessen Start- und Zielpunkt in Zweibrücken-Ixheim ist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Volmunster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien