Volvo 740

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Volvo
Volvo 744 (1984–1989)

Volvo 744 (1984–1989)

740
Produktionszeitraum: 1984–1992
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,3 Liter
(83–134 kW)[1]
Dieselmotor:
2,4 Liter (60–80 kW)
Länge: 4785[1] mm
Breite: 1760[1] mm
Höhe: 1410–1435[1] mm
Radstand: 2770[1] mm
Leergewicht: 1250–1390[1] kg
Vorgängermodell Volvo 240
Nachfolgemodell Volvo 940

Der Volvo 740 ist ein Personenwagen der oberen Mittelklasse des schwedischen Autoherstellers Volvo. Er wurde von Anfang 1984 bis Sommer 1992 hergestellt. Die Modellbezeichnung „740“ tragen Fahrzeuge der Volvo Serie 700 mit 4-Zylinder-Ottomotoren oder 6-Zylinder-Dieselmotoren.

Die 700er-Modelle mit höherwertiger Innen- und Außenausstattung mit 6-Zylinder-Turbodiesel- oder Ottomotoren trugen die Bezeichnung Volvo 760 und waren bereits seit Frühjahr 1982 auf dem Markt.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 740er-Serie wurde ab April 1984 ergänzend zur Modellreihe 760 angeboten und war ebenfalls mit verschiedenen Motorisierungen erhältlich.

Mit dem 740 wurde der Baureihe 760 eine weniger umfangreich ausgestattete und preisgünstigere Basisausführung an die Seite gestellt, die größere Käuferkreise ansprechen sollte. Die Motorisierung der Baureihe 740 entsprach weitgehend der der älteren Baureihe 240, die parallel weiterproduziert wurde. Die ungewöhnlich kantige Karosserie der Serie 700 wurde von Jan Wilsgaard entworfen. Das Design führte in den USA zu dem Spitznamen „Swedish Bricks“ (schwedische Ziegelsteine). In der Schweiz bekam das Fahrzeug wegen seiner extrem kantigen Frontansicht bald die Bezeichnung „Schneepflug“.

Zur Auswahl standen 4-Zylinder-Ottomotoren mit Vergaser, 2,3 Liter Hubraum und 84 kW (114 PS) Leistung (B230K), oder 83 kW (113 PS) mit Benzineinspritzung (B230F) und 96 kW (131 PS) (B23E), ein 4-Zylinder-Ottomotor mit Turbolader mit 2 Litern Hubraum und 107 kW/145 PS (B19ET) sowie ein 2,4 l Sechszylinder-Dieselmotor ohne Turbolader mit einer Leistung von 60 kW (82 PS) (D24). Der Dieselmotor wurde bereits seit Modelljahr 1979 in der Modellreihe 240 eingesetzt, von Volkswagen produziert und dort auch im LT Transporter verwendet. Der Motor ist längs eingebaut, die Kraft wird vom Getriebe über eine Kardanwelle auf die starre Hinterachse übertragen.

Die ersten Kombi-Versionen des 740 wurden Anfang 1985 vorgestellt und entwickelten sich im deutschsprachigen Raum zum meistverkauften Volvo-Modell.

Während außen beide Versionen den Schriftzug 740 trugen, verwendete Volvo intern die Bezeichnungen 744 für den Viertürer und 745 für den Fünftürer.

Modellpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 1989 erhielt die Baureihe 740 ein Facelift. Dabei unterschied sich die Fahrzeugfront je nach Markt und Motorisierung. In Deutschland wurden die Turobomodelle mit breiten Rechteckscheinwerfen ausgerüstet, die bis an den Kühlergrill reichten und über integrierte Zusatzscheinwerfer für Nebel- und Fernlicht verfügten. Damit nahmen diese Modelle das Frontdesign der späteren Serie 900 vorweg. Die Ausführungen mit Saugmotor wurden abweichend mit einfachen, kürzer geschnittenen Rechteckscheinwerfern ausgeliefert, die mit einer sogenannten L-Leiste vom Kühlergrill abgesetzt waren. Bei den Limousinen wurde das Heck durch eine Änderung der Rückleuchten ebenfalls modifiziert

Die Motoren wurden im Laufe der Zeit weiter entwickelt. Ab Modelljahr 1987 waren alle 740-Modelle auch in Deutschland mit einem geregelten Katalysator lieferbar, den Volvo gemeinsam mit Bosch entwickelt hatte (der weltweit erste PKW mit serienmäßigem 3-Wege-Kat war 1975 der Volvo 164 auf dem US-Markt). Die Bezeichnung dieser Motoren endete mit dem Buchstaben „F“, was für Einspritzmotor mit Katalysator steht. Der Saugmotor hieß seither B230F, der Turbomotor B230FT.

Zusätzlich war ab Herbst 1989 auf einigen Märkten, auch in Deutschland, eine Variante mit Zweiliter-Einspritzmotor und geregeltem Katalysator (Motorbezeichnung: B200F) erhältlich. In einige europäische Länder wurden bis 1990 weiterhin auch Fahrzeuge mit Vergasermotoren geliefert. Als Dieselmotor wurde im Volvo 740 weiterhin ein von Volkswagen zugelieferter 2,4-l-Reihensechszylinder mit Turbolader und 80 kW (109 PS) angeboten. Im Modell 760 hatte dieser Motor zusätzlich einen Ladeluftkühler und eine Leistung von 90 kW (122 PS).

Nachfolger der 740er-Serie war der ab Sommer 1990 produzierte Volvo 940, bei dem es sich um einen umfassend überarbeiteten 740 handelt. Der Bau der Serie 740 wurde zugunsten der Baureihe 940 sowie der völlig neu entwickelten Baureihe 850 nach und nach eingestellt.

So gab es in den Modelljahren 1991 und 1992 parallel zum Typ 940 weiterhin den Typ 740 als Einstiegsversion. Diese Fahrzeuge sahen den Fahrzeugen des Modelljahres 1990 sehr ähnlich, allerdings waren die Motorhaube und die vorderen Kotflügel nunmehr die gleichen wie beim Typ 940. Unter dem Blech hatten diese Wagen bereits weitgehend die Technik des Volvo 940. Motorisiert war dieses sogenannte "Zwischenmodell" mit den Saugmotoren der Typen B200F (2 Liter) oder B230F (2,3 Liter). Zu dieser Zeit wurde die Reihe 740 in Deutschland nur noch als Sondermodell 740 „Business Edition“ angeboten - jedoch ohne Hinweis auf diese Bezeichnung am Fahrzeug selbst.

Für den nordamerikanischen Markt (USA, Kanada) bestimmte Fahrzeuge hatten von 1984 bis 1989 eine von den europäischen Modellen deutlich abweichende Frontpartie. Kennzeichnend waren kleine rechteckige "sealed-beam"-Doppelscheinwerfer an Stelle großer rechteckiger Einfachscheinwerfer sowie eine andere Gestaltung und Anordnung von Standlicht und Fahrtrichtungsanzeiger. Ab Modelljahr 1990 hatten die US-Modelle eine den europäischen Basisausführungen ähnelnde Front mit kurzen Rechtsckscheinwerfern und sogenannter L-Leiste.

Modell- und Ausstattungsvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 740
  • 740 Diesel, TurboDiesel (nicht in Deutschland)
  • 740 GL
  • 740 GL Diesel, Turbodiesel
  • 740 GLE
  • 740 GLE Turbo Diesel
  • 740 GLT
  • 740 GLT 16 Valve
  • 740 Turbo 16 Valve (nicht in Deutschland)
  • 740 Turbo Intercooler (TIC)
  • 740 Polar (nicht in Deutschland)
  • 740 SE (nicht in Deutschland)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Dieter Günther & Matthias Pfannmüller: Volvo Typenkunde - Personenwagen ab 1927. 2. Auflage. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2011. ISBN 978-3-7688-3367-7. S. 77–78

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Volvo 740 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien